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NACHTRÄGE UND BERICHTIGUNGEN.

I, S. 1. Zur Grenze zwischen Griechisch und Latein in der römischen Kaiserzeit ist zu bemerken, dass das am Zusammenfluss des Axios (Vardar) und Erigon (Černa) gelegene Municipium Stobi in der Provinz Macedonia einen bilinguen Charakter hatte. Die dortigen Inschriften sind theils lateinisch, theils griechisch, ebenso die Personennamen (neue Funde bei A. v. Premerstein und N. Vulić, Antike Denkmäler in Serbien und Macedonien, Jahreshefte des österr. archäologischen Institutes, Bd. VI, 1903, Inschriften Nr. 6–12). Die Stadtmünzen (z. B. aus der Zeit des Septimius Severus und Caracalla) haben lateinische Aufschriften (Municipii Stobensis), während z. B. die von Pautalia und Serdica griechisch sind. Stobi war noch vor der Eroberung von Dardanien und Moesien ein wichtiger Waffenplatz im Norden Makedoniens; nach Diocletian wurde es die Hauptstadt von Macedonia II. Justinian vereinigte die vorwiegend griechische Provinz Macedonia II mit der meist lateinischen Provinz Dardania zu einem Ganzen; vgl. Charles Diehl, Justinien et la civilisation byzantine au VI siècle (Paris 1901) p. 280.

I, S. 14, Anm. 3. vorletzte Zeile: statt , verbreiteter ist natürlich zu lesen ,vorbereitete Edition'.

I, S. 18. Ueber das Reich des Attila vgl. Mommsen, Aëtius, in der Zeitschrift ,Hermes' Bd. 36 (1901). Zur Literatur über diese Periode vgl. die ausführliche Recension über den I. Theil meiner Abhandlung von J. Jung in Gröbers Zeitschrift für romanische Philologie 27 (1903) S. 242—248.

I, S. 18. In der Kaiserzeit war es üblich, Soldaten aus dem hellenischen Osten bei dem Eintritt in das Heer lateinisch umzunennen. Carl Wessely, Karanis und Soknopaiu Nesos, Studien zur Geschichte antiker Cultur- und Personenverhältnisse (Denkschriften der kais. Akademie der Wissenschaften, phil.- hist. Classe, Bd. 47) erwähnt einen in den ägyptischen Papyri erhaltenen Brief eines Soldaten 'Aniwv 'E=P.BLOU an seinen Vater: er ist in Misenum angekommen und heisst jetzt Antonius Maximus (S. 44). Vgl. einen Auçã7:05 Borysivos ó 2.3! Zóc:1.55 Aswvidov, ib. 45. Wie lange dieser Brauch der Umnennung bestand, wäre näher zu untersuchen.

1, S. 20, Anm. 1. Zu Boivos (Bonus) vgl. auch Bobvouscs für Bonosus in den Var. des Theophanes ed. De Boor I, 148, im Text (auch Bouvcosos, Bouvoucós betont) ib. I, 456.

Der Name der Insel Issa (jetzt Lissa) in den Handschriften des Prokopios als Audia, Ausivo, ist wohl eine adjectivische Form aus ’Iscais (võ504), Issaea (insula), mit dem vorgesetzten Artikel.

I, S. 21. Ueber die Eroberung von Sirmium durch die Avaren (582) ist neben den Fragmenten des Menandros (vgl. auch Theophylaktos Simokattes I, 3) eine wichtige Quelle das syrische Geschichtswerk des Joannes von Ephesus. Joannes berichtet, dass die Barbaren in der christlichen Stadt nach der Eroberung nur ein Jahr gewohnt haben. Dann entstand aus einer unbekannten Ursache ein Feuer, welches Sirmium vollständig zerstört hat. Die Barbaren verstanden nicht zu löschen und flohen in Unordnung aus der brennenden Stadt. Die Stellen sind nach der Uebersetzung von Jos. Schönfelder (München 1862) auch abgedruckt von Dr. Manojlović im Vjestnik' des kroatischen Landesarchivs I (Agram 1899), 119–120.

