Obrazy na stronie
PDF
ePub
[merged small][ocr errors][ocr errors][merged small][merged small][merged small][merged small][merged small][merged small][merged small][merged small][merged small][merged small][merged small][merged small][merged small][merged small][merged small][merged small][ocr errors][ocr errors][ocr errors][ocr errors][ocr errors][merged small][merged small][ocr errors][merged small][merged small][merged small][ocr errors][ocr errors][merged small][merged small][merged small][merged small][merged small][ocr errors][merged small][merged small][merged small][merged small][merged small][merged small][merged small][merged small][merged small][merged small][merged small][ocr errors][merged small][merged small][merged small][merged small][merged small][merged small][merged small][merged small][merged small][merged small][merged small][merged small][merged small][merged small][merged small][ocr errors][merged small][merged small][merged small][merged small][ocr errors][merged small][merged small]

heizbaren Wohnung sondern auch einer Badeanlage vorliege, von welcher C das heisse Bad (Caldarium) bildete; die übrigen Theile lassen sich bei der mangelnden Untertheilung schwer bestimmen.

Diese Anlage nun, der beträchtliche Umfang des Gebäudes, die farbigen Wände bedeuten auch für das römische Hallstatt, dessen Bevölkerung gewiss ebenso arm, wenn nicht ärmer als die heutige war, einen Grad, nicht von Luxus, aber von Wohlhabenheit, die einen Schluss auf die Bestimmung des Baues, dem Aufenthalte einer höhergestellten Persönlichkeit zu dienen, gestattet. Auch seine Lage kommt hier in Betracht. In der Nähe befindet sich ein sehr alter Weg zum Salzberg, dessen Reste von den Bergarbeitern, wie mir Herr Karl Seeauer mittheilte, noch heute gerne benützt werden, weil er einen bequemeren Aufstieg zum Salzberge bietet, als der gewiss auch sehr alte Aufstieg vom Markte Hallstatt aus über die steileren östlichen Abfälle des Hallberges. Letzterer ist allerdings heute durch den an malerischen Ausblicken so reichen Zickzackweg umbeschwerlich, war es aber in alter Zeit gewiss nicht, jedenfalls mit mehr Mühe verbunden, als der sachter ansteigende von Lahn aus. Man darf aus der Lage unseres römischen Gebäudes in der Nähe dieses Weges wohl folgern, dass der Bewohner desselben seinem Berufe nach mit dem Salzwerke zu thun hatte, also etwa der Verwalter desselben gewesen sei. Da das andere römische Gebäude auf Parcelle 194/1 jenem Anstiege ebenfalls ganz nahe lag, aber, wie das Bruchstück der Umfassungsmauer zeigt, für sich bestand, also nicht mit jenem auf Parcelle 193/2 zusammenhing, wird es wohl den Unterbeamten als Wohnung gedient haben.

8. Auch das grosse Gebäude wurde mit Grabstellen belegt, ja es bietet für diesen Vorgang ein anschaulicheres Bild als der Bau auf dem Grunde von Johann Höll.

Im Jahre 1876 fanden sich im nördlichen Theile nicht weniger als sechzehn Grabstellen, wozu im Jahre 1889 noch fünf andere an verschiedenen Theilen, auch im nordund südwestlichen kamen. Sie sind auf der Tafel durch Nummern (1—21) bezeichnet, die zugleich die Aufeinanderfolge nach dem Zeitpunkte der Auffindung darstellen. Ueberdies ist aus der Tafel die Lage der Skelete nach den verschiedenen Weltgegenden ersichtlich.

Wie aus dem von Ritter v. Hochstetter veröffentlichten Protokolle der Ausgrabungen vom Jahre 18761 hervorgeht, war der Boden der nördlichen Hälfte des Gebäudes mit Mörtelbruch und Asche bedeckt und diese Schuttschichte an jenen Stellen, an welchen Skelete beigesetzt waren, bis auf den gewachsenen Boden (Schotter) weggeräumt. Die Skelete lagen unmittelbar auf dem Schotter und wurden mit Erde, in einem Falle (Skelet 12) mit Steinen und Erde bedeckt. An zwei Stellen fanden sich die Leichen unmittelbar auf die Ueberreste der Mauern gelegt, so Skelet 21 neben der Apsis, Skelet 19 auf der Umfangsmauer E neben dem Ziegelpflaster d-e.

