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von Triest, wo Irineo della Croce 1698 in Obëina, Trebič und Padrić Ansiedler erwähnt, die sich „Rumeri nannten und nach den Proben ihrer Sprache (berbaz homo, fizori filii u. s. w.) ohne Zweifel Rumänen waren (Miklosich, Wanderungen 2). Nach anderen Zeugnissen des XVII. Jahrhunderts waren die „Morlacchi“ oder „Chichi des Karstes damals doppelsprachig; sie sprachen slavisch und una lingua da per se, la quale in molti vocaboli è simile alla latina (ib). Eine solche Doppelsprachigkeit ist auch für einen grossen Theil der Wlachen und Maurowlachen Dalmatiens in den letzten Jahrhunderten des Mittelalters anzunehmen. Im XVII. Jahrhundert scheint, wenigstens nach Lucius, das Rumänische bei den Wlachen Dalmatiens vergessen gewesen zu sein. Das Aussterben des Rumänischen bei den Berghirten brachte es mit sich, dass in Croatien, Bosnien und Dalmatien der Name der Wlachen, im Gegensatze zu allen anderen slavischen Sprachgebieten, seine ethnographische Bedeutung vollständig verloren hat und heute Hirten, Bauern des Festlandes oder Angehörige der orientalischen Kirche bezeichnet. Unter den Wlachen der Hercegovina gab es übrigens auch einzelne Gruppen albanesischen Ursprungs. In den Archivbüchern von Ragusa werden seit 1300 oft genannt die Wlachen Burmas, mitunter Brumas geschrieben, nach 1400 auch Bormaxi, Burmaxi, Burmasi, Burmaseuich, Burmaxouich; jetzt Gemeinde Burmazi im Bezirke von Stolac. Es ist ein albanesischer Personenname Burmad: IlakbAb Boooo 1330 unter den Leuten des Klosters Dečani in der Zeta (Glasnik 2. Serie, Bd. 12, 120), „vir magnus, alb. bur Mann (vgl. G. Meyer, Etymolog. Wörterbuch der alb. Sprache 55) und ma6, maoi gross. Die Albanesen reichten im Mittelalter überhaupt in einzelnen Gruppen weiter gegen Norden als in unseren Tagen. Das Statut von Cattaro nennt (Art. 417 von 1339) in der Zupa von Grbalj als Bauern Arbanenses und Sclavi. Im ältesten Notarialbuch von Cattaro c. 1330 ist verzeichnet, wie Guine (alb. Ghin) et Jon (alb. Gjon Johannes) fratres, filii quondam Bratice Scoromirich de Gherbili, von Petrus Polenarii de Cataro Kühe ad pascendum, „secundum usum terre“ erhielten, und wie Jon Albanensis mit seiner Frau Maria, seinen Söhnen Petrus und Nycola und seiner Tochter Chiura- sich verpflichten, Basilio de Salue de Cataro perpetuoseruituros in omni genere famulatus et fieri totaliter suos et suas secundum consuetudinem ciuitatis Catari (p. 100, 107 des Codex). Auf der Westseite des Sees von Scutari erscheinen Albanesen nicht nur in der heute noch albanesischen Krajina, sondern auch nördlich davon in der gegenwärtig rein serbischen Crmnica, auf den Gütern des St. Nicolausklosters von Vranjina: in einer Urkunde der Königin Helena, Mutter des Königs Stephan Uroš II. Milutin (1282–1321) Geno Voglié (alb. vogelje klein), Dominko Salkut, Bardonja (Glasnik 47, 223), in einer Schenkung des Königs Uroš III. ein Dragos Voglié (ib. 225) u. A. An der Nordseite des Sees sind in jetzt rein slavischen Gebieten einzelne albanesische Ortsnamen erhalten: Singjon (alb. Sanctus Johannes) an der Crnojeviéa Rjeka, in der Lješanska Nahija die Dörfer Progonoviéi (vom alb. Personennamen Progon), Sekulare (ausgewandert zu den Vasojeviéi, P. A. Rovinskij, HepHoropia, 2, 56, 116), Goljemade (Golemadi 1444, Gogliemade 1451 Ljubić 9, 203, 408), alb. Grossmäuler gulae magnae), Beri (1444, 1451 ib.), von dem die Sage noch weiss, dass die ursprünglichen Einwohner jetzt in Kastrati wohnen (Zeitschrift „Prosvjeta von Cetinje 1892, 3, 99), und das durch den Sieg der Montenegriner 1796 bekannte Krusi (Crussi 