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FORTSETZUNG DER AUSZÜGE

AUS

EMCYKI,0PÄI)INCHEN WERKEN DER ARABER, PERSER UNI) TÜRKEM,

AUS DEM DURRET-ET-TÄDSCH (PERLE DER KRONE) MAHMUD SCHIHASS
VON

D FREIHERRN HAMMER-PURGSTALL,

WIRKLICHEM MITGLIEDE DER KAISERLICHEN AKADEMIE DER WISSENSCHAFTEN.

(VORGELEGT IN DER SITZUNG DER PHILOSOPHISCH-HISTORISCHEN CLASSE AM 7. JÄNNER 1857.)

(Fortsetzung.)

In der Überlieferung heisst es: Wissenschaft die nicht nützt, ist wie ein Schatz der nicht gespendet wird. Der Nutzen der Wissenschaft besteht in dem Nutzen der Leitung zur Andacht; wer nicht an Wissenschaft gewinnt, und betet und einsiedlerisch lebt, gewinnt bei Gott nichts als Entfernung. Der Prophet (welchem Gott gnädig sein wolle!) flüchtete sich zu Gott vor der Wissenschaft die nicht nützt: er sagte: Wissenschaften gibt es zwei: Die Wissenschaft im Herzen welche die nützliche, und die Wissenschaft auf der Zunge, welche vor Gott eine Urkunde, welche wider die Menschen zeugt. Er sagte: am schärfsten wird von Gott gestrafet werden, welcher durch sein Wissen nicht nützt, die Ermahnung dessen der nicht nach seiner Wissenschaft handelt, wird von den Herzen ausgelöscht werden, wie der Thau auf hartem Gestein. Einer der frommen Gesetzgelehrten hat gesagt: Das Wort das nicht vom Herzen kommt, geht nicht zum Herzen, und ich sage: ich habe dies vielmals erfahren und wahr befunden. Der Gottgesandte (welchem Gott gnädig sein und Heil verleihen wolle!) hat gesagt: Wer die Wissenschaft erlernt des Gewinnes willen, der geht ins Feuer um sich damit gegen die Gelehrten zu brüsten, und um sich gegen die Thoren zu verstellen, damit sich gegen ihn die Gesichter der Menschen wenden mögen, und dass er damit Güter erwerben möge. Eine der satanischen Verführungen ist der Aufschub des Handelns bis zur Ergründung der Wissenschaft, dieses ist ein Betrug der Leidenschaft, denn wenn einen solchen der Tod plötzlich überfällt, und der Termin seines Lebens ihn ereilt ehe er zum Handeln aufgestanden, so wird er in's Feuer eingehen mit den Lasterhaften, und hie durch hat uns Gott der Allerhöchste ermahnet, hütet euch vor solcher Saumseligkeit.

Denkschriften der philos.-histor. Cl. IX. Bd. - 1

Drittes noth wendiges Erforderniss: die Verminderung weltlicher Anhänglichkeiten an Weib. Kinder und Vaterland. Diese Bande der Anhänglichkeit beschäftigen die Herzen, nur Gott der Allerhöchste hat dem Menschen nicht zwei Herzen in seine Brust gegeben; wenn das Nachdenken mit diesen Dingen beschäftiget ist, so bleibt dasselbe in dem Erfassen der Wahrheiten und in dem Verstehen der Feinheiten (der Wissenschaft) zurück. Man hat gesagt: die Wissenschaft wird dir nicht theilweise gegeben bis sie dir nicht ganz gegeben wird, und erst wenn sie dir ganz gegeben worden, bist du im Falle sie theilweise zu erlangen. Ein getheiltes Nachdenken ist wie ein Rinnsal dessen Wasser getheilt wird, die Luft streicht darüber her (wie über getheilte Herzen die Begierde)“) und die Erde wird ausgetrocknet, und es bleibt nicht genug Feuchtigkeit zum Gedeihen der Saat.

Viertes noth wendiges Erforderniss: Entsagung der Trägheit, und Aufschürzung zur Erreichung grosser Dinge mittels Durchwachens der Nächte. Man sagt: Wer lässig und träge, bringt keinen Honig zuwege, sei festen Vorsatzes und gespannter Aufmerksamkeit. Eine der Ursachen der Trägheit ist das Rechnen auf die Zukunft, hiedurch werden die Hoffnungen gespalten und der so Denkende von den Beschäftigungen abgehalten; es sind darüber im Reinen die Vornehmen und die Gemeinen, dass wer die Gelegenheit versäumt sich nur Kummer erwirbt. Ein Dichter hat gesagt:

Wenn die schlafenden sich dehnen,
Fliessen reichlich meine Thränen.

