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Doclea eine bedeutende Stadt wurde. Die Inseln des Quarnero waren noch vor Augustus colonisirt, vor Allem Apsorus (Ossero), Curicta (Veglia, sl. Krk) mit dem Hauptorte Curicum und Arba (Arbe). Geringer sind die antiken Spuren auf den weniger fruchtbaren Inselgruppen vor Zara. Die griechischen Colonien Issa, das noch in Caesars Zeit bei Hirtius als ,nobilissimum regionum earum oppidum' bezeichnet wird, Pharia und Corcyra Melaena verloren in der Kaiserzeit ihre Bedeutung. Eine grössere römische Stadt entstand auf Brattia (Brazza). Melita (Meleda) wird unter Septimius Severus als Exil des Agesilaos und Oppianos erwähnt, unter König Odoaker 489 als kaiserliches Patrimonium. Die historischen Schichten innerhalb der römischen Bürgerschaft der Provinz sind an der Einreihung der Gemeinden in verschiedene Tribus zu erkennen. Die Bürger aus der Zeit vor Caesars Dictatur in Salonae, in Narona, wo die Inschriften noch in den Zeiten der Republik beginnen, und in Epidaur gehörten zur Tribus Tromentina, die Bürger am jetzigen Golf von Cattaro, die Griechen von Issa, die Römer von Iader und in den Nachbarstädten, ebenso die am Quarnero (Arba, Senia) dagegen zur Tribus Sergia, die Bürger von Doclea endlich zur Tribus Quirina. Eine Erinnerung an die Tribus Sergia mag neben dem Cultus des heil. Sergius und Bacchus zur Verbreitung des Personennamens Sergius im Mittelalter gerade in Dulcigno, Antivari, Cattaro, Ragusa, Zara, Arbe und Veglia beigetragen haben. Eine Unification der Bevölkerung trat ein, als (212) alle freien Bürger des Reiches ,cives Romani' wurden und als Kaiser von nichtrömischem Ursprung an die Spitze des Staates gelangten. Es kam eine Zeit, wo die Gesellschaft von Nachkommen der Sclaven überwuchert war; war ja ein grosser Dalmatiner des Alterthums, der Kaiser Diocletian, ein ,vir obscurissime natus', ein Freigelassener.

Das Innere der Provinz Dalmatia, wo die illyrischen Stämme von den Römern in ihren ,civitates oder Gaugemeinden belassen waren, ähnlich wie die Thraker in ihren sipatnylal, scheint nach den archäologischen Funden und Inschriften zu urtheilen viel spärlicher bewohnt gewesen zu sein als das Küstengebiet. Die grossen Städte lagen alle an der Küste. Es ist charakteristisch, dass Diocletian bei seiner neuen Organisation der Provinzen von Dalmatien nur die Praevalis (Praevalitana) im Süden (mit Scodra und Doclea) abgetrennt hat, aber keinen Theil des ausgedehnten Berglandes im Osten.

Berglandes im Osten. Das fast ebenso grosse Pannonien wurde ja damals in vier Provinzen getheilt. Auch in der christlichen Zeit befanden sich fast alle Bisthümer an der Küste oder in deren Nähe. Auf der Synode von Salonae 532 wurden im Küstengebiete drei neue Episcopate errichtet. Andreas episcopus Bestoensis aus dem Innern klagte bei dieser Kirchenversammlung, seine Diocese sei zu gross, aber die Errichtung eines neuen Bischofsitzes in seinem Gebiete wurde ihm nicht bewilligt. Die Bewohner des Binnenlandes betrieben Bergbau, wie der Stamm der Pirusten

1 Ueber die Denkmäler von Doclea: The Roman town of Doclea in Montenegro. Communicated to the society of antiquaries

by J. A. R. Munro, F. Anderson, J. G. Milne and F. Haverfield, Westminster 1896 (Archaeologia LV). Cagnat, Iscrizioni latine di Duklja nella Crna Gora, Bull. Dalm. 1895, 49—56, 65 – 70. Eine Beschreibung der Ruinen von Mariano Bolizza,

nobile di Cattaro, aus dem Jahre 1614: Starine 12, 181. ? Urkunde des ,praecellentissimus rex Odovacar vom Jahre 489 an Pierius, comes domesticorum (fiel 490 in der Schlacht

gegen König Theodorich an der Adda), mit Schenkungen von Einkünften bei Syrakus und auf der Insel Meleda, die ganz oder theilweise kaiserliches Patrimonium war: ,et in provincia Dalmatiarum insulam Melitam, ducentos solidos pensitantem'. Abbate Gaetano Marini, I papiri diplomatici, Rom 1805, p. 128 nr. 82. Vgl. W. Kubitschek, De Romanarum tribuum origine et propagatione, Wien 1882 (Abhandl. des arch.-epigr. Seminars der

