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Durchmesser aus Golddraht, die Enden spitz zugehämmert; 8. und 9. zwei Armringe aus Silber, glatt, mit verjiingten Enden, einer 5 Cm. Durchmesser, der andere von einem der Arbeiter verworfen.

Leider können die Fundumstände nicht mehr angegeben werden. Der Schmuck wurde bei einem zerfallenen Skelet gefunden und scheint man schon früher beim Ausgraben von Schotter das Grab berührt zu haben, ohne es auszuheben und ohne auf seinen kostbaren Inhalt zu kommen.2

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Die Ringe 1, 4 und 5 dürften dem Ende des zweiten oder dem Beginne des dritten Jahrhunderts, der übrige Theil des Schmuckes (Nr. 2, 3, 6, 7) einem späteren Decennium des Letzteren, Nr. 8 und 9 vielleicht sogar dem vierten Jahrhundert angehören.

Die Nähe der Fundstellen der grossen Gebäude und des Grabes, die in der Bauart der Ersteren und in den Beigaben des Letzteren sich gleichmässig aussprechende Wohlhabenheit, endlich die Uebereinstimmung der Zeitpunkte, welche dort in den Fundmünzen, hier im Style und der Technik des grösseren Theiles der Schmuckgegenstände angedeutet sind, lassen den Zusammenhang Beider deutlich hervortreten. Die Bewohner der Gebäude

1 Nicht ahnend, dass der Armring aus Silber sei, warf er damit nach dem Wipfel eines hohen Baumes, in dessen Geäste der

Ring hängen blieb und verloren gieng. 2 Zufällig damals in Ischl anwesend, habe ich zu spät von dem Funde Kenntnis erhalten und fand bei einem Besuche der

Fundstelle weder das Grab, noch die Arbeiter, die es ausgruben, mehr vor. Die Objecte 1, 2, 3 traf ich bei einem Juwelier in Ischl, dem sie verkauft worden waren, und von dem ich sie für die Antikensammlung des Allerhöchsten Kaiserhauses erwarb, wo sie sich jetzt befinden.

lebten also in günstigen Verhältnissen und waren durch ihren Beruf oder Erwerb an diesen Fleck Erde gebunden.

Welcher Art der Letztere war, lässt sich bei dem Mangel anderer Anzeichen nur aus der örtlichen Lage schliessen.

Vor Allem kommt hier das Vorhandensein eines Knotenpunktes localer Verkehrswege in Betracht, von dem schon oben die Rede war, weil ein solcher das Aufkommen jeder Ansiedlung, welchem Zwecke sie immer gedient haben mag, begünstigte. Zunächst ist an die Verfrachtung der Ergebnisse des Hallstätter Salzwerkes zu denken, die, je umfangreicher die Letzteren wurden, um so lebhafter und einträglicher werden musste, zumal als sie eine constante Quelle des Erwerbes bildete. In der That bestehen

In der That bestehen gewisse Analogien zwischen den Gebäuden in Au und jenen in Lalın, sowohl in der Gleichzeitigkeit des Entstehens, das für die Letzteren ebenfalls aus der Zunahme des Betriebes der Salzwerke zu erklären ist, als auch in der Art der Ausstattung und Constructionen; nur in der Dauer der Benützung besteht zwischen Beiden der schon angedeutete Unterschied. Eine in der Natur der Sache liegende innere Wechselbeziehung zwischen dem Salzwerke in Hallstatt und der Ansiedlung in Au kann daher nicht wohl in Abrede gestellt werden. Bestand sie, so ist weiter anzunehmen, dass mit der Verfrachtung des Salzes auch der gesammte Waarenverkehr zwischen Hallstatt und dem Aussenlande in dieselbe Hand gelangte, namentlich in späterer Zeit, in welcher auch dieser Verkehr an Lebhaftigkeit gewann.

Die günstige örtliche Lage konnte aber auch dazu benutzt werden, den Vertrieb von in der Umgebung der Ansiedlung gewonnenen Naturproducten in die Nachbarschaft zu unternehmen. An land- und forstwirthschaftliche Producte wird dabei allerdings nicht zu denken sein, da die benachbarten Landstriche mit solchen genügend für den eigenen Bedarf versehen waren, der Fernverkehr aber, bei den Schwierigkeiten, welche die Terrainbildung bereitete, ausgeschlossen war. Wohl aber könnte an Metallgewinnung gedacht werden. Ich berühre diesen Punkt, weil er schon einmal von anderer Seite in die Vorgeschichte von Hallstatt eingeführt worden ist.