I, S. 26. Professor Nodilo, Pad Solina (der Fall von Salonae), Bruchstück aus dem noch nicht erschienenen III. Band seiner Geschichte des Mittelalters, im Glasnik Matice Dalmatinske', August 1903 S. 1–7, verlegt den Fall von Salonae und Epidaur um das Jahr 614, indem er die Berichte des Paulus Diaconus über die Slaveneinfälle nach Istrien zu 611 (Hoc nihilominus anno Sclavi Histriam, interfectis militibus, lacrimabiliter depraedati sunt, IV cap. 40) und die Nachricht über die Occupation von Graecia" durch die Sclavi' 615 bei Isidor von Sevilla auf Dalmatien ausdehnt.

I, S. 27. Dass die Erzählung des Thomas Archidiaconus von Spalato († 1268) über den Untergang von Salonae auf einer alten Quelle beruht, beweist der Name Lysia für Lissa, welcher sonst nur in den

Codices des Prokopios (im Text von den Herausgebern emendirt) vorkommt (I, 20 Anm. 1). Der Schluss der Erzählung ist möglicher Weise umgearbeitet. Thomas schildert dort die Uebertragung der Reliquien der Heiligen Anastasius und Domnius aus den Ruinen der Basilica von Salonae in die neue Kathedrale von Spalato, innerhalb der Mauern des alten Palastes Diocletians. Andere Nachrichten berichten aber über die Uebertragung derselben Reliquien nach Rom durch Abgesandte des Papstes Johannes IV. (640—642), der aus Dalmatien gebürtig war. Die Inschriften in der Apsis des Oratoriums des hl. Venantius bei dem Baptisterium der Laterankirche nennen zehn Namen dalmatinischer Heiligen, darunter S. Venantius, S. Domnio, S. Anastasius; vgl. die Abbildung Bull. Dalm., Bd. 23, 1900, Tafel X und die Untersuchungen von De Rossi, Musaici cristiani nelle chiese di Roma, abgedruckt ib. Bd. 24, 1901, ein Heft Beilage. Der Versuch die Frage durch Annahme von zwei Gruppen gleichnamiger Heiligen von Salonae zu lösen, zwei Domnio und zwei Anastasii, hat sowohl Verfechter als Gegner gefunden. Vgl. H. Delehaye S. J. in den Analecta Bollandiana 18 (1899), it. im Bull. Dalm. Bd. 23, 1900, 85 ff., besonders S. 95–97, und F. Bulić im Bull. Dalm. Bd. 21, 1898, 122 und Bd. 23, 1900, 211--212.

I, S. 28. Für den Zeitpunkt des Unterganges der Stadt Narona ist von Bedeutung der der Zeit nach jüngste Fund, gemacht im Jahre 1901: Ringe und andere Schmucksachen einer Frau Urbica (Genitiv ,Uruece', also der Nom. im localen Dialect Urveca), dabei Goldmünzen von Justinus I. bis Tiberius II. Constantinus, keine des Mauricius oder Phokas, vergraben wahrscheinlich vor einer Invasion der Avaren, vielleicht während der Belagerung von Sirmium (580—582). Es ist charakteristisch, dass der vergrabene Schatz damals nicht mehr ausgegraben wurde. Bulić, Ripostiglio dell'ornato muliebre di Urbica e di suo marito, trovato a Narona, Vid di Metković, Bull. Dalm. Bd. 25, 1902, S. 197—212 mit Tafel XII.

I, S. 32. Neben Papst Johannes IV. und dem Erzbischof Damianus von Ravenna erscheint im VII. Jahrhundert noch ein dritter Kirchenfürst, gebürtig aus Dalmatien: Maximus, Patriarch von Grado, ,origine Dalmatinus', welcher monasterium S. Mariae de Barbano in territorio Tergestino plurimis possessionibus dotavit'. Andreas Dandolo bei Muratori, Rerum ital. scriptores, Bd. 12, col. 118.

