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Skelet Nr. 18 von einem etwa zehnjährigen Mädchen war stark vermodert, in seiner nächsten Umgebung traf man eine abgebrochene Haarnadel aus Bein mit glattem Knopfe, zwei kleine Toilettegegenstände aus Bronze, ein zierliches Schäufelchen und eine Art von Strigilis, beide nur 4:3 Cm. lang (Fig. 9), sowie zwei Bronzefibeln (Fig. 10).

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Das auf der Mauer E gelagerte Skelet Nr. 19 zeigte sich aus dem ursprünglichen Gefüge gebracht, die einzelnen Theile waren zerstreut, der Schädel lag, herabgestürzt, im Suchgraben e, nahe einer bei y gefundenen Münze des Kaisers Marc Aurel (Beilage I, Nr. 18). Bei B, nächst dem südlichen Ende des Ganges II, wo schon 1876 ein wahrscheinlich zum Skelete Nr. 8 gehöriger Schädel angetroffen worden war, las man einen verschliffenen Sesterz der älteren Faustina (Beilage I, Nr. 16) auf.

Von den beiden Skeleten Nr. 20 und 21, an der Apsis C, wurde das erstere, 1.7 M. lange, nur 50 Cm. tief im Erdreich des Suchgrabens angetroffen; ausserhalb der Hände fanden sich, als ob sie diesen eben entglitten wären, ein 10 Cm. langer Eisennagel und ein grober Eisenhaken von 8.5 Cm. Länge, der umgebogene Theil 6 Cm. lang, aus einem runden Stab, von 1.2 Cm. Durchmesser an der stärksten Stelle, gebogen. Das andere Skelet (Nr. 21) lag auf der an die Apsis angebauten Mauer; es hatte den Kopf auf die Seite gelegt. Beigaben fanden sich nicht vor.

Auf zerstörte Gräber weisen an zwei Stellen frei in der Erde liegende Beigaben hin. Im Anbaue I fand sich zwischen den Flügelmauern, etwa bei a, ein Dupondius von Kaiser Antoninus Pius (Beilage I, Nr. 11), ferner der rauchgeschwärzte Dochtansatz einer Lampe aus rothem Thone einfachster Construction, ohne Marke und ohne Relief, Perlen einer Halskette aus Bronze und blauem Glase, dann folgende Eisengegenstände: ein Ring von 3 Cm. Durchmesser, eine Messerklinge mit breitem Rücken, 9.5 Cm. lang, ein zweites Messer, mit der Angel 21 Cm. lang, in der Angel noch drei Bronzenieten zur Befestigung der Schalen (unten endet die Angel in einen spitzigen Knopf, oben, wo die Klinge an sie anschliesst, ist sie mit einem schmalen Bande umwunden, der Knopf und das Band aus

lichterem, silbergrauem Metalle), endlich Reste einer Schnalle; dabei lagen ferner das Bruchstück einer Fibel aus Bronze, eine gebrochene glatte Haarnadel aus Bein, ein halbmondförmiger Anhänger aus Bein, wohl aus einem Eberzahn zugerichtet, eine abgebogene Bronzenadel und Bruchstücke einer glatten Schale aus rothem Thon (falsche Sigillata), 5 Cm. hoch, oberer Durchmesser 8, unterer 4 Cm. Es scheinen hier mehrere Leichen, darunter solche von Frauen, beigesetzt gewesen zu sein.

An einer anderen Stelle, etwas über 2 M. östlich von Skelet 17, hob man bei , n, I, drei Münzen der Kaiser Aurelian, Tacitus und Probus (Beilage I, Nr. 31-33), alle von sehr guter Erhaltung aus; ja jene des letztgenannten Münzherrn hat noch den Ueberzug aus Silberschaum bewahrt.

Endlich stammt von den Ausgrabungen im Jahre 1889 noch ein Dupondius von Kaiser Severus Alexander (Beilage I, Nr. 26), der im Museum von Hallstatt mit dem Vermerke seiner Herkunft verwahrt, aber in dem Fundprotokoll nicht angeführt ist; es kann daher auch seine Fundstelle nicht genauer angegeben werden.

