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Viel künstliches Ceremoniell ist, werden die Götterfreunde gestört.

Wenn man an dem Wege der rechten Mittel zu

den tiefen Geheimzaubersprüchen Zweifelt, ist man zur Vollendung nicht befähigt. Obwohl der Segen der Siddha gross ist, Herrscht Unwille, wenn die Schar des Gefolges

zahlreich ist. Du, mein Sohn Ras chung, brüderlicher Freund,

geh jedenfalls hin!

Als er so gesprochen, sagte Ras chung pa: „Viele Männer, die doch Sünden ansammeln, gehen sicher zu ihm hin, so wird es auch segensreich für uns sein; deshalb wollen wir zur Übung der Religion zu Dharmabodhi gehen.“ Ras chung pa und die übrigen Schüler sagten freudig: „Wenn der Ehrwürdige hingeht, mag er auf indisches Gold rechnen; wenn er Gold gewonnen hat, wird ihm die Reise Ruhm bringen.“ Als Antwort darauf trug er folgendes Lied vor.

26.

An die gebietenden Siddha richte ich mein Gebet! Mögen durch ihren Segen die Wünsche des Bettlers erschöpft sein! Möchte das rechte Mass des Thuns zum Gesetz werden! Wenn das rechte Mass des Thuns nicht zum Gesetz wird, Wäre das Verständnis vom Wesen der Beschauung des reinen Sinnes gering. Die Mitwirkung von Freunden zur Erzeugung der Beschauung und Betrachtung begehre ich nicht; Wenn ich Freunde begehrte zur Mitwirkung bei der Entstehung der Selbstbefreiung durch die Beschauung, Wäre mein Verständnis vom Wesen der ununterbrochenen Beschauung wahrlich gering. Milaraspa will keinen Reichtum gewinnen; Wenn Milaraspa Reichtum gewänne, Wäre sein Verständnis vom Wesen des Weltverzichts wahrlich gering.

Dharmabodhi's Gold begehre ich nicht;

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Wenn ich Dharmabodhi's Gold begehrte, Wäre mein Verständnis vom Wesen der Heiligkeit wahrlich gering. Ras chung, nach dem Gewinn köstlichen Ruhmes verlange ich nicht; Wenn ich nach dem Gewinn köstlichen Ruhmes verlangte, Wäre mein Verständnis vom Wesen des Vertrauens

auf den Lama wahrlich gering.

Als er so gesprochen, fügte er hinzu: „Geht ihr selbst zuvor; ich werde später kommen.“ So entsandte er seine Schüler zuerst. Indem sie unrichtige Zweifel hegten, ob der Ehrwürdige wohl kommen würde oder nicht, gelangten sie endlich nach Bal po rdzong. Der Ehrwürdige verwandelte seinen Leib in ein krystallenes Caitya und ging wie eine Sternschnuppe unbehindert am Himmel hin. Als Dharmabodhi, der unter seine Schüler getreten war, ihn erblickte, wurde er von Staunen ergriffen, seine Schüler nährten Zweifel. Doch als der Ehrwürdige vom Himmel herabstieg, freuten sie sich ausserordentlich. Darauf traten der Lehrer und die Schüler vereint vor Dharmabodhi hin. Der Inder Dharmabodhi stieg von seinem Sessel herab und verneigte sich vor dem Tibeter Milaraspa. Alle glaubten, dass Milaraspa besser sei als Dharmabodhi. Gegenüber diesen beiden konnten sich alle Versammelten von der Vorstellung Buddha's nicht losreissen. Darauf liessen sich beide Siddha auf einen und denselben Sessel nieder und führten einander erfreuende Gespräche. Dharmabodhi sagte zu dem Ehrwürdigen: „Du, der allein dahinlebt und sich selbst Befriedigung gewährt, sei für dein Kommen bedankt!“ Der Ehrwürdige trug zur Antwort folgendes Lied vor.

* Tib.skar mda pañs pa bedeutet wörtlich: abgeschossener Pfeil eines Sternes.

* mi mañ dus ?

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27.

Zum Nirmalakäya des Lama sende ich mein Flehen! Mögen die der Überlieferung anhängenden Siddha gesegnet sein! Der Inder Dharmabodhi ist der erste hier Unter der hier versammelten Menge würdiger Nepaler und Tibeter; Ich, der tibetische Yogin Milaraspa Singe ein Lied der Wonne und Weisheit; Ohne ein Lied der Wonne und Weisheit Liesse ich es an der schuldigen Rücksicht gegen den Nirmänakäya der Siddha fehlen. Die fünf krummen Adern werden durch den Wind gerade gemacht, Die fünf widrigen Winde werden an ihrer Stelle vernichtet, Die fünf unreinen Niederschläge des Körpers werden im Feuer verbrannt. Der Stamm der fünf Sündengifte der Seele wird zu Boden gerissen: Der Zweifel, der aus diesem Feinde kommende Wind, wird in der mittleren Ader vernichtet. Der den schädigenden Feind bezwingende Held Sollte gegen schlechte Freunde nicht ergeben sein.

