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equus et pater et res; Cic. (Ep. ad fam. IV, 5): Visne tu te, Servi, cohibere et meminisse hominem te esse natum ? *) Petron. (75, 1): Nemo non nostrum peccat. Homines sumus, non Dei; Ovid (Her. 15, 31): Si mihi difficilis formam natura negavit; Ingenio formae damna rependo meae; Goethe (Götz): Das wäre ein Leben, Georg! wenn man seine Haut für die allgemeine Glückseligkeit dran setzte; Klopst. (Frühlingsf.): Vergieb diese Thräne dem Endlichen, 0 du, der sein wird; Lessing (Hamb. Dramat.): Über den gutherzigen Einfall, den Deutschen ein Nationaltheater zu verschaffen, da wir Deutsche noch keine Nation sind! ib.: ich denke – dass auch die Franzosen noch kein Theater haben; ib.: ich bin weder Schauspieler noch Dichter; Schiller (Künstler): Jetzt stand der Mensch und wies den Sternen das königliche Angesicht; id. (Punschlied): Leben dem Leben giebt er (der Geist) allein. La Mennais: La patrie n'est point ici bas; l'homme vainement l'y cherche; Voltaire: Pour réussir en France il faut prendre son temps; Napoleon sagte bei der Begegnung mit Goethe in Erfurt: Voilà un homme!; Sterne (Sent. Journ.): Monsieur, said the landlord, there is a clever young fellow, who would be very proud of the honour to serve an Englishman.. But why an English one more than any other? . . They are so generous; bei Shakesp. (Macb. III, 4) fragt Lady Macb. ihren Gatten: Are you a man?; id. (K. Lear II, 4): Lear. The king would speak with Cornwall; the dear father Would with his daughter speak, commands her service; ib. (IV, 6): Gloster. Is 't not the king? Lear. Ay, every inch a king: when I do stare, see, how the subject quakes. Dickens (Pickw. XLI): I s'pose, said Sam, the other gen'l'men as sleeps here, are gen'l'men.

Die Emphasis weist weg von der gewöhnlichen Bedeutung eines Wortes auf einen zwar verschiedenen jedoch innerhalb derselben Sphäre liegenden Begriff; wendet man jedoch in der Rede Homonyma oder solche Ausdrücke an, dass Zweideutigkeit die Folge ist, so ist dies Amphibolie, Ambiguitas, Doppelsinn. **)

*) „Hominem te natum“. Das „natum“ weist hier auf die erhöhte Bedeutung des hominem hin. So Phaedr. (III, 8, 11): Vir natus rem feminarum tetigit. Xen. (Cyrop. I, 1, 3): üvegur NEQUxóti zártwv TÚV άλλων ζώων δαον ή ανθρώπων άρχειν.

**) Es findet sich vereinzelt bei dem Ps. Asconius (in Act. I in C. Verr. p. 139 ed. Baiter) für den Doppelsinn auch der terminus dilogia: „Dilogia dicitur figura, cum ambiguum dictum duas res significat“, der sonst zur Bezeichnung der Wiederholung von Wörtern dient (vid. oben p. 200); allerdings findet sich dhoyos auch sonst in der Bedeutung von zweideutig, zweizüngig, wie 1. Tim. 3, 8: διακόνους ωσαύτως σεμνούς, μη διλόγους, μή οίνω πολλώ προσέχοντας cet. - Porphyrion zu Hor. Sat. I, 10, 36 bezeichnet mit dilogos, wie Horaz einem Dichter selbst das Thun zuschreibt, welches dieser als gethan schildert: „turgidus Alpinus jugulat dum Memnona“: hexametris versibus nimirum describit et belle „jugulat Memnona“ dilogos ait. nam sub ea specie quasi dicat ,dum describit, quem ad modum Memnon juguletur“ intellegi vult ab ipso potius jugulari dum male scripsit. „dumque diffingit Rheni luteum caput“ et hoc dilogos cet.