Die folgenden improvisirten Verse gehören unter die schönsten:

Ist nicht Verlust wenn Nächte fruchtlos schwinden,
Und du als Leben dieses rechnest an;
Wenn du nicht säst und Ernte du erwartest,
Wird's reu'n dich, dass du früher Nichts gethan.

Eine der Ursachen der Trägheit in Erwerbung der Wissenschaft ist die Erwähnung des Todes und die Furcht vor demselben. Wisse, die Erwähnung desselben muss vielmehr eine Ursache zur Erwerbung der Wissenschaft werden, denn es gibt keine bessere Rüstung wider den Tod als eben die Wissenschaft und das Handeln nach selber; dass die Erwähnung des Todes als eine der Ursachen der Trägheit angegeben wird, rührt von der mangelhaften Erkenntniss von der Vortrefflichkeit der Wissenschaft her, und davon, dass man sich ihrer nur als Mittel zur Erreichung weltlicher Zwecke bedienen will, welche durch den Tod abgeschnitten werden. Die Furcht des Todes darf des Menschen sich nicht in solchem Grade bemächtigen, dass sie ihn an der Vorbereitung für die andere Welt hindert. Das Wort des Propheten (welchem Gott gnädig sein und Heil verleihen wolle!): Gedenke des Zerstörers der Genüsse (des Todes), heisst nur, dass die Erwähnung desselben eine Ursache sei zur Abschneidung nichtiger Genüsse, und nicht der ewig dauernden. Der gewöhnliche Gram über den Tod ob der Trennung von den Gütern der Welt ist Dummheit und Blödsinn. Was aber den Zustand nach dem Tode betrifft, so nützt die Furcht hier nicht, sondern nur die Vorbereitung; diese besteht aber in der Rüstung für die Gegenwart, und der Gram nützt hiezu durchaus Nichts. Es ziemt sich vielmehr, dass der Mensch mit ruhigem Herzen das Loos und die Bestimmung Gottes des Allerhöchsten erwarte, dass er überzeugt sei, dass das was vorher bestimmt, auch geschieht, und dass er sich des Wortes Gottes erinnere. Es trifft kein Unglück auf Erden euere Seelen das nicht geschrieben wäre im Buche Gottes, ehe denn das – selbe er schaffen worden“). Der Gram des Todes wegen ist nur ob des Verlustes des Bauches und der fleischlichen Begierden, ob des zurückgelassenen Gutes, ob der Ungewissheit über den Zustand nach dem Tode, ob vorhergegangener Sünden. Was das Erste betrifft, so ist dies reine Unmässigkeit, denn der Genuss der Speisen wird gegeben zur Abtreibung des Hungers, Stillung fleischlicher Begierden zur Entfernung der Lästigkeit des Samens; das Begehren dieser beiden Genüsse ist als wenn man die Krankheit herbeiwünscht um dieselbe heilen zu können, oder wenn man länger im Bade schwitzte, um hernach mit so grösserem Vergnügen kaltes Wasser trinken zu können; das zweite rührt davon her, dass die Nichtigkeit der Güter und die Verächtlichkeit der Welt nicht erkannt wird in Bezug auf die ewig dauernden Güter, welche verheissen den Gottesfürchtigen; wenn du nicht die zeitlichen Güter verlässest, so werden sie dich doch verlassen; so sagen die Verse: Das Unglück bricht herein bei allen Ecken, Erreichend dich, wenn dich auch Berge decken.

*) Wortspiel mit Hawa. das sowohl Luft als Lust heisst. *) LWII S., 22 V.

