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deutung wirkten: neque illud ignoro, in isdem fere, qui significandi gratia adhibentur (die naiven Tropen), esse et ornatum, sed non idem accidet contra, eruntque quidam (die ästhet. Figg.) tantum ad speciem accommodati.

In Bezug auf die Figuren sehe man etwa bei Alexander (Rhet. Gr. ed. Sp. Vol. III, p. 11) die Abgrenzung. Er definiert die Figur der Sprachkunst als eine Veränderung der Rede zu ihrem Vorteil, entweder im Gedanken oder in dessen Ausdruck, so jedoch, dafs nicht uneigentlich gesprochen wird (σχήμα δε έστιν εξάλλαξις λόγου επί το κρείττον κατά λέξιν ή κατά διάνοιαν άνευ τρόπου). Die Veränderung zeige sich in einer Abbeugung von dem geraden Lauf der Rede (ótı yao ovu ÉN' Evleias éxgépetai ó dóyos, yivetai did toūro oxñua), müsse aber zu einem Vorzuge des Ausdrucks führen, damit sie unterschieden sei vom Soloecismus, der eine Änderung zum Nachteil bewirke (Toboxeitai ÊTì xpeittov, ότι και ο σολοικισμός εξάλλαξίς έστι λόγου, αλλ' επί το χείρον). Da nun aber diese Soloecismen (wie die Barbarismen) nach den Aufstellungen der Alten auch Schema (Metaplasmus) sind (vid. oben Bd. I, p. 365, 379) also eben die grammatischen Figuren, wenn sie, worüber nur der usus entscheidet, sich irgendwie rechtfertigen lassen (,si habet probabile aliquid, quod sequatur, virtus est“), und da umgekehrt das „orationis schema“ zum „vitium“ würde, „si non peteretur, sed accideret“ (Quint. IX, 3, 3), so ist der Unterschied, welchen Alexander angiebt, weder als Unterschied begriffen, noch in der Sache gegründet, noch bietet er überhaupt etwas Sicheres.

Wie nun hier Alexander die grammatischen Figuren einseitig nur als Fehler von den rhetorischen unterscheidet, so denkt er im Folgenden gar nicht an sie, wo er bemüht ist, zu zeigen, dass und wie die rhetorische Figur sich von der gewöhnlichen Sprache abgrenze. Bedenkt man jedoch, dass die grammatischen Figuren durch den usus ebenfalls zur gewöhnlichen Sprache werden, so kann man (obwohl Alexander selbst z. B. auch Pleonasmus, Asyndeton, Ellipse, Zeugma, Hyperbaton u. dgl. m. zu den rhetorischen Figuren tñs hÉGEWS rechnet) seine Unterscheidung sich gefallen lassen. Er lässt nämlich gegen die Aufstellung der rhetorischen Figuren sich einwerfen, dass die beständig bewegte Seele auch unaufhörlich Figuren bilde, und so stelle die Rede schon an sich selbst als deren Ausdruck sich gänzlich als Figurierung dar (ó yàg λόγος εκ διατυπώσεως της ψυχής έστιν, ου χάριν και ευρέθη, τας μορφας αυτής και τα πάθη και συνόλως τα κινήματα έξοίσειν, ψυχή δε αεικίνητόν έστι και πλείστους λαμβάνει σχηματισμούς, λόγου χάριν οριζομένη, νουθετούσα, βουλευομένη, των άλλων των περί ψυχήν συμβαινόντων έν τι πάντως πάσχουσα ή δρώσα, ώστε κατά το της ψυχής μίμημα ο λόγος έν τι πάντως σχήμα εξει). Darauf giebt er die Antwort, dass von dieser naturgemässen Figurierung sich die kunstmässige unterscheide, jene sei im Besitz der Idioten, diese eigne den Rednern; es sei ja auch die Seele selbst bald naturgemäss bewegt, bald leidenschaftlich, und so die Rede; (schief!) das Kunstmässige ahme das Naturgemässe nach (xatè uiunoiv τούτου γεγονώς), und s0 sei es im engeren Sinne Figurierung (εξαιρέτως σχήμα καλείται) zu nennen*); dafs aber die Figuren, welche die gewöhnliche Rede bilden, eigener Art seien und ebenso die, welche der Kunst ihr Entstehen verdanken, sehe man schon daran, dass man die letzteren wieder auf die ersteren zurückführen könne (ου μην αλλ' ότι ίδια μέν έστι τα κατά φύσιν σχήματα του λόγου, ίδια δε τα κατά την τέχνην, εκείνο σημείον αν είη, ότι πάν σχήμα, τούτο δή περί ου και λέγομεν, μετάγειν εστίν εις το κατά φύσιν).

Wir gehen über zur Einteilung der im Dienste der Rede stehenden Sprachkunstwerke, welche fir diese και σχήματα κατά την τέχνην keine andere sein kann, als für ,ητα κατά φύσιν σχήματα του λόγου«. Wir unterscheiden also, entsprechend der im ersten Bande: „die Sprache als Kunst“ gegebenen Einteilung in Tropen, phonetisch (etymologisch)- grammatische, syntaktisch-grammatische Figuren; 1. Bild-Figuren, für welche wir den Namen: ästhetische Figuren wählen, 2. phonetische oder Laut-Figuren, 3. noetische oder Sinn-Figuren.

