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so ist der Erwerb desselben erlaubt, sonst aber verboten; dessgleichen wenn es zweifelhaft, ob das Erlaubte oder Unerlaubte vorwiege, oder ob Beide zu gleichen Theilen gemischt, so dass eines das andere aufhebt, so ist's besser dieselbe zu lassen, denn wer lange um das Feuer herumgeht, fällt zuletzt hinein; kann er es nicht vermeiden, so nehme er davon nur so viel als er bedarf, und so viel möglich nur das Erlaubte. Was die Mühen und die Zeitverwendung des Studiums betrifft, so muss insgemein Jeder der etwas unternimmt, sich Mühen und Beschwerden unterziehen. Mühe und Beschwerde die man sich etwas gesetzmässig Erlaubten willen aufbürdet, sind eine der Andachtsübungen. Wenn Männern von Herzen auch Manches von der Wissenschaft und der Begeisterung entgeht, so bleibt doch das Verdienst welches ihnen aus dem Bestreben nach Erlaubtem erwächst. Einem Manne von Herz ziemt es, dass er das Erlaubte wähle ohne den Genuss des Guten. Z. B. wie der welcher eine Speise, die ihm im Schlunde stecken geblieben, mit Wein herunterschwemmt, oder der welcher Schweinfleisch isst, blos um sich damit den Hunger zu stillen (wobei es keineswegs auf den Genuss des Weines und Fleisches abgesehen). Der Studirende fürchte sich soviel als möglich vor dem Unwissenden, und behandle denselben gnädig, damit er nicht die Ketten des Satans bewege, denn der Gelehrte isst auch was ihm Unwissende aufnöthigen aus Übermass des Hungers (der Wissbegier), von dieser Art ist, was die sich für Ssofi Ausgebenden“) von dem Reigen erwähnen, wenn sie sagen, dass derselbe zwar verboten, allein dass er das Herz mehr weltlichen Sorgen entfremdet, als dieses mittels Kasteiungen in doppelter Zeit erhalten werden könnte. Dieses Wort, wenn etwas Wahres daran, schlägt in das ein was Ssadresch – Scheria at in seinem Buche der Ausgleichung der Wissenschaften von den Ständchen (Makamat) der Erkennenden gesagt, dass die allegorische Liebe nur die Brücke zur Wahrheit sei, indem dieselbe mehr zur Entäusserung des Herzens von allen weltlichen Interessen beiträgt als Kasteiungen; es ist unverholen, dass die Liebe das Herz von Allem ausser dem allegorischen Geliebten leert, und dann die Liebe selbst, dann ist die Übertragung auf den wahrhaften Gegenstand um so leichter, denn es ist schwerer viele Bande der Anhänglichkeit abzuschneiden, als ein einziges. Er (Ssadresch-Scheriaat) setzt dann hinzu: mir ist nichts gelegen an der Achtung dieser Liebe, denn wer die Bande der Anhänglichkeit löset, dem liegt Nichts an der Achtung. Er bringt dann einen ähnlichen Fall aus dem Gesetze als Beispiel bei. Wenn man nicht warmes Wasser finden kann, um trockenes Blut welches hart dem Kleide anklebt, wegzuwaschen, so wäscht man dasselbe erst mit Wein aus, und tilgt dann die Spuren des Weins mit kaltem Wasser, denn dies ist leichter, als das Blut gleich mit kaltem Wasser auszuwaschen. Dies Wort ist uns hier in die Mitte gekommen, wir kehren aber nun wieder zu dem worin wir uns befunden, zurück. Wisse, dass das Erstreben des Unterhaltes von Erlaubtem, nämlich eines mässigen und nicht übermässigen, nothwendige Pflicht ist; das Streben darnach mittels gesetzlichen Erwerbs ist Sunnet d. i. durch die Sitte und Gewohnheit des Propheten autorisirt, denn das Beste was der Mensch isst, ist was er