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Lager, erhob den Centurio Phokas zum Kaiser und marschirte aus den Quartieren bei Securisca (an der Donau bei Nikopol) gegen die Hauptstadt. Phokas besetzte Constantinopel im November 602 und liess den Mauricius enthaupten. Das aufständische Heer ist nicht mehr in die Donauländer zurückgekehrt. Es wurde von Phokas gegen die Perser gesendet und in den asiatischen Feldzügen vollständig aufgerieben. Theophylaktos Simokattes (8, 12, 12) schreibt, von den Truppen, welche den Phokas erhoben haben, seien durch Strafe Gottes unter Kaiser Heraklios auf dem Feldzuge gegen die Perser nur zwei Mann übrig gewesen. Nach Theophanes (ed. De Boor 290, 292) brachen die Avaren sofort nach der Militärrevolution in Thrakien ein und wurden 604 durch einen erhöhten Tribut nicht besänftigt. In der Zeit, als die Perser die Provinzen Asiens überflutheten und 609 am Bosporus gegenüber Constantinopel erschienen, als die römischen Beamten und Besatzungen in Syrien und Aegypten sich gegen den Usurpator auflehnten und als in Carthago die Erhebung des Heraklios vorbereitet wurde, standen in Illyricum und Thrakien alle Wege den Slaven und Avaren offen. Ueber die Ereignisse in diesen Provinzen haben wir eine wichtige Nachricht bei Johannes, Bischof der Stadt Nikiu im Delta des Nils (Bischof nach 661, lebte noch 688–700), welcher in der zweiten Hälfte des VII. Jahrhunderts griechisch oder koptisch eine Weltchronik verfasste, die ins Arabische und daraus ins Aethiopische übersetzt wurde. Zum Jahre 609, dem siebenten Jahre des Phokas, bemerkt Johannes von Nikiu, dass die römischen Provinzen von fremden Völkern geplündert, die Städte zerstört und die Einwohner als Gefangene weggeführt wurden; Thessalonich allein habe sich durch Festigkeit seiner Mauern und mit Hilfe Gottes behauptet, obwohl auch seine Provinz entvölkert wurde. In der Uebersetzung des äthiopischen Textes von Zotenberg im „Journal asiatique, VII série, vol. 13 (1879), 343 lautet die Stelle, wie folgt: „On rapporte, en ce qui concerne l'empire romain, que les rois de ce temps détruisirent les villes des chrétiens et qu'ils firent emmener captifs les habitants par des barbares, des peuples étrangers et des Illyriens (Alwarikon im Orig, soll heissen: des Avares). Seule la ville de Thessalonique fut épargnée, car ses murs étaient solides, et grâce à la protection de Dieu les peuples étrangers ne réussirent pas à s'en emparer. Toute la province fut dépeuplée. Zuvor wird erzählt, wie Bonosus, der Feldherr des Phokas, in Aegypten von dem Vetter des Heraklios, dem Niketas, welcher von Carthago zu Lande nach Constantinopel marschirte, geschlagen und vertrieben wurde; nachher folgt die Erzählung über den Zug des Heraklios zur See auf geradem Wege gegen die Reichshauptstadt. Die Nachricht zeigt, dass die bisher angenommene Chronologie der Angriffe der Slaven und Avaren auf Thessalonich ganz unrichtig ist, und dass die grossen Kämpfe in die Zeit um 609 gehören, nicht in die Jahre 668–685, wohin sie Tafel u. A. verlegt haben.” In dieselbe Zeit, in die letzten stürmischen Jahre der Regierung des Phokas, gehört ohne Zweifel auch die Verwüstung Dalmatiens durch die Avaren und Slaven und der Untergang von Salonae und von anderen Städten.