Die Laut- und Sinnfiguren sind Bildungen, durch welche die Technik der Sprache eine eigentümliche Verwendung findet; bei den Lautfiguren geschieht dies so, dass die sinnliche Seite der Sprache benutzt wird, ihr Lautkörper, das Wort als einzelner Bestandteil der Rede; bei den Sinnfiguren so, dass der Ausdruck der Beziehungen, auf welchen die geistige Seite der Sprache, der Sinn, beruht, der Zusammenhang also, die Konstruktion der Worte, in besonderer Weise gestaltet wird. Dagegen zeigen die ästhetischen

*) Alexander giebt als Beispiel, dass man im Falle einer Unschlüssigkeit naturgemifs etwa Sage: ποίαν έλθω, ταύταν ή κείναν (Eur. Ηec. 163), wobei dann kein σχήμα sei; aber wenn nun jemand, ohne unschliissig zu sein, solchen Ausdruck der Unschliissigkeit nur eben nachahme, wie: ή των άλλων Ελλήνων, είτε χρή κακίαν είτε άγνοιαν είτε αμφότερα ταύτα ειπείν (Dem. cor. p. 231), s0 sei dies allerdings σχήμα.

Figuren ein Umschaffen des Sprachmaterials selbst; neue Bilder werden der Rede zugeführt, indem den Lautbildern neben ihrer „eigentlichen“ Bedeutung eine „übertragene“ geliehen wird. Diese Bilder können ferner, insofern das Bewusstsein sie als solche auch dem gewöhnlichen Ausdruck gegenüber weiss und festhalten will, in Satzformen ausgeführt werden. Die Reflexion hält das Bild getrennt, wenn Goethe (Faust) sagt: „Dem Wurme gleich' ich, der den Staub durchwühlt“, und so haben wir nicht Metapher, aber eine auf der Metapher beruhende Figur. Wenn Klopstock (an Gleim) sagt:

„Der verkennet den Scherz, hat von den Grazien
Keine Miene belauscht, der es nicht fassen kann,
Dass der Liebling der Freude

Nur mit Sokrates' Freunden lacht.“ so ist dies nicht eigentlich Synekdoche, aber eine an den Beispielen (Trapádelyua) sich zur Figur bildende Synekdoche.

Quintilian (VIII, 6, 2) sagt, indem er dies bemerkt, von den Tropen: „verti formas non verborum modo, sed et sensuum et compositionis“ und „mihi videntur errasse, qui non alios crediderunt tropos, quam in quibus verbum pro verbo poneretur“. Auch Adelung (Dtsch. Styl Bd. I, p. 381) erklärt: „Der Trope bestehet entweder aus einem einzelnen Worte, oder aus mehreren Wörtern. Im letzteren Falle macht er ein zusammengesetztes, aus mehreren Teilen bestehendes Bild aus.“ Zubestimmter Anwendung kommt es jedoch bei ihm nicht.

Um mit den auf bewusster Kunst beruhenden Tropen (BildFiguren) auch Gestaltungen, wie Paradigma, Gleichnis, Parabel unter gemeinsamen Namen stellen zu können, haben wir den Terminus: Aesthetische Figuren eingeführt. Die Alten schwankten, was sie Tropus, was sie Figur nennen sollten. Tryphon z. B. giebt unter dem Titel nepi rpónov auch die Anastrophe, das Hyperbaton, den Pleonasmus, die Ellipse u. d. m., ähnlich verfährt Gregorius Corinthius u. a. Quintilian (IX, 1, 2) bespricht die nahe Berührung von Tropus und Figur und sagt: plerique has (figuras) tropos esse existimaverunt, aber auch das Umgekehrte wurde beliebt: nec desunt, qui tropis figurarum nomen imponant, quorum est C. Artorius Proculus. Quin adeo similitudo manifesta est, ut eam discernere non sit in promptu. Er selbst, nachdem er den Unterschied zwischen Tropus und Figur auch nicht zu eigener völliger Befriedigung auseinander gesetzt, lässt den Abschluss der „scrupulosa disputatio“ auf sich beruhen: nihil enim refert, quo modo appelletur utrumlibet eorum, si quid orationi prosit apparet: nec mutatur vocabulis vis rerum cet.

Wir nennen diese Figuren aber „ästhetische“ (in dem Sinne, wie seit Baumgartens „Aesthetica“ das Wort gebraucht wird), weil sie rhetorische Wirkung, Erregung der Affekte nicht verfolgen, vielmehr aus dem Gestaltungstrieb der Phantasie hervorgehen, Laut und Sinn, Stoff und Geist zugleich berühren und durch diese Einigung vor allem ein Schönes hervorbringen.