Die Beigaben sind, wie ihrer Aufzählung entnommen werden kann, ärmlich, zumeist bestehen sie nur aus einem Töpfchen von schwarzem Thone, das neben dem Kopfe eingestellt wurde. Im Schmuck der Frauen spielen Glasperlen eine gewisse Rolle, ab und zu kommen Glasbecher und bronzene Fibeln, letztere lauter Kniefibeln aus dem zweiten Jahrhundert vor. Objecte aus Eisen sind noch am reichsten vertreten.

Die Ausstattung der meisten Gräber ist die denkbar einfachste. Von einer Ummauerung der Grabstellen, von Särgen aus Steinplatten oder Ziegeln hat man keine Spur gefunden, die Leichen wurden unmittelbar auf den gewachsenen Boden oder auf die Steinmauern des Gebäudes gelegt und mit Erde, seltener mit Erde und Steinen, bedeckt.

Dies steht in geradem Gegensatze zu den Gräbern im Raume B auf dem Grunde des Johann Höll. Man wird mit Recht annehmen, dass in dem Gebäude auf der Zauner'schen Wiese zumeist einfache, arme Leute, etwa Bergarbeiter bestattet waren, die nach dem Ergebnisse der Untersuchung der Skelete weder dem italischen noch dem heimischen keltischen Stamme angehörten. Vielleicht waren diese Fremdlinge als Kriegsgefangene hieher gebracht worden, um für die schwereren Arbeiten im Salzberge Verwendung zu finden, und haben sich in längerem Aufenthalte hier romanisirt, wenigstens sind sie zum Theile in der Art der Bestattung, wie die den Leichen mitgegebenen Münzen bezeugen, dem Beispiele ihrer Herren gefolgt.

Diese Münzen bilden in der überwiegenden Mehrzahl eine die spätere Hälfte des zweiten Jahrhunderts umfassende Gruppe, welche mit Antoninus Pius und seiner Gemahlin Faustina senior beginnt; ihnen folgen des Ersteren Adoptivsohn Marc Aurel nebst seiner Gemahlin, der jüngeren Faustina, Tochter des Antoninus Pius, und der Sohn des Marc Aurel, Commodus. Nach einem langen Zwischenraume, aus welchem nur eine Münze von Severus Alexander auftaucht, bezeugen noch drei Münzen die Belegung der Gebäuderuine mit Grabstellen in dem Decennium 270-280.

Für unseren Zweck sind nur die beiden ältesten Münzen von Wichtigkeit, da es sich für uns vorzüglich darum handelt, zu erfahren, in welcher Zeit jene Belegung ihren Anfang genommen hat. Diese ältesten Münzen sind abgeschliffen. Der Sesterz des Antoninus Pius (Beilage I, Nr. 11) ist mit einer harten Rostkruste überzogen, unter der nur wenige Reste des Gepräges erkennbar sind, welche zeigen, dass die Münze schon vor der Rostbildung abgenützt war. Die andere Münze von Faustina senior (Beilage I, Nr. 16) hat zwar keine

Kruste, ist aber noch mehr verschliffen. Es ist also sicher, dass beide Stücke eine Reihe von Jahren hindurch einem starken Verkehre ausgesetzt waren, bis sie in die Gräber gelangten. Von den beiden nächst jüngeren Münzen ist jene des Marc Aurel (Beilage I, Nr. 18) ebenfalls überkrustet; jene der jüngeren Faustina (Beilage I, Nr. 19) kann nicht bei ihren Lebzeiten (sie starb im Jahre 176) dem Skelet 3 beigegeben worden sein, sondern mehrere Jahre später, da mit ihr an derselben Stelle auch eine verkrustete Münze ihres Sohnes Commodus aus dem Jahre 184 gefunden wurde (Beilage I, Nr. 22). Beide Gepräge sind besser erhalten als die vorerwähnten ältesten Stücke, die Bilder der Rückseite waren auch fiir Laien noch soweit zu erkennen, dass sie in den Protokollen und Zeichnungen richtig dargestellt werden konnten.