Die oμoνυμία und αμφιβολία bespricht Aristoteles (de soph. elench. 4) als zu Trugschlüssen sprachlicher Art (napà inv hétiv) führend; es ist nicht nur der Doppelsinn Eines Wortes gemeint (die Homonymie), wie er denn z. B. (Poet. 25) als å u geBodia die Stelle Ilias 10, 252 citiert, in welcher die Beziehung Von πλέων (των δύο μοιράων) undeutlich ist. So unterscheidet denn auch Tryphon (Tepi tpón. Sp. Vol. III, p. 203) zwei Arten: αμφιβολία εστί λέξις ή λόγος δύο και πλείονα πράγματα δηλούσα· λέξις μεν γαρ είρηται, ότι αι ομωνυμίαι αμφίβολοί εισιν, οίον Αίας, άδηλον γαρ, πότερον των Αιάντων δηλοί. λόγος δε, έπει και εν λόγω αμφιβολίαι εισίν, οίον - (II. 5, 118): dos μ' άνδρα ελεϊν, και ες ορμήν έγχεος ελθεϊν; in gleicher Art bespricht Gregor. Cor. (1. c. p. 223) die Amphibolie als zu den Tropen gehörig und Kokondrios (l. c. p. 243), der u. a..citiert: ζεύγος βοών ήλαυνεν· αμφίβολον γαρ, πότερον βοών ή των βοών; und so liest man bei Cassiodor (de Rhet. H. p. 504): Amphiboliae species sunt innumerabiles, adeo ut philosophi quidam putent, nullum esse verbum, quod non plura significet: genera admodum pauca; aut enim vocibus singulis accidit per ój wvvuiav aut conjunctis per ambiguam constructionem, was freilich dem Quintilian (VII, 9, 1) entnommen ist. – Am meisten findet sich die Amphibolie als Fehler gegen die Deutlichkeit besprochen; so bei Anaximenes (réxv. gnt. Sp. Vol. I, p. 211 sq.), (vid. auch Diog. Laert. VII, 62.) bei Hermogenes (Sp. Vol. II, p. 173 und p. 454), der bestreitet, dass in den Schriften „tūv nahai@ywirklich Amphibolieen vorkämen, bei Jul. Victor (H. p. 383), Mart. Cap. (ib. p. 461); Donatus (III, 3, 2); Diomedes (p. 444); Charisius (IV, 3, 10); Claudius Sacerdos (1, 119); Isidorus (or. I, 33, 13 sq.), wo man noch (wie bei Acron ad Hor. art. poët. 449) „amphibologia“ findet. - Cornificius (IV, 54) unterscheidet richtig zwischen jener unabsichtlichen, durch bessere Grammatik zu beseitigenden Zweideutigkeit und der mit Absicht herbeigeführten rhetorischen: „ ambigua quem ad modum vitanda sunt, quae obscuram reddunt orationem, *) item haec consequenda, quae conficiunt hujus modi significationem ,quae plus in suspicione relinquit, quam positum est in oratione"); Cicero (de or. II, 62) hat seine Freude an den Witzen durch solche ambigua; er weiss: „non saepe magnum risum movent; magis ut belle et litterate dicta laudantur"; ,,ingeniosi enim videtur, vim verbi in aliud, atque ceteri accipiant, posse ducere“; aber sie gefallen ihm auch, wenn sie ernster Art sind, wie z. B. (1. c. 61): Africano illi majori coronam sibi in convivio ad caput accommodanti, cum ea saepius rumperetur, P. Licinius Varus, „Noli mirari, inquit, si non convenit; caput enim magnum est“. Quintilian endlich (der amphibolia (III, 6, 46) mit ambiguitas übersetzt), warnt (VIII, 2, 13) vor dem Gebrauch der „homonyma“, wenn dadurch Zweideutigkeit entstehen kann, billigt auch (VI, 3, 47 sq.) nicht, wenn durch Zweideutigkeit Obscönitäten geliefert werden, oder wenn Cicero , ex amphibolia“ dergleichen „scurrile“ witzelt:

