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restaurirt wurde (Theophanes ed. De Boor 238, Theoph. Cont.ed. Bonn. 324). Dem heil. Leontius war (1295) eine Kirche in Cattaro geweiht. Unter den Stadtheiligen von Nikäa gab es einen heil. Aprikios (Festtag am 21. October), einen Märtyrer der Zeit Diocletians vom Jahre 305. Derselbe Name erscheint 1070–1100 als Apricius, Aprizzo, Apriço in Zara, Spalato und am Hofe des croatischen Königs, wo ihn ein Falkonier (sokolar) führte. Andere Culte orientalischer Heiligen verbreiteten sich durch Uebertragung von Reliquien. Der heil. Nicolaus, Bischof von Myra in Lykien, dessen Gebeine 1087, schon nach dem Falle der byzantinischen Herrschaft in Apulien, nach Bari gebracht wurden, genoss in Dalmatien viel Verehrung. Kirchen waren auf seinen Namen geweiht in Alessio, Scutari, an der Bojanamündung, in Antivari (Franziskanerkirche), Cattaro, Ragusa (Nonnenkloster) und Umgebung, in Spalato, Zara (ein Frauenkloster) und Veglia. Der heil. Tryphon aus Phrygien, ein Märtyrer von Nikäa aus der Zeit des Kaisers Decius, wurde Schutzpatron von Cattaro, nachdem seine Reliquien 809 in diese Stadt gebracht worden waren. Kaiser Konstantin Porphyrogennetos erwähnt um das Jahr 948 in Cattaro die Rundkirche des äto: Tgözo» mit dessen jede Krankheit heilenden Gebeinen. Der Festtag des Heiligen ist in Cattaro derselbe wie in den griechischen Menologien, der 1. Februar. Kapellen des heil. Tryphon gab es auch in Ragusa und Umgebung. Die Ragusaner verehrten den heil. Blasius, Bischof von Sebaste im Pontus; Kirchen mit seinem Namen gab es in der Stadt und Umgebung, ebenso in Scutari. Sein Andenken wird in Ragusa festlich gefeiert am 3. Februar; dieser Tag ist in den griechisch-slavischen Kalendern der Tag des heil. Blasius armentarius (30óxo).03), während das Gedächtnis des Bischofs von Sebaste, z. B. im Menologion des Kaisers Basilios II., zum 11. Februar verzeichnet wird (vgl. Martinov, Annus ecclesiasticus graeco-slavicus p. 61). Patron von Arbe war der heil. Christophorus von Antiochia (Feiertag am 9. Mai, wie in den griechischen Menologien), dessen Reliquien in der bischöflichen Kirche der Stadt verwahrt wurden; seiner Hilfe wurde 1075 die erfolgreiche Vertheidigung der Stadt gegen einen Angriff der gens Uaragorum“ (Bdpa/sa), der unteritalischen Normannen zugeschrieben (R. 455–457). Ragusa besass seit 1010 die Reliquien des Bischofs von Ayatol im Golf von Issus in Kilikien, des heil. Zenobius und seiner Schwester Zenobia; deshalb ist der Frauenname Zenobia bei dem Stadtadel beliebt gewesen. Jünger ist der Cultus der heil. IIapa3xso aus Epibatai bei Selymbria, einer Schwester des heil. Euthymios, Bischofs von Madytos bei Kallipolis im X. Jahrhundert (vgl. Christ. Elem. 59 und Kaluzniacki in den Sitzungsber. der kais. Akad. Bd. 141). Ihre Reliquien wurden vom bulgarischen Caren Joannes Asén II. (1218–1241) nach Trnovo gebracht, wo sie sich grosser Verehrung erfreuten. Der Name, der griechisch Freitag bedeutet, wurde von den Slaven ebenso übersetzt als Petka (HeTBRb Freitag), von den Romanen Dalmatiens als Venera (nach venerd Freitag), von den Rumänen als Vinere, von den Albanesen als Sinte Prémte (prémte Freitag). Kirchen der S. Venera oder Petcha gab es in der Umgebung von Ragusa im Dorfe Bergatto und bei Gravosa. Don Petrus Summa aus Drivasto, Caplan