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IX. Die Wortfiguren. Wiederholung derselben Worte steigert die Wirkung des Ausdrucks. Aquila Rom. (bei Halm p. 32) sagt, wenn „eadem pars orationis saepius per singulos ambitus aut per singula membra, interdum etiam brevius per caesa, quae κόμματα appellant, repetitur“ so sei dies eine Figur, qua „vel frequentissime et Demosthenes et M. Tullius et omnes vehementes oratores utuntur, quando praecipue et ipsi commoti videri volunt et judicem commovere”; und Cornificius (IV, 28) veranschaulicht die Wirkung: vehementer auditorem commovet ejusdem redintegratio verbi, et vulnus majus efficit in contrario causae, quasi aliquod telum saepius perveniat in eandem partem corporis. Dass, namentlich in der gebundenen Rede, die Wiederholung derselben Worte auch wohl als Wiederholung der blossen Klänge wesentlich nur von musikalischer Wirkung zu sein braucht (cf. oben p. 151 Α.) sagt Demetrius (περί ερμην. Sp. Vol. II, p. 293 sq.): αι δε από των σχημάτων χάριτες δηλαί εισι, και πλείσται παρα Σαπφοί, οίον εκ της αναδιπλώσεως, όπου νύμφη προς την παρθενίαν φησί, παρθενία, παρθενία, ποϊ με λιπούσα οίχη, η δε αποκρίνεται προς αυτήν τω αυτώ σχήματι, ουκ έτι ήξω προς σέ, ούκ έτι ήξω πλείων γαρ χάρις εμφαίνεται, ή είπερ άπαξ ελέχθη και άνευ του σχήματος. καίτοι η αναδίπλωσις προς δεινότητας μάλλον δοκεϊ ευρήσθαι, η δε και τοίς δεινοτάτοις καταχρήται επιχαρίτως.

Ebenso wird die Wirkung gesteigert, wenn das erwartete Wort fehlt, denn nun hat der Hörer selbst es zu bringen. (cf. Band I, p. 432 sq.) Abgesehen von der Figur der Aposiopesis, welche den Ausdruck des Sinnes nicht vollendet, ein bestimmtes Wort aber nicht erwarten lässt, schien den Alten besonders kräftig das Weglassen der Bindewörter. Cornificius (IV, 30) sagt hiervon: hoc genus et acrimoniam habet in se et vehementissimum est et ad brevitatem accommodatum, und Ηermogenes (περί μεθ. δειν. Sp. Vol. II, p. 435 sq.) bezeichnet die Wirkung des Asyndetons und Polysyndetons als von derselben Kraft, jene jedoch als mehr innerlicher Art: το ασύνδετον σχήμα και το μετά των συνδέσμων λεγόμενον δοκεί το μεν δεδέσθαι, το δε λελύσθαι. ταύτο δε αμφότερα δηλοί, και εργάζεται και μέγεθος ομοίως και πλήθος, όταν εκατέρου καιρος ή. ταύτόν τε εργαζόμενα ουχ ομοίως εργάζεται, αλλά το μεν μετα συνδέσμων πραγματικόν πλήθος ή μέγεθος -το δε άνευ συνδέσμων λεγόμενον ηθικόν έστιν.

Ausser durch Wiederholung und Weglassung von Worten sind rhetorische Wirkungen zu erreichen dadurch, dass die Wörter in umgekehrter Stellung wiederkehren, oder so, dass sie nur scheinbar – ihrem Laute nach — dieselben bleiben, in der That aber einen anderen, verwandten Sinn zu denken, veranlassen.

Wir teilen danach die Wortfiguren ein in Figuren der Wiederholung, der Weglassung, des Wechsels in Stellung und Bedeutung. *)

