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Piscinae, Titiana, Ulivula, Clementiana (vgl. den albanesischen Stamm der Klementiner), in Epirus vetus: Marciana, Marmarata, Petroniana. Hierokles, gleichfalls ein Zeitgenosse Justinians, erwähnt in Thessalien zwei Saltus, wohl Krondomänen: Saltus Iovius und Saltus Buramisius.” In der christlichen Zeit hielten die Bischöfe der lateinisch redenden Städte von Moesien und Illyricum in kirchlichen Fragen mit Rom gegen Byzanz. Unter Kaiser Anastasius, einem Dyrrhachiner, kämpfte 514–518 Vitalianus, Sohn des Patriciolus aus Zaldapa in der Provinz Scythia (Dobrudza) für die Partei des Papstes gegen den Kaiser. Auch die Namen der Bischöfe dieses Gebietes sind römischer Art, so in der Zeit des Vitalianus die der bei Comes Marcellinus (zum Jahre 516) genannten Domnio von Serdica und Gaianus von Naissus, in dem von Justinian gegründeten Erzbisthum von Justiniana Prima der Erzbischöfe Catellianus und Benenatus. Spuren der lateinischen altchristlichen Terminologie haben sich in den Sprachen der Rumänen, der Nachkommen der Donaurömer, und der Albanesen, die von den Illyrern abstammen, bis zum heutigen Tage erhalten.“ In spätrömischer Zeit gab es auch lateinische Schriftsteller aus den Landschaften zwischen Adria und Pontus: Victorinus, Bischof von Poetovio (Pettau), der heil. Hieronymus († 420) aus Stridon an der Grenze von Pannonien und Dalmatien, Auxentius von Durostorum, der Biograph des Ulfilas, Palladius von Ratiaria, Ursacius von Singidunum, der Pannonier Martinus, später Bischof von Bracara in Spanien.“ Hieher gehören auch die Vitae einheimischer Märtyrer, verfasst von localen Schriftstellern. Ein „Illyricianus war nach dem Zeugnisse des Cassiodorus der bekannte Marcellinus, cancellarius Justinians vor dessen Thronbesteigung unter Justinus I., später „comes im Civildienst, zuletzt Cleriker. Vielleicht stammte er aus Dardanien, wie Justinian selbst. Seine lateinischen Annalen (379–534), eine Fortsetzung der Weltchronik des Hieronymus, den er nostrum“ nennt, zeugen von Interesse für sein Heimatsgebiet." Erwähnt werden die „Illyriciana militia und deren Feldherren, die

* ExxToßougapatov, von Kaiser Konstantin Porphyrogennetos übernommen als Boo2xuivzo;; Hieroclis Synecdemus, recensuit Aug. Burckhardt (Leipzig, Teubner 1893), p. 7, 54. In Thessalien gab es auch im Mittelalter grosse Domänen. Auf dem Marsche des Kaisers Alexios I. Kommenos zum Entsatz des von den Normannen belagerten Larissa 1083 war sein Lagerplatz in den „Gärten des Delphinäs bei Trikala (Anna Komnena 5, 5), auf den Besitzungen einer mächtigen Familie, die auch aus dem Anhang zu Kekaumenos Strategikon bekannt ist (Cecaumeni Strategicon et incerti scriptoris de officiis regiis libellus edid. B. Wassiliewsky et V. Jernstedt, Petropoli 1896, p. 68). Auch nach der Partitio von 1204 lagen die Güter der Kaiserin, die „pertinentia imperatricis, in Thessalien (T. T. 1,487). Die Worte für die Grundbegriffe des Christenthums bei den Rumänen sind lateinischen Ursprungs (baptizare, basilica, blasphemare, communicare, crux, dominus deus, dominica sc. dies, fides, ieiunium, lex, monumentum, paganus, peccatum, presbyter, quadragesima, sanctus u. s. w.); vgl. W. Tomaschek, Zur Kunde der Haemus-Halbinsel 1 (Wien 1882), 52–55 = Sitzungsberichte der phil.-hist. Classe der kais. Akademie, Bd. 99, 486–189. Bei den Albanesen sind diese Termini noch zahlreicher: adorare, altare, basilica (bjeska nur in Ortsnamen), calix sanctus (kel[k]šent), Christi natalia (kerSendele), crux, ecclesia, fides, ieiunium, miracula, missa, peccatum, presbyter (aus der Form prebiter: alb. prift, dakorum. preot, mak. rum. preftu, altvenet.. und altdalm. prevede, daher alteroat. prvad), saeculum (sekul die Welt), sanctus, spiritus u. s. w.; vgl. Miklosich, Albanische Forschungen II, Wien 1871 (Denkschriften der kais. Akademie, Bd. 20) und Gustav Meyer, Etymologisches Wörterbuch der albanesischen Sprache, Strassburg (Trübner) 1891. Die Lage von Stridon wird nach einer Inschrift mit dem Namen der SItridone[n]ses von Bulié (Wo lag Stridon? in der Festschrift für Otto Benndorf, Wien 1899) und Jelié (Wissensch. Mitth. aus Bosnien 7, 1900, 195) im W. Bosniens zwischen Grahovo und Glamoé gesucht, vom Letzteren identificirt mit Sidroma des Ptolemaios. V. Klaié (Historički zemljovid Hrvtske, Zagreb 1899) sucht es im NW. Bosniens zwischen Blagaj und Dubica in Strigovo, Ztregomba des Mittelalters. Friedrich Kauffmann, Aus der Schule des Wulfila. Auxenti Dorostorensis epistula de fide, vita et obitu Wulfilae. Strassburg 1899 mit Facs.