der St. Blasiuskirche in Ragusa, vermachte 1400 a Sancta Venera in Driuasto calese uno de argento (Test. Rag. 1391–1402 f. 187), ein Venetianer Johannes de Trivisano, Patron eines Kauffahrers, 1414 a la glesia de Sancta Venera apresso Alexo (j. Alessio) duc. V di oro, cum li quali se faça vno paramento (ib. 1402 f. 213 v). Ein „abbas monasterii Sancte Venere de Curbino“ (Kurbino südöstlich von Alessio) in der Diöcese von Kroja wird in den Zeiten Skanderbegs 1457 genannt (Theiner, Mon. Slav. 1, 425). In Unteritalien gab es eine abbatissa S. Veneris de Mayda in der Diöcese von Nicastro in Calabrien im XIV. Jahrhundert (B.Z. 4, 62). Nach 1500 fand man diese heilige Venus zu heidnisch und machte eine Santa Veneranda daraus (alb. Ránja). Auffällig ist in Osteuropa 800–1200 die grosse Verbreitung von Namen des Alten Testamentes (vgl. AslPh. 21, 550). Fürsten der Bulgaren hiessen Symeon, Benjamin, David, Moses, Aron, Samuel, byzantinische Kaiser Isaak (Kommenos und Angelos), ungarische Könige Samuel und Salomon, ungarische Comites und Bischöfe Saul und Absalon. In Venedig heissen alte Kirchen San Geremia, San Moisé (schon c. 806 bei Joannes Diaconus), San Samuele (vgl. die Kirche 5 üsta: Yap,00 %. in Constantinopel, Theophanes 231), San Zaccaria (gegründet zu Anfang des IX. Jahrhunderts). Dieselbe Erscheinung fehlt nicht in dem von uns besprochenen Gebiete: eine Kirche des heil. Salomo in Nordalbanien bei Siklja (jetzt Sikje) an der Strasse von Scutari nach Prizren (Glasnik 15, 287: Grenze ma eketaro CoAouwa), ein Fels oder Stein des Salomo in den Engen des Drin bei Komana (Hahn, Reise durch die Gebiete des Drin und Wardar 55, 208), eine Kirche des heil. Abraham in Antivari (Abraham als Personen- und Familienname in Antivari und Cattaro), ein Kloster S. Moysis bei den Ruinen von Salonae (1078 f.), Kirchen des heil. Elias in Scutari, bei Dulcigno, bei Ragusa (S. Elias de Campo), auf der Insel Dalafota, in Zara (1289), in Arbe u. s. w., eine vallis S. Danielis béi Trad 1264 (Star. 27, 54) und eine „camera beati Danielis c. 1070 im Kloster des heil. Chrysogonus von Zara (R. 100). Eine Adelsfamilie von Antivari hiess Samoili, Samuelis. Noch in der spätrömischen Zeit entwickelte sich in den Ländern am Mittelmeere eine topographische Nomenclatur christlicher Art. Dörfer und Burgen wurden nach ihren Kirchen mit Heiligennamen bezeichnet. In den Haemusländern sind einige Beispiele schon bei Prokopios zu finden. In unseren Tagen ist die Seltenheit solcher Namen im Innern, besonders in Bosnien, und ihre grosse Anzahl in den Küstengebieten von Dalmatien und Albanien ein klares Zeugnis für das verschiedene Alter der Besiedelung dieser Länder. Ich habe diese Ortsnamen auf alb. Señt, Sin, Se, altdalm. Sant, San, daraus sl. Sut, Su, Sto- in einer Abhandlung (Christ. Elem. 18–32) näher besprochen. Diese Formen konnten entstehen, solange die Slaven das unverstandene Adjectiv als untrennbaren Theil des Namens betrachteten. Eine Kirche des heil. Bassus kommt in einem glagolitischen Denkmal als „Kirche des heil. Sanbas vor (svetoga Sanbasa, Mon. hist. jur. 6, 44). Charakteristisch ist es, wie mir der beste Kenner der Alterthümer Dalmatiens, Herr Museumsdirector Dr. F. Bulié in Spalato mittheilt, dass der Festtag des Patrons von Spalato, Bischofs und Märtyrers von Salonae, des heil. Domnio, Domnius