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Ansprüche geltend machten (ib. 1, 154). Maria, Schwester des Barte de Slorado von Zara, führte 1332 einen Process gegen ihren Mann Georg Stipsié aus der Landschaft von Sebenico (ib. 1, 384–385). Aus Zara stammte die 1332 genannte Helena, Witwe des croatischen Edelmannes Georg Jursich de Berberio (ib. 1, 393). Nicolaus Gallellus von Zara, 1351 internirt in Venedig, war ein propinquus“ des Comes Bartholomaeus von Veglia aus der Familie, welche später Frankapan genannt wird (ib. 3, 210). Ser Filippus, filius quondam domini Francisci de Nosdrogna von Zara, heiratete 1351 die „domina Nisa dicta Clara, filia quondam comitis Vladislaui Gregoreuich de Uerchricha (Vrh-rika, jetzt Vrlika) und erhielt von der „domina Maria, filia olim comitis Jurse Danielis de Birberio“ als Mitgift 500 venetianische Pfund; nach Philipps Tod gab es 1375 Fragen über Rückgabe der Mitgift (Not. Jadr.). Auf solche verwandtschaftliche Beziehungen bezieht sich auch die Antwort der judices nobilium Croatorum sedis Tiniensis“, des „stol“ von Knin, 1459 an Ser Simon und Ser Marcho de Nosdrogna von Zara über das Erbrecht der „nobiles duodecim generationum regni Crovatie“ in männlicher und weiblicher Linie (Lj. 10, 146). In Tradi war Pellegrina de Cegis in erster Ehe vermählt mit Petriza Jurgevich de Verbas, der 1400 Comes von Spalato war (Lucius, Mem. di Traü 517) und mit dem sie einen Sohn Ivanis hatte, wobei sie 1407 durch einen Urtheilsspruch des Hrvoje, Dux von Spalato, die „villa Radosich“ erhielt; ihr zweiter Mann war Petrus Cippicus von Tradi (Notae Joannis Lucii, Star. 13, 263). In Spalato erwähnt Thomas Archidiaconus, wie die „Spalatenses“ sich allmählich den Slaven näherten, mit ihnen Handel trieben und Ehen schlossen (connubia iungere, cap. 10). Der Patricier Madius war Schwiegervater des Petrus filius quondam zupani Ursici, der 1227 die Burg Clissa übernahm (Lucius, Mem. di Traà 35; Star. 21, 284). In Ragusa ist ein einziger Fall beglaubigt. Barbius de Crossio, 1253 Mitglied des grossen Rathes, gestorben vor 1283, heiratete Vulcoslava, Tochter des Comes Andreas von Chelmo, eines Verwandten der Nemanjiden, und Schwester der Zupane Bogdan und Radoslav. Sie lebte noch 1296; ihre Tochter Slava heiratete 1283 den Spalatiner Patricier Madius Miche und lebte 1316 als Witwe in Ragusa (die Belege in meiner Abhandlung über Toljen, Sohn des Knez Miroslav, im „Glas“ der serb. Akademie, Heft 35, 1892, S. 12–14). Später standen bei Ragusa solchen Verbindungen confessionelle Gegensätze im Wege. Aber noch 1367 erscheint der angesehene Ragusaner Kaufmann Zivko, Sohn des Radoslav Dlbzié oder italienisch Longo, als ein „Blutsverwandter der drei Brüder Poviéa in Serbien, des Georg, Logotheten der Caren Stephan Dusan und Uros, des Radoslav und des Celnik Milos (Spomenik 11, S. 8, 34). In Cattaro endlich erscheinen noch zu Ende des XV. Jahrhunderts hervorragende Adelige der Stadt als Verwandte der Fürsten Crnojeviéi von Montenegro: 1499 „Nicolo Drago da Cattaro, cognato dil conte Zorzi Zernovich“ und „Triphon Buchia da Cattaro, nepote da parte de sorella del Signor Zorzi Cernovich“ (vgl. J. N. Tomié Crnojeviéi i Crna Gora, Belgrad 1901, 122, S.