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21.

Möge der Segen meines Lama bei mir einziehen!
Möge er mich segnen, dass ich die Leere erkenne!
Zum Dank für die Verehrung der gläubigen Gaben-
spender
Will ich ein Lied singen, an dem sich Götter und
Schutzgottheiten erfreuen.
Die Erscheinungen, die Leerheit, das Unzertrenn-
liche,
Diese drei bilden den Kern der Beschauung.
Das Verständliche, das Unbegreifliche, die Nicht-
erregbarkeit des Geistes,
Diese drei bilden den Kern der Meditation.
Leidenschaftslosigkeit, Wunschlosigkeit und Stand-
haftigkeit,
Diese drei bilden den Kern der Lebensführung.
Hoffnungslosigkeit, Furchtlosigkeit, Irrtumslosigkeit,
Diese drei bilden den Kern der Vergeltung.
Reinheit im öffentlichen wie im privaten Leben,
Freisein von Betrug,

Diese drei bilden die Grundlage des Gelübdes.

Als er so gesprochen, kehrten jene gläubigen Sinnes zurück. Nach einigen Tagen erschienen wiederum zahlreiche Zuhörer, um ihm ihre Verehrung zu bezeigen. Jene, die vorher da gewesen waren, fragten: „Ist das Befinden und der Zustand des Ehrwürdigen gut?“ Auf ihre Frage nach seiner Gesundheit erwiderte er in folgendem Liede.

22.

Zu den Füssen des heiligen Lama verneige ich mich.
Im unbewohnten einsamen Walde
Ist Milaraspa's Beschauungsart segensreich.
Glücklich ist, wer da wandelt frei von der Leiden-
schaft zu besitzen,
Glücklich, wessen Leib frei ist von brennendem
Schmerz.
Glücklich, wessen Wesen der Trägheit bar ist.
Glücklich, wer einfachen Herzens Beschauung übt.
Glücklich, wer, ohne kalt zu sein, die innere Glut
besitzt.

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Glücklich, wer ohne Furcht Bussübungen vollzieht. Glücklich der Landwirt, der nach nichts trachtet. Glücklich, wer die ungestörte Einsamkeit wählt. Das alles sind Vorzüge des Leibes. Glücklich, wer das Fahrzeug der Materie und des Geistes hat, Wer die Meditationsstufen des skyed rdzogs und zung ojug erreicht hat, Glücklich, wer sich bewusst ist, dass zwischen Ausströmen und Einatmen der Luft kein Unterschied besteht. Glücklich, wer, ohne Freunde, zu reden nicht gebunden ist. Das alles sind Vorzüge des Wortes. Glücklich, wessen Anschauungen frei von Selbstsucht sind, Glücklich, wer sich beständig ununterbrochener Betrachtung weiht. Glücklich, wessen Wandel frei von Furcht ist. Glücklich, wer die Belohnung der Hoffnungs- und Furchtlosigkeit gewonnen. Das alles sind Vorzüge des Sinnes. Glücklich, wer unwandelbar, einfachen Herzens und erleuchtet ist. Glücklich, wer in der reinen Sphäre des höchsten Segens weilt. Glücklich, wer in der Tiefe schrankenloser Gedanken weilt. Diesen sehr segensreichen kleinen Sang, Dies Lied der Wonne habe ich gesungen. Beschauung und Übung sind eng mit einander verbunden. Die ihr durch eure Bitten nach der Bodhi strebt, Nehmt es euch zu Herzen und handelt so!

Als er so gesprochen, sagten die Zuhörer: „Wir sind von grossem Staunen befangen über den glückseligen Zustand, den der Lama in Leib, Wort und Sinn geniesst. Als sie darauf fragten, woher derselbe entstanden sei, antwortete er, dass das alles von der Erkenntnis seiner selbst herrühre. Da sagten sie: „Wenn nun uns auch eine solche Glückseligkeit selbst nicht zu teil wird, so könnten wir doch wenigstens hoffen, dass uns ein Teil davon zufallen wird. Geruhe daher, uns eine leicht verständliche

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und gut zu bewahrende Lehre vorzutragen, in der du die Art und Weise der Meditation vermittelst der Selbsterkenntnis auseinandersetzest. Zur Erwiderung auf ihre Bitte trug der Ehrwürdige ein Lied von den zwölf geistigen Gütern vor.

23.

Dem heiligen Lama zu Füssen verneige ich mich.
Ihr Gabenspender, die ihr der Seele Erkenntnis be-
gehrt,
Wenn ihr sie euch zu Herzen nehmt, so handelt
darnach!
Glaube, Klugheit und Güte,
Diese drei sind der Lebensbaum“ der Seele.
Wenn ihr diesen pflanzt und sorgfältig hütet, seid
ihr glücklich;
Macht den Lebensbaum und handelt darnach!
Leidenschaftslosigkeit, Wunschlosigkeit, Freisein von
Thorheit,
Diese drei sind der Panzer der Seele.
Wenn ihr ihn anlegt, seid ihr stichfest.
Macht diesen Panzer und handelt darnach!
Beschauung, Eifer und Abhärtung,
Diese drei sind der Hengst der Seele.
Wenn er dahineilt und ihr geschwind auf ihm
flieht, seid ihr befreit.
Schafft euch diesen Hengst und handelt darnach!
Selbstwissen, Selbsterleuchtung, Selbstglückseligkeit,
Diese drei sind die Frucht der Seele.
Wenn ihr sie angepflanzt habt und sie reif verzehrt,
ist sie Nahrung.
Erlangt diese Frucht und handelt darnach!
Diese zwölf geistigen Güter
Entstehen im Geiste des Yogin, der sie empfängt.
Ihr Gabenspender, verschafft sie euch zum Dank
für eure gläubige Verehrung.

