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die Burgen Literata, einst Lederata (bei Rama) gegenüber den oberen Novae, zahlreiche Burgen s» t äyrtréga: Tsipp auf der Strecke zwischen diesen Novae und der einstigen Traiansbrücke, Sikivida gegenüber Palatiolum, und das von Constantin dem Grossen in den Gothenkriegen gegründete Daphne (jetzt Oltenica) gegenüber Transmarisca (Tutrakan). Gegen Nordwesten vermittelten die romanischen Gebiete von Pannonien die Verbindung zwischen den Romanen an der unteren Donau und den Vorfahren der Rhaetoromanen in den Alpen von Noricum und Rhaetia.

Die Romanen des unteren Donaulimes schied von den Romanen der dalmatinischen Küste ein Gebirgsland mit wenigen grösseren Stadtgemeinden, Ansiedlungen echter Römer, auf dem offenen Lande meist bewohnt von unvollständig romanisirten Illyrern. Es waren die Berglandschaften von Dalmatia, Praevalis und Dardania, im Innern des jetzigen Bosnien, West-Serbien, Montenegro und Nord-Albanien. Die Nachkommen dieser Illyrer sind die heutigen Albanesen. In Folge dieser Mittelstellung hat das Albanesische, nach Schuchardt und Gustav Meyer eine halbromanische Mischsprache, einerseits in der Lautlehre, Wortbildung und im Wortschatz manche Uebereinstimmungen mit dem Rumänischen; andererseits repräsentiren die lateinischen Elemente im Albanesischen oft eine ältere Stufe als die Formen des Rumänischen und geben Zeugniss von Berührungen mit dem alterthümlichen Dialekt der Dalmatiner des Mittelalters.”

3. Dalmatien nach der Einwanderung der Slaven.

Dalmatien 537–602. Invasionen der Avaren und Slaven. Umwälzungen unter den Kaisern Phokas und Heraklios 602–628. Untergang von Salonae, Epidaurum und anderen Städten. Slavische Colonisation. Langsame Zerbröcklung der Reste der Provinz Dalmatien unter den Byzantinern. Verschiebungen der Bevölkerung in den ehemaligen römischen Provinzen des Binnenlandes. Alle Romanen als „Wlachen“. Romanische Elemente im Slavischen in den Balkanländern. Rumänische Personennamen aus Serbien, der Hercegovina und Croatien. Rumänische Sprache der Wlachen in den Gebirgen Dalmatiens. Nordgrenze der Albanesen im Mittelalter. Die albanesischen Personennamen. Die Volksnamen der Albanesen und Skipetaren.