Keine Einteilung der Sprachkunst – der Werke im Dienste der Rede – ist übrigens imstande, die ganze Menge der Figuren, welche von den Alten aufgestellt wurden, in ihren Rubriken unterzubringen. *) Schon Quintilian sagt (IX, 1, 23): dicendum est, nequaquam figuras esse tam multas, quam sint a quibusdam constitutae. Neque enim me movent nomina illa, quae fingere utique Graecis promptissimum est. Wir werden später die nötige Ausscheidung vornehmen und bemerken hier nur, dass bei weitem die meisten der fälschlich unter die Figuren aufgenommenen Darstellungen ihre Aufnahme der Meinung verdanken, es sei, weil die Figuren die Seele lebhaft anregten, umgekehrt auch jede Darstellung lebhafter Anregung z. B. minae, dyaváxtnois eine Figur, in Bezug worauf Quintilian (1. c.) erklärt: „ante omnia illi, qui totidem figuras putant quot affectus, repudiandi, non quia adfectus non sit quaedam qualitas mentis, sed quia figura, quam non communiter, sed proprie nominamus, non sit simplex rei cujuscumque enuntiatio. Quapropter in dicendo irasci, dolere, misereri, timere, confidere, contemnere non sunt figurae, non magis quam suadere, minari, rogare, excusare. Sed fallit parum diligenter intuentes, quod inveniunt in omnibus iis locis figuras et earum exempla ex orationibus excerpunt; neque enim pars ulla dicendi est, quae non recipere eas possit, sed aliud est admittere figuram, aliud figuram esse“ cet. Aber nicht bloss die Darstellungen der Affekte als solche wurden fälschlich zu den Figuren gerechnet, sondern überhaupt alle, die irgend einen bestimmten Inhalt in besonders angemessener und wirksamer, obzwar keineswegs individuell gestalteter, vom usus abweichender Weise zum Ausdruck bringen. Der Begriff der Figur wird dadurch verwischt; da ist nicht Kunst, sondern Geschicklichkeit; nichts, als eine sachlich und stilistisch gelungene Darstellung von einzelnen Abschnitten eines Redeganzen. Dergleichen Aufstellungen ohne scharfe Sonderung und ohne Bestimmtheit giebt z. B. Cicero (de or. III, 53) als „lumina orationis“, wie „commoratio una in re; illustris explanatio rerumque quasi gerantur sub aspectum paene subjectio; rogatio atque huic finitima quasi percontatio expositioque sententiae suae; digestio; promissio; purgatio; conciliatio; laesio cet. (cf. auch Cic. or. 39, 134 und Quint. IX, 1, 25.) . Es ist dieselbe unrichtige Vorstellung, welche namentlich die Neueren vielfach veranlasste, die Figuren nach den Seelenerregungen einzuteilen, welche sie hervorzurufen scheinen. Adelung z. B. (Über den deutschen Styl, Bd. I, p. 280) sagt: „Figuren sind Hülfsmittel, auf die unteren Kräfte der Seele zu wirken. Sie zerfallen also ganz natürlich in so viele Klassen, als es untere Kräfte giebt, auf welche sie zunächst wirken sollen: ich sage zunächst, weil eine Figur auf mehr als eine Kraft wirken kann, und desto schöner ist, wenn sie zugleich auf mehr als eine wirket; z. B. wenn eine Metapher nicht allein die Einbildungskraft, sondern auch die Empfindung rege macht. Allein alsdann ist sie doch immer auf eine Kraft zunächst und unmittelbar gerichtet, und ihre Wirkung auf die andere ist nur mittelbar und untergeordnet. Die unteren Kräfte der Seele, welche hier in Betrachtung kommen können, sind die Aufmerksamkeit, die Einbildungskraft, die Gemütsbewegungen, der Witz und der Scharfsinn, und diese geben eben so viele Klassen von Figuren, nur mit dem Unterschiede, dass sich die Figuren des Witzes und Scharfsinnes füglich in eine und eben

*) Die Schematographen der Alten bespricht u. a.: Hermanni Sauppii epistola critica ad Godofredum Hermannum.

4th ed. Lect. XIV, p. 348) teilt ein nach der Wirkung 1. auf die Phantasie, 2. auf die Leidenschaften. Eschenburg (Entwurf einer Theorie und Litteratur der schönen Redekünste, 5. Ausg. von Pinder, p. 300) klassifiziert in Figuren 1. des Witzes, 2. der Einbildungskraft, 3. der leidenschaftlichen Gemütsbewegungen. Richter (Lehrb. d. Rhetorik p. 102) sondert „demonstrative und pathetische“ Figuren, je nachdem ihr Zweck ist: „durch die grösste Anschaulichkeit im Lehren und die Stärke seiner Uberzeugung im Beweisen die Überzeugung des Hörers zu gewinnen“, oder „das Gemüt durch das eigene Pathos und dessen sinnlichen Ausdruck aufzuregen“. Er selbst fügt indessen hinzu, dass demonstrative Figuren ohne Pathos und pathetische ohne bestimmte und nachdrückliche Gedanken nicht möglich seien.

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