1451), dessen Name indessen mehr an die altdalm. Form für lat. crux erinnert. Nichtslavisch ist auch der Name des Dorfes Malenza südlich von Danilovgrad und des Stammes der Malonsiéi (MaAonbunkt 1411 Pucié 1, 104, Malonzichij 1455 Ljubié 10, 68). Bezeichnend für die ethnographischen Umwandlungsprocesse sind die Sagen, welche albanesische und montenegrinische Stämme dieses Landes von einem Stammvater ableiten, so die gegenwärtig slavischen Piperi und Vasojeviéi und die jetzt albanesischen Hoti und Triepši (Hahn, Alb. Studien 1, 185 f., Rovinskij, HepHoropil 2, 116, vgl. Novaković im Rad 37, 18 A.). Ein Uebergangsprocess aus dem Albanesischen ins Slavische ist jetzt bei den Kuči zu beobachten. Durchgemacht haben ihn die Mataguži bei Podgorica, jetzt Serben (Matarovok, in den Urk. von Dečani und Vranjina, Matagusi, -sii, -xi in ragus. und venet. Urk.). Dabei ist zu bemerken, dass alle Stammnamen von Montenegro alt sind und sich meist schon im XIV.–XV. Jahrhundert nachweisen lassen. Irrthümlich ist die in unseren Zeiten verbreitete Anschauung, das albanesische Element sei ostwärts z. B. in die Landschaft von Prizren erst in der Türkenzeit vorgedrungen. Das Dorf Dobrušta westlich von Prizren am Weissen Drim stellte in der Zeit Stephan Dušans, wo es dem Kloster Chilandar gehörte, aus seiner posto/a den Mönchen 6 vojnici“ (Soldaten), von denen der eine den albanesischen Namen Gin der „Weisse“ (Trin, Bean) führte (Florinskij, IIa.MITHIRH 3aRoHoHaTeIbHoi IbHTeIbHocTH TyIIIaHa 50). In Prizren selbst erscheinen in der Zeit desselben Caren ein Töpfer Ljes (Atul ppnas), ein Gjon (Twil) mit seinem Sohne Malbcb und ein Gin der „Krebsäugige (Trini, Pakowa, Glasnik 15, 270–271). Die Personennamen der Albanesen des Mittelalters lassen in ihnen eine altchristliche Bevölkerung von mehr städtischer Cultur erkennen, die den byzantinischen Griechen und den dalmatinischen Romanen näher stand als den Slaven. Der Albanese führte regelmässig zwei Namen. Der erste ist meist ein christlicher Vorname, selten ein altromanischer oder nationaler, der zweite ein Gentilname, in den meisten Fällen der Name eines Dorfes oder eines Stammes, seltener die Bezeichnung einer persönlichen Eigenschaft. Das meiste Material bieten von den serbischen Klosterurkunden die von Dečani 1330 (Glasnik 2. Serie, Bd. 12, 55, 120 f.) und das venetianische Kataster von Scutari 1416 (Starine 14). Da sehen wir, dass die meisten Albanesen damals Alexa (alb. auch Ljes), Andreas, Bencho (Benedictus), Constantinus, Dminko (Dominicus), Dmitr (Demetrius), Giergi oder griechisch Calozorzi, Gin oder Ghin (Johannes; ägyoy toö A)ßdyoo Tyl: toö IIgoYéyoo, Demetrios Chomatianos ed. Pitra col. 1), Gon oder Jon (auch Johannes), Lazar, Leo, Marin, Marko, Mauricius (Morichi), Michael, Peter, Paul, Pelegrin, Sergius, Stephan, Zacharias u. dgl. hiessen. Nationale Vornamen sind z. B. Barda (bar), bardi weiss), Bitri, Gonoma oder Jonima, Lalosius, Lecha, Progon. Romanisch sind die auch in Dalmatien bekannten Tanuš (Tanusius ein römischer Name; Tay0ö3:/3, Sohn des Téy): bei Demetrios Chomatianos col. 424), Calens (Calenda), Masi (Magius, Madius), Menchesi, fem. Mencha, Margaritus, Die slavische Nachbarschaft ist bemerkbar an den Namen Dabiziv, Radomir, Radogost, Bogdan, Vojin, Vlad, Golèm (kirchensl. und bulg. gross; Too).dpa: Herr von Arbanum bei Akropolites, vgl. AslPh. 