Die Nachrichten über die inneren Zustände Dalmatiens in den letzten hundert Jahren vor den grossen Veränderungen, welche unter der Regierung der Kaiser Phokas und Heraklios vor sich gingen, sind spärlich. Während des Gothenkrieges 535–537 sympathisirten die Dalmatiner nach dem Zeugnisse des Prokopios mit dem oströmischen Reiche. Nach einem Siege über den „magister militum per Illyricum“ Mundus vor Salonae wagte es der gothische Feldherr Grippas aus Misstrauen gegen die dortigen Romanen nicht, die Stadt sofort zu besetzen (ä0.o: rs wai )ay aÖto: [den Gothen] =öyoëxÖ: S/övroy "Popolo», o? taÖts qx. »to, de bello goth. 1, 7) und räumte sie wieder, als Constantianus mit der oströmischen Flotte aus Dyrrhachium über Epidaur und Lissa nahte (536). Die verfallenen Mauern von Salonae wurden von den Truppen Justinians ausgebessert und rings umher durch einen Graben geschützt. Eine misslungene Belagerung von Salonae durch die gothischen Feldherren Uligisal und Asinarius führte zur festen Begründung der Herrschaft des Constantinopler Kaiserthums in Dalmatien (Anfang 537). Unter König Totila beschränkten sich die Operationen der Gothen in diesen Ländern auf einen Ueberfall der Hafenstädte Muccur (Makarska) und Laureatae (nach Kaer, Bull. Dalm. 1888, 57–61 Lovorje an der Narentamündung) durch die Schiffe des Ilauf. Salonae war dann bei der Fortsetzung des Gothenkrieges das Winterlager der aus Serdica herangerückten oströmischen Truppen und die Station der kaiserlichen Flotte. Von Salonae aus hat Joannes, der Neffe des Vitalianus, die gothische Flotte bei Ancona vernichtet und ist der neue Oberfeldherr Narses (552) auf dem Landwege um das Adriatische Meer zur völligen Unterwerfung Italiens ausgezogen. Die übrigen Nachrichten betreffen kirchliche Verhältnisse. Aus der ostgothischen Zeit haben sich die Acten von zwei Provinzialsynoden von Salonae 530 und 532 erhalten. Unter Justinian waren im sogenannten Dreicapitelstreite die Römer von Illyricum, Italien und Afrika Gegner des Kaisers. Eine „Illyriciana synodus hat 549 den Erzbischof Benenatus von Justiniana Prima wegen Unterstützung der kaiserlichen Kirchenpolitik verurtheilt. Frontinianus, Erzbischof von Salonae, wurde 554 vom Kaiser abgesetzt und nach Aegypten, später nach Ancyra verbannt. Der afrikanische Bischof Victor Tunnunensis, welcher über diese Ereignisse berichtet, bemerkt zum Jahre 559, dass der Widerstand vergeblich war: „Illyriciani episcopi, praeter parva monasteria, parvosque fideles, persecutiones passi consentiunt, pristinam fidem in irritum deducentes.“ Prokopios erzählt (de bello goth. l. 4, cap. 25), wie Justinus und Justinianus, Söhne des Germanus, der Heruler Suartuas und der Thüringer Amalafrid mit ihren Truppen zur Grenze zogen, um vereinigt mit den Langobarden von Pannonien die in der südungarischen Ebene wohnenden Gepiden zu bestrafen (551). Jedoch nur Amalafrid allein gelangte ins Gepidenland. Die übrigen Feldherren mussten bei Ulpiana (Lipljan) in Dardanien Halt machen, weil in Illyricum ein Aufruhr wegen kirchlichen Controversen ausgebrochen war. In der Diöcese von Aquileia, in Venetien, Istrien und dem benachbarten Alpengebiete, zogen sich die Nachklänge des Dreicapitelstreites bis in die Zeit des Kaisers Mauricius. Papst Gregor I. hat noch im Juli 600 den Erzbischof Maximus von Salonae aufgefordert, die „Frontinianisten“ in den Schooss der Kirche zurückzurufen, in einer Zeit, wo schon die Slaven in Dalmatien einzudringen begannen. Die Briefe des Papstes Gregor I. (590–604) bieten die letzten Nachrichten über Dalmatien vor den grossen Umwälzungen. Es sind auch die letzten Documente, in denen die Städte Doclea, Epidaurum und Salonae genannt wurden, ebenso wie Singidunum, Viminacium und andere Donaustädte in derselben Zeit zum letzten Male in der Geschichte des Kaisers Mauricius (582–602) von Theophylaktos Simokattes erscheinen. Clerus, nobiles et populus sind die Elemente der Bürgerschaft von Salonae und Iader. Die Einwohner führten ein Leben voll Ueppigkeit und Uebermuth. Der Papst tadelt die „episcopi per Dalmatiam“, dass sie sich zu sehr saecularibus negotiis beschäftigen. Die Kirche besass ansehnliche Güter. Der Erzbischof Natalis von Salonae, pastorali cura derelicta, solis conviviis occupatus“, begann sogar die vasa sacra et velamina seinen Verwandten zu verschenken. Der Archidiaconus Honoratus, welcher dieses Vorgehen tadelte, wurde von Natalis verfolgt, aber nach dessen Tod (593) vom Clerus der „ecclesia Salonitana“ zum Bischof gewählt. Diese Würde usurpirte jedoch manu militari“ mit Unterstützung des Proconsuls Marcellinus und anderer Beamten ein anderer Bewerber, Maximus. Er wurde sofort nach Rom citirt, liess

* Literata „trans Danubium“ in Justinians Novelle XI (535) an Catellianus, archiepiscopus Primae Justinianae. Ebenso bei Prokopios ed. Bonn. 3, 287: Atsextá, övrosp (ein Tröpo;) o Träxx & »0goorto Azöspätx ézáxouv, von Justinian ausgebaut zu einem 20ögtov 1éx xx Stapspövro; yog«ötxrov. In älteren Denkmälern stets Lederata.