Wie daraus geschlossen werden muss, begann die Belegung des Wohngebäudes mit Leichen sicher nicht vor und nicht unter Antoninus Pius, sondern wahrscheinlich erst einige Zeit nach seinem Tode (Jahr 161), d. h. um uns stricte an das Ergebnis zu halten, zu welchem die Untersuchung der den Leichen mitgegebenen Geldstücke führte, in den letzten Lebensjahren des Kaisers Marc Aurel und den ersten Jahren der Alleinherrschaft des Kaisers Commodus, also um 175—185. Dies stimmt insoferne überein mit der Zeit, die sich uns für den Beginn der Gräberanlage in dem römischen Wirthschaftshofe auf dem Grunde des Johann Höll ergab (oben S. 13), als auch letztere einer Epoche nach Antoninus Pius angehört.

Damals müssen die römischen Gebäude auf dem Thalboden schon verlassen gewesen sein. Denn bei den strengen Verboten der Kaiserzeit über die Bestattung der Todten innerhalb bewohnter Orte oder gar innerhalb bewohnter Gebäude ist es von vorneherein ausgeschlossen, dass die Beisetzung von Leichen in unseren Gebäuden zu einer Zeit geschehen sei, in welcher diese noch bewohnt waren. Dies beweist bündig auch der oben (S. 17) geschilderte Vorgang bei der Herstellung der Gräber, für welche der Brandschutt, der also damals schon vorhanden gewesen sein muss, erst und zwar bis auf den gewachsenen Boden weggeräumt wurde.

Dieser Brandschutt bedeckte den für Grabstellen nicht beanspruchten Theil des Gebändes auf der Zauner'schen Wiese noch zur Zeit der Aufgrabung, er zeigt, dass Letzteres durch ein Schadenfeuer zu Grunde gegangen ist, welches wahrscheinlich auch das gegenüber liegende Gebäude auf Parcelle 194/1 ergriffen hat, und dass sowohl diese Gebäude als auch jenes auf dem Grunde des Johann Höll an Ort und Stelle nicht wieder aufgebaut, sondern bleibend verlassen worden sind.

Die zweite Phase der römischen Niederlassung, jene, die ihren Schauplatz in Lahn hatte, dauerte also, wenn wir ihren Beginn in die letzten Decennien des ersten oder in den Beginn des zweiten Jahrhunderts verlegen, nicht länger als 75—100 Jahre.

Dagegen erstreckt sich vom letzten Viertel des zweiten Jahrhunderts weg über den Thalboden ein Leichenfeld, von welchem schon v. Hochtetter auf Grund anderer Funde die Vermuthung aussprach, dass es sich bis nahe zum See ausgedehnt habe. Auf dem von der Zauner'schen Wiese kaum 100 M. entfernten Grunde des Bergführers und Marmorschleifers Riezinger (Fig. 1, Parcellen 160, 161, 181, 182) sind wiederholt Funde aus Anlass von Gartenarbeiten gemacht worden; v. Hochstetter selbst erwarb von ihm einen Menschenschädel, eine römische Fibula des dritten Jahrhunderts (mit Knäufen an der Querstange und an dem Bügel) und verschiedene Eisengegenstände, darunter einen Dreizack.

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Diese Vermuthung wird durch spätere Funde bestätigt. Auf demselben Grunde wurde auch ein Sesterz von Nero (?, Beilage I, Nr. 3) von recht schlechter Erhaltung, ein Sesterz von Antoninus Pius (Beilage I, Nr. 12) noch ziemlich deutlichen Gepräges, und ein sehr gut erhaltener Kupferdenar von Constantin II. als Caesar mit VOT· X, also 326 oder 327 geprägt (Beilage I, Nr. 36), gefunden.'