21, 87, ein Toatia, 1330 in der Urk. von Dečani 120) u. A. Die zweiten Namen sind meist bekannt aus der geographischen Nomenclatur des Mittelalters und der Neuzeit: Gin Doclesse comandador und Giergi Doclesse (Star. 14, 33) wohl vom alten Doclea (vgl. ähnliche Derivate bei Hahn, Alb. Studien 2, 119), Egressi (Kryub Urk. von Decani 120; Dorf Egressi, Starine 14, 36), Nerazi (llepai ib.), Bušat (Sovuatbib., Bussati bei Scutari), Tuzi (Karoo ApBattact, Atul Tooz, l. c. 55, 121; Dorf Tusi, wo fast alle Einwohner diesen Zunamen führen, Starine 14, 34; jetzt Tuzi bei Podgorica) Cucci (Ilers, Kool ib., jetzt ein Stamm Kuči in Montenegro), Grouemiri (alb. die schöne Frau), Samarisi, Leporonsi, Spatari, Gasoli, Precali, Malizori, Schirelli (Skreli) u. s. w. Nicht geographisch sind z. B. Voglié (s. oben) oder Vogali (klein), Sesa (schwarz), Mira (schön, gut), Bochomiri, Buchemir (gutes Brot, Dorfname?), Suma (Masko Covala l. c. 121, Somma, Summa im Kataster von Scutari; noch jetzt in Scutari), das oben erwähnte Burmad. Vgl. noch: Bisdos (Sticbaoeb l. c. 55) oder Busadosa (Ilakat, Booses l. c. 120, einige Butadossi [sic] 1416 bei Scutari), Piserag (Ileaerprint, Theepart, l. c. 55, 121, Jon Pissarago, Marin Pissarache, Starine 14, 36 und 43) u. A. Die Nachkommen der alten Illyrer werden im Mittelalter seit dem XI. Jahrhundert als Aßaya, APßaya, A)ßayita, APßayitat, Albanenses, Arbanenses, it. Albanesi, Arbanesi (in den Archivbüchern von Ragusa 1320 f.), darnach sl. Arbanasi (Sing. -sin) bezeichnet. Der Name ist antiken Ursprungs. Schon Ptolemaeus nennt in den Bergen nordöstlich von Dyrrhachion einen Stamm der A)ßayoi mit der Stadt A)ßayótto).:, die Hahn (Alb. Studien 1, 120–121) in den jetzt Skurtése genannten Ruinen am Westfusse des Berges von Kroja suchte. Kroja war auch das Centrum der mittelalterlichen Landschaft Agßayoy, A)ßayoy, Arbanum, sl. Rabbnb (vgl. AslPh. 17, 567 und 21, 78 f.), die sich von den Albanesischen Alpen“ zwischen den Flüssen Lim und Drim bis zu den Bergen südlich von Elbassan erstreckte. Gegen Ende des Mittelalters begann sich der Name Albaniens von dort aus nach allen Seiten auszubreiten. Die Albanesen selbst, auch die in Griechenland und Unteritalien, kennen den Namen im toskischen Dialekt als Arber, Arberés, Arbenór der Albanese, gegisch Arbeni, -nija, tosk. Arbers, -rija Albanien überhaupt, besonders aber die Gebiete bei Durazzo und Valona. Ein jüngerer Name, nicht bekannt den im XIV.–XV. Jahrhundert ausgewanderten Albanesen in Griechenland und Italien, ist Skipetär der Albanese, gegisch Skipen, -nija, tosk. Skiper, -rija Albanien, von Gustav Meyer (Etym. Wörterbuch der alb. Sprache 411) erklärt aus skipoñ ich verstehe, aus dem lat. excipio vernehme, höre, also Skipetär eigentlich der Verstehende“. Eine Spur dieser Benennung findet sich in einem mittelalterlichen Familiennamen. In Drivasto gab es ein Geschlecht Schepuder 1368, Scapuder 1370, Schipudar, Schibudar 1372, Schipudar 1383, 1392, Schapudar 1402. Ein presbyter oder dompnus, don Petrus Sch. de Driuasto, Canonicus der bischöflichen Kirche seiner Vaterstadt, der 1392 auch alle Einkünfte des Bisthums der Stadt in Pacht hatte und oft nach Ragusa kam, wo er 1399 gestorben ist, wird in den Büchern der Diversa von Ragusa seit 1368 erwähnt; nach ihm noch eine Vlasna, filia, quondam Andree Schapudar, verheiratet mit Nicolaus Ispani, einem Edelmann aus dem bekannten Geschlecht der Spano von Drivasto, 1402. Die erste Erwähnung der „lingua albanesesca (vgl. lat. -iscus in thraciscus, daciscus, altit, grecescho, turchescho) fand ich in einem Processe in Ragusa 1285 über einen Diebstahl im „casale des Petrus de Volcio in Belen (jetzt Plat) im Thale von Breno. Der Zeuge Matheus filius Marci de Menge sagt: „audiui unam uocem, clamantem in monte lingua albanesesca“, worauf er beim Weingarten des Benedictus de Gondula „unum Albanensem“