An dir ist's zu wissen, dass die Welt eine Unglücksschenke, eine trübe Tränke, die der Menschheit vermacht, was sie unglücklich macht, und dass in jedem Bissen nur Gram zu geniessen. Wenn du an die Schneide des Schwertes denkst, so wird dadurch nicht zusammengefügt was es getrennt, nicht ganz gemacht was es gespalten. Rührt der Gram aus Gegenwärtigem her, so ist dies Gottes Schickung und Bestimmung, und mit dieser wird er vergehn: betrifft derselbe aber die Zukunft und Dinge welche sich erst ereignen sollen, so ist derselbe Thorheit; denn gegenwärtiger Gram ob Dingen die vermuthlich erst kommen sollen, ist unvernünftig, wenn das Ereigniss aber gewiss wie der Tod, so wirst du denselben schon, wenn er da sein wird, kennen lernen. Gott der Allmächtige hat gesagt: Betrübet euch nicht über das was an euch vorübergegangen, und freut euch nicht über das was euch zu kommen soll"). Dieser Vers enthält alle Principien des einsamen frommen Lebens. Was das Dritte (die Ungewissheit des Zustandes nach dem Tode) betrifft, so ist's an dem Menschen, dass er Wissenschaft suche welche ihn über den Zustand nach dem Tode aufkläre. So sagte Harisse zu dem Propheten (welchem Gott gnädig sein und ihm Heil verleihen wolle!): ich sehe den Thron meines Herrn, ich sehe die Einwohner des Paradieses welche in dasselbe eingehen, und die Bewohner des Feuers welche sich dem selben eingewöhnen, dieses ist eine Wissenschaft welche nur erreichet wird durch die Kenntniss der Seele und ihres Verbands mit dem Leibe, durch die Kenntniss der Eigenschaften, womit der Körper erschaffen worden, und die Art des Genusses derselben: zugleich mit der Kenntniss der niedrigen Eigenschaften welche die Seele von ihrer Vervollkommnung abhalten. In dem Gesetze befinden sich hierüber vielfältige Ermahnungen, und es ist befohlen über die Seele nachzudenken, wie es befohlen ist nachzudenken über das Reich der Himmel und der Erde. Was das Vierte (die Furcht ob voriger Sünden) betrifft, so nützt hier kein Gram; sondern nur die Heilung die an der Hand durch Reue, und Verbesserung voriger Übertretungen; er ängstigt sich nur vergebens ab den aufgelösten Gürtel zu binden, wider das was vergangen nützt keine Vorbereitung, sondern nur für das Zukünftige. Der Zustand des Menschen aber beim Tode ist dreierlei. Erstens der Wachsame, Einsichtsvolle weiss, dass das Leben Fessel und der Tod Befreiung davon, dass die Welt nur der Augenblick eines Blitzes, und wenn der Aufenthalt darin auch noch so lange währt; desshalb kümmert ihn beim Tode Nichts als was er versäumt im Dienste seines Herrn, und an der grösseren Annäherung zu ihm; wenn er zu schwach seinem Herrn weiter zu dienen, so wird er sich nach dem Tode sehnen. Einer der bei seinem Tode gefragt ward, warum er stöhne, antwortete: Ich gehe einen Weg den ich noch nicht betreten, ich nahe mich einem Herrn den ich nicht sehe, ich weiss nicht was ich sagen werde und was mir gesagt werden wird. Zweitens, der dem es an Einsicht mangelt, ist mit dem Leben der Welt zufrieden und sicher derselben, und am anderen Leben verzweifelnd wie die Ungläubigen an den Gefährten der Gräber verzweifeln, wenn er aus der Welt in's andere Leben eingeht, so schadet ihm dasselbe wie dem Scarabäus der Duft der Rose. Die Welt ist der Kerker des Ersten (des Einsichtsvollen) und das Paradies des Zweiten (des Ungläubigen) und zwischen beiden ist ein grosser Abstand; der Erste ist wie ein Diener den sein Herr beruft um demselben Gutes zu erweisen, und der Zweite wie ein flüchtiger Sclave der zu seinem Herrn gebunden zurückgeführt wird, mit gesenktem Kopfe seines Vergehens bewusst. Drittens ein Zustand welcher der mittlere zwischen den beiden vorigen, ist der eines Mannes welcher die Mühseligkeiten der Welt kennt, und den ihre Gesellschaft anwidert, der aber an dieselbe gewohnt, sich ungern von ihr trennt; wenn er aus derselben herausgeht, und sieht was jenseits den Frommen bereitet ist, sagt er: Lob sei Gott, der von uns hinweggenommen die Traurigkeit, denn unser Herr ist ein Dankbarer, Verzeihender, der uns einen Ort angewiesen in seiner Huld, wo uns kein Elend berührt und keine Schwäche; dies ist wie das Geweine eines Kindes welches weint, wenn es den Schooss der Mutter verlässt, dann aber, wenn sich vor ihm das Feld der Welt ausbreitet, nicht wieder in denselben zurückzukehren begehrt. Bei den Wahrheitsergründern ist es ausgemacht, dass der Tod die zweite Geburt, und dass sich das Feld dieser Welt zur andern wie der Mutterschooss zu jenem verhält. Einige haben gesagt: Wir sind dem Israil (dem Todesengel) Dank schuldig, wie dem Gabriel und Michael (über welche beide Heil sei!), wie das Gebet lautet: O Gott sei gnädig dem Mohammed und Gabriel und Michael und dem Todesengel! Denn Michael und Gabriel sind die Ursache der Rettung in jener Welt durch Mohammed (dem Gott der Höchste gnädig sein und Heil verleihen wolle!) und Israil ist die Ursache unserer Auswanderung aus dieser Welt, wofür wir ihm grossen Dank schuldig sind. Man erzählt von einigen Weisen alter Völker, dass dieselben den Saturnus besonders verehrten und lobpriesen, weil sie glaubten, dass derselbe zum zufälligen Leben Nichts beitrage, sondern dass derselbe vielmehr das zerstörende Schwert welches von dieser niederen Welt befreit. Das fünfte noth wendige Erforderniss, dass du deine Seele dem Studium einbürgerst bis ans Ende des Lebens, wie man sagt: von der Wiege bis zum Sarge. Ein Wort des Imam Schafii ist das folgende: Diese unsere Kunst ist eine ewige Fessel, und wer dieselbe einige Zeit ablegen will, der lege die Zeit selbst ab. Man hat auch gesagt: Wer da glaubt, dass die Wissenschaft ein Ende habe, der wird ihre Wahrheit missen. Hast du nicht gehört das Wort Gottes zu seinem Geliebten, welcher der Kundigste derer die Gott erkannten und seine Eigenschaften und seine Befehle, das Wort der Schrift: Sag, Gott vermehrt die Wissenschaft, und das Wort Gottes des Allerhöchsten: und ob er jeder Wissenschaft ist ein (noch mehr) Wissender. Man fragte den Abdallah Ibnol-Mobarek: Bis wie lange wirst du lernen? er antwortete: soll ich vielleicht ein Wort, woraus ich Nutzen ziehen kann, nicht hören! Man sagt, dass Hasan der Sohn Sejad's noch in einem Alter von achtzig Jahren die Rechtsgelehrsamkeit studirt; er hatte vierzig Jahre in keinem Bette gelegen, und dann vierzig Jahre streitige Fälle durch Fetwa entschieden. Der Kunstgriff besteht in der Verwendung aller Augenblicke auf Erwerbung der Wissenschaft, so dass wenn man der einen satt, man sich mit einer anderen beschäftigt, wie Ibn Abbas gesagt, wenn er der Rede mit den Studirenden überdrüssig: Bringt mir Diwane der Dichter. Mohammed, der Sohn Hasan's, durchwachte die Nächte, und hatte mehrere Register (Defter) neben sich liegen, wenn er des einen überdrüssig, nahm er das andere zur Hand; er vertrieb sich den Schlaf mit Wasser, und sagte, dass der Schlaf von Hitze herrühre. An dir ist's, die Zeit des Lebens auszubeuten in der Frische der Jugend, in den beiden Nachmittagszeiten und den Morgenstunden. Der Genius des Studiums ist der Morgen. Moses (über welchen Gottes Segen so wie über unseren Propheten!) hat gesagt: „Wir haben von unserer Reise das „gewonnen zu wissen, dass die Reise der Wissenschaft nicht ohne Ziel, und dass dieses zu wählen, denn „das Streben nach Wissenschaft ist eine wichtige Angelegenheit und trefflicher als der heilige Kampf.“ Die Meisten kommen darin überein, dass Moses, wiewohl er ein Prophet, dieses Ziel gewählt. Es geziemt sich nicht, dass dir die Brust beenge das deine Kraft übersteigende Geschäftegelränge. Plato hat gesagt: Die Unwissenheit wird keinem Anderen schaden als dir, deine Wissenschaft zähmt deine Seele. Das sechste noth wendige Erforderniss, die Wahl eines Lehrers von reiner Abkunft, tadellosen Wandels, gerechten religiösen Sinnes, grossmüthigen Bluts, vorgerückten Alters, der sich nicht mit Sultanen vermische und mit der Welt mehr abgebe als es seine Beschäftigung erfordert. Man suche den Meister bis in den entferntesten Ländern, wie Moses den Chidhr gesucht, im Zusammenflusse der beiden Meere, und müsste man auch die ganze Erde zu Fuss durchmessen, und die Achseln der Kameele geschlagen werden, so ist dies besser und vorzüglicher (als ruhig zu sitzen). Mohammed Ben Selma hat gesagt: Das Erste was man von einem Manne erwähnt, ist sein Meister, und nach dem Werthe desselben wird zuerst der Werth seines Schülers bestimmt. So galt Mohammed der Sohn Mokbil's wenig bei den Bewohnern Irak's, weil kein erhabener Meister desselben bekannt war. Ist ein solcher gefunden, so ist's am Lehrling, dass er nicht stolz sei auf Wissenschaft, dass er ihm nicht befehlen wolle, sondern sich in Allem dem Zügel seines Befehls füge in dem Detail des Weges des Unterrichts, dass er ihm in Allem gehorche wie der Kranke den Anordnungen des Arztes. Was den Stolz auf eigene Wissenschaft betrifft, so verleitet derselbe dazu sich der Belehrung zu entziehen, was die Wesenheit aller Dummheit, ja sogar die irreführende Weisheit jedes Weisen, wenn der Lehrling auf solche stösst, ist besser als solcher Stolz. Es ziemt sich, dass der Lehrling die Weisheit des Lehrers ausbeute, und sich durch selbe unterrichte, und sich mit derselben