oder Doimus, sl. Sveti Dujam, zugleich ein Markttag (7. Mai), in der ganzen Diöcese von Spalato Sudajma genannt wird, in Spalato und den Vorstädten Sudamja. Zu den Beispielen meiner Studie kann ich hier einige Nachträge mittheilen, die ich theils Herrn Dr. F. Bulié, theils Herrn D. von Preradovič, k. und k. Corvettencapitän und gleichfalls einem trefflichen Kenner der Inselwelt Dalmatiens verdanke: Suéidar, S. Isidorus in der Ebene von Spalato, nordöstlich von der Stadt, Bull. Dalm. 1899, 120. Sudajma s. oben. Sudaneja, eine Quelle bei Traü in der Nachbarschaft einer verfallenen Kirche des heil. Daniel. Sud zuraz, jetzt Pfarrdorf Suéurac, it. San Giorgio, bei Spalato schon 1397, Farlati 3, 344. Sukoišan, S. Cassianus in der Vorstadt Manus bei Spalato. Supetar: 1. Inselchen S. Pietro nördlich von Ragusa vecchia, im Mittelalter mit einem kleinen Kloster S. Petrus de medio mari; 2. Berg (495 M.) auf der Halbinsel Sabbioncello; 3. einige Häuser bei der Bucht Nečujan auf der Insel Solta. Supetarski rt, Vorgebirge auf der Insel S. Pietro di Nembi, südlich von Lussin. Sušéepan (S. Stephan), Spitze, die

Denkschriften der phil,-hist. Cl. XLVIII. Bd. III. Abh. 8

den Hafen von Ragusa vecchia von Süden einschliesst. Sustas, Weiler bei Antivari (von S. Anastasius?). Sutilja (S. Elias), Berg (390 M.) auf der Insel Meleda. Sutikva, Felshügel östlich von den Ruinen von Salonae bei Mravince (S. Thecla nach Bulié). Sut martindol im Vertrag der Subiéi mit Zara 1324, Lj. 1, 348. Sutomiséica, Pfarrdorf S. Eufemia auf der Insel Uljan bei Zara, wohl aus * Sutofumiščica (Fumia für Euphemia). Sutomore (S. Maria, Weiler bei Spizza (nicht Budua). Sutozel (?) 1210 bei Spalato, Star. 21, 251. Sutulija (S. Elias), ein Berg oberhalb Traü mit Steinbrüchen. Sutulja (S. Ilija), Dorf auf der Insel Giuppana bei Ragusa. Sut vara (S. Barbara), Berg (186 M.) auf Curzola. Sut vid, trigonometrischer Punkt 1155 M. bei Zivogosée zwischen Makarska und der Narentamündung; Häusergruppe Sutvid von Tučepi und Sutvid von Zivogosée abgebildet im Agramer Vienac 1898, 204–205. Eine andere Oertlichkeit Sutvid in der Umgebung von Traü. Suvarevina (S. Barbara), Berg (234 M.) ostsüdöstlich von Ragusa vecchia. Stivančica, Bucht bei der Spitze Planca (Ploča), wo im Mittelalter ein kleines Kloster S. Joannes de Planca stand. Stomorija (S. Maria) und Stomorska, Dorf und Seehafen auf der Insel Solta; dort auch eine Kirche Gospa Stomorina. Stomorina, Eiland östlich von der Insel Lagosta. V Stomori seli, s Stomorina sela 1450 in einem Testament aus der Umgebung von Zara, Mon. hist. jur. 6, 184–186. Zemlja Stomorinje polje 1323 in den Grenzbestimmungen zwischen den Dörfern Belgrad, Grizane, Kotor und Sopaljska bei Novi im croatischen Küstenland, ib. 78. Zu rein slavischen Bildungen gehört Sve éandrija (Sveti Andrija) auf Lesina. Zu Ašamarak (a San Marco) bei Cattaro (Christ. Elem. 27) ist zu vergleichen die Spitze Poděukmarok aus * Pod-sut-marbk südwestlich von der Friedhofskirche S. Marco auf der Insel Selve.

5. Romanische Orts- und Flurnamen.

Zähes Fortleben antiker Namen im einstigen Praevalis: Scodra, Medeon des Polybios, jetzt Medun u. a. Romanische Flurnamen bei Drivasto, Alessio, Antivari. Auslese aus der topographischen Nomenclatur in den Umgebungen von Cattaro, Ragusa, Spalato, Traü, Zara, Arbe, Veglia und im Quarnero.