* „Vlachos autem per montes Rasciae, Bosnae et Croatiae degentes, etiamsi multi Romanorum esse progeniem arbitrantur et tempore occupatae a Slavis Dalmatiae in montes secessisse cum presbytero Diocleate autumant, tamen, cum nullum Romanae linguae vestigium retine ant, nomenque ipsorum innotuit eo tempore, quo Vlachorum momen cum ipsis Slavis iam confusum reperiebatur et pastorem significabat, ideo pastorum nomine censitos fuisse, prout et nunc, verosimile est. Hos Itali Morlaccos dicunt.“ Lucius ed. Schwandtner 3, 459

Denkschriften der phil.-hist. Classe. XLVIII. Bd. III. Abh. 6

Bogo Bochomire Starine 14, 36, Alessio Buchemir ib. 46. Die Sagen von den Bukumiri, alten Landeseinwohnern in Montenegro, sind jedenfalls nicht mit den Bogomilen in Zusammenhang zu bringen, wie es bei Rovinskij zu lesen ist

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erblickte, welcher Trauben und „duas scopinas, plenas musto“ trug (Diversa 1284–1285 im Archiv des k. k. Kreisgerichtes, bezeichnet als Div. Canc. 1275). Albanesen gab es zum Schlusse des Mittelalters in Ragusa sehr viele, Kaufleute, Handwerker, besonders aber Mönche und Geistliche aus den Bergen Nord-Albaniens, in einer Zeit, wo bei der Blüthe des Handels und der Schiffahrt geistliche Studien für die Ragusaner selbst wenig Anziehungskraft hatten.

4. Die Romanen der dalmatinischen Städte des Mittelalters.

Romani, Latini, Dalmatini. Städtische Nobilität. Die Kirchen von Salonae und Praevalis. Die Erzbisthümer von Spalato, Zara, Ragusa und Antivari. Der Bischof von Cattaro unter dem Erzbischof von Bari in Apulien. Griechischer Einfluss auf die Kirche nur unter Kaiser Basilios I. Der romanische Clerus seit dem IX. Jahrhundert gegen die slavische Liturgie. Basilica und ecclesia. Altchristliche, occidentalische und orientalische Heiligenculte. St. Demetrius und St. Plato in Zara. Namen aus dem Alten Testamente. Geographische Namen auf Sut-, Su- (aus Sant, San).