* Ueber die Beziehungen zwischen Albanesisch und Rumänisch: Miklosich, Die slavischen Elemente im Rumunischen, Wien 1861, 8–10 (Denkschriften der phil.-hist. Classe der kais. Akademie, Bd. 12), M. Gaster und Gustav Meyer in Gröbers Grundriss der romanischen Philologie 1, 407–409, 805–806.

"Zwei Fragmente von Papyrusurkunden über die Güter der Kirche von Salonae bei Abbate Gaetano Marini, I papiri diplomatici, Rona 1805, p. 121, 207, nr. 78, 143. Das eine ist ein Codicill eines Testamentes: allen Kirchen der Diöcese 100 Solidi und ad pauperes 100 Solidi von der „i(n)sula (Meli)tense“; ebenso „dentur in castella, qui sunt super civitatem Salonitanam, tam in luminaria sanctarum ecclesiarum, quam ad pauperes 100 Solidi; andere Schenkungen „ad libertos meos, und „pro redemptione captivorum“. Im zweiten Fragmente ist der Name der „ecclesia Salonitana“ an zwei Stellen sicher. Beide Stücke gehören in das V. oder VI. Jahrhundert.

aber die Schreiben des Papstes öffentlich zerreissen und versuchte die „homines gloriosi viri patricii Romani durch Geschenke zur Ermordung des Subdiaconus Antoninus, des Rectors des päpstlichen Patrimoniums in Dalmatien, zu verleiten. Endlich vermittelte der Exarch von Italien Callinicus eine Aussöhnung zwischen dem Erzbischof Maximus und dem päpstlichen Stuhle. In Epidaur hat noch der Erzbischof Natalis den Bischof Florentius angeblich wegen einiger „causae criminales ohne geistliches Gericht abgesetzt, seines Besitzes beraubt und in die Verbannung gesendet; die „habitatores Epidauriensis civitatis verlangten seine Wiedereinsetzung. In Doclea wurde der Bischof Paul, in corporale crimen lapsus, vom geistlichen Gericht abgesetzt, vertrieb aber seinen Nachfolger Neemesion und bemächtigte sich von Neuem des Bisthums. Diese Nachrichten lassen nicht ahnen, dass Dalmatien sich am Vorabend eines Zusammenbruches aller bisherigen Zustände befand. Die dalmatinischen Personennamen aus den Jahren 500–700, in den Synodalacten von 530 und 532, in den Briefen des Papstes Gregor I. u. s. w., wiederholen sich zum Theile noch in den Jahren 900–1300 (in der Anmerkung mit einem Sternchen kenntlich gemacht), ein beredtes Zeugniss für die Continuität eines grossen Theiles der Stadtbevölkerungen an der Küste von der spätrömischen Zeit bis in das spätere Mittelalter." Die Invasionen der Barbaren über die Save und Donau im VI. Jahrhundert haben die dalmatinische Küste lange Zeit nicht ins Mitleid gezogen, wohl aber das Innere der Provinz. Dalmatien besass noch seine ursprüngliche Ausdehnung gegen Osten; die Nordgrenze der Provinz lief südlich von der Save, so dass beide Saveufer zu Pannonia gehörten. Das Trifinium zwischen Pannonia, Dalmatia und Moesia inferior lag südöstlich von Sirmium und westlich von Belgrad im jetzigen Königreich Serbien. Menandros erzählt, wie Kaiser Tiberius II. Verstärkungen theils durch Illyricum, theils durch Dalmatia (frg. 64) nach Sirmium entsendete, und wie die Sirmier während der letzten Belagerung durch die Avaren (580–582) vergeblich einen Entsatz aus Dalmatien auf der Brücke (über die Save) erwarteten (utospod: Ooyápsco; Popoix4 xotó. Thy T05: Aa)patiq äropay STtays 3:03 frg. 66). Die Raubzüge der Gepiden, die bis in die Zeit Justins II. die nächsten Nachbarn von Sirmium und Singidunum waren, haben wohl auch diesen Osten von Dalmatien ins Mitleid gezogen. Auch die Langobarden, die in Justinians Zeit in Noricum und Pannonien sassen, unternahmen nach dem Zeugnisse des Prokopios Einfälle nach Dalmatia und Illyricum bis in die Gegend von Dyrrhachium. Diese germanischen Nachbarn waren arianische Christen. Heiden mit Menschenopfern waren nach den Schilderungen des Prokopios die Heruler, welche 512 christianisirt