: ,,ego quoque tibi favebo“ (zu einem Kandidaten, dem Sohn eines coquus, gesprochen: coce); und giebt (VII, 9, 1-15) die Arten der Amphibolie an, und wie sie zu vermeiden. Er zählt als Arten auf: die Homonymie, wie z. B. gallus sowohl avem, wie gentem, nomen, fortunam corporis bedeuten kann; den Gleichlaut, der aus verschiedener Abteilung entsteht, wie Corvinum, cor vinum; aylın τρίς πεσούσα, αυλητρίς πεσούσα: oder wenn wirklich zusammengesetzte Worte vorliegen z. B. inculto loco oder in culto loco; ferner Zweideutigkeiten in der Konstruktion, wie: ajo te, Aeacida, Romanos vincere posse; bei Virg. Aen. 1, 497: lora tenens tamen: in der controversia: „heres meus uxori meae dare damnas esto argenti quod elegerit pondo centum“ uter eligat quaeritur. (Man sehe auch Adelung (Dtsch. Styl. Bd. 1, p. 139–143.)

Amphibolie als Wortfigur kann durch Homonyme, gleichlautende Wörter verschiedenen Ursprungs, wie souris (subrisus), souris (sorex), oder von gleichem Ursprung, aber verschiedener Bedeutung, wie z. B. Schloss (Gebäude) und Schloss (Thürverschluss) bewirkt werden, aber überhaupt, wie die Wörter an sich Tropen sind, kann ein jedes Wort doppelsinnig dadurch werden, dass die Rede mehrere seiner Bedeutungen zugleich hervortreten lässt z. B. die sinnliche und die übertragene.*) So z. B. bei Platen (Der gläserne Pantoffel): König. Ich achte deine Redlichkeit höher als deinen Witz. Pernullo. So muss mein Witz wohl ein niedriger sein? König. Du weisst, was in diesem Augenblick mein Herz in Bewegung setzt? Pernullo. Ich würde es wissen, wenn ich ein Arzt wäre. K. Die Melancholie meines jüngsten Sohnes setzt mich in Verzweiflung. P. Setze die Verzweiflung lieber selbst, und dann ihren Gegensatz, die Hoffnung, und indifferenziere dich so in deine Zufriedenheit. K. Seit einigen Wochen ist Diodat nicht mehr er selbst. P. So hast du nicht nötig, weiter für ihn zu sorgen. K. Umso mehr. Ich möchte ihn wieder zu sich selbst bringen. P. Ich habe oft Menschen zu einander gebracht, aber einen Menschen zu sich selbst bringen, ist ein unbegreiflicher Gedanke; ebenso: Hegesippus. Schon wieder Anzüglichkeiten? Pernullo. Sie fühlen sich von mir angezogen? H. Ich würde es fühlen, wenn Sie mein Schneider wären; oder (Schatz des Rhampsinit): Bliomberis. Werd' ich bald vor deiner Tochter Auge treten dürfen? Rhampsinit: Vor alle zwei, sie ist kein Polyphem; ebenso bei Jean Paul (Der Jubelsenior): „Sie wolle den geringen Einfluss, den sie bei Hofe habe, für ihn verwenden. Gering war der Einfluss, weil er auf einen längst versiegten hinauslief.“ Es kann wohl vorkommen, dass der doppelte Sinn auch als zwiefacher gelten soll, wie wenn das Orakel dem Pyrrhus jenen Spruch: ajo te cet. übergab; oder wenn ein prägnanter Ausdruck beabsichtigt wird, wie von Hegel (Logik T. 1, p. 104) über den Satz gesagt: Seyn und Nichts sind im Werden „aufgehoben“: „Aufheben hat in der Sprache den gedoppelten Sinn, dass es so viel als aufbewahren, erhalten bedeutet, und zugleich so viel als aufhören lassen, ein Ende machen. So ist das Aufgehobene ein zugleich Aufbewahrtes, das nur seine Unmittelbarkeit verloren hat, aber darum nicht vernichtet ist.“ Aber dies ist nicht Amphibolie in dem hierher gehörigen Sinne. Der Orakelspruch ist als Rede aber unrichtig, soll auch nur dienen als

*) Etwa wie Virg. Aen. III, 398: cuncta malis habitantur moenia Grais; wozu Servius: „a multis amphibolia putatur: potest enim aut catholicon esse epitheton Grais, vel eis habitantibus Grais, qui mali sunt, ut est (Ge. 3. 282): Illud saepe malae legere novercae.

