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Bd. I, p. 284) sagt: „Die Annomination verbindet Wörter Eines Stammes miteinander, um durch den Gleichklang die Aufmerksamkeit auf den Stamm und Hauptbegriff zu lenken.“ Es würde diese Figur, da sie das Wort, nicht nur dessen Klang wiederholt, da also auch die Bedeutung bleibt und durch die Wiederkehr zu rhetorischer Wirkung kommt, zu den Figuren des folgenden Abschnitts zu ziehen sein, doch bietet sich dort für dieselbe u. a. der terminus des nag nyu évov. Für den jetzt üblichen Gebrauch des Namens liesse sich Eustathius anführen, der (zu Ilias 2, 235): 'Ayaiides, oùXÉT' Axaioi eine nagovouagia nennt, ebenso: où Qilintros, åkāà Qidianiov nexpátnuɛ tñs 'Elhódos; ferner (zu Ilias 2, 788) dyopas dyópevov, Bovanov Povasvet cet.; dass er indes Gleichklang von der Gleichheit des Stammes trennt, ergiebt sich z. B. aus der Bemerkung zu Ilias 1, 480: &oti uży iotóv Xornσατο τρόπος ετυμολογικός, ως και εν Οδυσσεία το, στον στησαμένη ύφαινεν' εκάτερος γαρ ιστός εκ τού ίστασθαι λέγεται. - ioria naqnxeitai npòs tòv iotóv. Ebenso erklärt er zu Ilias 4, 323 répaç Yapovtov für ein oxñua ét vuologías und ausserdem für napřxnois. Bei Aristonic. Schol. II. 6, 194 (Téuevoç róuov), ib. 12, 243 (Ooőra, fémv) u. sonst, heisst es:

tronɛuíčerv. toloūtov oxõua nagovou aoia xaheitai. – Auch die (erste) Definition bei Diomedes (p. 441): paronomasia est veluti quaedam denominatio, cum praecedenti nomini aut verbum aut nomen adnectitur ex eodem figuratu, ut fugam fugit, facinora fecit cet., berührt die Gleichheit des Stammes, aber im allgemeinen wurde Annominatio oder Paronomasie in dem Sinne genommen, dass es mit der Parechesis zusammen den weiteren Umfang ausfüllt, welchen wir der Parechesis, dem Klangspiel, gegeben haben, etwa entsprechend Ciceros (de or. III, 54) Definition: paullum immutatum verbum atque deflexum. (Hierzu Beispiele 1. c. II, 63.) Cornific. (IV, 21) unterscheidet als Arten, wie Annominatio bewirkt wird: attenuatione aut complexione ejusdem litterae z. B. Hic, qui se magnifice jactat atque ostentat, venīt ante, quam Romam venit (venīt = veniit); hic, quos homines alea vincīt, eos ferro statim vincit; productione ejusdem litterae åvium – āvium); brevitate (cūriam -- Cúriam); addendis litteris (temperare – obtemperare); demendis litteris (lenones – leones); transferendis (vano — navo); commutandis (deligere – diligere); und andere, bei denen die Klangähnlichkeit geringer ist (conscripti — circumscripti), oder „genus, quod versatur in casuum

commutatione aut unius aut plurium nominum“ z. B. Alexander Macedo summo labore animum ad virtutem a pueritia conformavit; Alexandri virtutes per orbem terrae cum laude et gloria vulgatae sunt; Alexandrum omnes maxume metuerunt, idem plurumum dilexerunt; Alexandro si vita data longior Oceanum manus Macedonum transvolasset. Diese letzte Art (Tolúntatov) gehört zu den Wortfiguren und wäre besser der traductio (IV, 14) zugewiesen worden, „quae facit, ut idem verbum crebrius ponatur“*), wofür aus dieser die Wortspiele hierher zu ziehen wären: cur eam rem studiose curas, quae tibi multas dabit curas?; amari jucundum est, si curetur, ne quid insit amari cet.