Die Bewohner der alten Städte Dalmatiens wurden im früheren Mittelalter als Romani bezeichnet. Bei der byzantinisch-fränkischen Grenzregulirung 817 unterscheiden die Annalen, welche man Einhard zuschreibt, und die Vita Hludovici imperatoris zweierlei Dalmatini, Romani und Slavi; die Romanen wohnten in den maritimae civitates“, die nach Einhards Vita Karoli Magni (cap. 15) den Griechen blieben, die Slaven in der Nachbarschaft der Küstenstädte unter fränkischer Hoheit (vgl. R. 315, 317). Auch Kaiser Konstantin bezeichnet die Dalmatiner als Pop.dya, wohl zu unterscheiden von den Popalo, den byzantinischen Griechen (de adm. imp. cap. 29, 31, 32, 33, 35): "Pop &vao:, tob: vö» As)patia» zai to Aoggoyoy oxoöyta: (d. h. den Norden des 0äpa von Dyrrhachion, welches damals auch Antivari, Dulcigno und Scodra umfasste, ed. Bonn. 3, 153). An einer Stelle ist der Umfang ihrer Wohnsitze in Dalmatien eingeschränkt auf die Städte Ragusa, Spalato, Trail, Zara, Arbe, Veglia und Ossero, Öy tvCO» «a oixzogs: pé/0 ToD vöy [o] Pop.dyat «a).0övrat (ib. 128). Zu ergänzen ist noch Cattaro. Der Araber Idrisi (1153) unterscheidet klar die Dalmatiner in Arbe, Zara, Trail, Ragusa und Cattaro und die Lateiner (Ládhinón) in Dulcigno von den Slaven, die z. B. in Senna (Zengg) und Biograta (Zara vecchia) wohnen. Sein Zeitgenosse Wilhelm von Tyrus (lib. 2, cap. 17) schildert Dalmatien als ein grosses Land zwischen Ungarn und dem Adriatischen Meere, voll Berge und Wälder, mit grossen Flüssen, ausgedehnten Weideplätzen, wenig Ackerbau und viel Viehzucht, bewohnt von einem populus ferocissimus, rapinis et caedibus assuetus“, „exceptis paucis, qui in oris maritim is habitant, qui ab aliis et moribus et lingua dissimiles latinum habent idioma, reliquis sclavonico sermone utentibus et habitu barbarorum“. Von den Städten nennt er vier „metropoles“: Jazara (aus dem mlat. Jadera und it. Zara), „Salona, quae alio nomine dicitur Spalatum“, Ragusa und Antibaris, die in der That damals alle vier Erzbisthümer waren.