selbst erworben. Der Prophet (welchem Gott der Höchste gnädig sein und Heil verleihen wolle!) hat gesagt: Steht früh Morgens auf, um euere Nahrung zu erwerben, denn im Morgen ist Segen und Wohlstand, er weiset hier auf den Erwerb hin, welcher keiner Bitte und der Hilfe der Leute entbehren kann; doch ist nicht von dem Erwerbe die Rede, worüber die Erwähnung Gottes vernachlässigt wird. Sowohl Wissenschaft als Handlung sind für die andere Welt, und der trefflichste Erwerb ist der Kampf auf Gottes Wegen für sein Wort; dann folgt an Trefflichkeit der Handel unter den Bedingnissen der Sicherheit, der Aufrichtigkeit und des guten Rathes. Der Erwerbsuchende stütze sich auf Gott, von ihm Unterhalt und Überfluss erwartend; wenn er seinen Unterhalt auf diese Weise (als Kaufmann) gewinnt, so bleibe er dabei, wenn er aber dreimal mit einer Sache gehandelt und seinen Unterhalt nicht gewonnen, so gebe er den Handel auf. Dies gilt von den Mittleren: was aber die Vollkommenen betrifft, die Männer des Vertrauens auf Gott, so leben dieselben hierin in besonderen Zuständen, deren wir in unserer Abhandlung welche den Titel der Heilung führt, erwähnt haben. Der dritte Zustand betrifft die Menge des Empfangenen und die Nothwendigkeit desselben, und die verschiedenen Arten weltlicher Güter welche viererlei: Nahrung, Speise, Kleidung und Beischlaf. Jedes derselben hat drei Classen: die unterste, mittlere, höchste. Von der Wohnung ist der unterste Grad, was dich von unten über die Erde erhebt zum Schutze vor wilden Thieren und dergleichen, und was dir von oben Schutz gewährt wider den Regen und die Hitze, wie Karawanseraien, Moscheen und dergleichen; die mittlere Wohnung ist ein Besitz der dir Alles gewährt, was du verlangst an Quantität und Qualität, und in welchem du bleiben kannst bis ans Ende deines Lebens; die höchste ist eine ausgeschmückte Wohnung mit vielen Bequemlichkeiten, wie dies die Gewohnheit der Verfeinerten wegen der Welt; mit der Wohnung der ersten Art begnügen sich die auf Gott Vertrauenden und seine Wege Wandelnden; die zweite mittlere Wohnung schadet zwar dem Vertrauen, aber nicht dem Gesetze; die höchste verderbt zwar die Eingezogenheit, ist aber gesetzlich gleichgiltig, wenn man sich nämlich der Welt und ihrer Kostbarkeiten erfreut, denn sonst ist auch die Wohnung der höchsten Art selbst aus dem Gesichtspuncte der Eingezogenheit und Bescheidenheit gleichgiltig, denn was dem Eingezogenen verboten, ist nur die Freude an den Genüssen der Welt. Speise und Trank sind eine grosse Grundlage, denn der Magen ist der Schlüssel zu Gutem und Bösen; auch Speise und Trank hat drei Grade: Der unterste ist, so viel Nahrung als zur Unterhaltung des Lebens nothwendig, um den Körper fortdauern zu machen, und ihn zur Andacht zu stärken. Die Menge der Nahrung steht im Verhältnisse mit der Enthaltsamkeit der den beschaulichen Weg Verfolgenden; denn Einige derselben essen nur einmal in zehn Tagen, Andere in zwanzig, Andere in vierzig, Andere müssen das Bedürfniss des Hungers alle Tage stillen; dieses ist ein Grad, zu welchem jeder gelangen (die Classe der Nahrung die jeder sich verschaffen) kann. Der mittlere Grad ist die Füllung des Bauchs zum dritten Theil; dies ist selbst durch das Gesetz festgesetzt, und was darüber, ist tadelnswerth; und wie man sich in der niedersten Classe, jeder