Joseph Gaisberger spricht in einer trefflichen Abhandlung über ,Die Gräber von Hallstadt-1 (sic), nebenbei gesagt, der ältesten Druckschrift, welche die Funde auf dem Leichenfelde nächst dem Rudolfsthurme wissenschaftlich behandelt und ihren keltischen Ursprung nachweist, die Vermuthung aus, dass die bronzenen Beigaben der Keltengräber nicht allzuferne vom Fundorte hergestellt worden sein mögen, und weist auf den keltischen Namen Arikogel hin, welcher anzeige, dass in demselben auf Erz gegraben worden sei.

Der erste Theil dieser Vermuthung ist zwar nicht in der Ausdehnung auf alle Leichenbeigaben aus Bronze, aber doch für einen Theil derselben von Freih. v. Sacken in seinem epochemachenden Werke über das Grabfeld von Hallstatt-2 bestätigt worden. Nicht blos in anderen Ländern von Oesterreich und Ungarn weisen Gussformen sowie unfertige Waffen und Geräthe, welche noch die Gussnähte und -Zapfen zeigen, auf die heimische Bronzeindustrie in prähistorischer Zeit hin, sondern in Hallstatt selbst hat man in einem der Keltengräber Bronzekuchen und Schlackens und am Abhange des Salzberges Gussfladen aus

1 Linz 1848, S. 53, Separatabdruck aus den Beiträgen zur Landeskunde von Oberösterreich, herausgegeben vom Museum

Francisco-Carolinum in Linz, X. (1848.) 2 Wien 1868, S. 132 f. 3 Ebenda S. 110. Das Grab (Nr. 33) lag unter einem keltischen Grabe späterer Zeit und enthielt mehrere faustgrosse

Schlacken, einen Gussfladen von 5:15 Cm. Grüsse und 87·5 Gr. Gewicht, dann ein Schmelzproduct von grauer Farbe, 5 Cm. gross, 61 Gr. schwer, bestehend aus Kupfer (47.5512) und Wismuth (52:45).

Kupfer,' also unverarbeitetes Rohmateriale, gefunden; auch manche Schmuckgegenstände verrathen heimischen Ursprung in der Legirung des Kupfers mit 2 bis 8 Percent Nickel, das die Stelle des kostbareren, aus weiter Entfernung bezogenen Zinnes vertrat und in Schladming, jenseits des Dachsteins, häufig getroffen wird, woher es ohne Zweifel bezogen wurde, ebenso wie der Marmor der Sölker Alpen für die Sculpturen der Grabdenkmäler im Echernthale von Steiermark kam. Da auch Kupfer sowohl bei Schladming als auch im Pinzgau an vielen Orten vorkommt und nicht blos noch jetzt bergmännisch gewonnen wird, sondern, wie jenes am Mitterberg, schon in der Kupferzeit betrieben ward,' vermuthet v. Sacken, dass das Roherz von diesen Punkten aus nach Hallstatt gekommen sei.

Wo die Verarbeitung des Roherzes geschehen sei, ist unbekannt. Nur die eitere Vermuthung Gaisberger's, es mögen auf dem Leichenfelde nächst dem Rudolfsthurme auch keltische Metallarbeiter bestattet gewesen sein, hat in dem oben erwähnten Grabe (Nr. 33)* seine Bestätigung gefunden. Es ist also aus Hallstatt selbst oder seiner nächsten Umgebung heimische Bronzearbeit in prähistorischer Zeit bezeugt, wenn gleich damit noch nicht erwiesen ist, dass das Rohmateriale aus dem Arikogel stammt.

Für die römische Zeit fehlen positive Anhaltspunkte bisher gänzlich, nur ein gewisser Grad von Wahrscheinlichkeit kann für eine Metallgewinnung aus diesem Berge zur Zeit der römischen Ansiedlung geltend gemacht werden.