Jung, Die romanischen Landschaften des römischen Reiches 374. Derselbe, Römer und Romanen in den Donauländern, 2. Aufl., 144.

Siehe die Ausgabe des Marcellinus von Mommsen, Mon. Germ. historica, Auctores antiquissimi, Bd. 11 (Berlin 1894). Vgl. Büdinger, Die Universalhistorie im Mittelalter 1, 24–26 (Denkschriften der kais. Akademie, Bd. 46).

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Illyriciana virtus militum“, der „Illyricianus catholicus miles und die „catholici Illyriciani sacerdotes“. Gern spricht Marcellinus von den lateinischen Theilen der Halbinsel, von Salonae, Singidunum, Horreum Margi, Naissus, Serdica, von Scupus metropolis und den Ereignissen in Dardanien, besonders von dem furchtbaren Erdbeben von 518, das 24 Castelle von Dardanien sammt der Provinzialhauptstadt zerstörte, von Nicopolis, Novae (Svištov) und anderen Orten des unteren Donaugebietes. Dasselbe gilt von dem ein regelloses Latein schreibenden Gothen Jordanes, dessen Grossvater Paria als Notarius bei dem Alanenhäuptling Kandak in den römischen Grenztruppen in Scythia und Moesia inferior diente, während er selbst Notarius des Schwestersohnes Kandak's, des Magister militum Gunthigis oder Baza, war und zuletzt in den geistlichen Stand trat. Wie Mommsen nachgewiesen hat, spricht Jordanes mit Vorliebe über die Ereignisse und Oertlichkeiten von Moesia inferior und Scythia; je weiter sich seine Erzählung von dort entfernt, desto geringer sind die geographischen Details. Mögen seine Bücher wo immer geschrieben sein, das incorrecte Latein hat Jordanes, der sich selbst als „agramatus“ (ögäppato:) bezeichnet, in den Castellen und Lagern der Grenze von den Donaurömern gelernt. Zu den spätlateinischen Schriften dieses Gebietes gehören einige Werke des Johannes Maxentius, eines Wortführers der Mönche von Scythia, denen sich der hervorragende Theologe Leontios von Byzanz, angeblich ein Verwandter des Feldherrn Vitalianus, angeschlossen hat, wenn der vorhandene lateinische Text das Original ist.“ Eine Trennung in den historischen Schicksalen der Römer zwischen Pontus und Adria wurde herbeigeführt durch die Theilung des Reiches nach dem Tode des Kaisers Theodosius I. (395). Dalmatia und die vier Pannoniae kamen zum Westreich; Praevalis, Dardania und Moesia superior wurden Grenzprovinzen des Ostreiches. Die Grenze zwischen beiden Reichshälften zog sich durch die Gebirge vom Golf von Cattaro bis westlich von Belgrad. Im V. Jahrhundert war der hervorragendste Mann von Dalmatien der Patricius Marcellinus, welcher eine grosse Flotte besass, in der Provinz wie ein selbstständiger Herrscher waltete und unter der Regierung des weströmischen Kaisers Anthemius (467–472) in Sicilien ermordet wurde, als er die Flotte des Westreiches gegen die Vandalen befehligte. Die Geschichte des weströmischen Kaiserthums schliesst überhaupt in Dalmatien. Der letzte Kaiser des Westens war Julius Nepos (474–480), Sohn des Nepotianus und Schwestersohn des eben genannten Marcellinus, unterstützt vom oströmischen Reiche, auch nach seiner Vertreibung aus Italien (475) anerkannt in Dalmatien und im südlichen Gallien, bis er 480 „haud longe a Salonis sua in villa“ (nach Comes Marcellinus) von seinen Comites Ovida und Viator ermordet wurde. Odovacar rückte aus Italien sofort in Dalmatien ein, schlug den Ovida und besetzte das Land bis zur oströmischen Grenze. Bald darauf wurde aber Dalmatien vom König Theodorich erobert und blieb 489–535 unter der Herrschaft der Ostgothen.“ Zu Anfang des Gothenkrieges unter Kaiser Justinian erfolgte (535–537) die Restauration der römischen Herrschaft an dieser Küste, in Verbindung mit der Wiedereroberung Italiens. In dem überwiegend von Griechen bevölkerten Ostreich hat in der Zeit nach der dauernden Theilung des römischen Reiches das Latein eine bevorzugte Stellung behauptet,