Dieser Umstand ist wichtig. Er zeigt, dass das Gebäude durch Feuer zu Grunde gegangen und nicht wieder aufgebaut worden ist. Walırscheinlich wurde der grössere Theil der Mauern abgetragen, um zu einem Neubaue wieder verwendet zu werden; insbesondere geschah dies im nördlichen Theile, wo das Mauerwerk ganz verschwunden ist, während im südlichen die Mauern, wie Durchschnitt C-D zeigt, noch bis 1.37 M. eingerechnet der Theil bis zum Schottergrunde aufragten. Der Schutt blieb allenthalben liegen und wurde erst bei Benützung des Raumes für Grabstellen weggeschafft.

1 Mittheilungen der Anthropologischen Gesellschaft in Wien VII, S. 312. Denkschriften der phil.-hist. Classe. XLVIII. Bd. IV. Abh.

3

Um für die Zeitbestimmung der späteren Benützung der Räume zur Bergung von Leichen Anhaltspunkte zu gewinnen, ist eine zusammenhängende Untersuchung der Grabstellen und der Beigaben nöthig.

Von den im Jahre 1876 aufgedeckten Skeleten lagen Nr. 1–9 80 Cm. tief, Nr. 10 65 Cm.; Nr. 11 und 12 wurden 45, Nr. 13 50 Cm. tief gefunden. Drei genauer untersuchte Skelete (Nr. 5, 12 und 15) massen 1:52 bis 1:70 M. Länge bei einem Alter zwischen 30 bis 50 Jahren und wiesen eine subdolichocephale Schädelform von vorherrschend germanischem Typus auf, ähnlich jenem der auf dem Birgelstein bei Salzburg zwischen römischen Urnengräbern gefundenen zwei Skelete, aber gänzlich verschieden von der Rasse der heutigen Bewohner von Hallstatt.

Fast jedes Skelet hatte neben dem Kopfe ein Töpfchen stehen aus grobem, glimmerhältigem, dunkelgrauem Thon, leicht gebrannt, aber auf der Scheibe gedreht, bei 13–14 Cm. hoch und 39—44 Cm. Durchmesser der Ausladung. Nur bei Skelet 2 hatte das Gefäss eine abweichende zierlichere Form, aus zwei mit den Grundflächen gegeneinander gekehrten, gestutzten Kegeln gebildet; von der Höhe, 14:5 Cm., entfallen auf den oberen Kegel 9, auf den unteren 4.5 Cm. Der obere Theil zeigte ringsum muldenförmige Vertiefungen, die nach unten breit und abgerundet sind, nach oben spitz zulaufen und dem Topfe ein Aussehen geben, welches an die sogenannten Gefässe mit gefalteten Wänden“ feinerer Arbeit erinnert, diese vielleicht auch nachahmen soll. Auch Skelet Nr. 15 hatte neben dem Kopfe ein wohlgeformtes grösseres Gefäss aus schwarzem Thon, das sich vor allen übrigen dadurch auszeichnet, dass unter dem kurzen Halse am Beginne der Ausladung der Name VA(le)RIVS vertieft eingeritzt steht; die eingeklammerten Buchstaben fehlen in Folge eines Bruches, der das Gefäss an dieser Stelle durchlöchert.?

Nur fünf von den im Jahre 1876 aufgedeckten sechzehn Skeleten (Nr. 3, 5, 9, 10 und 12) hatten ausser den Töpfen noch andere Beigaben, die in das Museum FranciscoCarolinum in Linz abgegeben wurden.

[graphic][merged small]

Am Skelet Nr. 3 fand man einen auf die Unterschenkel hinabgerutschten Gürtel aus Bronzeblech (Fig. 7) mit geometrischen Verzierungen in getriebener cbeit Auch lagen bei ihm zwei römische Münzen von Faustinas der Jüngeren und Kaiser Commodus

1

V.

Hochstetter, a. a. O., S. 315 f. 2 Abgebildet bei v. Hochstetter, a. a. O., S. 314. Der Name zeigte sich erst bei der im k. k. naturhistorischen Hofmuseum

vorgenommenen Reinigung. 3 Das Protokoll erwähnt der schlecht erhaltenen Münze als Münze eines Kaiser Augustus“, v. Hochstetter (a. a. O., S. 312)

als eine zweite römische Bronzemünze mit dem Porträt des Kaisers Augustus'. Nach der Abbildung sind von der Aufschrift der Vorderseite die Buchstaben .... IN.... AVG erhalten, die wohl mit (FAVST)IN(A) AVG(VSTA) oder AVG(VSTI PII FILIA) ergänzt werden müssen, da sowohl das halbverlöschte Brustbild an Faustina die Jüngere erinnert, als auch der Schröttling nach Form und Grösse dem zweiten Jahrhundert angehört.

