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und in Verbindung mit den Ergebnissen der obengenannten Ausgrabungen zu einer für weitere Untersuchungen ausreichenden Grundlage gestalten. Sie bilden den Inhalt der hier folgenden Abhandlung, welche zwar allerdings weit davon entfernt ist, den Gegenstand zu erschöpfen, wozu das Materiale auch heute noch nicht ausreicht, wohl aber geeignet sein dürfte, weitere Erörterungen anzuregen und auf bestimmte Punkte hinzuleiten.

I.

1. Ueber die Zeit der Begründung und die Dauer des Bestandes der römischen Niederlassung in Hallstatt konnte nur von einer grösseren Anzahl von Fundmünzen eine Auskunft erwartet werden. Ich stelle das zu Stande gebrachte Materiale in zwei Beilagen zusammen. Beilage I führt die Münzen in einem chronologischen Verzeichnisse auf, das unter A die in Hallstatt selbst, unter B die in der Umgebung gefundenen Stücke aufzählt und ihre Fundstellen sowie die benützten Quellen angibt. Beilage II enthält eine Uebersicht der Fundstellen nebst den auf jede derselben entfallenden Nummern der Beilage I und gibt in den letzten Rubriken die Zahl der Stücke aus den einzelnen Fundstellen und ihre Vertheilung auf jedes der ersten vier Jahrhunderte unserer Zeitrechnung an.

Die benitzten Quellen sind folgende:

a) Die kleine Sammlung des k. k. Unterbergmeisters Franz Steinkogler, aus welcher J. A. Schultes mehrere Miinzen theils mit genauer Angabe der Fundstellen, theils mit der allgemeinen Bezeichnung aus Hallstatt' anführt. Augenscheinlich sind nur die besser erhaltenen Stücke als Beispiele des Inhalts der Sammlung hervorgehoben und schlechter erhaltene, deren Bestimmung unsicher war, bei Seite gelassen worden. Man wird daher annehmen dürfen, dass die von Schultes angeführten Münzen gut erhalten waren. Was ihre Bestimmung betrifft, so scheint sie nicht von Steinkogler, sondern von fachkundiger Seite, wie sich vermuthen lässt, durch Vermittlung des Hofschauspielers Joseph Lange, vorgenommen worden zu sein. Dies geht aus der Bemerkung von Schultes hervor, man habe, als er Steinkogler im Jahre 1808 nicht mehr am Leben traf, auf seine Frage über das Schicksal der Sammlung keine bestimmte Auskunft erhalten; ,einige vermutheten, Hr. Hofschauspieler Lange habe dafür gesorgt, dass die numismatische Sammlung in gute Hände kam'. Letzterer war also mit Steinkogler befreundet und scheint an dessen Bestrebungen Antheil genommen zu haben. Auch macht Schultes keinen Vorbehalt bezüglich der Bestimmung der Münzen, sondern nur bezüglich ihrer Seltenheit, an einer Stelle, die charakteristisch für

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* J. A. Schultes' M. Drs. und Professors an der k. bayerischen Universität in Innsbruck Reisen durch Oberösterreich in den

Jahren 1794, 1795, 1802, 1803, 1804 und 1808, Tübingen 1809, Bd. I, S. 95 f. Eine Abschrift der betreffenden Stelle verdanke ich der Güte des Oberinspectors der Nordwestbahn und Correspondenten der k. k. Central-Commission für Kunst- und historische Denkmale, Herrn Gustav Stockhammer. a. a. O., Note zu S. 97. Wahrscheinlich gelangte die Sammlung nach Wien, wo der zu Würzburg 1751 geborene geniale Joseph Lange seit 1767 lebte, anfänglich als Schüler der k. k. Akademie der bildenden Künste er war trefflicher Maler

dann von 1770 bis 1811 als k. k. Hofschauspieler; im letzteren Jahre in den Ruhestand getreten, zog er sich nach Gmunden am Traunsee zurück, wo er schon früher die angenehmste Jahreszeit verlebte und in Weyer, ausschliesslich mit Malen beschäftigt, ein bescheidenes Landhaus bewohnte. Er scheint schon früher Steinkogler, der ebenfalls ein geschickter Landschafter war, gekannt und liebgewonnen zu haben und, da er zur Zeit des Todes des Letzteren noch in Wien thätig war, den Nachlass seines Freundes hier, wohl in der Sammlung eines Privaten, untergebracht zu haben. Im Archive der kaiserlichen Sammlungen findet sich keine Schrift, aus welcher hervorginge, dass Münzen aus dem Besitze Steinkogler's für dieselben angekauft worden seien. v. Wurzbach, Biographisches Lexikon des österr. Kaiserthums (XIV (1865]), S. 97 und Freih. v. Feuchtersleben in Hormayr's Archiv für Geschichte, Geographie etc., Jahrg. 1823, S. 81.