I, S. 33. Auf der Insel Lagosta wurde im XV. Jahrhundert die Zeit der Griechen als eine Art vorhistorischer Periode betrachtet. Bei einem Gerichtsbeschluss , vom Jahre 1410, mit Verbot den Wald zu fällen in Veli Rat appresso del Porto Rosso“, auf dem ,terreno del commun', sagen die Zeugen: ,che noi non hauemo ueduto ne oldito dalli nostri antichi, che fo fatto lo lauoriero in quella punta, saluo se l'è stato alcuno lauorier in tempo delli Greci'. Statut von Lagosta, herausg. von F. Radić, Monumenta historico-juridica Slavorum meridionalium 8 (Agram 1901) p. 35 (cap. 68).

I, S. 36. Der byz. Kaiser als cesar auch in der Vita Methodii (im ältesten Codex aus dem XII. Jahrhundert) und in der ältesten russischen Chronik, an einigen Stellen des vom Mönch Lavrentij 1377 copirten Codex: цесарь, цесари, цесарь (zu 866, Літопись по Лаврентьевскому списку, изд. 3, Petersburg 1897, S. 20-21). Konstantinopel wird in dem ältesten Codex der Vita Methodii cap. 1 C(@)s(a)r' grad, wörtlich ,caesaris civitas' genannt: 63 lipurpaat. Die russischen Annalen haben den Namen schon gekürzt als Car' grad, aber stets als zwei Nomina deklinirt: Laporpaab (oder i laporopouz), Ilaparpaaa, i laptorpaaoy. Il caporpaaz in der Ausgabe des Nestor von Miklosich ist nur eine Emendation des Herausgebers. Die serbokroat. und bulg. Form Carigrad ist nach Jagić, Asl Ph. 20, 520 aus dem Local entstanden.

Romanischen Ursprungs sind auch zahlreiche slavische Namen von Fischen der Donau und des Adriatischen Meeres; z. B. serb. und bulg. moruna, auch rum. morunů, der Hausen (Accipenser huso), vom lat. muraena (vgl. Miklosich, Etymologisches Wörterbuch unter moruna).

I, S. 36–37. Aus Vondrák's Altkirchenslavischer Grammatik (Berlin 1900) 368-369 sehe ich, dass auch Meillet bei sl. križ crux an einen möglichen Einfluss des Romanischen denkt.

I, S. 41. Das Zeugniss des Bischofs Tommasini, nach einer ihm vom Pfarrer zu Pinguente zugegangenen Mittheilung, um 1650 über die Sprache der , Morlacchi, che sono nel Carso“ (una lingua da per se, la quale in molti vocaboli è simile alla latina) siehe bei H. J. Bidermann, Die Romanen und ihre Verbreitung in Oesterreich (Graz 1877) S. 82. Die Nachrichten des Karmeliten Giovanni Mar. Manarutta (Fra Ireneo della Croce) um 1692 über die Sprache der „Chichibei Triest sind abgedruckt ebenda S. 82, Anm. 3.

I, S. 51. Zu S. Anselmus von Nona vgl. aber II, S. 23 unter Anselmus.

I, S. 54. Ein ,monasterium Sancte Sophie bestand auch in Salerno 1291, Cod. Bar. 2, 102. Denkschriften der phil.-hist. Classe. XLIX. Bd. II. Abh.

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I, S. 56–57. In Ragusa hiess noch zu Anfang des XVI. Jahrhunderts eine Aebtissin Venera oder latinisirt Venus: ,Reverenda domina Venera, abbatissa monasterii S. Marie de Castello: 1531 Div. Canc. 1530—1531 f. 23 v; ,Reverenda domina Venus, filia quondam Ser Georgii D. Aluisii de Goze, abbatissa monasterii S. Marie de Castello: 1536 Div. Not. 1536.

I, S. 60. Oko, der sl. Name der Quelle der Ombla, als Ocho auch 1455 in den Mon. hist. jur. 7, 1, 95. Oko (sl. Auge) heissen auch Quellen an der Westküste des Sees von Scutari.

Zur Halbinsel Lapad bei Ragusa, im XIII. Jahrhundert Lapido, Lapedo genannt, vgl. Sanctus Nicholaus de Lapedicio 1131, Lapedizo 1254, bei Giovinazzo in Apulien, Cod. Bar. 2, 172, 199.

I, S. 62. Zunano, Çugnano, jetzt Žnjan, bei Spalato ist wohl auf ein (fundo, vico) * Juniáno zurückzuführen.