Was den Namen Arikogel betrifft, so wird es schwer zu entscheiden sein, ob Ari als keltisch oder als germanisch erklärt werden müsse. In keltischen Ortsnamen erscheint ar als Präposition ad (an), in welchem Sinne es auf Arikogel nicht angewendet werden kann. Dagegen bezeichnet in germanischen Namen, die aus britannischen Sprachen übersetzt sind, ar und or einen Hügel;' in jenen, die aus hibernischen Sprachen übersetzt sind, bezeichnet aren gleichfalls Berg oder Hügel.S Romanisirte Namen, welche aus britannischen Idiomen stammen, geben abermals arun für Hügel. Ist also der erste Theil des Namens Arikogel aus dem Keltischen abzuleiten, so ist er eine der häufig vorkommenden Zusammensetzungen zweier Worte gleichen Sinnes, von denen das erste aus einer fremden Sprache übernommen ist, das zweite die Uebersetzung des ersten in das Deutsche darstellt.

Anders verhielte sich die Sache, wenn der erste Theil des hier in Rede stehenden Bergnamens sicher als germanischen Ursprunges betrachtet werden dürfte. Erz (aes, aeris) heisst im Gothischen ais, aizis, im Angelsächsischen är, äres im Englischen ore, ores, im Alt- und Mittelhochdeutschen êr, êres, im Altnordischen eyr, eir, im Schwedischen ör. Auch

1 Ebenda S. 123. Er hatte 21.7 Cm. Durchmesser, ein Gewicht von 2905 Gr. und enthielt eine Beimischung von 0·16 Ko

balt und 0:48 Blei. 2 A. v. Morlot, Erläuterungen zur geologischen Uebersichtskarte der nordöstlichen Alpen (Wien 1847), bezeichnet insbesondere

die Völteren- und Neualpe, südlich von Schladming, sowie den Hochgolling als Stellen, an welchen Nickel vorkommt. 3 Dr. Matthäus Much, Mittheilungen der k. k. Central-Commission für Kunst- und historische Denkmale, N. F. IV (1878),

p. CXLVI, und V, p. XVIII. 4 Oben S. 36, Note 3. 5 Dafür spricht auch der grosse Fund fertiger Bronzeobjecte, die man sorgfältig geschlichtet auf der Soolenleitung am Ab

hange des Kreuzberges zwischen Rudolfsthurm und Gosaumühle, 600 Fuss (189:6 M.) über dem Spiegel des Sees im

Jahre 1830 gefunden hat. Geisberger, a. a. O., S. 52; v. Sacken, Grabfeld von Hallstatt, S. 127. 6 Holder, Keltischer Sprachschatz I, s. v. Die Bezeichnung des Erzarbeiters mit gueidvur cober (Zeuss, Gramm. celtica,

II, p. 1106 (Vocabularium Cornicum]) gibt uns allerdings den keltischen Namen für Kupfer, aber der Anklang an cuprum

erweckt den Verdacht, dass es nicht ein original-keltisches, sondern ein entlehntes Wort ist.
* F. J. Mone, Keltische Forschungen zur Geschichte Mitteleuropas, Freiburg i. Breisgau 1857, S. 13.
8 Ebenda S. 37.
9 Ebenda S. 199 f.

aruz, aruzi, erezi und aerezi begegnet im Althochdeutschen in den Namen von Orten, welche Metallgewinnung betreiben.' Hier wäre allerdings ein Anhaltspunkt gegeben, den Namen Arikogel auf einen Erzberg zu deuten.