das schlichte Wesen Steinkoglers und die Vertrauenswürdigkeit seiner Angaben ist. Dreizehn aus seiner Sammlung stammende Fundmünzen von Hallstatt, darunter sieben mit genau bestimmten Fundstellen, sind in Beilage I mit der Quellenangabe Schultesó aufgeführt.

b) Friedrich Simony, Die römischen Alterthümer vom Hallstätter Salzberg', ein zu seinem Aufsatze in den Sitzungsberichten der phil.-hist. Classe der k. Akademie der Wissenschaften (IV, 1850, S. 338) gehöriger Atlas, welcher Abbildungen sowohl keltischer wie römischer Alterthümer aus Hallstatt, zum Theil in Farbendruck, enthält. Auf S. 10 des Textes, der den Tafeln beigegeben ist, werden die in Beilage I, Nr. 6 und 34 aufgeführten Münzen erwähnt.

c) Josef von Arneth, Archäologische Analekten' in den Sitzungsberichten der phil.hist. Classe der k. Akademie der Wissensch. (XL, 1863, S. 697) enthält einen Bericht über die Ausgrabungen im Echernthale und gibt S. 704, 707 und 713 die in Beilage, I Nr. 3, 9 und 13 erwähnten Münzen, die beiden letzteren mit Abbildungen.

d) Briefliche Mittheilungen des k. k. Bergmeisters Georg Ramsauer an die Direction des k. k. Münz- und Antiken-Cabinetes (jetzt im Archiv des k. k. kunsthistorischen Hofmuseums) betreffen die Münzen Beilage I, Nr. 10, 21, 23, 25.

e) Eduard Freih. v. Sacken erwähnt ausser den schon von Arneth und Simony mitgetheilten noch der unter Nr. 7 und 37 angeführten Geldstücke in seinem Werke ,Das Grabfeld von Hallstatt, Wien 1868, S. 150.

f) Ferdinand Ritter v. Hochstetter bespricht in der Abhandlung Ueber neue Ausgrabungen auf den alten Gräberstätten von Hallstatt (Mittheilungen der Anthropologischen Gesellschaft in Wien, Bd. VII [1878], S. 297 f.) auch die Ergebnisse der Ausgrabungen in Lahn, auf welche noch weiter zurückzukommen sein wird, und führt die in Beilage I, Nr. 19 und 22 genannten Münzen an.

g) Museum in Hallstatt. Wie schon bemerkt, hatte ich Gelegenheit, die in demselben aufbewahrten achtzehn römischen Fundmünzen zu untersuchen und, soweit es ihre theilweise schlechte Erhaltung zuliess, zu bestimmen. Sie sind in Beilage I mit dem Beisatz ,Museum in Hallstatt aufgeführt."

2. Im Ganzen konnten 44 Fundmünzen zu Stande gebracht werden, von welchen 35 auf Hallstatt selbst, 9 auf die Umgebung entfallen. An und für sich ist diese Anzahl nicht gross, aber sie kann im Vergleiche mit jener der Fundmünzen aus anderen Römerorten des Salzkammergutes als ansehnlich bezeichnet werden und wird eine genauere Untersuchung der Erscheinungen, die sie darbieten, zu Folgerungen führen, welche für unsere Aufgabe wichtig sind.