(Beilage I, Nr. 19 und 22). Die Skelete Nr. 5 und 9 waren mit Perlenschnüren aus Glas um den Hals ausgestattet; neben dem Kopfe des Ersteren lagen 58 scheibchenförmige und 9 olivenförmige Perlen, alle aus blauem Glas. Letzteres trug eine längere Perlenschnur, theils aus Perlenstäben (gelb), theils aus olivenförmigen Perlen aus Glas von verschiedener Länge (grün und dunkelblau) und zwei kleine Tropfen (gelb) mit Oehren (vielleicht Ohrgehänge). Ueberdies fand sich bei Nr. 9 eine Haarnadel aus Bein, deren Knopf eine flüchtig und roh geschnitzte Frauenbüste mit hohem Haarputz bildet. Augenscheinlich sind hier Frauen bestattet.1

An der linken Brustseite des Skeletes Nr. 10 lagen zwei Messerklingen aus stark verrostetem Eisen, eine grössere zu 25 und eine kleinere zu 125 Cm. Länge. Es ist fraglich, ob eine Bronzefibel und das Bruchstück einer zweiten (Fig. 8), die man 3—4 M. südlich von diesem Skelete auflas, zu ihm gehören. Das mit Steinen überworfene Skelet Nr. 12 hatte neben sich einen zerbrochen aufgefundenen Glasbecher und einen 14.5 Cm. langen Eisennagel mit breitem Knopfe.

Die Fundstelle zweier anderer Objecte ist im Protokolle nicht angemerkt, doch sind sie in den zugehörigen Tafeln abgebildet; dies sind ein aus Bronzeblech gebogenes Ortbeschläge von 8 Cm. Länge und 0:7 Cm. grösstem Durchmesser und ein Schreibgriffel (Stilus) aus Eisen, 12 Cm. lang, der obere, flache Theil zum oblinere 1 Cm. breit.

Ganz verschieden von den bisher erwähnten stellen sich zwei Gräber (Nr. 1) am Eingange zum Raume III dar. Das

Fig. 8 (3/4). eine, 72 Cm. tief liegend, bestand aus einer marmorähnlichen Steinplatte, 30 Cm. im Geviert und 3 Cm. dick, oben durch seicht vertiefte Kreuzlinien in vier Felder getheilt. Darauf lag in der Mitte der Schädel mit vollständigem Gebiss; an seiner rechten Seite stand eine Urne aus röthlichgelbem Thon, der Hals quergerieft, aber gebrochen, jetzt 13 Cm. hoch bei 9.5 Cm. grösster Ausladung; an der linken Seite des Schädels stand ein nur an einer Seite ausgebrochener glatter Glasbecher, 13 Cm. hoch, an der Mündung 8 Cm. im Durchmesser, der sich bis zum einfachen Wulst am Fusse auf 4 Cm. verjüngt. Hart neben dieser Platte, aber etwas weniger tief, lag eine zweite, kleinere von 10 Cm. Stärke über einer Schale und zwei Töpfen aus schwarzem Thone. Die Anlage erinnert lebhaft an das dritte Grab im Raume B auf dem Grunde des Johann Höll (oben S. 12), das nicht vor 143, wohl aber in späterer Zeit entstanden ist.

Von den fünf im Jahre 1889 aufgedeckten Skeleten (17—21) lag das erste (Nr. 17) unter einer Decke aus Humus (20 Cm. stark) und mit Erdreich vermischtem Schotter (40 Cm. stark). Neben dem Schädel stand auch hier ein Topf aus schwarzem Thon, ziemlich gut erhalten, daneben zeigten sich Scherben von Glas.

1 Das Skelet Nr. 5 wurde nebst Nr. 12 und 15 genauer untersucht und wurden alle drei als männlich bezeichnet; bezüglich

Nr. 5 dürfte dies bezweifelt werden können und eine Verwechslung der Nummern anzunehmen sein. ? Der Mangel aller Decoration erschwert die Zeitbestimmung; nach der zwar praktischen, aber einfachen Form scheint diese

Art von Trinkgefässen dem dritten Jahrhundert anzugehören, aber sehr lange angedauert zu haben. Einen in der Form ganz ähnlichen Becher, der aber mit eingeschliffenen, zum Theil eingeritzten Figuren bedeckt ist, bezeichnet Aus’m Weerth, dem Stile nach, als ein rheinländisches Product des fünften Jahrhunderts. Bonner Jahrbücher, Bd. LXXIV (1882), S. 57 und Tafel III.

« PoprzedniaDalej »