“ Die Mauern von Salonae, die schon unter Justinian ausgebessert und verstärkt werden mussten, konnten nicht mit denen von Thessalonich und Constantinopel verglichen werden. Ueber den Untergang der römischen Hauptstadt von Dalmatia berichten ausführlich die Aufzeichnungen, die Thomas Archidiaconus im XIII. Jahrhundert niedergeschrieben hat, ohne Zweifel mit Benützung schriftlicher Quellen kirchlicher Art (cap. 7–11). Thomas schildert die Vertheidigung der Mauern gegen den Ansturm der Feinde, die Hoffnungslosigkeit der Salonitaner, zuletzt die Panik und ungeordnete Flucht der Einwohner auf die Schiffe im Hafen. Die Feinde brachen unter Mord und Plünderung in die Stadt ein und vernichteten sie durch Feuer, das auch die Kirchen und die „speciosa palatia“ zerstörte. Die Salonitaner segelten auf die Inseln Solta, Brazza, Lesina: Einige wendeten sich nach Lissa und Curzola. Von dort aus begannen ihre „electi iuvenes“ mit Kriegsschiffen den Feind an der Küste zu bekämpfen, per Dalmatiae litora discurrentes, mit solchem Erfolg, dass nullus Sclavorum erat ausus ad mare descendere. Die Flüchtlinge beschäftigten sich mit dem Plane, Salonae wieder zu besetzen, doch die Mauern und Thürme waren zerstört, unter den Ruinen stand nur noch das „teatri edificium“ im Westen der Stadt unversehrt, und die weit und breit zerstreuten Bürger waren zu schwach zum Wiederaufbau einer so grossen Stadt. Auf den Rath eines vornehmen Salonitaners, des magnus Severus“, „cuius domus fuerat iuxta columnas palatii supra mare“, siedelten sich die Flüchtlinge provisorisch in dem grossen Palast des Kaisers Diocletian südlich von Salonae am Meere an, die Reichen in eigenen neu errichteten Häusern, die Aermeren in Thürmen, Gewölben und Kellern. Das waren die Anfänge der Stadt Spalato. Die Slaven beunruhigten auch die neue Ansiedlung. Die Salonitaner wendeten sich an die imperatores Constantinopolitanos um Schutz und Bestätigung der neuen Wohnsitze, was ihnen durch ein sacrum rescriptum dominorum principum“ gewährt wurde. Eine „iussio principum“ an die Slaven verschaffte den Einwohnern den Frieden. Der päpstliche Legat Johannes, gebürtig aus Ravenna, wurde erster Erzbischof von Salonae mit dem Sitz in Spalato; zur Residenz schenkte ihm Severus „domicilium suum, cum turri angulari et palatio“. Das „templum Iovis des Diocletianischen Palastes weihte der Erzbischof zu einer Marienkirche. Die Reliquien der heil. Anastasius und Domnius wurden von den Salonitanern in der „basilica episcopii“ von Salonae unter dem Schutte der Brandstätte und dem frisch entsprossenen Gebüsch ausgegraben und mit Furcht, „ne forte impedirentur a Sclavis“, eilends nach Spalato in die neue Kathedrale übertragen." Neben diesem Berichte, der ganz glaubwürdig klingt, haben wir eine Ueberlieferung der Localsagen bei Kaiser Konstantin Porphyrogennetos (um 948). Die Avaren oder Slaven (diese Völkernamen werden als identisch betrachtet), verkleidet in die Gewänder und Rüstungen der an der Donau gefallenen Römer und erbeutete römische Fahnen mitführend, täuschten an einem Charsamstag die römische Besatzung der Burg Clissa (K).saa) und die Einwohner des xdargo» 2a).Öya, das halb so gross war wie Constantinopel, worauf sie die Thore besetzten und die Bürger niedermachten (ed. Bonn. 3, 127, 143). Sie eroberten dann die Wohnsitze der Römer in den Ebenen und Bergen (si: tob: xdp.Too: xai st: tö. Öro.ätspa pšg') und siedelten sich in ganz Dalmatien an; die Reste der Römer retteten sich in die Städte am Meere. Die Geschichte von der Verkleidung hat ganz den Typus der Burgsage; in der Sage fällt ja keine Burg durch Gewalt, sondern stets durch List oder Verrath. Der Untergang von Epidaurum gehört in dieselbe Zeit. Kaiser Konstantin erzählt, als die übrigen Städte der Provinz von den Slaven erobert wurden, haben sie auch die Stadt IItaoga erobert: 'Mixa ).atTó Szgator,3ay xd3:ga Tapó töoy 2x).