Quintilian, der (IX, 3, 66—74) die Paronomasie bespricht, bringt zu Cornificius nichts Wesentliches hinzu; ebenso Rutil. Lupus (H. p. 4); Jul. Rufinian. (ib. p. 51), der u. a. als Beispiele giebt Ter. Andr. 1, 3, 13: Nam inceptio est amentium, haud amantium; id. Heaut. 2, 3, 115: tibi erunt parata verba, huic homini verbera; Virg. Aen. 1, 399: Puppesque tuae pubesque tuorum; er übersetzt Paronom. mit adnominatio oder adfictio. – Aquila Romanus (H. p. 30) nennt die Paron. „levis immutatio“, giebt auch ein Beispiel eigener Art: legem flagitasti, quae tibi non deerat; erat enim diligentissime scripta. (Cicero p. Mur. 13. 46), wie z. B. bei Cicero (in carmine): o fortunatam natam me consule Romam (Quint. IX, 4, 41). Im Carmen de figg. (H. p. 67) heisst es bei der Lapovouaoía: Supparile est, alia aequisono si nomine dicas Mobilitas, non nobilitas; bona gens, mala mens est; Dividiae, non divitiae; tibi villa favilla est. Die Schemata dian. (H. p. 75) übersetzen nagovou. mit denominatio; ebenso Beda (H. p. 609); auch Donatus (III, 5, 2); nichts Besonderes haben Mart. Capella (H. 481); Charisius (IV, 6, 11);

*) Die Benennung traductio bei Cornif. erklärt Quintilian (IX, 3, 71): videlicet alterius intellectus ad alterum, also: Überführen der Bedeutung des Einen auf das Andere, wie in dem Beispiel: qui nihil habet in vita jucundius vita, is cum virtute vitam non potest colere. Dies heisst sonst wohl úvó xa aois oder n 2 oxń und wirkt rhetorisch, nicht musikalisch. Allerdings aber kann auch ein aus Wörtern bestehender Teil einer Rede nur um des Klangspiels willen wiederholt werden, wie z. B. bei Rückert (Aus der Jugendzeit): Als ich Abschied nahm, als ich Abschied nahm, Waren Kisten und Kasten schwer; Als ich wieder kam, als ich wieder kam, War alles leer; oder bei Platen (Reue): Wie rafft' ich mich auf in der Nacht, in der Nacht. - Ähnlich z. B. Eurip. (Phoen. 819): Báoßupov ws axody {dony idóny nor' &v oixois (Bakch..1065): xotñyev, ñyev, ñyev çiç ubhav médov; (Hel. 648 sq.) A esch. Eum. 324; 768; 798 u. s. f. (vide Bd. I, p. 392.)

Diomedes (p. 441); Isidorus (or. I, 35, 12). – Ähnliche Definitionen finden sich bei den griechischen Rhetoren; so ist es Klangspiel bei Alexander (Sp. Vol. III, p. 36); Schol. Il. 2, 758: Πρόθοος θοός: τούτο το σχήμα παρωνομασία καλείται. Herodian (1. c. p. 95); Anon. Nepi oxqu. (. c. p. 185). (Beisp. u. a. Dem.: oùx aioxúvn Aioxívn;); Ps. Plut. (de vit. Hom. 38); Tiberius (Sp. Vol. III, p. 71) fasst die oben (p. 149) angeführten beiden Arten der Klangspiele des Hermogenes als παρονομασία, und ihnlich Phoebammon (1. c. p. 47).