und an der Grenze als Reichstruppen angesiedelt wurden, bei Singidunum (Prokopios) und Sirmium (Menandros frg. 9). Sie haben sich als tapfere Soldaten in allen Kriegen der Justinianischen Zeit ausgezeichnet, verübten aber zu Hause, wie Prokopios berichtet, auch Räubereien in Thrakien und Illyricum. Oestlich von den Sitzen der Gepiden, in der jetzigen Walachei und in der Moldau, erscheinen seit dem Regierungsantritte des Justinian (527–565) die Slaven, 2x).aß voi des Prokopios und Menandros, Sclavini, Sclaveni des Jordanes und Joannes Biclariensis. Sie ahmten das Beispiel der anderen Nachbarn des Reiches nach und begannen Invasionen in die stark entvölkerten Provinzen der Haemushalbinsel, um zu plündern und Tausende von Provinzialen in die Gefangenschaft wegzuschleppen. Ihre Schaaren, stets zu Fuss, mit Lanzen, Bogen und Pfeil bewaffnet, erfahren im Kampfe im unebenen Terrain, in Wäldern, Gebirgen und Sümpfen, durchzogen zunächst meist den östlichen Theil dieser Länder, den auch die Reiterschaaren der pontischen Hunnen aus den Steppen des jetzigen südlichen Russlands heimzusuchen pflegten. Im Westen gelangten die Slaven 548 bis in die Nähe von Dyrrhachium. Im Jahre 550 kam eine sehr grosse Schaar (2x).aß qv6), Zut).03, 30: 0ötto Tpótsgoy ägixsto) in die Landschaft von Naissus, mit der Absicht, Thessalonich und die umliegenden Städte zu belagern. Germanus, Justinians Neffe, der eben in Serdica mit den nach Italien bestimmten Truppen lagerte, zog ihnen entgegen, konnte sie aber nirgends einholen. Sie wagten sich nicht in die Ebene, durchzogen jedoch alle Bergländer von Illyricum bis nach Dalmatien hinein (Zöp Tayta ägt cÖy D..optóy Stapsiayrs: Aa)pariq SYéyoyto Prokopios ed. Bonn. 2, 449). Als das Heer nach Salonae in die Winterquartiere abzog, verstärkten sich diese Slaven durch neue Schaaren, überwinterten 550/551 auf römischem Boden und schlugen die byzantinischen Truppen bei Adrianopel. Ein neuer gefährlicher Nachbar waren die Avaren, die sich (566–568) im ehemaligen Lande der Gepiden und Langobarden niederliessen. Bajan, der Chagan dieses türkischen Nomadenvolkes, verlangte von dem Kaiserthum die Abtretung von Sirmium und sendete nach einigen Gefechten gegen den Feldherrn Bonus bei dieser Grenzfestung ein Heer von 10.000 pontischen Hunnen aus dem Stamme der Kutriguren über die Save, um Dalmatien zu verheeren (OMÖ3a Tó. Tsp Aa)patia», Menandros frg. 27). Die Einnahme von Sirmium durch die Avaren (582) war ein schwerer Verlust auch für Dalmatien. Während der Avarenkriege des Kaisers Mauricius sendete der Chagan nach der Wiedereinnahme von Singidunum durch die römischen Truppen 598 abermals ein Heer in die Provinz Dalmatia. Es eroberte mit Kriegsmaschinen eine nicht näher bekannte Stadt, tä: =7épsya: Bézst(var. Bárzst) des Theophylaktos Simokattes (7, 12, 1), ty Bä)xt: sc. Tóry des Theophanes (ed. De Boor 1,277, Balca in der Uebersetzung des Anastasius Bibliothecarius ib. 2, 171) und 40 Burgen (F90öga) in ihrer Umgebung. Der Feldherr Guduin verfolgte die Avaren abseits von der Strasse auf Seitenpfaden, verborgen in den Wäldern, bis er ihnen eines Morgens, aus einem Hinterhalte in einer Schlucht hervorbrechend, eine furchtbare Niederlage beibrachte. Der Schauplatz dieser Operationen ist an der Strasse von Sirmium nach Salonae in den Waldgebirgen des jetzigen Bosniens zu suchen. Die Slaven begannen sich in den römischen Provinzen bleibend niederzulassen. Die ersten slavischen Colonisten auf römischem Boden waren wohl die Söldner aus den Slavinen und Anten, die Prokopios und Agathias in den oströmischen Heeren in Italien und im Kaukasus erwähnen. Die Söldnertruppen des Mobilheeres hatten ihre Garnisonen meist in Thrakien, wo z. B. eine