Lässt sich auf etymologischem Wege ein sicheres Ergebnis nicht gewinnen, so kann dagegen nach den Aeusserungen von Geologen, von denen eine Auskunft erbeten und freundlichst gewährt wurde, constatirt werden, dass der Arikogel in der That ein Erze führender Berg ist. Nach einer Mittheilung des Vicedirectors der k. k. geologischen Reichsanstalt i. R., Herrn Hofrath Edmund Mojsisovics Edlen von Mojsvár, für die ich hier meinen verbindlichsten Dank ausspreche, existiren im Dolomite, welcher die durch den Zlambach auf der Nordostseite des Arikogels entblössten Werfener Schichten überlagert, Spuren alten Bergwerksbetriebes, nämlich Stollen, welche mittelst Feuersetzens ausgearbeitet worden sind. Als Constantin Freih. v. Beust Chef der ärarischen Bergwerke war (1867—1871), liess er unter Leitung des Oberbergrathes Stapf einen Schurfstollen auf der Südseite des Arikogels betreiben. Doch wurde wegen ungünstiger Aufschlüsse die Arbeit nach kurzer Zeit wieder eingestellt. Im Dolomite fanden sich Spuren von Bleiglanz. Da an der Grenze zwischen den Werfener Schichten und dem Dolomit im Salzkammergut an vielen Stellen Eisenerze vorkommen, so wäre allerdings auch möglich, dass sich solche am Arikogel gleichfalls vorfinden und vielleicht einstens auch abgebaut wurden. Doch halte ich es nicht für wahrscheinlich, dass sich dort jemals ein bedeutender oder nennenswerther Bergbau befand.

Weitere Mittheilungen verdanke ich der Güte des Custos der geologisch-paläontologischen Abtheilung des k. k. naturhistorischen Hofmuseums, Herrn Ernst Kittl, der mich aufmerksam machte, dass nach Victor L. Ritter von Zepharovic im Arikogel Galenit (Bleiglanz) vorkommt und ,vor circa zwanzig Jahren' (d. i. um 1853) Versuchsbaue unternommen worden sind.? Ja, aus Anlass einer Studienreise in jene Gegend in den Monaten Juli und August 1901 wurde Herrn Kittl von Bergleuten erzählt, dass am Bergbaue im Arikogel ,noch vor etwa zehn Jahren gearbeitet worden sei, wobei man Kupfererze neben Bleierzen gefunden habe'. Ferner constatirte Herr Kittl, dass Mundlöcher von Stollen aus historischer Zeit sich an der Ostseite des öfter genannten Berges befinden, dass man aber auch an der , Westseite, beim Baue der Salzkammergutbahn (1876) zwei alte Stollenmündungen unbekannten Ursprunges blossgelegt habe; unterhalb des einen derselben, welcher nur wenige Meter vorgetrieben ist, also nur den Anfang einer Stollenanlage darstellt, wurde das oben erwähnte Frauengrab mit dem Goldschmuck angetroffen.

Da in römischer Zeit Gräber nur auf eigenem Grund und Boden angelegt werden durften — sie waren eine Sache juris privati — wird der Schluss nicht zu gewagt erscheinen, dass der Arikogel oder wenigstens sein westlicher Theil sich damals im Eigenthum einer reichen Familie befand, welche die früher dargestellten Gebäude bewohnte, und der die bestattete Frau angehörte.

Es ist heute durch Fundobjecte nicht erweisbar, aber keineswegs ausgeschlossen, vielmehr nach dem letztangeführten Umstande, nach der Nähe jener Gebäude und des Grabes bei den beiden alten Stollen sogar wahrscheinlich, dass die Letzteren noch aus römischer Zeit herrühren und von jener Familie auch der Bergbau betrieben worden ist, gleichviel

1 Grimm, Deutsches Wörterbuch III, s. v. Erz.
? Die Stelle findet sich im mineralogischen Lexikon II (1873), S. 129.

ob sie selbst auf das Vorhandensein von Erzen an jener Stelle gekommen oder durch die Spuren eines noch älteren Abbaues darauf geführt worden ist; die Anlage von Versuchstollen auf der Ost- und Südseite des Berges, die in verschiedenen Zeiten entstanden, deutet auf eine alte Tradition hin. Mag eben dort die Ausbeute keine lohnende gewesen sein, so ist damit noch nicht erwiesen, dass dies im westlichen Theile auch der Fall war; man kann hier eben auf ergiebigere Adern gelangt sein, die vielleicht schon in keltischer Zeit und später wieder von den Römern benutzt wurden.

Vorläufig müssen wir uns mit der Wahrscheinlichkeit einer inneren Beziehung begnügen, die zwischen dem Vorhandensein der römischen Gebäude in Au, dem Frauengrabe und den beiden Stollen an der Westseite des Arikogels bestand, und zwar in dem Sinne, dass ein vermöglicher Unternehmer hier auch die Metallgewinnung betrieben und das gewonnene Roherz in die Umgebung geliefert habe.

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