b) Figuren der Euphonie. Man nennt den Gleichklang, welcher in der gebundenen Rede der Neueren das musikalische Mittel zur Versabgrenzung und damit zur Verbindung der Verse geworden ist, im allgemeinen den Reim. Diez (Etym. Wörterb. d. rom. Spr. T. I, p. 351) sagt über den Namen: „Rima it. sp. pg. pr., rime fr. Reim; vb. rimare, rimar, rimer reimen.“ – Die genauere Untersuchung dieses Wortes muss der Geschichte der Poesie überlassen bleiben. Hier werde bemerkt, dass nur das lat. rhythmus (@vIuós) und das deutsche rîm in Erwägung kommen können: das lat. rima (riss) lässt sich bloss durch Künstelei hierher ziehen, wiewohl es sich übrigens nebst dem vb. rimari in einigen Sprachen erhalten hat. Rhythmus ist numerus: es bezeichnet noch im ältesten Mittellatein die gleichmässige Abteilung des Verses in Rücksicht auf die Zeitdauer, ohne Rücksicht auf das Mass der einzelnen Silben. Demnächst verstand man unter versus rhythmicus den gereimten, sofern er, wie in der Volkssprache, keine Silbenmessung anerkennt; für Gleichlaut des Versschlusses (consonantia) wird das Wort kaum vorkommen. Diesen gelehrten Ausdruck rhythmus nun gab die Volkssprache durch das lautverwandte rima wieder, die Abkunft aber des letzteren von dem ersteren findet in der Form die grösste Schwierigkeit: ital. musste rhythmus nach regelrechtem Ubergange, wenn es einmal eine Zusammenziehung erleiden sollte, rimmo oder remmo lauten; man vgl. ammirare aus admirari, semmana aus septimana, maremma aus marit'ma cet. und in der That wandelt sich rhythmicus altsp. in remico Canc. de Baena. Vollkommen aber stimmt das rom. rima zum ahd. rîm numerus, das übrigens auch die kelt. Sprache kennt: altirisch rîm Zeuss I, 25, neu rimh, kymr. rhif (m.). Wendet man ein, dass sich der Reim unter den Deutschen erst später ausgebildet habe (s. Koberstein p. 45, 4. Aufl.), so liegt die Entgegnung nahe: sie kannten ihn, noch ehe sie ihn brauchten, aus dem lat. Kirchenliede. Ubrigens konnte der Romane das deutsche Wort in seiner älteren Bedeutung numerus längst aufgenommen, ihm die neueren vielleicht selbst zugewendet haben.

Man unterscheidet von dem Endreim (J. Grimm altdtsch. Meisterges. p. 163 schlug vor: Ausreim) im engeren Sinne die minder stark ausgeprägten Arten als Stabreim oder Anreim, gewöhnlich: Allitteration, und den Stimmreim oder Inreim, gewöhnlich: Assonanz. – Allitteration ist ein neues Wort, nach Adelung (Dtsch. Styl Bd. I, p. 282) von Johann Jovianus Pontanus eingeführt. *) Er citiert Pontanus (Dial. Actius): Ea igitur sive figura, sive ornatus, condimentum quasi quoddam numeris affert, placet autem nominare allitterationem, quod e litterarum allusione constet. Fit itaque in versu, quoties dictiones continuatae, vel binae vel ternae ab iisdem primis consonantibus, mutatis aliquando vocalibus, aut ab iisdem incipiunt syllabis, aut ab iisdem primis vocalibus. Delectat autem allitteratio haec mirifice in primis et ultimis locis facta, in mediis quoque, licet ibidem aures minus sint intentae. Vossius, Inst. Or. P. II, p. 320: annominatio — recentiores allitterationem vocant. Der Name Stabreim rührt daher, dass in der ahd. Allitterationspoesie die beiden Versabschnitte (Kurzzeilen) durch drei höchstbetonte Silben von gleichem Anlaut zu dem rhythmischen Ganzen (der Langzeile) verbunden wurden, welche Stäbe (Liedstäbe) genannt wurden, gleichsam Stützen des Sinnes. (cf. J. Grimm, über den altdeutschen Meistergesang, p. 161 sq.) Die Stäbe in der ersten Hälfte der Langzeile hiessen nach der nordischen Kunstsprache die Stollen (Nebenstäbe), der in der zweiten Hälfte hiess Hauptstab. Von Assonanz, nur als Verbum von den Alten gebraucht (so Nero bei Pers. Saturn. 1, 102: reparabilis adsonat echo), vermag ich den Namengeber nicht aufzufinden; Ernesti lex. techn. Gr. übersetzt naohinois: verborum assonantia quaedam. (Auch schon bei Schottel, Von der Teutsch. Haubt-Spr. p. 853.)