Schaar Langobarden in Apri zwischen der Mündung des Hebros und der Propontis einquartiert war (Prokopios de bello goth. 4, 27). Die Invasionen der Slaven reichten unter Kaiser Tiberius II. Constantinus (Mitregent des Justinus II. seit Dec. 574, allein 578–582) bis nach E}.d: (Menandros frg. 47–48). Ein syrisch schreibender Zeitgenosse, Johannes von Ephesos, berichtet, dass die Slaven während des Jahre langen Perserkrieges Thrakien bis zur Grossen Mauer, Thessalien und Hellas verheerten, viele Städte und Castelle einnahmen, und dass sie noch 584 frei und ohne Furcht in den römischen Provinzen wohnten. Die Worte, sie bewohnten das Land bis Gott sie (hinaus)warf in der deutschen Uebersetzung von Schönfelder (München 1862), übersetzt Payne Smith (Oxford 1860) wohl besser as far as God permits them“ (vgl. darüber A. Vasiljev, Viz. Vrem. 5, 409 A.). Diese vereinzelten Schaaren scheinen aber keine grosse Gefahr für das Reich gewesen zu sein, denn Kaiser Mauricius (582–602) unternahm nach dem Zeugnisse seines Geschichtschreibers, des Aegypters Theophylaktos Simokattes, keine Feldzüge in den Balkanländern, sondern bemühte sich noch um die Sicherung der alten Reichsgrenze, der Donau von Singidunum (Belgrad) abwärts bis zur Mündung. Er suchte diese Flussgrenze auch durch offensive Operationen gegen die Avaren und Slaven jenseits des Flusses zu behaupten. Sein Wunsch war den slavischen Invasionen über die Donau ein Ende zu machen (Theophylaktos Simokattes 6, 6, 2). Nur nebenbei erfahren wir aus der Darstellung des Theophylaktos von Slaven, die bei Marcianopolis, westlich vom jetzigen Varna, plünderten und die Constantinopel selbst beunruhigten (7, 2, 15), und aus der St. Demetriuslegende von einem Slavenheere, welches am Sonntag den 22. September 597 vor Thessalonich erschien und die Stadt belästigte. Bald pochte die Gefahr auch an den Thoren der Römerstädte längs der dalmatinischen Küste. Die Slaven, die man bisher fast nur an der unteren Donau vom Gepidenlande abwärts kannte, begannen auch im Westen aufzutreten. Nach den bei Paulus Diaconus (1. 4, cap. 7, 10) erhaltenen annalistischen Aufzeichnungen hatten 595–596 die Bajoaren in den Ostalpen mit Slaven und Avaren zu kämpfen. Vom oströmischen Gebiete an der Adria war Istrien zuerst den Angriffen ausgesetzt. Im October 598 hatte Papst Gregor I. von Callinicus, dem Exarchen Italiens, Nachrichten über Siege gegen die Slaven erhalten (quod mihi de Sclavis victorias nunciastis). Paulus Diaconus (l. 4, cap. 24) verzeichnet noch vor dem Sturze des Mauricius eine gemeinschaftliche Brandschatzung Istriens durch die Langobarden, Avaren und Slaven. Damals begann das Vordringen der Slaven auch die Römer von Salonae sehr zu beunruhigen. Im Juli 600 antwortete Papst Gregor I. dem Erzbischof Maximus auf die vom Priester Veteranus überbrachten Briefe: „Et quidem de Sclavorum gente, quae vobis valde imminet, affligor vehementer et conturbor; affligor in his, quae iam in vobis patior, conturbor, quia per Istriae aditum iam Italiam intrare coeperunt“ (l. 10, cap. 36). Der Trost klingt sehr betrübt: „Sed nolite de talibus omnino contristari, quia qui post nos vixerint, deteriora tempora videbunt.“ Die Truppen unter dem Bruder des Mauricius, dem Oberfeldherrn von Europa Petrus, sollten auf Befehl des Kaisers von 602 auf 603 nicht in Adrianopel, sondern jenseits der Donau im Lande der Slaven, in der heutigen Walachei, überwintern. Die Situation war günstig. Die slavischen Anten in der Moldau und Süd-Russland waren verbündet mit den Römern, die Avaren beschäftigt durch einen Aufstand einer Partei in ihren Nomadenlagern. Aber das römische Heer, welches sich schon im Perserkriege durch Zuchtlosigkeit und Hang zu