üßoy tCoy Zyto» ëy tp 0äp.at, Szpatro xx to toto Dzo» zo3:00» (de adm. imp. cap. 29, ed. Bonn. 3, 136–137). Von den Einwohnern wurden die einen getödtet, die anderen gefangen, diejenigen aber, die sich retten konnten, siedelten sich an der felsigen Stelle an, wo jetzt Ragusa liegt. Joannes de Ravenna, der 1384–1387 Kanzler von Ragusa war, schreibt in seiner bisher ungedruckten „Hystoria Ragusii, Epidaur sei von einem feindlichen Fürsten erobert worden, als die Einwohner auf einer Wallfahrt auf der nahen „insula S. Petri (das spätere Kloster des heil. Petrus de medio mari, jetzt öde Felsinsel Supetar) abwesend waren; sie flüchteten sich mit ihrem Erzbischof Johannes nach dem Hafen von Gravosa und gründeten Ragusa. Die einheimische Tradition ist in einem Vertrage zwischen den Ragusanern und benachbarten bosnischen Edelleuten vom 15. April 1391 (M. 217) aufgezeichnet. Als die alte Stadt zu Grunde ging und verödete, haben die Vorfahren der Fürsten (gospoda) von Rascien und Chlm die Landschaft von Canali (am Aquäduct von Epidaur) mit Gewalt besetzt, worauf die Bürger, deren Nachkommen die Edelleute (vlastele) von Ragusa sind, auf eine feste Stelle (tvrdo mësto, vgl. to Ö3 ÖToxprooyoö.: tóToo: bei Kaiser Konstantin) zogen und die Stadt Ragusa erbauten. Ueber den Untergang von Doclea, Risinium, Narona, Scardona, Aenona u. A. hat sich kein Bericht erhalten. Von den alten grossen Städten haben sich nur Iader“ und Tragurium, sowie die Städte auf den Quarnerischen Inseln behauptet. Die Neugründungen an festen Küstenpunkten, wie Spalato, Ragusa, Cattaro und Antivari, erinnern an die Entstehung von Monembasia auf einer früher öden Felsinsel bei Epidauros Limera an der Ostküste Lakoniens, von Amalfi in der Nähe der Langobarden von Benevent und von Heraclea in Venetien in denselben Zeiten. Kaiser Heraklios (610–641) fand keinen Geschichtschreiber mehr wie sein Vorgänger Mauricius; es begann überhaupt eine literaturlose Zeit. Bei seiner Thronbesteigung waren die europäischen Provinzen verwüstet von den Avaren. Die kurze Notiz des Theophanes (rv ts ö0 EögóTM» o Aßdpst: 0:1(03ay, ed. De Boor 300) wird ergänzt durch einige Berichte über die ersten Regierungsjahre des neuen Kaisers. Paulus Diaconus verzeichnet nach einer älteren Notiz zu 611 eine Niederlage der römischen Truppen in Istrien gegen die Slaven: „hoc nihilominus anno Sclavi Histriam, interfectis militibus, lacrimabiliter depraedati sunt (4,40). Ein Zeitgenosse im Reiche der Westgothen in Spanien, der Bischof Isidor von Sevilla († 636), schreibt in den Schlussworten der zweiten, 626 verfassten Redaction seiner Chronik: „Eraclius dehinc sextum decimum agit imperii annum. Cuius initio (sc. imperii) Sclavi Graeciam Romanis tulerunt, Persae Syriam et Aegyptum plurimasque provincias“ (ed. Mommsen, Mon. Germ. Auctores antiquissimi 11, 479). Die Besetzung von Landschaften Griechenlands durch die Slaven wird demnach als gleichzeitig angegeben mit der Einnahme von Damascus (613), Jerusalem (614) und Alexandria (619) durch die Perser. Die St. Demetriuslegende bestätigt diese Nachricht. Sie erzählt, wie die Slaven damals den grössten Theil von Illyricum, ganz Thessalien, Epirus, Achaia, die Kykladen und auch uégo: t3 A3ia: plünderten; an einer zweiten Stelle werden Pannonia (bei Sirmium), Moesia (superior), die beiden Dacien (ripensis und mediterranea), Rhodope, Dardania und Praevalis als die Provinzen aufgezählt, in denen die Städte von den Slaven und Avaren zerstört und die Einwohner nach Pannonien in die Gefangenschaft weggeschleppt wurden.“ Der syrische Priester Thomas verzeichnet zum Jahre 623 die Plünderung von Kreta und anderen Inseln durch die Slaven.