*) Bei Donatus (vid. oben p. 150) wird Allitteration mit Parhomoeon bezeichnet, ebenso bei Diomedes (II, p. 441): cum verba similiter incipiunt, ut „machina multa minax minatur maxima muris“. Mart. Cap. (V, 514) nennt sie Homoeoprophoron und führt speziell an: mytacismus, labdacismus, iotacismus, polysigma wie „Sosia in solario soleas sarciebat suas“. Ein bestimmter terminus fehlte eben, und so tadelt Cornific. (IV, 12, 18) an dem Beispiel des Ennius, welches Donat citiert, nur „ejusdem litterae assiduitatem nimiam“, und Servius (Aen. III, 183) nennt „casus Cassandra canebat“ und ähnliches „compositio vitiosa“. (conf. oben T. I, p. 388.)

Schon die Stätigkeit und feste Ordnung in der Wiederkehr dieser Gleichklänge, ihre regelrechte Verwendung in den Dichtungen der Neueren zeigt, dass sie einem anderen Prinzipe dienen, als die Homoioprophora, Homoioteleuta, Paromoia der Alten. Nach diesem Prinzip, wie es, ohne überall vollständig die Technik der einzelnen Sprachen und Zeiten zu beherrschen, deutlich hervortritt, verleihen sie hier ihre Musik nur den Wörtern von Bedeutsamkeit, ist es ihnen wesentlich, die betonten Silben zu suchen, d. h. diejenigen, welche den Sinn tragen. So sind sie nicht bloss als euphonisches Bindemittel für die accentuierenden Verse der Neueren, die ohne sie ins Unbestimmte gerieten, ein Bedürfnis, sondern sie geben innerhalb der Gedankenentfaltung des Ganzen für den Ausdruck der einzelnen fortschreitenden Momente den Ton an und fügen, sofern ihre Klänge auch bedeuten, zu der Wirkung des Gleichklangs auch die der Symbolik. Ihre Euphonie durchdringt so auch mit geistiger Macht die Gestaltung der Rede, und bei geringer dichterischer Begabung, bei arger Schwäche der Komposition kann daher eintreten, was Morhof (Unterricht von der deutschen Sprache und Poesie, p. 345) von den Meistersängern sagt: „Ihre Erfindungen beruhten bloss auf den Reimen, und nachdem ein Reim dem andern den Weg gebahnt, so mussten die Worte mit dem Verstande nachfolgen.“ Nicht um ein geringes änderte in der That die Verwendung des Reims bei den Neueren den Charakter der gebundenen Rede. Man denke sich den alten und den modernen Dichter bei der Arbeit. Die Technik hat den Gedanken zu gestalten. Dort schwebt ihr ein gemessener Rhythmus vor, dessen gleichförmige Ausdehnung mit dem Wortmaterial musikalisch schön zu erfüllen ist; das Gestalten richtet sich auf keinen bestimmten Punkt, sondern verteilt sich auf das Schema des Ganzen und gliedert dessen Tonmasse, den Hörer sättigend mit einem beschaulichen Wohlgefallen am Masse in der Bewegung. Der reimende Dichter dagegen, mag er für einen Gedanken das Wort suchen oder zu einem Worte den Gedanken, hat den Ausdruck immer mit Bezug auf ein bestimmtes Wort zu formieren, und, weil in einem Bezuge gedacht, wird dieses Wort bedeutsam und wirkt ebenso auf die Empfindung durch seinen Klang, wie auf den Verstand durch seinen Sinn. Dal's gar oft ein an sich unbedeutendes Wort, z. B. ein Formwort am Schluss der Reihe – wenn wir besonders vom Endreim sprechen wollen – sich einfindet, zu welchem dann leicht ein anderes unbedeutendes den Reim liefert, hebt das Wesen des Reims, sofern in ihm das Gesetz für den Versbau liegt, nicht auf; diese

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