-A. aus dem Glas der serb. Akademie). Der Patricier von Cattaro Hieronymus Zagurovié bezeichnet in einem 1569 in Venedig gedruckten Psalter den Vojvoden Georg Crnojevié als seinen Vorfahren (roditel, Glasnik bosn. 1901, 331; vgl. Safafik, Geschichte der südslav. Literatur 3, 127, 277). Einzelne slavische Edelleute haben sich in den Städten niedergelassen als Flüchtlinge, in der byzantinischen Periode vielleicht auch als Pensionäre oder Beamte des Constantinopler Kaiserthums. Die Ragusaner betonten seit Anfang der klareren Geschichte ihrer Gemeinde stets das freie Asylrecht ihrer Stadt gegenüber den Nachbarn. Unter den Nobiles von Ragusa erscheint als Zeuge in den Verträgen mit Spalato 1234 und Almissa 1239 ein Cnege oder Cnegius Branislaui, also ein Knez Branislavié, dem Titel nach sicher ein slavischer Adeliger. Noch im XIV.–XV. Jahrhundert fanden in Ragusa Zuflucht bulgarische, bosnische und serbische Fürsten und Edelleute, wie zuletzt Despot Georg von Serbien. Ein Rest alter nachbarlicher Verhältnisse sind Häuser in den Städten, wie sie zum Schlusse des Mittelalters bosnische Könige und Edelleute als Geschenk der Gemeinden oder Regierungen in Zara, Ragusa und Cattaro besassen. Aehnliches ist in früherer byzantinischer Zeit bezeugt. Kaiser Konstantin (ed. Bonn. 3, 185) berichtet, wie der armenische Fürst Gregor von Taron von Kaiser Leo dem Weisen ein Haus in Constantinopel erhielt, den oxo: to Ö Ba0ßópoo Sápsyo:; um 948 gehörte dieses Haus dem Kämmerer Basilius, Bastard Kaiser Romans I. Der älteste Chronist von Kiev erzählt, dass man in Cherson auf der Krim zu seiner Zeit bei der Kirche des heil. Basilios zwei Paläste des ersten christlichen Fürsten Russlands, des Vladimir und seiner Gattin Anna, Schwester des Kaisers Basilios II., zeigte (Nestor ed. Miklosich, p. 68). Der Aufschwung der Städte nach 1200 mit rasch aufblühendem Handel und Schifffahrt, mit Aufschwung des Handwerkes, Erweiterung der Stadtmauern und Erwerbung von Territorien führte zur Entstehung neuer Bevölkerungsclassen, gegen welche sich die Altbürger abschlossen als herrschender Stadtadel. Diese neuen „cives de populo, Kaufleute, Krämer, Handwerker, Matrosen, Fischer u. s. w. waren meist Slaven aus der Nachbarschaft, aber nicht ausschliesslich. Es gab unter den Neubürgern auch Dalmatiner aus anderen Städten und Inseln, Italiener aus Venedig, Ancona, Florenz, Apulien u. s. w., Albanesen, Griechen, endlich auch Sachsen aus den Bergstädten in Bosnien und Serbien. Auch die slawischen Neubürger kamen mitunter aus den Handelsstädten des ferneren Binnenlandes, aus Novo Brdo, Srebrnica u. A. Diese Einwanderung beschleunigte die Slavisirung der Städte. Im Süden drang ebenso das albanesische Element in die Küstengemeinden ein. Die erhaltenen mittelalterlichen Urkunden der Stadtkanzleien von Antivari und Dulcigno sind alle lateinisch oder italienisch geschrieben, keine einzige slavisch, aber die Namen der Einwohner beider Städte sind romanisch, slavisch und albanesisch. In Dulcigno heissen die Stadtfamilien Campanario, Cappa, Gabro, Palladino, Rosa, Taliaferri, Tano, neben griechischen Namen, wie Andronenas und Sevasto, oder slavischen, wie