Von dem Zauner'schen Grunde nur durch einen neuen Weg getrennt, liegt das Haus des Heinrich Reisenbichler (Fig. 1, Parcelle 167), bei dessen Umbaue in den für die neuen Fundamente gezogenen Gräben ein etwas abgeschliffener Sesterz des Kaisers Claudius I. (Beilage I, Nr. 1), ein ziemlich gut erhaltener Sesterz der älteren Faustina (Nr. 15) und ein Dupondius von Marc Aurel als Caesar (Nr. 17) angetroffen wurden.

Im Garten des Wolf'schen Gasthauses in Lahn kamen 1851 zwei ziemlich gut erhaltene Gepräge zum Vorschein, eine Bronzemünze von Kaiser Hadrian (Beilage I, Nr. 10) und eine zweite von Kaiser Commodus (Nr. 23), die vom Finder, der sie für Gold hielt, abgescheuert wurde.

Aus dem Garten des Verwesers bei der Lahn unfern vom Zimmerstadel' stammt, wie Schultes angibt, eine Bronzemünze von Kaiser Severus Alexander (Beilage I, Nr. 28).

Endlich hat der k. k. Bergrath Josef Stapf im Jahre 1877 ,am Seeufer in der Lahnrömische Gräber aufgedeckt, die mit Steinplatten ausgelegt waren und römische Gefässe, darunter solche aus Sigillata und aus Glas, enthielten. Näheres über diese wichtige Fundstelle ist mir leider nicht bekannt geworden.”

Hält man fest, dass bisher an vier Stellen der Ortschaft Lahn sichere Gräberfunde römischer Zeit (Höll, Zauner, Riezinger, Seeufer) gemacht wurden, so liegt es wahrlich nahe, auch die eben erwähnten, wenngleich vereinzelt ausgehobenen Münzen mit zerstörten Gräbern, deren Inhalt verstreut wurde, in Verbindung zu bringen, zumal als sie mit einziger Ausnahme der Münze von Claudius I. und der fraglichen des Nero ziemlich genau aus derselben Zeit stammen, welcher die in sicheren Grabstellen gefundenen angehören. Eisengeräthe, sowie Bruchstücke aus Glas, die für die Gräber auf dem Zauner'schen Grunde charakteristisch sind, zeigten sich auch an anderen Stellen des Thalbodens.

Die Gräberfunde reichen also vom Hause des Höll bis zum Seeufer; obwohl bisher nicht in ununterbrochener Folge nachweisbar, genügen sie doch vollständig, um die Richtung eines Verkehrsweges anzudeuten, da ja die Gräber stets an solchen angelegt wurden. Dieser Weg muss aber älter sein als die Gräber selbst, weil die früher hier bestandenen römischen Gebäude auf dem Höll'schen und Zauner'schen Grunde nicht wohl ohne Verbindung mit dem Seeufer gedacht werden können; der Strubweg hat also fortan die Gräberstrasse von Hallstatt gebildet.

Wichtiger aber ist die aus den Fundobjecten nachweisbare Fortdauer der Benützung des Leichenfeldes bis in das vierte Jahrhundert. Sie beweist eine gleich lange Dauer

1 Constantin II. wurde am 1. März 317 zum Caesar ernannt, vollendete also Ende Februar 326 das zehnte Jahr dieser Würde.

Ruggiero Ettore de, Dizionario epigrafico di antichità Romane II, 657.
2 Nur eine Notiz ist davon erhalten, eine gelegentliche Erwähnung, welche Freih. v. Sacken in der Veröffentlichung der

Fundobjecte aus dem Grabe am Arikogel nächst Steeg am Hallstätter See machte. Sie findet sich in den Mittheilungen
der k. k. Central-Commission für Erforschung und Erhaltung der Kunst- und historischen Denkmale, N. F. III (1877),
S. XXXIII. Weder das k. k. kunsthistorische noch das naturhistorische Hofmuseum verwahrt hierüber Protokolle oder
Berichte.
Zumeist pflegen bei Auffindung von einfachen Gräbern die Beigaben, Thon- und Glasscherben, Eisentheile u. dgl. von den
Landleuten verworfen und nur die Münzen aufgehoben zu werden.