Mommsen in der Vorrede zu Jordanis Romana et Getica, Mon. Germ., Auctores antiquissimi 5 (1882), p. X-XIII. * Migne, Patrologia graeca 86, 75–158. Griech. Texte sind nicht vorhanden; auch machen die lat. Texte keineswegs den Eindruck einer Uebersetzung. Es sind Briefe ad legatos sedis apostolicae, ad possessorem Hormisdam, dialogicontra Nestorianos etc. Darüber Ehrhard bei Krumbacher, Geschichte der byz. Literatur, 2. Aufl., 56 A. 5. * Ueber Funde gothischer Münzen in Bosnien Dr. Patsch im „Glasnik“ des Museums von Sarajevo 1900, 559, 568–569. Denkschriften der phil.-hist. Classe. XLVIII. Bd. III. Abh. 3

besonders in zwei von Grund aus römischen Zweigen des Staatslebens, im Recht und im Heere. Im Recht war der Einfluss des Lateins mehr literarischen Ursprungs. Im Heere stützte sich das Fortleben der lateinischen Sprache auf die einzigen romanischen Provinzen, die das östliche Reich vor den Eroberungen Justinians besessen hat, auf die Gebiete von der Adria in Praevalis bis nach Scythia (Dobrudza) bei den Donaumündungen. Lateinisch sind die Inschriften der Feldherren Justinians in Afrika, lateinisch die Inschrift, die Marcianus, ein Neffe des Kaisers Justinus II., nach einem Siege über die Perser bei Nisibis 573 aufstellen liess (CIL. III nr. 212). Die dem Kaiser Mauricius (582–602) zugeschriebene strategische Schrift, die nach Zachariae von Lingenthal von einem Rufus in derselben Zeit verfasst ist, verlangt, dass die Kriegsartikel den Truppen lateinisch und griechisch vorgelesen werden, und dass die Adjutanten lateinisch kennen sollen. Die Commandoworte des griechischen Textes sind lateinisch: „cede“, sta“, „move“, „transforma“, „largiter ambula“ u. s. w., darunter auch torna, das überdies bei Theophylaktos Simokattes (1. 2, cap. 15, 9) und bei Theophanes (ed. De Boor 1, 258) in der Beschreibung eines Feldzuges gegen die Avaren in Thrakien 587 zu lesen ist. Das Wort wurde wegen der Bemerkung der beiden Chronisten, es sei in der Muttersprache der Soldaten (ST:/ogip t Ö.(bzts, t Tatg (pg pooy) gerufen, in unseren Zeiten irrthümlich als ein rumänischer Sprachrest betrachtet (vgl. AslPh. 15, 99). Origineller ist die Variante „retorna bei Theophylaktos und der Zusatz „frater bei Theophanes. Die ganze Terminologie der Szgat txo ist voll lateinischer Elemente: Zäydo: (it. bandiera), ßaydépapo3, ópp.oto:, x050300, pé/3ops3, c) dp.poo).a (vexilla), 30öxya (buccina), tooßdtop, pä33a u. s. w.“ Das Latein war auch im V–VI. Jahrhundert die dominirende Sprache die Donau entlang. Aus den Erzählungen des Priscus wissen wir, dass am Hofe des Hunnenkönigs Attila neben Hunnisch und Gothisch besonders die Sprache der Römer bekannt war, die der Griechen nur durch Gefangene. Noch wichtiger ist ein wenig beachtetes Zeugniss des Prokopios. Ein Slave aus dem Volke der Anten, welches jenseits der Donaumündungen in der heutigen Moldau und in Südrussland wohnte, gab sich (um 545) für den bei einer Offensive gegen die Exaßt wo in der heutigen Walachei gefallenen Stratigen von Thrakien Chilbudios aus. Die Sache schien glaubwürdig, da der Mann sogar lateinisch kannte (xaitsg z: cs Aatyoo & Syza goor'), de bello Goth. l. 3, cap. 14; ed. Bonn. 2, 337; ed. Comparetti 2, p. 296), bis Narses den Betrug aufdeckte. Also auch ein Fremder aus dem transdanubischen Gebiete konnte lateinisch sprechen lernen, natürlich in der Form, wie es damals im lebenden Gebrauche war, und sich für einen Grenzfeldherrn des Reiches ausgeben. Mit dem Fortleben des lateinischen Elementes im oströmischen Heere ist im Zusammenhange die merkwürdige Erscheinung, dass die Feldherren und Officiere des Reiches von Constantinopel im V.