* Anatolius, *Andreas, Antoninus, Asinius (Marini, I papiri diplomatici 121), Bacauda (presbyter 530), Barbarus (presbyter 530), *Bassus (presbyter 530), Caesarius (presbyter 530), Celianus (episcopus Ludricensis 532), Constantius (episcopus Scodritanus in den Briefen Gregors I.), *Constantinus (episcopus Scardonitanus 530), *Damianus (ein Dalmatiner, Erzbischof von Ravenna 688–705), *Dominicus (archipresbyter Salonitanus 530), Epiphanius (consularis Dalmatiae bei Cassiodorus, Variae 5, 24), Fabrianus (episcopus Epidauritanus 530), Florentius (episcopus Epidauritanus 592), *Frontinus oder Frontinianus (Erzbischof von Salonae, abgesetzt 554), *Georgius (Inschrift von Salonae 535 CIL. III nr. 2659), Hereneus (presbyter 530, ein Egovao;), Honorius, *Honoratus, Januarius (Erzbischof von Salonae c. 507 bei Cassiodorus und Thomas ed. Rački 12), *Joannes, *Johanna (quondam Andreae, Cassiodori Var. 5, 24), *Julianus (scribo 596), *Laurentius, Lucerus (presbyter 530 bei Kukuljevié, Codex dipl. 1, 197, Laurentius bei Raëki in der Ausg. des Thomas Arch. 15), Malchus (episcopus in den Briefen Gregors I.), *Marcellus (episcopus Naronitanus 530–532; scholasticus in Salonae c.593), Marcellinus (proconsul Dalmatiae 598), *Maria (Salonae 535 CIL. III nr. 2659), *Maurentius (Cassiodori Variae 4, 9), *Maximus (Erzbischof 593– 620), Messianus (clericus 599), *Natalis (Erzbischof † 593), Nemesius oder Neemesion (Bischof von Doclea 602), Optatus (defensor in Salonae 602), *Paulus, Paula (Cassiodori Var. 4, 9), *Paulinus (episcopus Sarsenterensis 532), *Petrus (Erzbischof 554–562 bei Victor Tunnunensis), *Proclinus (Erzbischof 562 f. ib.), *Quirinus (Salonae 503 ? Farlati 4, 308), Respectus (Diakon in Salonae 593), Sabinianus (episcopus Iadertinus 597), Savilianus (Thomas ed. Rački 12, Kukuljevié1, 198), Severus (Thomas Arch. p. 32, 34), *Stephanus (sehr oft), *Thomas, Ticianus (episcopus Arbensis 530–532), *Ursus (presbyter 530), *Venantius (scholasticus, Vater des Papstes Joannes IV), *Veteranus (presbyter von Salonae 602), *Victor (epicopus Martaritanus 530), *Vitalis (presbyter 530).

Meutereien ausgezeichnet hatte, wollte nicht gehorchen. Es vertrieb die Officiere aus dem Denkschriften der phil.-hist. Classe. XLVIII. Bd. III. Abh. 4

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