Die dalmatinische Insel Boae kennt als Verbannungsort der Kaiserzeit im IV. Jahrhundert auch Ammianus Marcellinus 22, 3, 6 (in insulam Delmatiam Boas) und 28, 1, 23 (ad Boas, Delmatiae locum ).

I, S. 65. Herr k. u. k. Fregatten-Kapitän D. von Preradović in Pola hat die grosse Güte gehabt, mir in einem Schreiben vom 7. Jänner 1902 eine Reihe von werthvollen Mittheilungen über merkwürdige, alterthümliche, meist vorslavische Elemente der lokalen Nomenklatur der norddalmatinischen Inseln einzusenden:

Ich beginne mit der weltverlassenen Insel Unie, die nach meiner unmassgeblichen Meinung durch die topographische Nomenklatur ihrer Berge, Spitzen, Eilande und Buchten überraschend wirkt. Diese Namen haben mich schon als jungen Schiffsfähnrich. als ich im Jahre 1881 dort bei einer Aufnahme betheiligt war, zum Nachdenken angeregt: Berg Malanderski 96 m, Eiland Samonciel, Berg Samumiol? 95 m, Spitze Limaran, Spitze Marazuol (auch Hafen), Berg Arbit 129 m (auch Spitze und Bank). Die übrigen Flurnamen sind unverfälscht kroatisch."

,Canidole. Der kroatische Name für diese beiden Eilande ist: Vele i male Srakane (das mittel alterliche Seracana, I, S. 65).

,Sansego. Der Haupthafen dieser Insel heisst Dragazualj.'

,Cherso. Ortschaft Caisole an der Bucht gleichen Namens (Ostküste, nördlicher Theil der Insell, Hafen Caldonte an der Westküste, 3 Hafen Ul an der Ostküste, südlich von Cherso das Eiland Oruda'.4

Veglia. Unweit von Dobrinj in etwa westnordwestlicher Richtung der Weiler Tribuglie. In südöstlicher Richtung vom Hafen Vrbnik in 3—4 Meilen Entfernung liegt die Bucht S. Nicolo, die auch Ogurul genannt wird. (Ogrullo I, S. 65). Zwei kleine Buchten, 2–3 Meilen westlich vom Hafen von Veglia, heissen Rebazal“ und Grego morto. Vor der Hafeneinfahrt von Veglia befindet sich die Capelle S. Desiderio auf der gleichnamigen Spitze.

,Lussin. Die höchste Bergspitze am nördlichen Ende der Insel heisst Ridifontana 274 m.6 Südlich von Ossero die Ortschaft Nerezine. Am südlichen Ende der Insel die Bergspitze Cornu 205 m, wovon das Südende von Lussin seinen Namen trägt. Zu Lussin gehörige Eilande: Ossiri und Oriule (das mittelalterliche Auriola I, S. 65) im Canale von Lussin, die Klippe Carbarus? im Canale von Unie.

,Premuda. Im Portolano del mare Adriatico 1830, sowie in den Seekarten der Aufnalıme 1868, wird der durch das vorliegende Eiland Masarina und die Klippen Kripa, Plitka und Bračići mit der Insel Premuda gebildete Hafen Kreul (Creul) genannt, eine Bezeichnung, die mir als Kroaten stets verwunderlich vorgekommen ist, umsomehr als die sonstige Ortsbenennung dieser Insel durchaus kroatisch ist. Die Seekarten, Ausgabe 1892, sowie das Segelhandbuch der Adria, das noch späteren Datums ist, nennen diesen Hafen nunmehr Krijal, was in keiner Sprache etwas bedeutet. Sollte da eine Missbildung aus S. Ciriaco, welcher Heilige dort am Hafenstrand eine Kapelle hat, vorliegen ?“8

Melada: Berg Bavkul 49 m. Der gleiche Name für ein Eiland erscheint auch bei einem der Nebeneilande der Insel Žirje oder Zuri.'