Zahlreich sind die Reste der vorslavischen, illyrischen, römischen und romanischen Nomenclatur in den Ortsnamen des gesammten Küstengebietes, von Alessio bis Istrien. Charakteristisch sind die aus den Urkunden bekannten Flurnamen, ebenso die oft alterthümlichen Namen kleiner Inseln und Felsklippen (Scogli).

Auf dem Boden der spätrömischen Provinz Praevalis behaupteten sich geographische Namen mit besonderer Zähigkeit. Von den Flüssen heisst der Drilon des Ptolemaeus, Drino (-onis) oder Drinius des Plinius, im Mittelalter Drinus, romanisch (1301 f.) in venetianischen und ragusanischen Urkunden Ludrino, Lodrino, Uldrino, Oldrino, Ag2go» bei Anna Komnena (l. 12, cap. 9), alb. Drin, sl. im Mittelalter und jetzt Drim. Die Barbana wird seit dem Mittelalter alb. und sl. Bojana genannt. Die Hauptstadt Scodra (byz. Sz:2 z, mlat. Scodra, Scodaris des Diocleas, 1287f. Scutarum, Adj. Scodrinensis, altserb. CKAbpb, neuserb. Skadar) heisst alb immer noch Skodra. Ein merkwürdiger Rest des Cultus des heil. Sergius ist die Uebertragung des Namens der Burg Rosapha in Syrien auf das Castell von Scutari (Christ. Elem. 49f). Ebenso behaupteten sich die Namen von Lissus (Alessio, s. S. 9) und Olcinium (Dulcigno). Unvergessen ist auch Doclea (Düke). Ein Name der vorrömischen Zeit lebt heute noch im Gebiet der Kuči in Montenegro, östlich von den Ruinen von Doclea: Medeon, Burg des Königs Genthios bei Polybios (z: M=2=6»z th: Azosz:22; 29, 2), auch dem Livius bekannt als der Ort, wo der Legat Perperna die Frau und die Söhne des Genthios gefangen nahm (Meteone Labeatidis terrae Pantauchus regi Illyrio occurrit 44, 23; Meteonem, Labeatium gentis urbem, profectus 44, 32), Medione des Ravennaten, Medonum, Medun, Modon im XV. Jahrhundert (Lj. 10, 151, 167,266), noch gegenwärtig Medun, mit einem hochgelegenen Castell auf einem weissen Kalkfelsen (vgl. Hassert, Reise durch Montenegro, Wien 1893, 159). Dieses Fortleben uralter Namen ist auffallend bei den grossen Umwälzungen, durch welche eben diese Gebiete zu Ende des Mittelalters durch die Kriege der Venetianer, Serben und Türken betroffen wurden. Nicht weniger als fünf aus dem Mittelalter wohlbekannte bischöfliche Städte der Landschaft liegen in unseren Tagen in Ruinen: Sapa oder Sapata bei Alessio; Suacia, Soacia, Soaço, Suaço (Adj. Suacensis, Soa-, Soacinensis), altserb. Svač, noch im Jahre 1413 bewohnt, jetzt Ruinen Sas, Saš zwischen Dulcigno und Scutari (vgl. Giustiniano 1553 Commiss. 2, 231; Beschreibung mit Abbildungen von Ippen, Glasnik bos. 1899, 17–21); Sarda, Sitz des episcopus Sardensis, Sardanensis, CapbAonikHH (vielleicht -eKHH sc. grad?) bei König Stephan von Serbien, jetzt Ruine Surda in den Engen des Drin östlich von Dagno (Hahn, Reise durch die Gebiete des Drin u. s. w. 207, Ippen l. c. 1900, 88 ff., Degrand, Souvenirs de la Haute Albanie 110f, beide mit Illustrationen); Drivastum, A332372 Not. ep., it. Drivasto, Drievasto, in den Test. Rag. 1391 Driuest (sic), altserb. Drivost, Drevos, jetzt Burgruine Dristi im Gebirge nordöstlich von Scutari (Ippen l. c. 1900, 523–531, Degrand 88 f. mit Illustrationen); Baleçio, Balleço, Balezo, Balegio, Ballesio, Balezi, Baleç, Adj. Balagensis (-laz-), noch im venetianischen Kataster von Scutari 1416 „città da Balezo“ mit 25 Häusern (Star. 14, 38), seit dem XV. Jahrhundert verödet, jetzt Ruinen am Hügel Maja Balecit mit der Kiša (ecclesia) Balecit im Gebiete von Rioli östlich vom See von Scutari (Jastrebov im Glasnik 48, 382, Ippen im Glasnik bos. 1900, 512f.). Im Detail der topographischen Nomenclatur dieser Landschaften sind zwischen albanesischen und slavischen Ortsbenennungen einzelne Spuren der römischen Besiedelung sichtbar. Dazu gehört der Fluss Valbona in der Landschaft Pulati, byz. * II2.202. (Bischof II2.206» Not. episc.), mlat. Polatum, altserb. Pilot. Vgl. im ehemals rhaetoromanischen Gebiet einen Wald Valbona südlich von Bludenz. Bei Drivasto heissen 1402 zwei Grundstücke Fundina und Cruce (Div. Rag.). Vom lat. rivulus stammt der Name des Dorfes Riola im Kataster 1416, „fiume clamado Rivola“ im venetianisch-serbischen Grenzvertrag 1426 (Lj. 9, 15), jetzt Rioli. In der Nähe der Burg Sat in der Zadrima bei Alessio hiess 1459 ein Dorf Fontanella (Lj. 10, 139), ein anderes zwischen Drin und Bojana 1416 Barbarossi (jetzt Barbaluši). Ein Hafen zwischen Dulcigno und Antivari, Val di Noce auf den Karten unserer Zeit, heisst Valdanusi Lam. Rag. 1433, Ualdenoso, Val de noxe auf den italienischen Seekarten des XIV. und XV. Jahrhunderts. Bei Antivari werden bei Erbschaftsfragen einzelne Flurnamen genannt: Montecauallo 1414, Fontana leprosa 1437 (Lett. Rag.). Zahlreiche andere sind in den Testamenten von Ragusa verzeichnet. Dompnus Dimitrius Seget (auch Zeget) de Antibaro nennt 1414 eine vigna de Spilaci (Test. 1402f. 223). Domnus Andreas de Zare olim canonicus Antibarensis, nunc venerabilis abbas Melitensis vermachte 1422 den Canonici der St. Georgskathedrale von Antivari Weinberge in Thomba, una cortina posta in Gaycur po, eine andere in Zopiala, „una oliua granda, posta raso (sic) lo fiume de Spinosa“, den Canonici von St. Peter ein „terreno posto sula montagna, che configna (sic) con Gradina, chiamado Grisas et uno campo a Pual” et oliue de Congera“, dem Marino fiol di Ser Andrea di Zare „le terre della montagna con la Selita, lo decto terren chiamado Borchina“, dem Ser Zuan de Pichicho d'Antiuar, angesiedelt in Srebrnica in Bosnien, „li terreni miei posti sotto Zucha negra“, „lo terreno di Bort aiso“ (Test. 1418f. 61 v.). Nicolaus Mar. de Nale de Antibaro verfügte 1451 über eine vigna de Pradamos, possessione Olmari, vigna de Tribian (Test. 1445 f. 192). Ein anderes Testament nennt 1413 eine vigna della Sulferada bei Scutari (ib. 1402 f. 198). Im einstigen Golf von Rhizon oder Risinium hat die alte illyrische und römische Stadt ihren Namen behauptet, obwohl auf ihren Ruinen im Mittelalter nur eine unbedeutende slavische Ansiedelung vegetierte: z 'Pizzyz des Kaisers Konstantin, mlat. Resena, Rissina, Rissen, Resson, Rissanio, sl. Risbn (PHebub), jetzt Risan, it. Risano. Südlich davon liegt das Städtchen Perasto, dessen Name mit den illyrischen Pirusten in Zusammenhang gebracht wird, im Mittelalter Paresto, Pareste c. 1330 Not. Cat., Parasto, Pirasto c. 1365, Perasto 1370f, Prasto 1431 Not. Cat. Südwärts kam man zwischen Orahovac und