*) LVII S., 22 V.

bekleide:

Die Wissenschaft ist Kampf für Jüngling, der erhaben,
Wie Bergesstrom im Kampf mit Gründen, die erhaben.

Dem Lehrling ist vor Allem Demuth nöthig; desshalb hat Gott der Allerhöchste gesagt: Dies ist wegen meiner Erwähnung für die so ein Herz und Gehör ) haben. Dies bezieht sich auf den mit Wissenschaft Beschäftigten, denn diese sind unter denen die ein Herz haben, verstanden; oder sei es durch die Vernunft welche die Eintrichterung in's Gehör erstrebt mit schönem Anhören und mit Demuth. Der Prophet (welchem Gott gnädig sein wolle!) hat gesagt: Wer nicht die Erniedrigung des Lernens eine Zeitlang ertragen kann, bleibt in der Erniedrigung der Unwis– senheit für immer. Ein Dichter sagt:

Der Lehrer und der Arzt, sie bringen keine Frucht,
Wenn Schüler und wer krank der Beiden Rath nicht ehrt,
In Krankheit füge sich wer nicht den Arzt begehrt,
Unwissend bleibt wer vor dem Lehrer nimmt die Flucht.

Der Lehrling sei vor dem Lehrer wie weiches Erdreich welches den Regen gerne annimmt, ohne denselben abzuweisen; er folge seinem Lehrer, wenn er auch glaubt, dass derselbe Unrecht habe, denn auch der Wanderer glaubt oft, dass sein Wegweiser irre, hernach zeigt es sich aber, dass er Recht hat. Moses hatte keine Geduld als er mit Chidhr wanderte, und brachte es durch seine Ungeduld endlich dahin, dass sich Chidhr von ihm trennte, wie es im Koran heisst: Dies ist Trennung zwischen mir und dir. Der Lehrling hüte sich ebenfalls auf sein Talent zu vertrauen, er schwätze nicht vorlaut, denn es heisst: die Wissenschaft liebt in der Brust zu weilen, und nicht in den Zeilen. Ali (über welchen Heil sei!) hat gesagt: Die Wissenschaft ist ein Schloss, dessen Schlüssel die Frage: Die gute Sitte will, dass sich der Lehrling demüthige vor dem, welcher ihn auch nur Einen Buchstaben lehrt, dass er ihm schön thue, ihm diene, ihm beistehe, und ihm heimlich und öffentlich zugethan sei. Der Prophet (welchem Gott gnädig sein und Heil verleihen wolle!) hat gesagt: Wer einem Diener einen Vers von der Schrift Gottes lehrt, der ist dessen Herr, es ziemt sich nicht denselben zu demüthigen, denn solche Behandlung bricht den Henkel des Islams. Ich sage, eine der Hauptursachen der Erlöschung der Wissenschaft zu unserer Zeit ist die wenige dem Lehrer gezollte Achtung, dieses ist eine schlechte Sitte unserer Zeit. Gott tödte

!) IV. Sure, Vers 35.

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