Später nannte man die Stadtbürger allgemein Latini. In der nach der Meinung von Racki in der zweiten Hälfte des XII. Jahrhunderts in Antivari verfassten Schrift des sogenannten Presbyter Diocleas sind die Sympathien des Verfassers in seiner confusen Schilderung der heidnischen Zeit bei den christiani, qui latina utebantur lingua (cap. 9, p. 13 ed. Crnčić), christiani, qui in civitatibus maritimis habitabant (cap. 3, p. 7), welche verfolgt von den heidnischen Slaven oder Gothen sich in montanis in Burgen und festen Plätzen behaupteten, bis nach der Christianisirung der Slaven die von den Heiden zerstörten Städte angeblich wieder erneuert wurden. Später haben Saracenen aus Sicilien alle Küstenstädte wieder zerstört; „Latini autem fugientes montana petebant“. Viele derselben wurden von den Slaven gefangen, welche diese „Latinos wieder entliessen, gegen Tribut und Unterthanschaft (cap. 26, p. 32). Thomas Archidiaconus von Spalato im XIII. Jahrhundert unterscheidet „Latinos, qui regiones maritimas habitabant“ von den Sclavi oder Chroatae und schildert ein Gefecht zwischen den Spalatenses und einem „Chrouatorum dux c. 1170 als einen Kampf zwischen Latini und Sclavi (ed. Rački 26, 70). Thomas war überhaupt ein überzeugter Parteigänger des italienischen Einflusses. Er bemühte sich auch, an die Spitze seiner Stadtgemeinde einen aus Italien berufenen Podestà zu stellen (regimen Latinorum, potestas de gente latina ib. 118). Auch in den dalmatinischen Urkunden sind die Städter oft als Latini den Nachbarn, den Sclavi, gegenübergestellt. In einer Urkunde aus Nona 1072, einer Schenkung an das Kloster des heil. Chrysogonus in Zara, erscheinen als Zeugen zuerst die Höflinge des bei der Abfassung anwesenden croatischen Königs Kresimir, dann einige Zaratiner als „testes Latini (R. 93). Ebenso sind Latini und Sclavi einander gegenüber gruppirt bei Spalato 1176, Zara 1187 und Trail 1189 (K. 2, 96, 140, 154). Testes Latinos et Sclauos finden wir in Ragusa auch im XIV. Jahrhundert. Im Innern der Halbinsel waren die Ragusaner noch in der Türkenzeit bekannt als Latini, obwohl sich die ethnographischen Unterschiede mit der Zeit immer mehr verwischten. Dass die Ragusaner 1200–1250 in vier slavischen Urkunden als Wlachen bezeichnet werden, ist bekannt (S. 35). Aus dem Beginne der Neuzeit ist von Interesse das Zeugniss eines ragusanischen Patriciers, des Abtes Aloisius Cervinus (die Familie hiess sonst Cerva), genannt Tubero († 1527): „sane ante Sclauenorum in Illyricum ingressum non modo Dalmatae latina lingua, qua multum nunc quoque utuntur, sed et omnes Illyriciusi sunt, deductis per totum Illyricum latinis coloniis, unde nunc quoque maritimi Dalmatae a ceteris gentibus, quae mediterraneas Illyrici regiones incolunt, Latini appellantur, non quia Dalmatae Romano pontifici parent, sed quia lingua, habitu et literis latinis utuntur“ (Commentarii ed. 1603, p. 12). Von der Bevölkerung kennen wir aus der Zeit 900–1250 näher nur die Geistlichkeit und die Nobiles der Städte. Die Verwaltung der einzelnen Gemeinden befand sich in den Händen hervorragender Familien, deren Mitglieder die weltliche und kirchliche Autorität in ihren Händen vereinigten. Diese Edelleute waren priores (seit dem XII. Jahrhundert comites), wechselnde Vorstände der Gemeinden, tribuni, ursprünglich Officiere der Localtruppen und Schiffe, später Richter und Stadtbeamte, ausserdem auch Bischöfe und Aebte der städtischen Klöster.“ Diese localen Patricierdynastien von Zara und Spalato sind aus den Urkunden des X.–XII. Jahrhunderts bekannt, ihre Rivalitäten bei der Besetzung der Bisthümer aus den anschaulichen Schilderungen des Thomas Archidiaconus. Die Kirche war in den dalmatinischen Küstenstädten mit den Resten der römischen Bevölkerung stets lateinisch. Die Erzbischöfe von Salonae, nunmehr in Spalato, behaupteten ihren Vorrang auch im Mittelalter. Kaiser Leo der Isaurier (717–741) hat nach dem

* De Franceschi, I castelli della Val d' Arsa, Atti e memorie della società Istriana di archeologia e storia patria 14 (1898), 136–137, erwähnt aus einer istrischen Urk. 1102 eine villa „que dicitur Cortalba inter Latinos“. Diese Latini sind Italiener und nicht, wie der Verf. meint, Rumänen, deren Einwanderung nach Istrien viel jünger ist. Nach Dr. M. Bartoli in der Recension der genannten Abhandlung in den Studjdi filologia romanza vol. 8 (1901), S.-A. 111 nennen die Slaven bei Albona heute noch „Latini“ die Istrianer des SW. bei Dignano, Valle u. s. w.

* Eine Zusammenstellung der priores, tribuni, iudicatores u. s. w. der dalmatinischen Städte bei M. Brašnié, Municipien in der Zeit der croat. nationalen Dynastie, Rad 32 (1875), 96 f. Vgl. auch Lenel, Die Entstehung der Vorherrschaft Venedigs an der Adria (Strassburg 1897) 15 f.

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