1 Wohl ein heiliger Bergʻ, Sanctus Monticellus (vgl. moncel I, 91, vegliotisch nach Bartoli munčal).
? Man könnte an eine Kapelle des Sanctus Mummolus, Mummolinus (franz. St. Mommolin) denken.
3 Porto Caldente im Topographischen Post-Lexicon des Oesterr. Illyrischen Küstenlandes, Wien, 1866, S. 73.
4 Oruda heisst auch Palazzol (Palaziol) grande, ib. S. 63.
5 Porto Rabasoli, Post-Lexicon 1. c.
6 Wohl eine dürre Quelle', lat. arida fontana.
? Vielleicht Carbone rosso: wäre vegliotisch nach dem Glossar von Bartoli: Carbáun ruás.
8 Porto San Ciriaco (Krijal)' im Topographischen Post-Lexicon des Königreiches Dalmatien, Wien, 1878, S. 152.

,Lunga oder Grossa: Bucht, Ort1 und Berg Sauro 62 m, Berg Uhoj 199 m.“ Incoronata - Inselgruppe. Ein Eiland dieser Gruppe heisst Lavša und ist sehr steil und zerklüftet.“ '

„Im Canale von Pašman das kleine Eiland Ričul und im Canale von Zara, südlich von Zara, knapp bei der Insel Uglian, das Eiland Calogera, kroatisch Ošljak, und am nördlichen Ende der Insel, jedoch im Canale von Zara, das Eiland Idolo.'

,Ob Sisul, Berg in Istrien, dem rumänischen Sprachschatz entstammt, wäre erst festzustellen. Daneben erwähne ich auf Cherso oder Veglia den Berg Sis und auf Grossa Sislavica.“

,Zu den Sut-Namen (I, S. 57) gehört Berg Sutvara an der Südküste von Curzola bei der Bucht Stinjiva.“

I, S. 76–77. Die richtige Ortsbezeichnung zu den Familiennamen Marichna und Manzavino, sowie die Bedeutung von Naricla, Cessigusso und Çuçalo siehe im III. Theil.

I, S. 80. Der Satz Z. 23 lautet mit richtiger Interpunction: Eine umfangreiche Publikation über das Altdalmatinische und Vegliotische von Dr. Matteo Bartoli (einem Schüler von Mussafia und W. MeyerLübke) steht in Vorbereitung. Die Abhandlung von Bartoli (Das Dalmatische) wird bald in den Schriften der Balkan-Commission der Kais. Akademie der Wissenschaften erscheinen (I, Heft V).

I, S. 87. Zu den Genitivformen auf -ai ist nachzutragen: Mirannus de Desai, 23. October 1279 vor dem Gericht von Ragusa als Bürge (plezius) für Dragossius zupparius, wegen eines Diebstahles in Brescoua (Brskovo an der Tara), Div. Rag. 1278 f. 48 (das Buch ist im Archiv bezeichnet als: Precetti 1280). Der Nom. ist Desa (vgl. II, 68). Zu vergleichen sind in den apulischen Urkunden: iuxta domum vicalem que fuit domini Roberti Mauriliani comestabuli et Giroy baronum' in Terlizzi 1223 Cod. Bar. 3, 230; iuxta ortum Giroy baroni' in Terlizzi 1235, aber 1236 in presentia ... sire Giro baronis' ib. 3, 257; ein Dativ ,comuto lacoy filio Nicolai“, Terlizzi 1151-1152 ib. 3, 85, 88 (anderswo Nominativ: Iaco oder Iacob f. Nicolai 1149–1178, ef. Register 3, 375); Nicolaus Romanoy, regius Bari iudex c. 1304—1306 ib. 2, 134, 137, 138, 141, 144.

I, S. 90 zu gurgus: Amicus comes schenkt der Erzengelkirche von Terlizzi 1074 ,ipsa clausa cum olivis in loco Gurgo', Cod. Bar. 3, 27.

I, S. 90 zu lacerta: vgl. ,lacertorum minumi', ,lacertorum generar unter den Seefischen bei Plinius, Nat. hist. 32, $ 146, 149 ed. L. Janus.