Dobrota über Daranto, flumen Daranti (XIV. Jahrhundert) zu dem neuen Centrum der Landschaft. Cattaro steht vielleicht an der Stelle des römischen Acruium des Plinius, 'A3xg2öt2» des Ptolemaeus (vgl. alb. krüa Quelle), das jedoch Jelié bei Teodo sucht (Wiss. Mitth. aus Bosnien 7, 199), und führt zuerst einen mit lat. de verwachsenen Namen: Decadaron Geogr. Rav., tz Azzzzzoz Kaiser Konstantin und Niketas Akominatos (Var. töy Aszx:égo» für Kxt: go» des Textes, l. 5 cap. 4, ed. Bonn. 206), Adj. Decatarinus in Ragusa in Personennamen noch 1282, mlat. Catera, sp. Cathara, dann in der Regel Catarum, sl. Kotor. Localnamen: in Crepis, ad Gurditem (Stat. Cat. 408, wohl vom lat. gurges, jetzt Porta di Gordicchio; vgl. Leute de Gurgite in Neapel), Puteo (jetzt Pué), Scorda (die Fiumara bei Giustiniano 1553), Surana (jetzt Quelle Suranj). Im Territorium: Mulo, Mulla (jetzt Mula, sl. Muo), flumen de Calme (Stat. Cat. 111), Perçana, Parçana, Parsiana, Pergagna (jetzt Perzagno, sl. Prêanj), Angosce, -xie (bei Stolivo, c. 1330 Not. Cat.), vinee und calameta in Pino (ib.), Pladano (ib.), „calametum de Arena alba“ (Stat. Cat. l. c.), Theudo, Theodo, 1331 latus Tiueti (jetzt it. Teodo, sl. Tivat), ein Hügel Dumidrana, Damidrana im XIV.–XV. Jahrhundert (Demetriana?) u. s. w. Im IX. Jahrhundert wurde die gegenüber Castelnuovo liegende Stadt Rosa von den Arabern zerstört (PÖzz, Pö33x des Kaisers Konstantin ed. Bonn. 3, 61, 130), Rosa 1383, Roxa 1411 in Documenten von Ragusa, heute noch Porto Rose.

* Alb. pül Wald, nach G. Meyer vom lat. paludem.

Auch bei Epidaurum und seinem Nachfolger Ragusa, mlat. Ragusium, vulgär Ragusi, Ragusa, mgr. "Px2 72», Adj. Ragusinus, Raguseus, Ragusitanus, ist eine Reihe antiker Namen erhalten.” Epidaurum selbst hiess im Mittelalter Civitas vetus Ragusina, romanisch Citavecla (1334 f.), Citade vechia (1326), auch Civitas antiqua (1389 f.), Urbs vetus (1419), seit 1409 Alt-Ragusa: ad portum vetuste ciuitatis Ragusii“, „Ragusium vetus“, jezt Ragusa vecchia. Slavisch nannte man die alte Stadt IbnTatb (M. 42) c. 1250, im XV. Jahrhundert lantat, auch in lat. und it. Urk. 1423f. Zaptat, Captat, jetzt Cavtat (Caftat). Vgl. Cividale in Friaul sl. Cabdad, Mon. hist. jur. 6, 11, 72f. Die Umgebung hiess Canale, it. Canali (Kzyz. des Kaisers Konstantin), sl. Konavli (Plur.) nach dem grossen Aquäduct von Epidaurum. Ein anderer Hafen dieser Landschaft war Malontum, Maluntum, sl. im XIII. Jahrhundert wie jetzt Molunat. Auch die Insel Mercana vor Epidaur heisst wohl seit dem Alterthum so. Gegenüber liegt das Thal Brenn um, gegenwärtig it. Breno, sl. im Mittelalter Zrnovnica (Zrnov Mühlstein, jetzt Zupa (zupa comitatus) zz Szzfo, ebenso wie auch die Landschaft Grbal bei Cattaro gewöhnlich nur Zupa genannt wird; vgl. ein Dorf Breno in Val Camonica nördlich von Brescia, Fluss Brenno am Lukmanier in der Schweiz, die franz. Stadt Brienne, lat. Brenna, comes Brennensis. Der untere Theil von Brennum hiess Subbrenum, woraus die Slaven Srebrno machten, als ob es von srebro Silber wäre (Subbrenum noch im XIV. Jahrhundert, Srebreno 1372f.). Auf den Höhen oberhalb Breno liegt Bergatto, sl. Brgat, im Mittelalter Uergato 1222f, Uirgatum 1345, 1405 u. s. w., wohl ein lat. virgetum; vgl. ein Dorf Vergato zwischen Bologna und Pistoja. Eine Anhöhe dabei hiess Tumba. Den Berg über Ragusa selbst nannte man Cresta (it. cresta Kuppe, Spitze, frz. créte), im XIV.