Univ. Wien, Heft III); Dalmatia, p. 190—198. * Die Acten der Provinzialsynode von Salonae 532 bei Farlati 2, 173, Kukuljević 1, 198, Thomas archidiaconus ed. Rački

(Mon. Slav. merid., Bd. 27, Zagrabiae 1894) 17—18. Die Tabula Peutingeriana nennt auf der Strasse von Salonae nach Sirmium Bistue vetus und Bistue nova. Nach den Inschriften lag Bistue östlich von Travnik im Bosnathale bei Zenica. Vgl.

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im Süden, die von den Römern auch zu den Bergwerken Daciens berufen wurden, fällten Holz in ihren Waldungen, betrieben einen geringen Ackerbau und waren meist Hirten mit Schafzucht. Käse war eines der wichtigsten Erzeugnisse von Dalmatia; den ,caseus Docleas' nennt Plinius (Nat. hist. ed. Mayhoff 11, 42, 240), den ,caseus Dardanicus' eine Reichsbeschreibung des IV. Jahrhunderts (Geographi graeci minores 2, 523). Sehr viele Illyrer dienten im Heere und in der Flotte. Durch den Kriegsdienst verbreitete sich die Kenntniss des Lateins in die entlegensten Gebirgsthäler, doch die fehlerhafte Sprache der Inschriften lässt sehen, wie unvollkommen diese Sprachkenntniss war. Zu Hause sprach man wohl eine halblateinische Mischsprache, wie sie noch im heutigen Albanesisch zu erkennen ist. Von einer langsamen Entvölkerung des Binnenlandes zeugt ein Vergleich zwischen den grossen Menschenmassen, welche die illyrischen und pannonischen Stämme im Aufstande gegen Rom unter Augustus ins Feld stellen konnten, 200.000 Mann zu Fuss und 8000 Reiter, und der Hilflosigkeit derselben Länder im Zeitalter der Völkerwanderungen.

Längs des ganzen Laufes der Donau von der Quelle bis zur Miindung als Reichsgrenze verbreitete sich das Latein aus den Truppenlagern. An der unteren Donau von der Savemündung abwärts wurde durch mehr als sechs Jahrhunderte lateinisch gesprochen, von Augustus bis Phokas, in der Nähe der Mündung wohl bis Konstantinos Pogonatos. Lange Zeit vor der Eroberung Daciens durch Kaiser Traian war das Latein in den Donaulandschaften heimisch geworden; die römische Herrschaft in Dacia ist nur eine ungefähr 150 Jahre umfassende kleinere Episode in der Geschichte des Romanismus an der Donau. Im Laufe des I. Jahrhunderts nach Chr. wurden die Truppen an der Donau von 2 auf 10–12 Legionen vermehrt, nebst den dazu gehörigen Auxiliartruppen. Ursprünglich bestanden diese Legionen aus römischen Bürgern aus Italien; bald wurde jedoch der Kriegsdienst erblich, und an den Reichsgrenzen entwickelte sich ein Grenzersystem. Die Veteranen erhielten nach dem Abschiede Ländereien, später auch Vieh und Sclaven; ihre Söhne dienten wieder unter den Fahnen der Grenzarmee. Diese Ländereien lagen nicht alle in der Nähe der Grenzlager, sondern oft auch tief im Innern; z. B. in den Inschriften der Colonia Flavia Scupi (Skopje) im oberen Gebiete des Axios (Vardar) erscheinen zahlreiche Veteranen der Legio VII Claudia, die Jahrhunderte lang ihr Standlager in Viminacium an der Donau (Kostolac bei Požarevac) hatte. Von den von Kaiser Traian organisirten, an dem Beinamen Ulpia kenntlichen Gemeinden gehörten zum lateinischen Sprachgebiete Oescus (Gigen an der Iskermündung) und Ratiaria (Arčer bei Vidin) an der Donau, Remesiana (Bela Palanka bei Niš) und Ulpiana (Lipljan) im Innern der damaligen Provinz Moesia superior. Die übrigen Traianischen ,Ulpiae' (Pautalia, Serdica, Traianopolis, Plotinopolis, Anchialos u. s. w.) lagen dagegen im damaligen Thrakien und waren nach der Sprache ihrer Stadtmünzen, Inschriften und Meilensteine griechische Gemeinden. Die Marktviertel neben den Standlagern der Legionen erhielten seit Kaiser Hadrian allmälig auch Stadtrechte. Diese Lager- und Veteranenstädte waren die Mittelpunkte der lateinisch redenden Bevölkerung des Donaugebietes, welche theils italischen Ursprungs war, theils in Kriegsdiensten sich romanisirte. Man findet daher in diesen Landschaften einerseits römische Namen, wie einen Sulla in Ratiaria noch bei Priscus,