nach seiner Art, beschränken muss, so auch in der mittleren. Die höchste Classe ist der Quantität nach die Aufspeicherung der Nahrung, und der Qualität nach der Genuss von kostbaren Speisen. Alle Aufspeicherung ist tadelnswerth; der unterste Grad derselben ist die Aufbewahrung der Lebensmittel von heut auf morgen: der mittlere Grad ist die Aufspeicherung von einem Jahre zum anderen; dies ist zwar gesetzlich erlaubt, aber schadet dem unbedingten Vertrauen auf Gott; alle Aufspeicherung aber über ein Jahr hinaus ist verwerflich; die Genossen derselben sind von den Verworfenen welche glauben, dass Güter das Leben verewigen. Die Kleidung. Der unterste Grad derselben ist der Menge nach, was genug die Scham zu bedecken, um der Andacht obliegen zu können; der Beschaffenheit nach die niedersten und gröbsten der Stoffe; der mittlere Grad ist der jedem nach seinem Stande zukommende ohne verbotenen Schmuck; der höchste Grad ist die Sammlung von Kleidern der Menge nach und die Auswahl der reichsten und weichsten der Beschaffenheit nach; dies sind die Kleider der Söhne der Welt und derer, so ihren Verfeinerungen ergeben. Was die Befriedigung des Begattungstriebes betrifft, so ziemt sich für die Wandler des beschaulichen Lebens die Abgeschiedenheit, und die Geduld mit den Ungemächlichkeiten des Cölibats, damit sie nicht des höchsten ihnen vorgesteckten Zweckes verlustig gehen. Ebu Hanife hat in seinen Ermahnungen an Ebu Jusuf gesagt: „Suche die Wissenschaft zuerst, und hernach erst sammle „rechtmässig erworbenes Gut, und dann vereheliche dich, denn wenn du Güter sammeln willst zur Zeit der „Studien, wirst du keine Kraft haben die Wissenschaft zu erwerben; der Reichthum wird dich anlocken zum „Kaufen von Sclavinnen und Knaben, du wirst dich mit der Welt und mit Weibern mehr beschäftigen als mit „Erwerbung der Wissenschaft, du wirst deine Zeit verlieren, Kinder werden sich um dich sammeln und deine „Familie sich vermehren, für deren Nothdürfte du sorgen musst, so dass du dadurch von der Wissenschaft ab„gehalten wirst. Beschäftige dich mit der Wissenschaft in der Blüthe deines Lebens, und wo dein Herz noch frei „von den Sorgen desselben, dann erst denke auf Sammlung von Gütern.“ Dies sind die Worte Ebu Hanife's für die Handelnden insgemein, und für die Vollkommenen der Erkenntniss gebührt sich die Verehelichung welche den Gemeinen als Pflicht vorgeschrieben; wenn ihm das einsame Leben zur Last, so halte er sich an die Sunna; nur die Vollkommenen können sich derselben entschlagen, weil in ihren Seelen keine Vorliebe für weltliche Dinge nistet, welche vom Zwecke abwenden; jene halten sich an das in den Worten des Propheten (welchem Gott der Höchste gnädig sein und Heil verleihen wolle!) gegebene Beispiel: „Mir sind von euerer Welt drei Dinge lieb: die Weiber, die Wohlgerüche und die Erfrischung meines Auges im Gebet, denn hie durch wird die Vermehrung des Islams und die Fortpflanzung des Stammes der Menschen bewirkt. Die geduldige Ertragung der Welt ist lobenswerth, wie der Prophet (dem Gott gnädig sein und Heil verleihen wolle!) gesagt: Wer sicher erwachet auf seiner Weide inmitten seiner Heerde gesunden Leibes und gesicherter Nahrung für den Tag, dem ist die Welt gut von allen Seiten. Der vierte Zustand der Ausgaben. Die löblichsten derselben sind die durch das Gesetz