Nach der Prägezeit entfallen auf Hallstatt selbst neun Stücke aus dem ersten, sechzehn aus dem zweiten, acht aus dem dritten und zwei aus dem vierten Jahrhundert. Dies entspricht ungefähr dem Verhältnisse der Vertheilung, das sich im Allgemeinen aus den Münzfunden des ehemaligen norischen Gebietes diesseits der Alpen entnehmen lässt,

1,0b diese Stücke selten sind, weiss ich nicht; denn ich bin kein Numismatiker; dass sie aber ächt sind und an den an

gezeigten Stellen gefunden worden, dass hier kein Trug und keine Täuschung unter diesem Funde liegt, das kann ich Ihnen bei Steinkogler's Ehre, der ein anspruchsloser, rechtschaftener, gerader Mann war, keinen Handel mit Antiken trieb

und dieselben ebensowenig antiquarisch zu würdigen verstand, als ich, versichern und betheuern.“
2 Nr. 2, 5, 8, 14, 20, 27-30, 35, 42—44.
3 Nr. 1, 4, 11, 12, 15—18, 24, 26, 31-33, 36, 38—41.

nur fällt in Hallstatt die reichliche Vertretung des ersten Jahrhunderts gegenüber jener der folgenden Zeiträume auf.

Sie gewinnt an Bedeutung noch durch den Umstand, dass die Fundmünzen aus dem zweiten und dritten Jahrhundert fast die ganze Dauer dieser Saecula von Hadrian bis Commodus und von Septimius Severus bis Chlorus umfassen, während sich jene des ersten Jahrhunderts nur von Claudius bis Domitian, also nur über wenig mehr als fünfzig Jahre erstrecken.

Dazu kommen noch zwei andere Umstände zu erwägen: die Continuität ihrer Reihe durch alle Regierungen in der zweiten Hälfte des ersten Jahrhunderts, aus welcher nur die Kaiser Galba und Otho, deren Regierungen wenige Monate dauerten, und Kaiser Titus, der nicht mehr als zwei Jahre an der Spitze des Reiches stand, fehlen, welch' letztere Erscheinung übrigens fast regelmässig in norischen Miinzfunden diesseits der Alpen beobachtet werden kann.

Dann fällt die Verschiedenheit der Fundstellen auf. Jene neun Münzen des ersten Jahrhunderts sind an acht verschiedenen Punkten aufgelesen worden, ein Zeichen, dass sie nicht zu einem, wenn auch noch so kleinen Schatze vereinigt waren, von welchem nur die jüngste Münze chronologischen Werth besässe, sondern dass jeder einzelnen von ihnen eine selbständige Bedeutung zukommt.

Auch die Verwendung als Beigaben in Gräbern ist für die grössere Mehrzahl ausgeschlossen. Nur eine von ihnen (Beilage I, Nr. 9), ein Domitian, ist sicher in einem Grabe gefunden, von welchem noch die Rede sein wird, von zwei anderen (Beilage I, Nr. 1 und 4) ist dies wahrscheinlich; in allen drei Fällen ist aber, wie wir unten sehen werden, die Verwendung als Grabbeigaben erweislich später erfolgt, ändert also nichts an der ursprünglichen Zugehörigkeit jener Gepräge zu dem in Hallstatt umlaufenden Courant. Alle übrigen Münzen stehen mit dem Todtencultus in keiner Verbindung, da sie dem Bereiche des Salzberges selbst angehören, auf welchem weder im oberen, noch in den unteren Theilen jemals römische Gräber angetroffen worden sind. Die Mehrzahl dieser Geldstücke ist also zufällig und einzeln verstreut worden.

Fassen wir die hier betrachteten Umstände zusammen, so wird die Reihe der Hallstätter Fundmünzen des ersten Jahrhunderts, wie klein sie auch sein mag, den Anschein der Zufälligkeit ihrer Zusammensetzung verlieren, vielmehr als ein getreues Bild des dortigen localen Geldumlaufes in der angegebenen Zeit betrachtet werden müssen.

In ihm zieht ein charakteristischer Zug sofort unsere Aufmerksamkeit auf sich, der scharfe Gegensatz der Zeit vor und nach Claudius. Seine eigene und die folgenden Regierungen sind in einer schon besprochenen Continuität vertreten, die ihm vorausgehenden fehlen gänzlich; die Fundmünzen beginnen erst mit Claudius, obwohl dieser nach den Beständen der grossen Münzensammlungen nicht viel mehr Geld geprägt hat als seine unmittelbaren Vorgänger Tiberius und Caligula. Ja man sollte nach dem Gange der Entwicklung des Münzwesens erwarten, dass Claudius ebenfalls nicht vertreten wäre, da sein Nachfolger Nero eine Reform der Scheidemünze durchführte, die sicher mit einer Einziehung der älteren Kupfersorten in Verbindung stand, einer Massregel also, von der das damals noch in grösserer Menge umlaufende Geld des Claudius natürlich zunächst und am

1 Meine Abhandlung in der Numismatischen Zeitschrift (Wien) X (1878), S. 230 f. und Ettore Gabrici in der Rivista Italiana

di Numismatica X (1897), p. 275 f.

meisten betroffen werden musste. Wenn wir es dennoch an der Spitze unserer Fundmünzen sehen, so muss es noch zur Zeit seiner Regierung oder doch in den ersten Jahren Nero's nach Hallstatt gelangt sein und der Beginn der römischen Niederlassung daselbst in diese Zeit hinaufgerückt werden.