die bei Fazlići gefundene Inschrift des P. Aelius Iustus, decurio municipii Bist(uensis) und dessen Frau Aelia Procula besprochen von P. Alexander Hoffer (auch im bosn. ,Glasnik“ 1893, 322—323) und Dr. Patsch in den Wissensch. Mitth. aus Bosnien 3 (1895), 243, 245—247. Ueber die ,basilicae“ der altchristlichen Zeit in Bosnien vgl. Dr. Truhelka, Die christlichen Denkmäler Bosniens und der Hercegovina, Röm. Quartalschrift für christl. Alterthumskunde 1895, 197—236. Veber die Bisthümer Dr. Patsch im Glasnik' des Museums von Sarajevo 1900, 554 f.

andererseits Verbindungen thrakischer und illyrischer Namen mit lateinischen Elementen (Aurelius Seutes, Mucianus Mucapori, M. Aurelius Dasius u. dgl.). Von dieser Mischung der Völker stammt das verwilderte Latein vieler Inschriften bei diesen ,militares et paene barbari' von Illyricum, wie sie Aurelius Victor nennt. Zahlreiche Kaiser des III. und IV. Jahrhunderts stammten aus diesem militärischen Grenzgebiete, aus Pannonia, Moesia superior (Constantin der Grosse aus Naissus), Dacia ripensis, noch nach der Uebertragung der Residenz nach Constantinopel Jovianus aus Singidunum (Belgrad), Gratianus aus Sirmium, die Familie Valentinians aus Cibalae (bei Vinkovci in Slavonien). Im V. Jahrhundert waren Römer aus dem unteren Donaugebiete Constantius, Mitregent des Kaisers Honorius und zweiter Gemahl der Placidia, gebürtig aus Naissus, und der Feldherr Aëtius, Sohn des Gaudentius, aus Durostorum (Silistria). Aus Dalmatien ist Diocletian allein auf den Thron gelangt.