A. Figuren der Wiederholung. Rhetorische Wirkung kann schon erreicht werden durch Wiederholung derselben Wortstämme, wie sie von Cornificius als Art der Annomination aufgeführt, seit Adelung ausschliesslich, mit diesem terminus benannt wird (vide oben p. 149 sq.). Wenn die Verschiedenheit der Wörter durch verschiedene Kasusendungen oder andere Flexionen bewirkt wurde, nannte man solche Wiederholung: 110 đúntatov, wenn durch Ableitungsformen: slagnyu évov. Das Polyptoton erwähnt ohne den terminus Cic. (Or. 39): cum ejusdem nominis casus saepius commutantur (cf. de Or. III, 54). Aquila Rom. (H. p. 33) übersetzt Ilolúntatov: ex pluribus casibus und sagt: hanc figuram ex eo nominaverunt, quod, cum saepius initium ab eadem parte orationis fiat, illa ipsa pars declinationibus casuum aut generibus aut numeris immutatur. So Rut. Lup. (H. p. 7); Quintil. IX, 3, 36; Mart. Cap. (H. p. 482); Beda (p. 610), der u. a. citiert (ep. ad Rom. 11, 36): Quoniam ex ipso, et per ipsum et in ipso sunt omnia, ipsi gloria in saecula saeculorum. Im Carm. de fig. (ib. p. 67) heisst das nolúntatov: Multiclinatum; Donatus (III, 5, 2) citiert (Virg. Aen. IV, 628): Litora litoribus contraria, fluctibus undas imprecor, arma armis: pugnent ipsique nepotesque; ebenso Charis. (IV, 6, 16); Diom. (p. 142) cit. Ter. Adelph. III, 5, 9; Isidor. (or. I, 35, 17) cit. Pers. sat. III, 84, u. ib. V, 79 sq. – Alex. (Trepi oxnu. Sp. Vol. III, p. 34) citiert u. a. Xen. Cyrop. 8, 2, 8: tivi bền vào giot Titious 7 tỷ IIebơũy Baσιλεί; τίς δέ κοσμών φαίνεται αεί τους περί αυτόν μάλλον ή και Baơi óc; tívođề đọa Yv00xEra ugov 1 Baơiáo;; An 0 n. Tepà oxnu. (ib. p. 138); Zonaeus (ib. p. 168) (mit nicht passendem Beispiel); Herodian (ib. p. 97), dessen Beispiel den Namen Demosthenes nach der Ordnung dekliniert; er citiert auch Archilochos (frgm. 74): võv 18 oyidos uèv ägget, 18 ó gidos do łTTıxpatki, 1eogía návra xeitai, 1 o qiios čxovɛ und Anakr.: KlevBoúhov uèv šyoy' ¿, Klevßoúhm d? nrepaivouai, úbovkov ? idéeiv noféw; Hermog. (Trepi id. Sp. V. II, p. 338); Long. (de subl. Sp. V. I, p. 274.) Wir geben noch einige Beispiele: Hom. (II. 1, 287): δδ' ανήρ εθέλει περί πάντων έμμεναι άλλων, πάντων μεν κρατέειν

*) Man erkennt in dieser Einteilung die allgemein bei den alten Grammatikern und Rhetoren übliche, nach welcher die Ausdrucksformen in ihren Veränderungen rubriziert wurden: Hinzufügung. Wegnahme, Veränderung. (cf. Script. incert. de soloec. et bar b. ed. Valcken. im Bd. I, p. 461; Orus bei Ritschl, de Oro et Orione p. 61; Varro, de ling. Lat. ed. Sp. lib. V, p. 17; VI, p. 181; Quintil. I, 6, 32; Cornif. IV, 21; Phoebam m. NEON omu. Sp. Vol. III, p. 45. (XUTÓ ÉVDELOV, moto n ovoguov, xut' uete9Eolv, xut' tromhuyóv.) Donatus III, 1, 1; Charis. IV, 1, 3 und II, 2.) Diese Einteilung nach der Form, dem Bewirkenden, ist überall festzuhalten; die scheinbar mehr innerlichen Einteilungen nach den Wirkungen sind unsicher und ohne Begrenzung.

féket, névteoO1 dåváoceiv, não i onuciveiv, was Eust. p. 105: πολύπτωτος σχηματισμός nennt; ebenso zu II. 2, 805: τοϊσιν {xcotoç åving onualvéru, v Šo ženyelofw; Prop. (III, 13, 48): Aurum omnes victa jam pietate colunt. Auro pulsa fides, auro venalia jura, Aurum lex sequitur, mox sine lege pudor; Juvenal (VI, 569): Haec tamen ignorant, quid sidus triste minetur Saturni, quo laeta Venus se proferat astro, qui mensis damnis, quae dentur tempora lucro. Goethe (Faust): Wo Begriffe fehlen, da stellt ein Wort zur rechten Zeit sich ein. Mit Worten lässt sich trefflich streiten, mit Worten ein System bereiten. An Worte lässt sich

(ib.): Die Menschen sind nichts besser dran: den Bösen sind sie los, die Bösen sind geblieben. Shakesp. (Cass. IV, 3): Cass. Do not presume too much upon my love; I may do that I shall be sorry for. Brut. You have done that you should be sorry for. La Mennais (Paroles d'un Croyant): Après avoir parcouru tous les pays, vous reviendrez, sachant qu'il n'y a nulle part un pauvre petit coin de terre où votre femme en travail puisse enfanter son premier-né, où vous puissiez reposer après votre labeur, où, arrivé au dernier terme, vos enfants puissent enfouir vos os, comme dans un lieu, qui soit à vous.

Das Ilaenyu évov stellt allein Jul. Rufinianus (?) de schem. lex. (H. p. 51) auf, bezeichnet es als der Paronomasie oder Annomination ähnlich, „cum ex supra dicto verbo aliud derivatur“ und giebt u. a. als Beisp. Virg. (Aen. 5, 446): ultro Ipse gravis graviterque ad terram pondere vasto Concidit; (ibid. 12, 640): Oppetere ingentem atque ingenti vulnere victum; (ib. 6, 247): Gerber, die Sprache als Kunst. I. Band. 2. Aufl.