“ Den Höhepunkt erreichte die ganze Bewegung durch den Angriff der Avaren und Slaven auf Constantinopel im Sommer 626. Die siegreiche Rückkehr des Kaisers Heraklios nach der Niederwerfung des persischen Reiches im Jahre 628 wird auch in Europa ihren Eindruck nicht verfehlt und die Offensive der Nachbarn eingestellt haben. Die Avaren hatten damals kräftige Angriffskriege gegen die Byzantiner und gegen die Langobarden in Friaul geführt und auch die Stämme der pontischen Hunnen unter ihre Oberhoheit gebracht, aber ohne dauernden Erfolg. Nach 626 hören wir wenig von ihnen. Die Slaven dagegen blieben in allen occupirten Provinzen der Haemushalbinsel als neue Einwohner derselben. Eine armenische Bearbeitung der Geographie des Ptolemaeus, verfasst in den Jahren 670–680, berichtet, dass im Traianischen Dakien 25 Stämme der „Slavi“ wohnten; angeblich bedrängt von den Gothen, die aus der Insel Skania kamen (ein chronologisches Missverständniss des Compilators), gingen die „Sklavi“ über die Donau, erwarben sich andere Länder in Thrakia und Makedonia und drangen bis nach Achaia und Dalmatia vor“.” Die neuen Kriege des Kaisers Heraklios gegen einen bisher unbekannten Feind, die Araber des südlichen Arabiens, und die überraschend schnelle Eroberung von Palästina, Syrien und Aegypten durch die Heerschaaren der Anhänger des neuen Propheten haben auch im Westen einen Wiederhall gehabt. Schon der eilige Abzug der Garnisonen nach dem Osten muss auf die Nachbarn Eindruck gemacht haben. Der Fortsetzer der Chronik des Isidor von Sevilla berichtet, wie der Kaiser 634 aus allen Provinzen und Inseln (per omnes sui imperii provincias vel insulas) Truppen nach Syrien concentrirte (quaecunque Romanae legiones praesidiis patriarum diversis locis inerant, Mon. Germ., Auctores antiquissimi 11, 337). Der Langobardenkönig Rotharis eroberte 640 ganz Ligurien, schlug den Exarchen von Italien am Tanarus und nahm Altinum und andere Plätze Venetiens. Damals gründeten die Flüchtlinge von Altinum an der Mündung des Piave das neue, nach dem Kaiser genannte Heraclea oder Civitas nova, welches in der folgenden Zeit die Hauptstadt der venetianischen Gemeinden war. Von Unternehmungen der Avaren oder Slaven gegen das Reich wird in diesen Jahren nichts mehr berichtet. Nach Paulus Diaconus (l. 4, cap. 44) landeten um 642 die Slaven „cum multitudine navium“ bei Sipontum in Apulien und schlugen an der Küste ein mit Gräben befestigtes Lager auf. Der langobardische Herzog Aio von Benevent fiel im Kampfe mit ihnen. Die Brüder Radoald und Grimoald, Söhne des Herzogs Gisulf von Friaul, von denen einer in Friaul auch die slavische Sprache erlernt hatte (Sclavis propria illorum lingua locutus est), übernahmen den Befehl und besiegten die Slaven durch plötzlichen Ueberfall. Der Rest entfloh über das Meer. Es ist wahrscheinlich, dass dieser Zug der Slaven gegen die unteritalischen Langobarden von den Byzantinern angestiftet war. Wenige Jahre später, um 650, wurde eine byzantinische Flotte bei dem Monte Gargano zurückgeschlagen, von demselben Herzog Grimoald von Benevent, der dann selbst König der Langobarden wurde (Paulus Diaconus, l. 4. cap. 46). Jene Slaven kamen wahrscheinlich aus dem südlichen Dalmatien, von wo das Unternehmen in späteren Jahrhunderten wiederholt wurde; Sipontum hat 926 Michael, Fürst von Chlm (im Narentathal sammt Stagno), überfallen (R. 393). Dass sich damals in Dalmatien bereits ein friedlicher Verkehr zwischen den alten Küstenbewohnern und den heidnischen, im Lande angesiedelten Slaven entwickelte, sieht man aus den Nachrichten über den Papst Johannes IV. (640–642), der ein geborener „Dalmata, Sohn eines Scholasticus (Rechtsanwalts) Venantius war. Er sendete den Abt Martinus mit Geld per omnem Dalmatiam seu Istriam“, um die gefangenen Christen von den Heiden (gentes, pagani) in diesen Ländern loszukaufen. Auch liess er Reliquien sammeln; die der Märtyrer von Salonae wurden nach Rom in die Laterankirche überführt."