Darauf trägt Milaraspa auf Dharmabodhi's Bitte noch zwei kurze Lieder von 18 und 11 Versen vor, in demselben Stil wie das vorhergehende und gleichfalls Gegenstände der Mystik behandelnd. Da das Verständnis derselben durch die Dunkelheit des Themas an sich wie durch unsere Unkenntnis mancher technischer und anderer Ausdrücke sehr erschwert ist, so verzichte ich hier auf deren Wiedergabe. Dann

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al bya, okri Sal bya, Bedeutung unbekannt.

Als er so gesprochen, sagte Dharmabodhi für das Lied von der Übung der Meditation des Yogin seinen Dank. Der Ehrwürdige sprach zu Dharmabodhi: „Geruhe, mir die tiefen Hauptpunkte deiner Merk verse vorzutragen. Da trug Dharmabodhi folgendes Lied vor.

28.

An den, der die Ausführung der trefflichen Beschauung lehrt,

Richte ich mein Gebet in dieser würdigen Versammlung.

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Möge er durch die gute Wirkung der Werke
Uns segnen, dass wir uns bald wieder treffen!
Wenn der Hang zur Skepsis nicht zerstört wird,
Wozu nützt dann die Beschauung des Gemüts?
Wenn das Verlangen nach dem Glück der Eigen-
sucht nicht gemieden wird,
Was nützt dann langdauernde Meditation?
Wenn man sich nicht um das Heil der Wesen
bemüht,
Was nützt dann stolzer Wandel?
Wenn man auf des Lama Wort nicht hört,
Was nützt dann das festlich versammelte Gefolge?
Das ist die Ursache von Trug, Täuschung und
Scham.
Wenn man als Frucht nicht die Uneigennützigkeit
erwirbt,
Wird die unvergleichliche Bodhi nicht erreicht.
Doch durch die Darlegung deiner eigenen Umstände
trifft dich Schaden;
Wenn man Krieg beginnt, ist grosse Ursache zum
Verfall da.
Schweigend dasitzen ist eine tiefe Lehre.
Wohlklingend ist dein Gesang, tibetischer Yogin!

Mein Gesang aber ist nicht wohlklingend;

Im Drang der Freude nur habe ich gesungen.

Der du in den an Pracht und Glück reichen Gefilden

Lieder zu singen froh bist, besuche mich bald wieder!

Als er so gesprochen, führten sie noch weiter viele erfreuende Gespräche. Dann ging der Inder Dharmabodhi weiter, der Tibeter Milaraspa, der Lehrer samt seinen Schülern, zog aufwärts. Die Zuhörer von gNa nam boten dem ehrwürdigen Meister den Willkommenstrunk und fragten ihn nach den Umständen seines Besuches. Zur Antwort trug der Ehrwürdige folgendes Lied vor.

29.

Durch die Begegnung von Sonne und Mond am Himmel werden die vier Continente erleuchtet, Durch das Zusammentreffen von Mutter und Sohn

wird die Familie beruhigt, 9

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AUs DEN GEscHICHTEN UND LIEDERN DEs MILARAsPA.

Durch die Begegnung von Wärme und Feuchtigkeit
reift das saftige Obst,
Durch die Begegnung der Siddha wird das Welt-
reich beglückt.
In den Wald von Bal pordzong 5
War Dharmabodhi angelangt;
Milaraspa ging hin, ihn zu besuchen;
Er, Dharmabodhi, erhob sich
Und verneigte sich vor mir, Mila.
Die versammelten Männer hegten Zweifel. 1 ()
Er mit der Mudrä des Täuschungsleibes
Faltete in der Meditationsstufe des zung ojug die
Hände und kniete nieder
Und wirkte im Dharmadhätu, der frei von Leiden
und Flecken ist.
Noch einmal vollzog er die Mahämudra,
Dann führten wir aufrichtig in der reinen Ein- 15
samkeit
Klare unvergessliche Gespräche.
Das ist die Wirkung trefflichen Gebets!
Sicherlich hat er schon früher zur Zeit des Jina
gelebt.
Jene schöne Begegnung der brüderlichen Freunde
Gereicht heute dem ganzen Weltreich zum Ruhme. 20

Als er so gesprochen, wurden die Zuhörer von hoher Freude und Verwunderung ergriffen. Infolge der ihm von Dharmabodhi bezeigten Verehrung mehrte sich der Ruf und das Wohlbefinden des Ehrwürdigen.

Der Abschnitt vom Besuch bei Dharmabodhi.

* Tib. gñis med scheint Skr. advayant zu entsprechen oder nachgebildet zu sein.

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