*) cf. Arist. (de soph. elench. 4): cloi toɛīs toónou tv nupu triv ομωνυμίαν και την αμφιβολίαν, εις μεν όταν ή ο λόγος ή τούνομα κυρίως σημαίνη πλείω, οίον αετός και κύων" (homonyma) εις δε όταν είωSÓTes Wuer outw héyour(eigentliche und übertragene Bedeutung) (So die équivoque bei Grécourt (Poës. div. p. 52): le Père lui dit: Beaucoup d'honneur vous faites à ma fille; Mais sur quel pied, demande sa famille, La Toyez vous? Moi! sur le pied du lit.] τρίτος δε όταν το συντεθέν πλείω σημαίνη, κεχωρισμένον δε απλώς (also durch Konstruktion).

Ausrede dafür, dass die geforderte Rede nicht gegeben werden konnte; Hegels „aufheben“ steht in der Emphasis. Der Doppelsinn meint kein Weder noch, wie im ersten Falle, kein Sowohl

als auch, wie im zweiten, sondern ein Entweder – oder: Ein Sinn wird ergriffen, der andere ist nur möglich. So ergiebt sich als die für den Doppelsinn geeignete Form der Darstellung die der Wechselrede; der Eine nennt das Wort, der Andere giebt die Deutung. *) Cicero (de or. II, 54) erzählt: Philippus fragt den Catulus: „quid latraret“? Warum er so laut spreche? Der antwortet: „furem se videre“, nimmt also das bildlich Gesagte im eigentlichen Sinne; mit Bezug hierauf heisst es dann (ib. 63, 255): Hoc (ambiguum) est venustissimum, cum in altercatione adripitur ab adversario verbum et ex eo, ut a Catulo in Philippum, in eum ipsum aliquid, qui lacessivit, infligitur; sed cum plura sint ambigui genera, de quibus est doctrina quaedam subtilior, attendere et aucupari verba oportebit; in quo, ut ea, quae sint frigidiora, vitemus (etenim cavendum est, ne arcessitum dictum putetur), permulta tamen acute dicemus. Man sieht, dass sonst der Doppelsinn weniger eine der Rede dienende Figur abgiebt, denn er unterstützt sie nicht, sondern lenkt ab von dem Zusammenhang, als ein selbständiges Produkt der Sprachkunst. Das Gleiche gilt vom Wortspiel, von der Parodie und ähnlichen Figuren. Wir geben noch einige Beispiele. Bei Rückert (Hariri 26 Mak.): Darf ein Gläubiger sich wahrsagen lassen? Ja! das Lügenreden soll er hassen; Wann reden weise Männer, ohne dass sie sich besonnen? Nachts, wenn sie Mondscheingespräche begonnen; Wie, wenn ich sehe, mein Bruder ist unbedacht? Er werde von dir unter Dach gebracht; bei Fr. Reuter (Läuschen un Rimels): „De Borsch, de Itzig Rosenstain, Der hat gewoltsam Schläg' gekrigt.“

Wo vor denn?44 - ,Nu, vor's Rathaus von's Gericht.“ Das frag' ich ja nich, Gimpelleben! Worüber hob’n sie ihm die viele Gransame Prügel denn gegeben? Worüber? Über die Machile." „Ih, Gimpel, hör mich doch mal ahn! Ich frage ja, was hat er denn gethan, Dass sie so grausam schlugen ihn?"

„Gethan? Gethan? – Au waih hat er geschrien.“ In dem

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*) Jean Pauls Stil gewinnt dadurch nicht, dass er doppelsinnige Wörter statt emphatischer gerne verwendet, wie etwa (Dämmerungen, Bd. 33, p. 40): Wir Deutsche gingen überall leicht mit der Zeit, die uns denn auch immer mitnahm; (ib. p. 60): Das Stärken der Krieger durch Krieg sei etwas so Hinfälliges, als das Stärken der Wäsche; (ib. p. 104): Junge Edellente gleichen alten Uhren, welche stets avancieren.

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