Laurent, Sur la date des églises St. Démétrius et St. Sophie à Thessalonique, Byz. Zeitschrift 4 (1895) verlegt diese Angriffe in die Jahre 617-620, mit richtigen Ausführungen gegen die Hypothesen Tafel's, jedoch ohne die Nachricht bei Johannes von Nikiu zu kennen. Die Stelle citirt aus Chronique de Jean, évêque de Nikiou, notices et extraits par M. H. Zotenberg (Paris 1879), 221 C. N. Sathas in der Vorrede zu den Documents inédits, relatifs à l'histoire de la Grèce au moyen âge 1 (Paris 1880), p. XVIII, macht jedoch aus einer Invasion der Avaren eine der – Albanesen.

? Auf die Autorität des Kaisers Konstantin Porphyrogennetos hin hat man die Einwanderung der Slaven nach Dalmatien bis

her stets in die Zeit des Heraklios verlegt. Lucius (bei Schwandtner 3, 69) erklärt sich eher für die Zeit des Heraklios als für die des Mauricius oder Phokas, ebenso Dümmler, Ueber die älteste Geschichte der Slaven in Dalmatien, Sitzungsberichte der kais. Akademie der Wissensch. 20 (1856), 366: „Allerdings muss die Regierung des Kaisers Heraclius als der richtige Zeitpunkt dieser Eroberung festgehalten werden.“ * Ueber die Vitae und Translationes der Heiligen von Salonae als Quelle des Thomas vgl. Rački, Documenta 288, 290. Grabinschrift des Erzbischofs Johannes ib. 290 und Ausg. des Thomas von Raëki S. 35 A.