I, S. 91 zu pasenadego: Herr Fregatten-Kapitän D. von Preradović macht mich auf den Dorfnamen S. Lorenzo in Pasenatico in Istrien, Bezirk von Parenzo, aufmerksam, kroatisch Sut-Lovreč oder Sveti Lovreč Pazenatički genannt (Christ. Elem. 27), Sat-Lovreč in dem „Razvod istarski', Mon. hist. jurid. Slavorum meridionalium VI, 47, 49, 51.

I, S. 91 zu pelagus: ein kleines Eiland mit Leuchtthurm seewärts von Rovigno heisst S. Giovanni in Pelago, nach gütiger Mittheilung von Herrn Fregatten-Kapitän D. von Preradović.

I, S. 91 zu perchivium: das Register zu Cod. Bar. 1 p. 238 citirt ,prekio dal gr. apoi dono maritale, corredo, 92. Cf. Consuetud. Baresi', doch in der citirten Urkunde Nr. 92 ist das Wort nicht vorhanden.

I, s. 97. Die letzten Küstenbewohner, die sich als Latini (I, S. 44) bezeichneten, waren die katholischen, serbokroatisch sprechenden Einwohner von Antivari. Herr Fregatten-Kapitän D. von Preradović schreibt mir: „Als im Jahre 1877 die Panzerfregatte ,Don Juan d'Austria', auf der ich eingeschifft war, die katholischen Bewohner von Antivari gelegentlich der Belagerung dieser Stadt durch die Montenegriner nach Curzola zu bringen hatte, antworteten die Flüchtlinge auf die Frage, welcher Nationalität sie seien: Mi smo Latini'.

I, S. 98. Zum Urkundenwesen in lateinischer und slavischer Sprache im mittelalterlichen Dalmatien vgl. meine Abhandlung: Die mittelalterliche Kanzlei der Ragusaner, Asl Ph. 25 (1903) und 26 (1904).

I, S. 101. Benedetto Ramberti (geb. 1503, † 1547), Secretär des venetianischen Senates, der eine Gesandtschaft 1533 in die Türkei begleitete, sagt in seiner Reisebeschreibung über die Frauen von Ragusa: usano quasi tutta (sic) la lingua schiaua, ma gli huomini et questa et la italiana“; über die gesammte Stadtbevölkerung: usano tutti gli habitanti in essa la lingua schiaua, et uiuono nella legge christiana' (Viaggi fatti da Vinetia alla Tana etc., Vinegia, Aldus 1545 f. 111 v, 112 v.).

1 Ebenda S. 175 als Savro, Pfarrdorf und Steuergemeinde auf der Insel Lunga.

II, S. 2, Nr. 1. Dr. V. Bogišić liest ,coe nob[is] mitistj (für vob[is]) und ,non domandare nisuno induzio' (für d[e]mancare).

II, S. 5, Z. 5. Mussafia liest: ,E s'eu nu li auisi ditu la uiritat', wenn ich die Wahrheit nicht gesagt hätte.

II, S. 6. Aus der Abhandlung des Conte Constantin Vojnović über das Schatzamt von Ragusa (Državni rizničari republike dubrovačke, im Rad der südsl. Akademie Bd. 127, 1896, S. 40) ist zu ersehen, dass diese Testamente der Pestjahre 1348 und 1363 auch in den Codices der Thesaurarii S. Mariae copirt sind (jetzt im Archiv der Opera pia), die ich bisher nicht eingesehen habe. Diese Codices beginnen mit einer italienischen Beschreibung der Pest 1348 (abgedruckt ib. 40).

II, S. 37 zu Gaudius: in Ragusa ,Ser Johannes sive Ser Gauze Mat. de Getaldis', December 1526, Div. Canc. 1526-1528 f. 105. Vgl. Gauzella, III, S. 29. Die alten Namen waren damals schon aus dem Gebrauch gekommen und galten nur als Nebennamen zu einem allgemein bekannten Taufnamen.

II, S. 47. Zur Ableitung von Mencius und Mengatia von Dominicus vgl. die III, S. 42 citirte Abhandlung von Flechia.

II, S. 49 zu Nucius, Nutius: vgl. Itzwcúrios povzpos unter den Mönchsnamen in Makedonien, Byz. Zeitschrift, 7, 69.