zur Pflicht gemachten Almosen und der Unterhalt für die Familie. Durch diese beiden wird die Gerechtigheit aufrecht erhalten; dazu gehört auch Alles womit Freiheit und Trefflichkeit (Bildung) erworben wird, Alles was zu irgend einem Zwecke, ausser dem der Befriedigung der Lust, verwendet wird, ist gesetzlich gebilligt; tadelnswerth ist nur das Übermass, wodurch das Wichtigste vernachlässigt, und das Geld auf andere Dinge ausgegeben wird. Die Übertreibung (das Zuviel der Ökonomen) besteht in der Verwehrung aller Erfordernisse oder in dem Mangel des Nothwendigen. Die Menschen sind darüber verschiedener Meinung, ob es besser sei, rechtmässig erworbenes Gut aufgesetzmässige Weise zu spenden. oder demselben gänzlich zu entsagen. Es ist kein Zweifel, dass die Ergebenheit für die Welt tadelnswerth, und dass derjenige welcher den Gütern gänzlich entsagt, besser als der, so denselben ergeben, zweifelsohne, dagegen aber welche der anderen Welt ergeben, sich mit dieser nur wo es an seinem Platze, beschäftigen, sind bei weitem die Trefflichsten, indem sie die Mittel jener und dieser Welt vereinigen. Von ihnen sind alle Propheten welche gesendet worden, um die Geschäfte der Diener Gottes in ihrem Unterhalte aufrecht zu erhalten. Wenn du sagst, es steht im Koran geschrieben: Die Menschen und Dschinnen sind nur erschaffen worden um Gott zu dienen, so wisse, dass die Sorge für die Geschäfte der Diener Gottes zu den Andachtsübungen des Gottesdienstes gehört, ja sogar die trefflichste derselben ist. Der Prophet (welchem Gott gnädig sein und Heil verleihen wolle!) hat gesagt: Die Leute alle sind die Familie Gottes, und Gott der Liebste ist der seiner Familie Nützlichste. Der welchen das künftige Leben mehr beschäftigt als der Unterhalt des gegenwärtigen, ist von den sich Rettenden, und der welchen der Unterhalt dieses Lebens von der Sorge seines künftigen abhält, ist von den Zugrundgehenden. Wer aber beides vereinen will, ist von den Gefahrlaufenden. Es ist klar, dass der sich Rettende besser daran als der zu Grunde Gehende, und dass der von hoher Ansicht Beseelte besser als der Gefahrlaufende, während bei dem von kleinlichen Ansichten Ausgehenden der entgegengesetzte Fall eintritt. Die Gefahr ist nur für die von hoher Ansicht und vollkommener Herrschaft Ausgehenden vorhanden, wenn die göttliche Nachfolge (das Chalifenthum) zwischen zwei Gottesdiensten Gefahr läuft, durch welche nur Individuen ihren Glauben befestigen können. Gott der Allerhöchste hat gesagt: Folge dem womit Gott zu dir gekommen in der anderen Welt. Vergiss nicht deinen Antheil in dieser Welt, thue Gutes wie Gott dir Gutes gethan, folge nicht dem Verderbniss auf Erden. Die Menschen sind von verschiedenen Stufen; die von schwachem Unternehmungsgeiste werden durch den Prunk und Schmuck der Welt bethört, an ihnen ist's den Weg der sich Rettenden zu wählen und sich vor dem Abgrunde der ins Verderben Stürzenden zu hüten; die anderen, von starkem Unternehmungsgeiste kühner, lassen sich nicht durch ihre Begier und den Satan bethören; der hohe Muth sucht nur die hohen Dinge; diese müssen kämpfen als Gefahrlaufende, und auf der Hut sein um nicht von einer Seite wo sie es am mindesten vermuthen, betrogen zu werden. Der fünfte Zustand ist die aufrichtige Absicht im Empfange und in der Ausgabe der Güter.

1) Motassawif.