Die Inschriften, Meilensteine und Stadtmünzen der Kaiserzeit lassen die Grenze zwischen den zwei herrschenden Sprachen der römischen Kaiserzeit, zwischen dem Latein an der Donau und Adria einerseits und dem Griechisch in Macedonia und den hellenisirten Gebieten Thrakiens andererseits ziemlich genau feststellen. Sie fällt mit den Provinzgrenzen des 1.—III. Jahrhunderts vor den Reformen Diocletians grösstentheils zusammen. Das Adriatische Meer verliess diese Grenzlinie bei Lissus (Alessio) und folgte zunächst der Grenze zwischen Dalmatia (später Praevalis) im Norden und Macedonia (später Epirus nova) im Süden. Diese Grenze lief südlich von der jetzigen Strasse von Scutari nach Prizren ostwärts, da nach Ptolemaeus 'Etxapia (ad Picaria der Tab. Peut.), das jetzige Puka, noch in Dalmatia gelegen war. Weiter fiel sie zusammen mit der Grenze zwischen Moesia superior (später Dardania) und Macedonia. Dort hinterliessen die Einwohner der dardanischen Städte Ulpiana (Lipljan) auf dem jetzigen Kosovopolje und Scupi (bei Skopje) in dem obersten Gebiete des Axios (Vardar) lateinische Inschriften; dagegen besass das nahe Stobi einen ganz griechischen Charakter. Weiter folgte sie der alten Grenze zwischen Moesia superior (später Dardania) und Thracia, so dass Naissus (Niš) und Remesiana (Bela Palanka zwischen Niš und Pirot) in das lateinische Gebiet, Pautalia (Küstendil) und Serdica (Sofia) sammt der Landschaft von Pirot in das griechische gehörten. Die spätrömische Provinz Dacia mediterranea in IV.–VII. Jahrhundert, aus Stücken von Thracia und Moesia superior gebildet, mit den Städten Serdica, Pautalia, Naissus und Remesiana war in Folge dessen ein doppelsprachiges Gebiet. Aus der Gegend zwischen Bela Palanka und Pirot wendete sich die Grenze beider Sprachen längs des Nordabhanges des Haemus ostwärts, längs der Provinzialgrenze zwischen Moesia inferior und Thracia, und zwar so, dass die Inschriften aus der Gegend von Vraca und von Nicopolis (Nikjup bei Trnovo) meist griechisch, die des Donauufers bis zur Mündung dagegen fast ausschliesslich lateinisch sind. Im äussersten Osten schloss sie sich den Territorien der hellenischen Gemeinden an, die sich längs der Pontusküste bis zur Mündung der Donau erstreckten.'

Das griechische Sprachgebiet grenzte an die grossen hellenischen und hellenisirten Gebiete Asiens an, das lateinische an die romanisirten Landschaften von Pannonien, Noricum, Raetien und Gallien. Die grösste Tiefe hatte das lateinische Gebiet auf der Linie von der Nordgrenze Pannoniens bis zur Grenze zwischen Dardania und Macedonia, von Carnuntum und Brigetio bis in den Zwischenraum zwischen Scupi und Stobi, die geringste an der

· Ueber diese Sprachgrenze der Inschriften der Kaiserzeit vgl. meine Bemerkungen in dem Arch.-epigr. Mitth. 10, 44 über

Dacia mediterranea und im Asl. Ph. 15 (1893), 99 bei Gelegenheit einer Besprechung der Heimat des ,Urrumänischen'.

unteren Donau von Ratiaria (Arčer) abwärts. Während der römischen Herrschaft im Traianischen Dacien war es auf dem linken Donauufer vergrössert durch ausgedehnte Landschaften nördlich von der Strecke zwischen den Mündungen der Save und Aluta.

Ausserhalb des geschlossenen Gebietes kommen griechische Inschriften nur vereinzelt vor, ebenso wie sich lateinische Inscriptionen sporadisch auch in den hellenischen Städten vorfinden. Die meist nach der Beendigung der Bürgerkriege gegründeten Colonien römischer Veteranen in den griechischen Provinzen haben ihren ethnographischen Charakter selten auf die Dauer behauptet. Es waren besonders Deultus aus der Vespasianischen Zeit bei den Sümpfen von Burgas am Schwarzen Meere, in der byzantinischen Zeit eine wichtige Grenzfestung gegen die Bulgaren, verödet erst im XIV. Jahrhundert, ferner in der Provinz Macedonia, welche vor den Reformen Diocletians im Westen bis zum Adriatischen Meere reichte, Philippi am Schlachtfelde des Bürgerkrieges, Cassandrea bei Thessalonich und Byllis bei Apollonia im unteren Vojussathale östlich von Valona bei dem jetzigen Dorfe Gradica, im Mittelalter Sitz des Bischofs loadeciso unter dem Metropoliten von Dyrrhachium. Am besten hielt sich das römische Element in Dyrrhachium, wo die lateinischen Inschriften bis in das VI. Jahrhundert reichen. Bei dem grossen Verkehr mit dem gegenüber liegenden Italien blieb Dyrrhachium stets eine bilingue Stadt; im Mittelalter grenzten in seiner Landschaft die damaligen drei Urkundensprachen, griechisch, lateinisch und slavisch, an einander.