3

der römischen Ansiedlung in Hallstatt. Namentlich das Fragment des Inschriftsteines, der Hochreliefkopf, der Giebel des Grabdenkmals aus dem Raume B des Gebäudes auf dem Höll'schen Grunde deuten auf die Anwesenheit einer behördlichen Persönlichkeit in Hallstatt nicht blos in den letzten Jahren des zweiten Jahrhunderts, in welchen die Gebäude in Lahn schon verlassen waren, sondern auch noch in späterer Zeit, im Laufe des dritten Jahrhunderts hin. Denn diese grossen, mit Reliefs gezierten Grabmäler aus einer Marmorgattung, welche zwanzig Wegstunden von Hallstatt entfernt bricht, konnten schon wegen der schwierigen und kostspieligen Ueberführung nur vermögliche, angesehene Leute bestreiten. Waren aber ihrer noch im dritten Jahrhundert hier sesshaft, so ist dies gewiss nur darum geschehen, weil der Beruf sie hier festhielt. Freiwillig hat sicher kein vermöglicher Römer Hallstatt zum bleibenden Aufenthalte gewählt.

9. Die Anwesenheit eines Verwalters oder Amtmannes ist also auch für jene Zeit mit Sicherheit anzunehmen, in welcher die grossen Gebäude in Lahn schon verlassen waren. Es folgt daraus, dass entsprechende Wohngebäude für ihn und sein Personale an einer anderen Stelle errichtet worden sein müssen.

Diese andere Stelle, welche eine dritte Phase der römischen Niederlassung in Hallstatt bezeichnet, ist nicht schwer zu finden, zumal wenn im Auge behalten wird, dass sie dem Salzberg und einem Aufstieg auf diesen nicht zu ferne gelegen sein konnte. Die Terrainbildung bietet hiefür keine grosse Auswahl. Da das Thal mit dem Aufstieg von Lahn aus aufgegeben war, blieb nur der Aufstieg über die Ostseite des Hallberges, also für den Wiederaufbau der grösseren Amts- und Wohngebäude nur ein Platz in dem heutigen Markte Hallstatt selbst übrig, vor allem der Platz, welchen heute die katholische Pfarrkirche einnimmt.

Dort die Stelle des Kernpunktes der neuen Ansiedlung vermuthen zu wollen, mag zunächst befremdlich erscheinen. Wenn wir aber eben diese Stelle mit jener in Lahn vergleichen, werden sich auch für den neuen Platz Vortheile, die der ältere vermissen lässt, zeigen, Vortheile, die uns zugleich über die Motive der Wahl der neuen Baustelle Aufschluss geben.

Dabei knüpfen wir an die Thatsache an, dass ein Wiederaufbau der Gebäude von Lahn an Ort und Stelle nicht erfolgt, vielmehr wie die Ausdehnung des Leichenfeldes zeigt, der Thalboden aufgegeben worden ist. Das muss einen tiefer liegenden Grund haben; denn wegen elementarer Erscheinungen wie Lawinen und Hochwässer des Waldbaches, die sicher schon bei der ersten Wahl der Bauplätze im Thale erkundet und in Rechnung gezogen worden waren, oder wegen Schadenfeuer, wird man die sonst so günstige Situation in Lahn nicht aufgegeben haben. Sie muss also im Laufe der Zeiten in einer bestimmten Richtung Nachtheile gezeigt haben, welche ihre Vortheile überwogen.

Diese Nachtheile können nur in der geringeren Sicherheit des Thales gegen feindliche Angriffe bestanden haben und nur in einer Zeit hervorgetreten sein, in welcher solche befürchtet werden mussten. In dieser Hinsicht bot die Lage des Marktes Hallstatt selbst grosse Vorzüge dar; das Thal, das sich bei Lahn öffnet, entbehrt jedes natürlichen Schutzes gegen einen Ueberfall von der Seeseite aus, wogegen das steilere Ufer des Marktes, namentlich der weithin alles dominirende Platz der alten Pfarrkirche hiefiir wie von der Natur geschaffen, also viel leichter zu vertheidigen war.

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