Denkschriften der phios.-histor. C1. IX. Bd. 5

Die Absicht des Empfangs sei der Behelf zur Andacht, man esse um sich zur Andacht zu stärken, so rühre auch die Entsagung von Verachtung der Güter und nicht von Schwäche her. Der Prophet (welchem Gott der Höchste gnädig sein und Heil verleihen wolle!) hat gesagt: Wer seinen Unterhalt auf rechtlichem (durch mein Beispiel beglaubigtem) Wege sucht, der wandelt auf dem Pfade des heiligen Kampfes. Der Prophet (welchem Gott der Höchste gnädig sein und Heil verleihen wolle!) hat zum Ibn Mesud gesagt: Der Rechtgläubige wird für Alles Lohn erhalten, selbst für den Bissen den er an sein Weib vergeudet. Unter dem Rechtgläubigen wird der verstanden, welcher alle Dinge um Gottes willen unternimmt, und die Welt nur zu Hilfe nimmt um so sicherer den Pfad für die andere zu verfolgen. Hieraus ist klar, dass der wahre Einsiedler der, so sich nicht mit den Gütern der Welt beschäftigt, und wenn er auch die Güter von Welten besässe, wie Ali (dem Gott der Herr wohlgefällig sein möge!) gesagt: Wenn ein Mann die Güter der ganzen Erde an sich bringt, und dabei nur Gottes Angesicht sucht, der ist ein Eremite, und wenn er Allem entsagt, und dabei nicht Gottes Angesicht sucht, der ist kein Eremite. Wenn du wohl bedenkst den Besitz der Menschen und das Prophetenthum, so wirst du bewährt finden, dass die Armuth des Eremiten in der Zurückgezogenheit der Seele und nicht in leeren Händen besteht. Wisse, dass die Menschen Reisende auf drei Stationen: die erste der Schoos ihrer Mütter, dann die Welt und der Zustand nach derselben. Die Welt ist ein Karawanserai, zu welchem der Mensch von der ersten Station gelangt. Gut und Nahrung nehme er mit Dank und Freude. Wer da glaubt, dass ihm dieselben auf immer geschenkt sind, und wen die Trennung von denselben schmerzt, der ist von den Thoren. Vierte Einleitung. Von dem Verhältniss zwischen dem Wege der Beschauung und dem der Reinigung. Wisse, dass Alle darüber einig, dass die ewige Glückseligkeit und Herrschaft nur durch Wissenschaft und Handlung zugleich, allein vollendet wird; dieselben sind Zwillinge. Von den zwei Methoden ihrer Anwendung ist die eine allgemein bekannte, sich keiner ohne die andere zugleich zu bedienen, denn die Wissenschaft ohne Handlung ist Verderben, und Handlung ohne Wissenschaft ist Irrthum. Das gute Wort steigt zu Gott auf, und die gute Handlung erhebt zu Ihm; die zweite Methode der Anwendung ist die, in welcher die eine als die Frucht der anderen betrachtet wird. Wenn ein Mann sich auszeichnet in der Erwerbung der Wissenschaft, so ist darin noch keine Erweiterung der Wissenschaft in Folge dessen, und wenn er in seinen Handlungen mangelhaft, so ist auch seine Wissenschaft nicht vollkommen; dessgleichen wenn Einer die Handlungen ausmelket und sich abmüht und kasteit nach den ihm vorgesteckten Erfordernissen, so werden in seinem Herzen die speculativen Wissenschaften vollkommen hergestellt werden, wie Gott der Allerhöchste (im Koran) gesagt: Diejenigen welche sich abmühen für uns, dass Wir sie leiten auf unseren Wegen. Hier führen zwei Wege: der eine ist der durch Vernunft schlüsse, der andere der der Beschauung; der erste ist der grosser Schriftgelehrten, der zweite der der Wahrhaftigen, und ein jeder dieser beiden Wege endet in dem anderen, und wer denselben folgt, wird zwei Meere sammeln, nämlich das der Vernunftschlüsse und das der Beschauung, das der Wissenschaft und das der Erkenntniss, das der Sinnenwelt und der verborgenen. So wirst du nun wissen, dass die zu Gott Wandelnden bei aller Menge der verschiedenen Wege und ihres Ausgangs sich auf zwei Arten beschränken. Die einen gehen vom Wege der Wissenschaft zu dem der Erkenntniss, von dem der Sinnenwelt zu dem der verborgenen über; der zweiten wird die Wahrheit durch göttliche Eingebungen geoffenbaret; sie fangen mit dem Verborgenen an, und gehen von demselben zur Sinnenwelt über. Einige Kundige haben gesagt: Der Weg der ersten ähnelt dem des Freundes Gottes (Abraham's) als er aus dem Untergehen des Mondes und der Sonne auf das Dasein des Herrn der Welten schloss, der zweite Weg ist der des Geliebten Gottes (Mohammed's) als ihm zuerst die Brust gespaltet, und die Majestät Gottes geoffenbaret und Alles in ihm verbrannt ward, und Alles in ihm zu Grunde ging, was sein Wesen trübte, und ihm kein Blick übrig blieb auf seine Begier, weil dieselbe vernichtet worden, und er nur in Wahrheit wusste, dass Alles vergänglich ausser Gottes Angesicht; Alles dies auf dem Wege des Genusses und der Begeisterung und nicht auf dem der Wissenschaft. Dieses ist der Zustand derer welche die beiden Wege vereinigen. Über diejenigen welche nur einen dieser beiden Wege wandeln, sind die Meinungen verschieden. Die Beschaulichen sagen, dass der Weg der Beschauung der vorzüglichere, denn der Weg der Reinigung sei schwer zu wandeln, der Pfad sei schwierig, das Feld bis zum Ziele weit. Die Vertilgung der Schwierigkeiten störe die Enthüllung der Kenntnisse, welche schwer, ja beinahe unmöglich, dass die Entfernung im Verhältnisse der Weite, so dass wer das weiteste Feld wählt, auch der Entfernteste vom Ziele, indem die Versuchungen um so näher, und das Gemüth das Erworbene auslöscht, und das bereits Erlangte abschneidet, das Temperament verdorben und die Vernunft beirrt wird während dieser schwierigen Kämpfe und tödtenden Kasteiungen. Die Genossen der Reinigung hingegen sagen, dass die auf dem beschaulichen Wege erworbenen Wissenschaften meistentheils nicht rein wegen vorherrschenden Wahns, und dass dieselben nicht geläutert von der Beimischung der Phantasie in der Welt des Verborgenen; desshalben irren die Meisten welche das Verborgene aus der Analogie der Sinnenwelt erkennen wollen, sie sind im Irrthum , wie du dieses selbst siehst in den meisten Secten der Schismatiker (Motesele) und in anderen Dogmen der Unwissenden von den Genossen des Irrthums. Sie werden durch ihre Disputationen nicht geläutert von den Nachhängern sinnlicher Lust, und ihre Gewohnheiten sind im Widerspruche mit der Ascetik“), denn diese ist Läuterung“) für den Geist und Glättung“) für die Seelen, und Reinigung“) für die Herzen von den Geboten der Begier, und Befreiung“) von allem Wahn und allen Einbildungen, so dass Nichts übrig bleibt als die Erwartung des Einflusses") der göttlichen Wissenschaften; und in der That werden denselben die göttlichen Wissenschaften und die Kenntnisse des Herrn") – enthüllt, und es kam auf dieselben die Eingebung“) – nieder: dies ist die Überlieferung des Bundes mit dem Herrn. Was die Schwierigkeit des Pfades und die Länge desselben betrifft, so schadet dieselbe nicht der Stärke der Evidenz und der Wahrheit der Wissenschaft, denn dieselbe ist leicht, indem sie Gott erleichtert denen welche den Pfad seiner Propheten wandeln, und der Vollkommenheit seiner Heiligen folgen. Was die Störung des Temperaments (der Gesundheit) betrifft, wenn dieselbe Statt findet, so ist auch die Arzenei da, denn wie die diesen Pfad Wandelnden Aerzte der Seelen und Geister, so sind dieselben auch kundig der Zustände der Körper und Naturen. Die Abtödtung der Ascetik (Kiadhat) besteht in den Bedingnissen der Sitten und Zustände, in der Sicherheit von allem Verderbnisse und in der Rettung von allem Schrecken und Gram. Man erzählt, dass die Bewohner China's und Griechenland's in voriger Zeit sich bezüglich auf die Kunst der Malerei und der Zeichnung verlegten, und lange über den Vorzug und über die Mängel und Vollkommenheiten derselben stritten, bis sie übereinkamen hierüber eine Probe anzustellen. Den Malern beider Völker wurde eine Wand bestimmt, welche voneinander durch einen Vorhang getrennt war, um das Wahre von dem Mangelhaften auf diese Weise zu unterscheiden. Die Chinesen sammelten die seltensten und wunderbarsten Farben, und erschöpften sich in seltsamen Künsteleien und schreienden Formen, bis dass sie das Äusserste gethan um ihren Zweck des Effects zu erreichen. Die Griechen beschäftigten sich vorzüglich mit der Reinheit der Zeichnung, denn sie wussten, dass die Vollendung darin bestehe die Ausschmückung dem verklärenden Auge des Schönheitssinnes zu überlassen. Als nun der Vorhang hinweggezogen und der Schleier für die Kunstrichter gelüftet

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