–VI. Jahrhundert vorwiegend lateinische Namen führten. Diese Eigenthümlichkeit ist um so charakteristischer, weil sie in der Zeit des Kaisers Heraklios ein Ende nimmt, zugleich mit dem Zusammenbruche der oströmischen Herrschaft an der Donau und mit der Formirung neuer Truppen, in denen neben den kleinasiatischen Griechen auch Armenier, Kaukasier und Syrer eine grosse Rolle spielten. Es kam vor, dass bei der herrschenden Mode der militärischen Kreise auch Söhne von Fremden römische Namen erhielten, wie Romulus, Sohn des Soterichos bei Agathias (3, 15), Rusticus, ein E): »o (a)öt: (ib. 3, 2), Romanus, Sohn des Anagastus, „magister militum“ in Spanien unter Justinus II. (bei Joannes Biclariensis). Aber die Häufigkeit der Namen spricht für den romanischen Ursprung der Mehrzahl dieser römisch benannten Männer, deren Heimat wohl in den Provinzen Praevalis, Dardania, Moesia superior, Dacia ripensis, Dacia mediterranea, Moesia inferior und Scythia zu suchen ist. Donaurömer waren ja nicht nur die Grenzsoldaten in den Donauprovinzen, sondern zum Theile auch die in Thrakien einquartierten Mobiltruppen (palatini, comitatenses). Unter Kaiser Zeno waren Feldherren in den Haemusländern der von Comes Marcellinus gefeierte Sabinianus Magnus und Martinianus. Unter Kaiser Anastasius befehligten die Truppen im Perserkriege 502–506 Celer aus Illyricum, der spätere Kaiser Justinus aus Dardanien, Romanus, Bonosus, Patriciolus aus Scythia. Rusticius führte die Flotte 508 gegen die Ostgothen. Römisch sind die Namen des Vitalianus, Sohnes des Patriciolus, des Führers des Aufstandes in Scythia und Moesia inferior 514–518, seiner Schwester Valeriana und seines Neffen Bonus, ebenso wie die Namen der damals erwähnten Feldherren Maxentius (Dux von Moesien), Carinus und Celerianus. Von den römischen Colonisten in Dardanien bei Scupi stammte die Familie des Kaisers Justinus I. (518–527), den Victor Tunnunensis ausdrücklich als „Illyricianus bezeichnet (ed. Mommsen, Mon. Germ., Scriptores antiquissimi 11, 196). Die Männer seines Geschlechtes heissen Justus, Justinus, Justinianus (der spätere Kaiser in einer Inschrift von 521: Flavius Petrus Sabbatius Justinianus, CIL. V, 8120, 3), Sabbatius (ein phrygischer Name, verbreitet durch den Mithrascultus), Marcellus. Dulcissimus (Vater des Justinus II.), Germanus, die Frauen Justina, Lupicina, Vigilantia, Preiecta. In der Zeit Justinians I. (527–565) heissen hervorragende Truppenführer: Bonus (aus Moesien, Agathias 1, 19), Claudianus (Feldherr in Dalmatien in der Zeit des Krieges mit König Totila), Constantinus, Sohn des Florentius (Dux von Moesia inferior), derselbe als Constantiolus bei Malalas, Constantianus (entriss Dalmatien den Ostgothen), Innocentius, Justinus (Dux von Unter-Moesien, fiel 539 gegen die Hunnen), Liberius (in Spanien), Magnus, Martinus, Maxentius, Maximinus, Palladius, Sabinianus, Ursicinus, Valentinus, Valerianus, Vitalis. Unter Justinus II. war Bonus, wohl derselbe, den Agathias im Heere des Narses erwähnt, Feldherr gegen die Avaren, Marcianus, ein Neffe des Kaisers, gegen die Perser, Longinus Nachfolger des Narses in Italien, Traianus Gesandter bei den Persern, Vitalianus bei den Avaren u. s. w. Zum letzten Male erscheinen römische Soldatennamen in den Kriegen gegen die Perser, Avaren und Slaven unter Kaiser Mauricius (582–602) bei Theophylaktos Simokattes: Bonosus, Castus, Comentiolus, Domentiolus, Germanus, Martinus, Priscus, Probus, Romanus, Rufinus, Rusticius, Salvianus, Vitalis. Ein Bruder des späteren Kaisers Phokas (602–610), der ein potéoßápßago: aus Thrakien war, hiess Domentiolus, sein Feldherr in Asien Bonosus. Zu gleicher Zeit treffen wir im oströmischen Heere zum letzten Male auch die in der Völkerwanderungszeit so häufigen germanischen Namen: Ansimuth (in Thrakien), Ariulf (im Perserkriege), Guduis (im Avarenkriege), Drokton (ein Langobarde), Theodorich, Ilifredas (Befehlshaber in Emesa in Syrien). In der Zeit des Kaisers Heraklios (610 – 641) ist der Patricier und Magister Bonus, der Constantinopel 626 gegen die Avaren und Slaven vertheidigte, der einzige Repräsentant des früher so zahlreichen römischen Elementes. In den Kriegen des Heraklios gegen die Perser und Araber überwiegt unter den Namen der Feldherren bereits das griechisch-christliche Element: Georgios, Elias, Theodoros, Sergios, Joannes, Manuel u. s. w., neben arme