Nun war es eben Kaiser Claudius, welcher die Form der Verwaltung von Noricum veränderte und das gesammte Gebiet dieses Königreiches, selbst den nördlichen, durch die Tauernkette vom Drauthal getrennten Theil nach italischer Gemeindeverfassung organisirte'. Früher, seit dem Jahre 16 v. Chr. Geb., hatte ein Scheinbündniss zwischen Rom und dem Regnum Norici bestanden, demzufolge ,hier zunächst ein abhängiges Fürstenthum entstand, der König aber bald einem kaiserlichen Procurator wich, von dem er sich ohnehin nicht wesentlich unterschied'. ? Die Regierung führte also später ein Procurator Augusti, der als Vicekönig zu betrachten ist und über eine Truppenmacht nicht verfügt. Dieser Zustand dauert bis Marc Aurel, welcher um 175 für Noricum eine Legion, die legio II Italica, errichtete, deren Legat militärischer Statthalter wurde. Daher findet sich noch unter diesem Kaiser auf einem zwischen 161 und 169 errichteten Inschriftstein der Name ,Regnum Norici-3 officiell angewendet.

Die vorzügliche Seite der Thätigkeit des Procurators war die finanzielle; in Fiscalangelegenheiten stand ihm das Recht der Urtheilsprechung zu, anfänglich so, dass an den Kaiser appellirt werden konnte. Doch fasste der Senat im Jahre 53 aus Gefälligkeit für Claudius, der die Procuratoren begünstigte, den Beschluss, dass die Urtheile derselben die gleiche Geltung haben sollten, als wenn der Kaiser sie gefällt hätte."

Die wesentliche Aufgabe des Procurators von Noricum bestand demnach darin, die natürlichen Schätze des Landes (Gold, Eisen, Salz, Wald und Weide u. s. w.) zum Vortheile des kaiserlichen Fiscus auszubeuten. Ob dies durch Amtsleute, die dem Procurator direct unterstanden, oder durch Pächter geschah, lässt sich nicht mit Bestimmtheit sagen. Wahrscheinlich war Ersteres der Fall oder ist wenigstens im Laufe der Zeit eingeführt worden, da aus dem nahen Ischl die Existenz eines kaiserlichen Amtmannes oder Verwalters, wenn man ihn so nennen will, des Secundinus Augsusti) n(ostri) vil(licus) statsionis) Esc(alensium) inschriftlich bezeugt ist.“ Wie dem sei, auch die Natur der Aufgabe des Procurators legt es uns nahe, die römische Ansiedlung in Hallstatt mit dem Betrieb des Salzwerkes in Verbindung zu bringen, da die Gegend andere, einen Gewinn versprechende Producte nicht aufzuweisen vermag.

Damit trifft es zusammen, dass um diesen Punkt hier nur vorläufig zu berühren die meisten Hallstätter Fundmünzen des ersten Jahrhunderts in der That im Bereiche des Salzberges zu Tage kamen;" es wird davon noch weiter die Rede sein, hier soll nur auf diese Thatsache hingewiesen werden.

Ueber die Zeit, in welche die Einrichtung der Procuratur in Noricum fällt, inn kaum ein Zweifel bestehen, da der älteste Procurator dieser Provinz, der bisher bekannt

Das Denkmal befindet sich in Rom.

? Mommsen, Röm. Gesch. V, S. 181.
2 Mommsen, a. a. 0, S. 17.
3 Inschrift zu Ehren des M. Bassaeus Rufus, der früher ,proc(urator) reg(ni) Norici' war.

Orelli II, Nr. 3574.

Marquardt, Staatsverwaltung I, S. 290. 5 Tacitus, Ann. XII, 60. 6 C. I. L. III, 2, Nr. 5620. ? Vgl. Beilage II.