Dabro, Dessi, Milla u. A. In Antivari stehen im Vordergrunde die Bazan, Curiace, Nale, Procle, Romano, Rugi, Samoili, Zentivaglia, neben den Boris, Goya, Glauoç, Mirossio, Saguri (Zagurovi6), Tichoie u. A. Ein serbisches Kloster St. Michael oder S. Arcangelo mit „ygumen“ und „munexi bestand im XV. Jahrhundert „sotto el castello de Dolcigno“ (Lj. 5, 84 und 9, 16), wie denn die Landschaft an der Küste zwischen beiden Städten schon damals, wie jetzt, von dem serbischen Stamme der Mrkojeviéi (li Mirchoe, Merchoi der venet. Urkunden 1409 f.) bewohnt war. Giustiniano bezeichnet 1553 die Dulcignoten ausdrücklich als Albanesi, parlano lingua albanese, tutta differente della dalmatina“ (Commiss. 2, 227), die Antivarini dagegen als doppelsprachig, halb Slaven, halb Albanesen: „molti hanno lungamente dubbitato, se gli abitanti siano naturalmente o Albanesi o Dalmatini, usando massimamente le ville circonvicine una e l'altra lingua (ib. 2, 231). Scutari, dem die Vortheile einer maritimen Lage fehlten, war schon im XIV. Jahrhundert, wenigstens nach den Namen der Einwohner zu urtheilen, ganz albanisirt. Dagegen sind die Familiennamen in dem kleinen Drivasto im

XIV–XV. Jahrhundert zum Theil noch lateinisch, wie Palombo oder Colomba, de Lepo

Denkschriften der phil.-hist. Cl. XLVIII. Bd. III. Abh. 13

ribus, Barbabiancha, Summa, Bello, neben albanesischen Namen, wie Bariloth, Precalo, Scapuder (s. S. 43), oder slavischen, wie Berivoj, und griechischen, wie Calageorgii oder Spano. Die Kenntniss der slavischen Sprache war in den dalmatinischen Städten noch im XIII. Jahrhundert sehr schwach und oberflächlich. In Ragusa wurden von allen Urkunden der slavischen Nachbarfürsten lateinische, später italienische Uebersetzungen verfasst, bis in die zweite Hälfte des XIV. Jahrhunderts, zuletzt von einer Urkunde des Balsa 1379 (Spomenik 11, S. 38). Im XV. Jahrhundert sind solche Uebersetzungen eine Seltenheit, wie z. B. bei einem Schreiben von der Narentanmündung 1442 (ib. 11, 83) oder dem Testament des Herzogs Stipan Vukčić 1466 (Pucié2, 130 f.). Sie sind oft fehlerhaft; z. B. der Uebersetzer eines Schreibens der Königin Helena von Serbien verwechselte 1304 kleti schwören und klanjati sich verbeugen (Spomenik 11, S. 6, 23–24). Eine ganz mangelhafte Kenntniss der slavischen Sprache zeigen die cyrillischen Urkunden aus der Kanzlei der Ragusaner um 1230–1260, obwohl man vermuthen kann, dass der Mann, welchem das slavische Kanzleramt anvertraut war, bei seinen Mitbürgern als ein Kenner der Sprache galt. Offenbar haben die Mitbürger noch weniger slavisch gekannt als der Kanzler. Hieher gehören (M. 21 f.) besonders zwei kurze Schreiben der Ragusaner an König Vladislav und König Uroš I., zwei Verträge mit dem Ban Ninoslav von Bosnien (1240, 1249), vorzüglich aber die von Fehlern strotzenden ausführlichen Verträge mit den Einwohnern der Landschaft Krajina (bei Makarska) 1247 und mit dem Caren Michael Asèn von Bulgarien 1253. Die Laute z und s, d und t, k und g, s und s, s und z werden verwechselt (rebaa, packßt, ekonoab "Nerosestorno, Koard, exo roloolakroxisora Boros u. dgl.). Arg steht es mit der Casuslehre, wo der Nominativ alle übrigen Casus verdrängt, die Casus