Zachariae von Lingenthal, Wissenschaft und Recht für das Heer vom 6. bis zum Anfang des 10. Jahrhunderts, B. z. 3 (1894), 440 f.

* Zahlreiche militärische Termini lat. Ursprungs behaupteten sich bei den Byzantinern auch in der Zeit, wo das Griechische im Staatsleben allein herrschte. Lehrreich ist das Glossar der „Verbalatina et graecolatina in der Ausg. des Theophanes von De Boor 2, 782–786.

nischen Namen, wie Vaanes (Vahan) oder Mezezios. Früher waren griechische Personennamen im Heere eine seltene Erscheinung, wie z. B. Soterichos in Lazica unter Justinian, Akakios, Sohn des Archelaos, einer der Oberfeldherren gegen die Perser unter Justinus II., sowie einzelne Pauli, Georgii, Theodori, Joannes u. A. Nach der Regierung des Heraklios sind römische Namen im byzantinischen Heere eine Seltenheit, wie der turbulente Valentinus nach dem Tode des Kaisers, Florus, einer der Feldherren gegen die Araber 677 (vgl. das Kloster tódy (D).(Ö009 in Constantinopel), der Patricier Maurus 6 Bé3303 unter Justinian II. (Theophanes 1,379) oder Rufus, Protostrator to5 0xioo (ib. 383). Spuren des Vulgärlateins fehlen in dieser Periode in den Denkmälern aus den nördlichen Balkanländern keineswegs. Im späteren Mittelalter wurden zwischen Adria und Pontus von den Nachkommen der Romanen der spätrömischen Zeit zwei Mundarten gesprochen, die altdalmatinische und die rumänische. Ihre Anfänge reichen vor das VII. Jahrhundert zurück. Die Verschiedenheit ihrer Entstehungsgeschichte ist an ihren Unterschieden zu erkennen. In Dalmatien, wo die römische Colonisation älter war, erhielten sich trotz der alle Zeiten hindurch ununterbrochenen und stets lebhaften Verbindung mit Italien manche Archaismen. Besonders auffällig ist, wie im Dialekt des centralen Sardiniens und in den lateinischen Elementen des Albanesischen, das gutturale c und g in gewissen Fällen. Im unteren Donaugebiete dagegen, dessen Colonisation jünger war, entwickelte sich bei der grösseren Entfernung von Italien und bei dem geringen Verkehre mit anderen romanischen Gebieten des Reiches eine Sprache, die sich von der Italiens immer mehr entfernte. Das Centrum des „Urrumänischen lag dort, wo nach den obigen Ausführungen das lateinische Sprachgebiet in den Ländern an der unteren Donau die grösste Breite hatte, im Südosten von Pannonia, in Moesia superior, Dacia ripensis, im lateinischen Antheil von Dacia mediterranea (bei Naissus und Remesiana) und in Dardania, oder nach den heutigen Landschaftsnamen in Syrmien, im Königreiche Serbien, im Westen Donau-Bulgariens und im Vilajet Kosovo. Aus diesen Landschaften, besonders aus dem Flussgebiete