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Voce vocat Hecaten. Er übersetzt es mit derivatio, *) mit welchem terminus indessen Quintilian (III, 7, 25) eine Ablenkung der Bedeutung bezeichnet: ut pro temerario fortem, pro prodigo liberalem – vocemus. (cf. Cic. pro Mil. 10), und wohl (nach XII, 10, 34) selbst denominatio gesetzt haben würde, wie u. a. der Ecksteinsche Anon. (H. p. 75) die Paronomasie wiedergiebt. Im Carmen de figg. (H. p. 67) ist der gleichbedeutende terminus: uɛt á xàioış oder declinatio angegeben: declinatio, cum verbum declino parumper. „A primo puerum rectum est condiscere recte“; „dignos digna manent, plerumque bonis bene vortit.“ – Vossius (Inst. or. P. II, p. 508) dehnt die Anwendung des Paregmenon möglichst weit aus, z. B. auf Komposita, wie Hom. Od. 23, 97: uñveg čuň dúspunteg, innvéa Ivuòv špovoa. Einige Beispiele sind Hom. Nias 16, 775: ó d'Èv otpogálıyrı xovins xeito u éyaş Meyahooti; so Il. 7, 39: oió fev oios, (ib. 97): aivófev aivūs; Od. 19, 204 sq.:

της δ' άρ' άκουούσης ρέε δάκρυα, τήκετο δε χρώς.
ως δε χιων κατατήκετ' εν ακροπόλοισιν όρεσσιν,
ήν τΕύρος κατέταξεν, επήν Ζέφυρος καταχεύη.
τηκομένης δ' άρα της ποταμοί πλήθουσι ρέοντες:

ως της τήκετο καλά παρήια δακρυχεούσης.
Vols hat übersetzt:
Aber der Hörenden floss die schmelzende Thrän' auf die

Wang' hin;
So wie der Schnee hinschmilzt auf hochgescheitelten

Bergen,
Welchen der Ost hinschmelzte, nachdem ihn geschüttet

der Westwind;
Dass von geschmolzener Nüsse gedrängt abfliessen die

Bäche:
Also schmolz in Thränen der Gattin liebliches Antlitz.

Bei Plaut. (Pseud. IV, 1, 30): Potin ut taceas? memorem immemorem facit, qui monet, quod memor meminit: (Cas. II, 4, 6): cujus potestas plus potest; (Truc. II, 4, 3): ut olet! ut nitide nitet! Cicero (Lael. 6): Qui potest esse vita vitalis? Uhland (Den Landständen):

„Den wird man für erlaucht erkennen,
Der von dem Recht erleuchtet ist,

*) Plato nennt Gorg. p. 493 und Crat. p. 398 das etymologische Ableiten: nuotyanv.

Den wird man einen Ritter nennen,
Der nie sein Ritterwort vergisst.
Den Geistlichen wird man verehren,
In dem sich regt der freie Geist,
Der wird als Bürger sich bewähren,

Der seine Burg zu schirmen weiss.“ Goethe (Faust, T. 2): Auch Liebchen hat, in düstern Geisterstunden, Zur Seite Liebchens lieblich Raum gefunden; Klopstock (Mess.): Aber die Stille ward stiller; (Dem Erlös.): Vom Staube Staub! -- Doch denkt (er) Gedanken, dass Entzückung durch die erschütterte Nerve schauert. Klopstocks Freude an dieser Figur mag wohl zu den Spässen veranlasst haben, von denen Goethe (Wahrh. u. Dicht. Bd. 7) erzählt. Es eröffnet ihm Behrisch „zuletzt nach grossen Vorbereitungen, die wahre Erfahrung sei ganz eigentlich, wenn man erfahre, wie ein Erfahrener die Erfahrung erfahrend erfahren müsse“; - ,,es kostete ihm nichts, Viertelstunden lang so fortzusprechen“, und er beteuerte, dass er diese Art, sich deutlich und eindrücklich zu machen, von den neuesten und grössten Schriftstellern gelernt, welche uns aufmerksam gemacht, wie man eine ruhige Ruhe ruhen und wie die Stille im Stillen immer stiller werden könnte. (cf. auch Bd. I, p. 445.) Shak. (Caes. III, 2): If — Caesar was ambitious – it was a grievous fault: And grievously hath Caesar answer'd it; (Haml. I, 3): Marry, I'll teach you: think yourself a baby; That you have ta'en these tenders for true pay, Which are not sterling. Tender yourself more dearly; Or (not to crack the wind of the poor phrase, Wronging it thus) you 'll tender me a fool. Lamartine: Robespierre sourit d'un sourire presque imperceptible; Racine: Possède justement son injuste opulence; Boileau: De railler un plaisant qui ne sait pas nous plaire ... Pour me tirer des pleurs, il faut que vous pleuriez. – Eustathius (vide oben p. 150 sq.) hat für das Paregmenon den terminus des τρόπος oder σχήμα ετυμολογίας, wie Z. B. Zu Ilias 1, 543: cinxiv ČTTOS; zu Ilias 2, 50: znoúmerot xúcgaiv. Beispiele für diese Figur sind auch die oben angeführten grammatischen Reime, wie bei Gotfried von Neifen:

nu ist diu heide wol bekleidet
mit vil wunneclîchen kleiden
rôsen sint ir besten kleit.
da von ir vil sorgen leidet,

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