unter einander verwechselt werden, Substantive nach Art der Adjective declinirt werden (z. B. eb Boaanan neben Boxap) und mitunter ganze Sätze unverständlich bleiben. Im Wortschatze werden ähnliche Worte verwechselt, wie nonparn unterdrücken und noAnsttn stützen in den Verträgen mit Ninoslav, nstincan, descriptus und ist Abnical suprascriptus; nb sed wird gar durch ne, rb non ersetzt oder umgekehrt. Noch der Vertrag mit Ban Stephan von Bosnien 1333 (M. 105) ist schlecht übersetzt aus dem Latein: Nom. für Acc. eAoora naula servitores nostros, anader laula (für naulo) Aaleao, Ka cooo Mae singulis ostendentes. Ebenso liest man im Vertrage mit Stephan Dušan 1334 (M 107): Cronbeter Pea., für Pitt (jetzt Rat), Taro für Tako. Erst seit 1350 wurde die gute Kenntniss des Slavischen allgemein, indem viele Ragusaner Jahre lang in den Marktplätzen und bei den Bergwerken des Binnenlandes lebten und als Kaufleute, Zollpächter u. s. w. in Serbien und Bosnien Gelegenheit hatten, auch slavisch richtig schreiben zu lernen. Die Urkunden des slavischen Kanzlers Rusko Kristoforovié (1392–1430) sind, obwohl er der Sohn eines in Ragusa angesiedelten Italieners, eines Arztes aus Benevent war, gewandt und bis auf einige lautliche Archaismen correct stilisirt.” Dass das Romanische in den Städten während der zweiten Hälfte des Mittelalters keineswegs eine absterbende Sprache war, sieht man aus den consequenten Veränderungen der Vocale bei der Wiedergabe slavischer Orts- und Personennamen: a für sl. o, -oa für sl. -ovo (Gen. -ova), was erst nach 1330 selten wird und im XIV. Jahrhundert verschwindet. Hieher gehören die Ortsnamen Dabrat (Dobrota bei Cattaro), Paliçe (Police), Berscoa,

Vgl. Resetar, Die ragusanischen Urkunden des XIII.–XV. Jahrhunderts, AslPh. Bd. 16 und 17.

Brescoa (Brbskovo), Papoa (Popovo), Tornoa (Trbnovo), die Personennamen Adalenus (Odolen, in Traà), Ballislava (Boleslava), Dabro, Dabre (Dobre, -ete), Dabralis (Dobral), Dabraza (Dobraëa), Dabrana (Dobroña), Dabrasclavus (Dobroslav), Gaysclavus (Gojslav), Pradanus (Prodan), Pavergenus (PovrbZen) u. A. Eine gewaltige Aenderung der Bevölkerungsverhältnisse verursachten in den enggebauten Städten die grossen Seuchen des XIV. Jahrhunderts, besonders die furchtbare Pest von 1348. Wir besitzen noch die Testamente von Ragusa aus den Pestjahren 1348 und 1362. Nicolo Barbarigo, Comes von Ragusa, schrieb 1355 dem Dogen von Venedig, Ragusa sei nicht mehr das, was es vor 10 Jahren war, denn „la flor di boni homeni sei hinweggerafft (Lj. 3, 270, vgl. ib. 3, 78). Es sind an 35 Patricierfamilien, deren Namen um diese Zeit aus den Stadtbüchern verschwinden, darunter auch solche, welche bis dahin zu den meistgenannten gehörten, wie die Ballislava, Berrisina, Ceria, Deodato, Galloç, Game, Gayslavo, Pabora, Pecinagii, Pecurario, Petragna u. A. Furchtbar waren die Verheerungen der Pest von 1348 auch in Spalato nach den Schilderungen eines Zeitgenossen, eines Spalatiner Patriciers aus der Familie der Cutheis (Schwandtner 3, 654 f.). Die Nobiles blieben aber auch noch im XV. Jahrhundert ein numerisch starkes Bevölkerungselement. In Ragusa zählte z. B. die Familie Menze um 1500 noch ungefähr 40 Männer (AslPh. 