Als er so gesprochen, wurden jene gläubig und erwiesen ihm später ausgezeichnete Dienste. Dann entschloss sich der Ehrwürdige, auf den Yol mo gangs ra zu gehen. Dies ist der Abschnitt von rKyang phan namkhardzong.

bskor ro.

* Das Bild ist von der eigentlichen Bedeutung von srog Fiñ hergenommen „Stützstange in der Mitte eines Stüpa“.

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Verehrung dem Meister!

Als der ehrwürdige Milaraspa im Verein mit Ras chung pa und den übrigen Schülern in der Grotte des Dorfes von gNa nam verweilte und die Gebetsmühle, deren Nutzen den Kernpunkt (der Religion) bildet, drehte, gab es gleichzeitig fünf Siddha, nämlich den Guru Tshems chen oben auf dem Passe, den heiligen Sangs rgyas auf dem Ding ri, Shilabharo in Nepal, Dharmabodhi in Indien und Milaraspa in gNa nam. Shilabharo lud Dharmabodhi ein, und als sie die Gebetsmühle drehend in Bal po rdzong“ verweilten, kamen viele Männer aus Nepal und Tibet dorthin, um Dharmabodhi zu besuchen. Auch die Schüler des Ehrwürdigen hatten den Wunsch, dem Dharmabodhi ihre Aufwartung zu machen. Ras chung pa“ setzte daher dem Ehrwürdigen mit vielen Gründen auseinander, weshalb es sich empfehlen würde, Dharmabodhi zu treffen. Der Ehrwürdige trug zur Antwort folgendes Lied VOI".

24.

Dank dem Segen des Herrn, des Lama, gibt es

viele Siddha; Buddha's wundervolle Lehre breitet sich aus, Seligkeit erscheint im Wohlbefinden der Wesen,” Durch die Begegnung mit den Siddha sind viele

Menschen glücklich,
Und einige Würdige tragen die Vorzeichen an sich,

dass sie es noch werden.
Der heilige Sangs rgyas vom Ding ri,
Der Guru Tshems chen auf der Passhöhe,
Shilabharo aus Nepal,

* D. h. nepalische Festung.

* D. h. der mit dem kleinen Baumwolltuch; Mi la ras pa, d. i. Mila mit dem Baumwolltuch. An anderer Stelle werden seine Schüler c'a med pairas parmams „die unvergleichlichen mit einem Baumwolltuch Bekleideten“ genannt. * Der Unterschied zwischen bde skyid und dpal ist so zu fassen, dass ersteres inneres und letzteres äusseres Glück be

zeichnet.

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Der Inder Dharmabodhi, Milaraspa aus Gung thang, Eines Jeglichen Geist ist so gross wie ein Berg. Doch da ich durch meine Beschauung allein auf mich selbst gestellt bin, wem gehöre ich an? Wer kennt die Geistesklarheit meines eigenen Geistes? Zu Verwandlungen und Zaubereien sind alle fähig, Durch die Leere werden alle zum Mitleid hingerissen, Jene sind schnell bereit, wunderbare Schauspiele zu zeigen, Doch ich selbst bin geschickt, siegreiche Lieder zu singen, die meinem Herzen entsprungen sind; Ich selbst bin gross in Standhaftigkeit und Resignation. Die andern sind nicht so vortrefflich! Ich gehe nicht, ihn zu besuchen. Ihr, meine Söhne, mögt ihn auf jeden Fall besuchen. Doch es ist nicht eines andern Schuld, Nur meines Alters wegen ziehe ich nicht von hier. In das herrliche Land von Udyäna möchte ich pilgern. Zweifel hege ich nicht, Zuversicht ist da!

Als er so gesprochen, sagten die Männer, welche die Berufung auf das Alter nicht gelten liessen: „Milaraspa will aus Eifersucht nicht gehen. So schmähten sie ihn. Als sie nun meinten, dass es passend sei, jedenfalls hinzugehen, trug er zur Antwort folgendes Lied vor.

25.

An die gebietenden Siddha richte ich mein Gebet!
Mögen durch ihren Segen die Sünden rein werden!
Wenn man unseliges Gerede nach dem Geschwätz
der Leute führt
Und Zweifel nährt, täuscht man allein sich selbst.
Wenn zu der Zeit, wo man mit ganzer Seele der
Beschauung obliegt,
Viele Wesen zugegen sind, so ist das ein Hindernis.
Wenn zur Zeit des Besuchs bei dem Lama, dem
Gebieter,

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