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wurde, L. Baebius Atticus, nach einem inschriftlichen Zeugnisse in der Zeit des Kaisers Claudius amtirte und Letzterer selbst, wie oben bemerkt wurde, die Procuraturen mit Vorliebe pflegte und begünstigte, dies gewiss nur in der Absicht, um dem durch die unsinnige Verschwendung seines Vorgängers erschöpften kaiserlichen Schatze neue Zuflüsse zu verschaffen. Eine Bestimmung aufs Jahr aber ist heute noch nicht möglich, da sichere Anhaltspunkte hiefiir noch fehlen. An einer anderen Stelle habe ich auf den wahrscheinlichen Zusammenhang der Errichtung der Procuratur mit den Vorfällen im Quadenlande jenseits der Donau hingewiesen und das Jahr 50 n. Chr. Geb. als den vermuthlichen Zeitpunkt vorgeschlagen.

Um die bisher gewonnenen Ergebnisse unserer Untersuchung zusammenzufassen, ist nach Aussage der ältesten Fundmünzen von Hallstatt die römische Ansiedlung daselbst frühestens unter Kaiser Claudius I. entstanden und hängt sehr wahrscheinlich zeitlich mit der Einführung der Procuratur in Noricum, örtlich mit dem Betriebe des Salzwerkes zum Vortheile des kaiserlichen Fiscus zusammen.

3. Die Fundmünzen späterer Zeit haben für uns nur insoferne Bedeutung, als sie die Fortdauer der Niederlassung bis in das vierte Jahrhundert bezeugen. Ihre Reihe ist nach dem Ergebniss anderwärtiger Münzfunde im Gebiete von Noricum diesseits der Alpen augenscheinlich noch lückenhaft, stimmt mit ihnen aber darin überein, dass die dreiundzwanzigjährige friedliche Regierung des Kaisers Antoninus Pius einen breiten Raum einnimmt. Da wir seinen vier Münzen (Beilage I, Nr. 11—14) auch zwei Münzen der älteren Faustina (Nr. 15, 16) und jene von Marcus Aurelius als Caesar (Nr. 17) beizählen können, indem sie alle noch unter Pius geschlagen sind, entfällt auf die Regierung desselben allein fast die Hälfte (7 Stück) aller dem zweiten Jahrhundert angehörigen Geldstücke (16 Stück). Während die Mehrzahl der Fundmünzen des ersten Jahrhunderts dem Salzberg und seinen Abhängen angehört und nur drei im Thale aufgelesen wurden, ist das Verhältniss in beiden folgenden Jahrhunderten gerade umgekehrt. Rechnet man die von Schultes ohne genauere Angabe der Fundstellen angeführten Stücke ab, so verbleiben für diesen Zeitraum 21 Münzen aus genau bezeichneten Fundstellen übrig; von ihnen ist eine (Nr. 25) am Hallberge (Langwang), eine zweite am Fusse des Hallberges (Nr. 34), eine dritte am Siegkogel (Nr. 21) gefunden, alle übrigen stammen aus dem Thale, und zwar aus Gräbern, welche im letzten Viertel des zweiten Jahrhunderts und in den folgenden Zeiträumen entstanden sind.

Daraus erklärt sich auch die spärliche Anzahl der Geldstücke aus dem vierten Jahrhundert. Die Sitte, den Leichen eine Münze für den Fährmann der Unterwelt mitzugeben, die schon im dritten Jahrhunderte abnahm, ist seit Constantin dem Grossen allmälig ganz abgekommen.

Verhältnissmässig am schwächsten vertreten ist das dritte Jahrhundert; augenscheinlich ist das Materiale aus dieser Zeit noch sehr lückenhaft und wird nur nothdürftig durch Münzen aus der Nachbarschaft, vom Hirschbrunnen (Beilage I, Nr. 29), aus St. Agatha (Nr. 40, 41) und aus Goisern (Nr. 43, 44) ergänzt. Eben diese Münzen aber lassen erwarten, dass weitere Funde eine reichere Vertretung des dritten Jahrhunderts auch für Hallstatt selbst ergeben werden.

1 Er wird genannt „procurator Ti(berii) Claudi(i) Caesaris Ang(usti) Germanici in Noricoʻ. Die Inschrift befindet sich in

Cividale C. I. L, V, Nr. 1838. 2 Berichte und Mittheilungen des Alterthumsvereines zu Wien XI (1870), S. 13 f.

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