19, 62). In Zara gab es 1527 innerhalb der Stadtmauern 6903 Einwohner, Frauen und Kinder mit eingerechnet; nach dem erhaltenen Namensverzeichniss (herausgegeben von Ljubié, Commiss. 1. 203–218) zählten die Adeligen, die darin durch den Titel „Messer“ kenntlich gemacht sind, noch 81 Häuser. In Ragusa wurde der Stadtadel zu Anfang der Neuzeit neuerdings durch Pestseuchen decimirt, besonders durch die furchtbare Epidemie von 1527, bei welcher 84 Edelleute nebst vielen Frauen und Kindern gestorben sind (AslPh. 19, 72). Nach dem Erdbeben von 1667 musste sich die Nobilität von Ragusa durch Aufnahme von Kaufmannsfamilien verstärken, weil die Zahl der Edelleute nicht mehr zur Besetzung der Aemter der Republik ausreichte. Diese Verschiebung des Zahlenverhältnisses zwischen Alt- und Neubürgern, den als geschlossene Kaste regierenden alten Familien, deren Zahl sich langsam verminderte, und den unaufhaltsam sich vermehrenden meist slavischen Nichtadeligen, hatte einen grossen Einfluss auf die politischen Verhältnisse innerhalb der Gemeinden. Im XVI. Jahrhundert bestand in den Städten unter venetianischer Herrschaft zwischen den „nobili nnd popolari“ ein unversöhnlicher Hass. Aus den anschaulichen Schilderungen des Giustiniano von 1553 kennen wir dieses „odio antico et inestinguibile“ besonders in Antivari, wo der periodische Bürgerkrieg viele Opfer erforderte und wo 1512 ein förmliches Gemetzel der Patricier begonnen wurde, welches die Venetianer mit Mühe einstellten. Nicht besser stand es in Cattaro, Lesina, Spalato und Trad. In der letztgenannten Stadt folgte noch beim Zusammenbruche der Republik des heil. Marcus (1797) ein blutiges Nachspiel. In den Zeiten der Renaissance des XV. Jahrhunderts trat unter den Gebildeten Dalmatiens ein Zwiespalt ein. Die einen wollten direct von den Römern der ältesten Zeit abstammen. So der Ragusaner poeta laureatus Aelius Lampridius Cerva oder Cervinus (geb. 1463, † 1520), der in Ragusa eine „vera Romuli colonia“, „bisque propago Quiritium, Romanis nec nisi digna progenitoribus sah, das Latein als den domesticus, olim Romae monieeps, hereditarius urbis et vernaculus, peculiaris Rhacusae sermo erklärte und gegen die stribiligo illurica und die „scythica lingua“ eiferte (Bruchstücke, mitgetheilt von Racki, Star. 4, 155–200). Aber schon um 1420–1430 gab es in Ragusa junge Adelige, die

savische Verse zu machen versuchten (AslPh. 19, 61). Marko Marulié, lateinisch Marcus Marulus, ein Patricier von Spalato (geb. 1450, † 1524), der Ragusaner Priester und Titularabt Gjore Drzié oder Georgius Nicolai de Dersa († 1500) und sein Landsmann, der Patricier Sisko Meneetié oder lateinisch Ser Sigismundus Simonis de Menze (geb. 1457, † 1527) wurden die Begründer der südslawischen Kunstdichtung in Dalmatien, die im XVI. Jahrhundert in Ragusa, Spalato und auf den zwischen beiden Städten liegenden Inseln, besonders auf Lesina blühte. Auch Zara blieb nicht ausgeschlossen. Slavische Gedichte, besonders ein oft gedrucktes über den Fall von Sziget, schrieb der Nachkomme einer alten Zaratiner Adelsfamilie, die ursprünglich Canaruta, de Canaruto, später mit Einschiebung eines r de Carnarutis hiess, Bernard Karnarutié (geb. 1553, † 1600). Auch sein Zeitgenosse, der Canonicus Georg Barakovié (geb. c. 1548, † 1628), aus einem croatischen Adelsgeschlecht abstammend, aber von Jugend an aufgewachsen in Zara, bezeichnet sich als Zaratiner. Baraković feiert in seinen Gedichten den Adel von Zara (Stari pisci 17, 127–128), besonders aber die Vergangenheit, die Naturschönheiten und die Adelsfamilien von Arbe (ib. 343 f.). Eines seiner Gedichte, die Jarula, ist Nikola Drazié, Bischof von Ossero, einem Mitgliede des Adels dieser Stadt, gewidmet (ib. 247). Ein zweiter Patricier von Zara, Simon de Begna, genannt Kožičić († 1536), Bischof von Modruša, hat in Fiume in seiner eigenen Druckerei glagolitische Missale, Fibeln und von ihm selbst verfasste croatische Lebensbeschreibungen der Päpste und der römischen Kaiser gedruckt. Dagegen hat Cattaro einen sehr geringen Antheil an dieser Bewegung genommen, wohl aber lateinische Dichter gehabt. Beide Richtungen schlossen ein Compromiss, und von Anfang an gab es Dichter, die sowohl lateinisch (oder italienisch) als slavisch Verse schmiedeten. Die Eroberung von Bulgarien, Serbien, Bosnien, der Hercegovina und eines grossen Theiles Croatiens durch die Türken in derselben Zeit und der Untergang der südslavischen Fürsten- und Adelsgeschlechter hinderte die früher so lebhaften Beziehungen zu der slavischen Nachbarschaft. Andererseits wurde damals der Verkehr mit Italien, mit Venedig, Florenz, Rom und Neapel intensiver. Die politische Sprache der Gemeinden blieb nach alledem stets die lateinische oder italienische. In Ragusa beschloss der Senat der Republik 1472, die „lingua sclava bei den Debatten in den Consilia auszuschliessen und nur die „lingua vetus Ragusea aut latina vulgaris“ zuzulassen, unter Strafe eines Hyperpyrs. Die dalmatinischen Rathscollegien berathschlagten italienisch, die Urkunden und öffentlichen Bücher wurden lateinisch (so in Ragusa die Senatsprotokolle bis 1808) oder italienisch geschrieben, und das Italienische blieb auch Sprache des Rechtes und der Geschichte. Es ist charakteristisch, dass Nicolaus Marini de Ragnina (geb. 1494, † 1582), ein Sammler der Producte der neuen slavischen Lyrik, seine Annalen von Ragusa italienisch schrieb, ebenso die beiden Gondola's, Orbini, Luccari und zuletzt Resti († 1735); eine slavische historische Prosa hat sich in Ragusa nicht entwickelt. Zu Hause sprach man aber in allen Städten im XVI. Jahrhundert nur slavisch. In Ragusa nahm die Kenntniss des Italienischen auch bei der Jugend ab. Nach dem Zeugnisse des Florentiners Serafino Razzi (um 1587) gingen die jungen Männer lieber in die slavischen Predigten der Dominicaner und Franciscaner als in den Dom, ,predicandosi nel duomo in lingua italiana, da loro non bene intesa (vgl. Nodilo, Rad 65, 116). Der Patricier Marino de Caboga († 1582) verspottet einen Ragusaner Nobilis: „Legger appena sai, o babbuino! Nobil virot appellie sei consigliere, non capisci il volgar, peggio il latino“ (Controla nobiltà di Ragusi bei Makusev, M3c.TBIoBali o6 b icTophieckHxT IIaMHTHHKaxt, H 6 ToIIHcaTeIHxT ZyópoBHHRa 47). Der Venetianer Giustiniano schreibt 1553 über Spalato, dessen

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