Das Detail der topographischen Nomenclatur dieser Gebiete in der römischen Kaiserzeit ist nur theilweise bekannt, zeigt aber in den Landschaften mit vorwiegend lateinischer Sprache klar ein romanisches oder romanisirtes Gepräge. Für die Kenntniss der damaligen Namen der Inseln und Hafenplätze Dalmatiens fehlt etwas in der Art, wie die erhaltenen Bruchsticke des Σταδιασμός ήτοι περίπλους της μεγάλης θαλάσσης fiir die Kuste von Kreta, Kyrene oder Kleinasien oder wie die griechischen Küstenbeschreibungen des Schwarzen Meeres. Einige Hundert Burg- und Dorfnamen aus den oströmischen Provinzen, leider ohne das neuerworbene Dalmatien und ohne das alte Griechenland, sind in dem Buche des Prokopios über die Bauten Justinians erhalten. Die Untersuchung dieser Namen ist bisher erschwert dadurch, dass die letzte Textausgabe in der Bonner Sammlung nur alte Editionen des XVII. Jahrhunderts reproducirt, ohne verlässlichen handschriftlichen Apparat. Die romanischen Ortsnamen dieser Namensverzeichnisse haben schon die Aufmerksamkeit Vieler auf sich gelenkt, des Tafel, Tomaschek, Jung, Evans' u. A. Die zahlreichen von Personennamen mit der Endung -iana abgeleiteten Namen gehörten zu einzelnen villae, casae oder

Develtós der Byzantiner, zuletzt genannt um 1305 in einem Gedichte des Manuel Philes; vgl. meinen Excurs über die bulg: Burgen bei Philes, Christ. Elem. 79–80. Die Ruinen liegen bei Jakyzly am Westende der südlichsten der drei Lagunen von Burgas; Beschreibung und Pläne von den Brüdern Škorpil im bulg. ,Sbornik“ 4, 134 f. Zu den dortigen Inschriften

vgl. Arch.-epigr. Mitth. 17, 223. 2 Vgl. die dreisprachige Inschrift des Fürsten Karl Topia im Kloster des heil. Joannes bei Elbassan vom Jahre 1381; über

altserb. Urkunden aus Valona u. s. w. vgl. Asl.-Ph. 17 (1895), 565 f. und 21 (1899), 81 f. 3 Die Provinznamen Thracia, Haemimontus, Moesia, Scythia sind von den Herausgebern des Prokopios de aedificiis, auch

von Dindorf in der Bonner Edition (1838), nicht als Titel einzelner Abtheilungen, sondern als einfache Burgnamen betrachtet worden; darüber schon P. J. Šafařík in den Wiener Jahrbüchern der Literatur, Bd. 42 (1828), 47. Die grossen Lücken in Afrika (vgl. Charles Diehl, L'Afrique byzantine, Paris 1896, 170 ff.) lassen vermuthen, dass auch in den Haemusländern die Editionen nicht alles bieten, was die Codices enthalten. Die neue von Haury verbreitete Edition dürfte unsere

Kenntniss auch hier bereichern. 4 Evans, Antiquarian researches in Illyricum, Parts III-IV (aus der Archaeologia vol. 49, Westminster 1885), S. 47–48, mit

der Bemerkung, es sei ,a whole catalogue of local names presenting Romance, and, it may be added, distinctively Rouman characteristics“; besonders wird auf die Illyro-Roman preference for u in place of or aufmerksam gemacht.

turres. In Dardania werden genannt: Victorias, Celeriana (Kei.cplavó), Victoriana, Mariana, Veriniana, Castelona, Capomalva, Quintu, Marcellina, Primoniana. Bei Naissus:' Calventia, Aeraria, Cassia, Mediana (Ammian 26, 5, 1 bei Naissus: ,in suburbano, quod appellatum Mediana a civitate tertio lapide disparatur'), Muciani castellum. Stark vertreten ist die romanische Nomenclatur in der Landschaft von Remesiana: Lamponiana, Primiana, Ferraria, Luciolo (Acótko10), Spelunca, Longiana, Lupi fontana (100Tocavcáva); dazu kommen dort Radices, Ulmus, Latina in den Itinerarien. In der Landschaft von Aquae an der Donau (nördlich von der Mündung des Timok), die auch das ganze Timokthal umfasste: Vindimiola, Castello novo, Florentiana (das jetzige Dorf Florentin an der Donau zwischen Vidin und der Timokmündung), Romuliana (nach Aurelius Victor Romulianum in Dacia ripensis genannt nach Romula, der Mutter des Galerius), Tredeci-tilias (Tpede titehious, schon von Tafel, Const. Porph. de prov. 18 gedeutet als die dreizehn Linden), Septe-casas, Argentares, Auriliana, Vico novo, Quartiana, Julio valle. In Moesia inferior: Herculente, Metalla, Gemelli muntes (Teuendoploovtes), Silva (Acérca). In Scythia: Monte regine (Movtepeyive), Mauro valle, Valentiniana, Gratiana, Pauli mandra.