–XV. Jahrhundert slavisirt zu Cresteg (krstac von krst Kreuz), jetzt Srgj nach einem Kirchlein des heil. Sergius. Weiter nördlich lag das Thal Joncet um 1261, 1292, Jonchetum, Junchetum (iuncetum von iuncus Schilf), jetzt it. Zonchetto, sl. seit dem XIII. Jahrhundert Sumet. Der Fluss Ombla, sl. Rijeka, hiess Umbula, Ombola, Umbla, Ombla. Seine Quelle wurde im Mittelalter Bulentum, slavisch Oko oder Vrelo genannt; ein Dorf Buletum (jetzt Bulet) lag bei Malfi. Vorslavisch ist auch der Name des Dorfes Rozat (Rogiatto), Rogato, Razata, Raxata, Raçata, Raçato an der Ombla (vgl. mlat. rosetum = arundinetum, iuncetum; frz. roseau). Auffällig ist die Form Rabiatum: ecclesia Rabiati 1261 (Orig, Arch. Rag.) und S. Maria de Rabiato 1262 Farlati 6, 108; man denkt unwillkürlich an loggia und lobia. Alt ist auch Grauossium (jetzt it. Gravosa, sl. Gruz), worunter die ganze Landschaft bis zum Thore von Ragusa verstanden wurde, im XIV. Jahrhundert sogar über die Stadt südwärts hinaus bis zum Benedictinerkloster des hl. Jakob von Visnjica (Gesetzbuch „Liber Reformationum“ l. 10 cap. 7 von 1361). In der Stadt selbst hiess der steile Absturz zum Meere Labes, Lave mit Meçalave, der porta de Labis und der Kirche S. Michaelis de Labe, Labibus. Dieser Name wiederholt sich nicht nur in der Umgebung von Ragusa, sondern auch bei Spalato als Felsen Lau 1080 R. 129 und im neapolitanischen Gebiet: a la Labe“ im Codex Cavensis 1048 (De Bartholomaeis 346). Die Kathedrale von Ragusa hatte Recht auf „omnia, que mare portauerit ab ecclesia Sancti Iacobi de Uisniça et a Punta de Secco (var. Sacco) de Crumulauersus Portum Ragusii“, „exceptis paruis lignis de foco“ (Stat. Rag. 1. 1 cap. 23). Das Vorgebirge zwischen der Mündung der Ombla und dem Hafen von Gravosa nannte man Caput fici, jetzt Kantafig, Punta de Candafigho schon 1453 (aus canto oder cavo da figho). Die Halbinsel Lapad heisst im Statut 1272 Lapido (Grauossium cum Lapido et Sancto Martino, Stat. Rag. l. 7 cap. 64), Lapedo 1282, Lapado im XIV.-XV. Jahrhundert, der waldige Berg Petka darin Mons Acutus, Montecuto, Montoch ut im XIV.-XV. Jahrhundert, als „monte Acuto“ bei dem porto di San Martino bekannt noch dem Luccari (Copiosoristretto degli annali di Rausa, Venezia 1605, 42), die Anhöhe gegen Ragusa Mons Bertus im XIV. Jahrhundert, jetzt Montovjerna (Montouerno schon 1434). Nördlich von Gravosa

* Vgl. Handelsstrassen und Bergwerke 7f, Bedeutung von Ragusa in der Handelsgeschichte des Mittelalters 41f. In dieser letzten Abhandlung habe ich auch ausgeführt, dass der Name der Stadt Ragusa im südöstlichen Sicilien erst in neueren Zeiten dem der dalmatinischen Stadt gleich geworden ist. Die sicilische Stadt hiess in der byzantinischen Zeit "PoYo,

vulgärgriech. 'PoYoó; (vgl. ein zweites "Poyo, jetzt Rogus in Epirus), während der arabischen Herrschaft Raghus, erst nach der Vertreibung der Araber aus Sicilien Ragusa.

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