Eine Abschrift dieser Hystoria Ragusii habe ich 1879 in der Bibliothek der südslav. Akademie in Agram eingesehen.

* Kaiser Konstantin (ed. Bonn. 3, 139) erzählt, wie die Zaratiner im X. Jahrhundert ihrer Stadt ein höheres Alter zuschrieben als Rom. Jadria, das nach Thomas Archidiaconus (cap. 9) von den flüchtigen Salonitanern neugegründet wurde, ist nach Jelié, Vjesnik 1898, 42 identisch mit Jadrentum 530 und dem jetzigen Jadertovac bei Sebenico, keineswegs mit zara. Bei Sebenico gibt es auch eine Punta Jadra mit Hafenleuchte.

* Diese Stellen sind neuerdings besprochen von H. Gelzer, Die Genesis der byz. Themenverfassung, Leipzig 1899 (Abhandl. der kgl. sächs. Gesellschaft der Wissensch., Bd. 18) 45, 47.

* Darüber Sismanov im Bilgarski Pregled 1897 Juni 151–152. Gelzer, l. c. 44.

* K. Patkanov (schrieb sich armenisch Patkanian), Aus einer neugefundenen Copie der dem Moses von Chorene zugeschriebenen Geographie, russ. im Journal des Unterrichtsministeriums 1883, März 26.

Das Kaiserthum von Constantinopel hat unmittelbar nach diesen stürmischen Zeiten noch zahlreiche Städte und Castelle selbst im Binnenlande behauptet. Diese Reste der Provinzen gingen wahrscheinlich in einem langsamen Zerbröcklungsprocess verloren, ebenso wie in Italien die Langobarden einige Generationen hindurch das römische Gebiet schrittweise verkleinerten. Scythia und Moesia inferior gehörten dem Reiche bis zur Festsetzung der Bulgaren im Lande zwischen der Donau, dem Haemus und der Aßapia, um 679. Serdica, welches sowohl durch Thrakien, als auch durch das Strymonthal mit dem Reiche Verbindungen hatte, wurde den Griechen erst 809 von dem Bulgarenfürsten Krum entrissen. Ebenso besassen die Byzantiner in Istrien bis zur Besetzung dieses Landes durch die Franken unter Karl dem Grossen (788) nicht nur die Küstenstädte des Westens von Tergeste bis Posa, sondern auch das Innere bis zur Arsia mit Pinguente, Montona, Pedena und dem jenseits der Arsia gelegenen Albona.“ Ebenso war das byzantinische Gebiet in Dalmatien vor der Karolingerzeit ohne Zweifel viel grösser als die Reste, welche Kaiser Konstantin um 948 beschreibt. Nach dem Zeugnisse des Kaisers lebten die Städte lange von den Einkünften der Inseln, wobei besonders die vor Spalato gemeint sind: Spodayco DS zä3:ga tÖ.» Popalo» tä; r300: «a Sooy S5 aÖzó» (ed. Bonn. 3, 146, Z. 17–18). Eine Stadt bestand auf der Insel Brazza.“ Der Verlust der Inseln des mittleren Dalmatiens erfolgte im IX. Jahrhundert, einerseits durch die Raubzüge der Araber, die sich damals in Kreta, Sicilien, Bari und Tarent niedergelassen haben, andererseits durch die während dieser Periode der arabischen Seezüge stark entwickelte Piraterie der slavischen Narentaner. Joannes Diaconus (um 1008) hat aus älteren venetianischen Annalen die Nachricht von der Zerstörung

* Die Quellen über Papst Johannes IV: R. 277. Ueber die dalm. Heiligen in der Laterankirche vgl. Delehaye in den Analecta Bollandiana, t. 18 (1899), ital. im Bull. Dalm. 1900, 85 f.

* Für die byz. Periode von Istrien ist wichtig die Urk. von 804 bei Kandler, Codice dipl. Istriano (auch bei K. 1, 36 f.). Ueber die Grenze roö 05.xro; IaTeix; bei dem zäarpov AXßoövoo Kaiser Konstantin de adm. imperio cap. 30, ed. Bonn. 3, 146.

* A. Cicarelli, Osservazioni sull' isola della Brazza, p. 35 und F. Radié über die Kirche von Skrip auf Brazza in der „Starohrvatska prosvjeta 2 (1896), 105 f theilen aus einer Copie von 1405 folgende Inschrift aus Skrip mit: „Salonitani et Epetiani cives Braciae oppidum desolatum concorditer pro domicilio refabricant et Florus presbiter benedicendo dicat Vitaliano pontif. et Heraclio Const Augusto.“ Vitalianus war Papst 657–672. Kaiser Constans II. (641–668) heisst in gleichzeitigen Denkmälern Constantinus Heraclius. Sprache und Stil der Inschrift sind jedoch verdächtig und erinnern an das Zeitalter der Renaissance.

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