Auch in der Umgebung von Sirmium (Mitrovica) sind die Ortsnamen lateinisch: Alma mons (Eutropius 9, 17), ad montem Pinguem', ad montem Porphyriticum, in loco, qui vocatur Igneus' (Wattenbach und Karajan, Passio sanctorum quatuor coronatorum, Sitzungsberichte der kais. Akademie 10, 1853, 136—137), die Inseln (in der Save) Cassia (Kacia) und Carbonaria (Menandros fr. 65). Lateinisch sind auch zwei Ortsnamen im Bisthum von Bistue 532, an der Strasse von Sirmium nach Salonae; der episcopus Bestoensis wünschte damals die Errichtung eines neuen Bisthums ya loco Copella” et Arena' bis zu den ,urbes basilicasque' von Bistue. An der Donaugrenze sind zahlreiche romanische Namen auch aus den Itinerarien bekannt: Aureus mons (bei Smederevo), Iovis pagus (südlich von Viminacium), Caput bovis (Katouagoes des Prokopios), Variana und Valeriana zwischen den Mündungen des Ogost und Isker, Palatiolum bei Prokopios an der Iskermündung, Lapidaria (bei Prokopios) an der Mündung des Vid, Candidiana zwischen Tutrakan und Silistria, Valle Domitiana und Ad Salices bei den Donaumündungen. Im Innern von Dacia ripensis lag Castra Martis (die Ruine Gamzigrad im Timokthale?) und das Municipium Montanensium bei Golema Kutlovica (seit 1891 Ferdinandovo). Bei Theophylaktos Simokattes heisst ein Gipfel des östlichen Haemus Calvo munte (štė Kanopoovtis, Var. – w 2, 15, 3). Von einem Sacro monte hiess eine aus hunnischen Colonisten formirte Truppenabtheilung Sacromontisii (Jordanes ed. Mommsen, p. 127).

Südlich von der Grenze der lateinischen Inschriftsprache sind Namen dieser Art selten. Im Thrakerlande südlich vom Haemus fehlen sie ganz. Im doppelsprachigen Dacia mediterranea nennt Prokopios bei Serdica die Burgen Marci petra und Romaniana. In Macedonia erinnern an die Veteranencolonien der ersten Kaiserzeit die Ortsnamen Candida, Priniana, Placidiana. In Epirus nova, der Provinz von Dyrrhachium, findet man bei Prokopios:

1 Proc. de aedif. ed. Bonn. 283, 31: Trò Tóluv o [Naiscov) aus der nachfolgenden Liste ergänzt von mir, Die Heerstrasse von

Belgrad nach Constantinopel (Prag, Tempsky 1877), 62. ? Erklärt als die Gebirge Kopila und Vranica von Klaić, Geschichte Bosniens, deutsch von Bojničić (Leipzig 1885), 55, als

Berg Kopila zwischen Travnik und Donji Vakuf von Truhelka, Röm. Quartalschrift für christl. Alterthumskunde 1895, 211. Tomaschek, Die vorslavische Topographie der Bosna, Herzegowina, Crna Gora und der angrenzenden Gebiete, Mitth. der k. k. geogr. Gesellschaft, Wien 1880, S.-A. 25 verweist auf den Ort Kopilari und den Weiler Herenina bei Busovača, welche in der Ortschafts- und Bevölkerungsstatistik von Bosnien, Sarajevo 1886, beide fehlen (Dorf Kopila im Bezirke von Travnik;

Kopjari, bei Blau, Reisen in Bosnien, Berlin 1877, 208 Kopljari, im Bezirke von Visoko). * Inschriften: Arch.-epigr. Mitth. 17, 214; ,Sbornik' des bulg. Ministeriums 11, 60.

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