des Margus (Morava) und Timacus (Timok), war die ganze römische Eroberung der unteren Donauländer ausgegangen. Bei Prokopios werden gerade in diesem Gebiete auch die meisten Ortsnamen romanischen Ursprungs genannt. Ausläufer dieses Sprachgebietes umfassten einerseits das rechte Donauufer bis zur Mündung, andererseits das Traianische Dacien während der anderthalb Jahrhunderte der römischen Herrschaft in diesem transdanubischen Gebiete. Hervorzuheben ist, dass die Römer auch nach der Räumung Daciens immer noch eine Reihe von Castellen am nördlichen Donauufer behaupteten. Nach Prokopios erneuerte Kaiser Justinian

* Z. B. u für o, wie im Rumänischen und Altdalmatinischen: Promotus als IIgogoöro; r; Nogxöv ägyov Yöpx; bei Priscus frg. 8 (Dindorf, Historici graeci minores 1, 301, 311), muntes in Teps)Xogoövrs; bei Prokopios de aedif. ed. Bonn. 307, 38 und K2)ßopoövr; Theophylaktos Simokattes 2, 15, 3, uli vula als Oöxßoo).x Prokopios ib. 278, 17, Boöyo; (rum. bun) neben Bövo, Bonus bei Menandros frg. 8. Schon auf Inschriften und in den geographischen Quellen wechseln z. B. die Formen Drobeta und Drubeta ab für einen Ort bei der Trajansbrücke (Jung in den Jahresheften des österr. arch. Institutes III Beiblatt 185-186). Jordanes schreibt custus, cumae, cupia, fabolusae, prumtissimus u. s. w. und verwechselt urbs und orbis. Sowohl guttural als palatal ausgesprochen erscheint c bei Prokopios: rógyo; AouzspyxpaßoögYoo ib. 291 an der Donau zwischen den Mündungen des Vid und der Jantra, KeX).gxvá (von Celer) und Magx-XXvá in Dardanien 281, 5 und 56, dagegen Moortáv zä3rs)0.ov bei Naissus 284, 20 und Aoßro).0 bei Remesiana 284, 44. Zur Aussprache von ti sind bemerkenswerth Px2px für Ratiaria (jetzt Arëar, Arêer) bei Hierokles ed. Burckhardt p. 14 und Aope»rioxo; bei Theophylaktos Simokattes 3, 8, 5. Das Castell IIxxxroxo» an der Mündung der Isker bei Prokopios de aedif. 291 schreibt Theophylaktos Simokattes 8, 5 und 6 IIzzaroxo statt des erwarteten *IIzzro)ov oder *II«). Äroxo». Nom. plur. fem. bei Prokopios haben die Endungen -as, -es: Dalmatas, Augustas, Sarmates, sogar Tugurias u. A. Vgl. noch bei Kaiser Konstantin ed. Bonn. 3, 159 to 2xXx»é: (salinae), wohl die Salzquellen von Tuzla in Bosnien. Im Westen gibt es auch eine Spur des Artikels; die dalmatinische Insel Issa heisst bei Prokopios in den Codd. Avaix, Avay, von Maltretus emendirt als A33m (bell. goth. 1, 7 ed. Comparetti 1, p. 53).

Zur Form Avax vgl. Lysia bei Thomas Archidiaconus († 1268) cap. 8: ad portus Lysie (var. Lisie) et Corcire applicuerunt (Lissa und Curzola).

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