II, S. 50 zu Passarenus: über den Klostergründer St. Passarion in Jerusalem ( 429 oder 430) eine Abhandlung von F. Delmas, Échos d'Orient III (1899–1900) 162–163, vgl. Byz. Zeitschrift 10, 375 (Festtag: 25. November).

II, S. 54 zu Rogata: ein Rogatus, Eparch von Konstantinopel, vielleicht identisch mit Rogatus aus Afrika, dem Schwiegervater des Kaisers Heraklios, Mordtmann, Byz. Zeitschrift 7, 606.

II, S. 55 zu Sabatius: über den Namen des Yzbác!og mit allen Nebenformen, lateinisch auch Sebadius, den jüngeren Namen des phrygischen Dionysos, vgl. Tomaschek, Die alten Thraker II, 43 (Sitzungsberichte der kais, Akademie, phil.- hist. Classe, Bd. 130).

II, S. 60—61 zu Trunzanus. Bei dem venet. Trunus, Truncarosus u. s. w. denkt W. Meyer-Lübke an patronus, mit Wegfall der unbetonten ersten Silbe.

II, S. 64 zu Zenobia und Zena: D. Zenobia, alias uxor Ser Marini Drag. Jac. de Gozze et ad presens uxor Ser Triphonis Bolize de Chataro 1531, Div. Canc. 1530-1531 f. 103 (Archiv von Ragusa); dieselbe als D. Zena, ib. f. 107.

II, s. 70 zu Dobroslav, Dim. Dobro, Dobrońa, Dobroš, Dobrul u. s. w.: der Ragusaner Dabraslauus, welcher in dem Vertrag mit Pisa 1169 unter den sechs Consules der Stadt genannt wird (Ljubić 1, 10, Kukuljević, Codex dipl. 2, 84), ist wohl derselbe Dobroslavo, der 1192 Gesandter der Ragusaner bei Kaiser Isaak Angelos in Konstantinopel war (Chronik des Gondola MS., Chronik des Resti ed. Nodilo, Monumenta spectantia historiam Slavorum meridionalium vol. 25 p. 65) und der 1199 als Comes der Stadt erscheint: „presente comite Dobroslauos (Urk. von Ragusa, 14. April 1199, gedruckt bei Kukuljević, Codex dipl. 2, p. 203, Nr. 271). In der Abh. über die Bedeutung von Ragusa in der Handelsgeschichte des Mittelalters (S. A. p. 49, Anm. 24) habe ich den ,Comes Drobroʻ in dem Vertrag zwischen Ragusa und Monopoli 1201, unter ausdrücklicher Berufung auf die soeben citirte, um zwei Jahre ältere Urkunde bei Kukuljević I. c., mit diesem Comes Dobroslavus von 1199 identificirt. Die Hypocoristica Dabro, Dobro für Dobroslav sind ja gut bezeugt. Im XIII. Jahrhundert kommt der volle Name Dobroslav bei zahlreichen Ragusaner Patricierfamilien vor (siehe II, S. 70), besonders bei den Ragnina und Sorgo.

Ohne sich nach den Namen in den Urkundensammlungen des Ljubić und Kukuljević und in der Chronik des Resti umzusehen, meint Dr. Francesco Carabellese, Il sorgere del commune marittimo Pugliese nel medio evo, discorso inaugurale dell'anno accademico 1900–1901 Estratto dall'Annuario della R. Scuola superiore di commercio in Bari per l'anno scolastico 1900–1901) p. 25, 26, 30, 31, dieser Comes Dobroslav von Ragusa sei eine Erfindung von mir, die Folge einer ,mania slavofila, tormentatrice anche di studiosi molto seri.'

III, S. 13, 14 zu Calladassius, Caputassi: vgl. mlat. assides, Bretter (tabulae) in Ragusa, ron lat. assis, axis.

III, S. 13 zu Capalbo. Vgl. einen Rao magister buttarius de civitate Baro, filius Johanni Capialbi de castello Noa (Noia in Apulien) 1155 Cod. Bar. 5 (Bari 1902) 186, und den neapolitanischen Historiker Vito Capialbi (Herausgeber der S. Tropaeensis ecclesiae diplomata, Neapel 1840 u. s. w.).

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