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Mohammed der Sohn Esaad's hat gesagt: Wenn alle Menschen meine Sclaven wären, so würde ich sie freisprechen, und mich ihres Dienstes entledigen. Wer den Genuss der Wissenschaft und des Handels verkostet hat. wird nicht weiter nach dem was im Besitze des Menschen, verlangen. Ebu Hanife hat gesagt:

Wer sucht die Wissenschaft für's andre Leben,
Wird sich durch Rechtlichkeit vor andern heben,
Wer sie begehrt nur Sclavennutzens wegen,
Der bringt sich statt Gewinn Verlust zuwegen.

O mein Gott! wenn der Gelehrte Ehre und Rang suchet, so geschehe es nur um deine Gebote und Verbote zu beobachten, um das Recht durchzuführen und die Religion zu erhöhen, und nicht um seine Lüste und Begierden zu befriedigen; dieses (das Begehren von Ehre und Rang) ist also nur in so weit erlaubt, als dadurch die Beobachtung der Gebote und Verbote gefördert wird; dies bedenke der Lehrer, er verlege sich auf die Wissenschaft mit grossem Fleisse, und verwende diesen nicht auf die verächtliche und nichtige Welt. Der Prophet (welchem Gott gnädig sein und Heil verleihen wolle!) hat gesagt: Fürchtet die Welt, denn ich schwöre es bei Gott in dessen Hand Mohammed's Seele, dass sie zauberischer als Harut und Marut; Die Welt ist mindeste von allen Bagatellen, Und wer sie liebt, wird sich zu Niedrigstem gesellen. Sie macht durch Zauberei die Völker blind und stumm, Sie irren dann erstaunt und führerlos herum. Das vierte noth wendige Erforderniss. Der Lehrer halte seinen Rath nicht dem Schüler vor; er suche ihn von bösen Eigenschaften durch Zurechtweisung abzuhalten; er verhindere ihn Etwas zu begehren was über seinem Verdienste, und sich Beschäftigungen zu unterziehen, die über seine Kräfte. Er stelle ihm den Zweck aller Wissenschaften vor Augen, welcher die ewige Glückseligkeit ohne weltliche Zwecke. Er unterrichte ihn nicht, wenn er sieht, dass der Schüler nur lernt um sich Herrschaft zu erringen und um gegen Gelehrte zu prahlen; wenn er ihn beschäftigt, so geschehe es nur des reinen Erwerbs der Wissenschaft willen, und mit Ermahnung zum Eindringen in die Wahrheiten der Dinge. Wisse, dass, wer die Wissenschaft nur weltlicher Zwecke willen sucht, betrogen ist; dieses ist der Sinn des Worts: „Wir haben die Wissenschaft zu anderem Zwecke als Gottes wegen gelernt, und die Wissenschaft weigerte sich anderem Zwecke als Gott zu dienen“; desshalb ist's nothwendig anfänglich nach einer Art von Wissenschaft zu streben, wodurch vor der Hand die Begierde nach Herrschaft befriedigt wird, bis nach und nach stufenweise der Schüler zur Wahrheit gelangt; desshalb erlaubt man die Disputationen in den juridischen Wissenschaften, welche der Anlass eines beständigen Strebens nach Auszeichnung, bis dann hernach der Lehrer auf das Böse welches in dieser Sucht sich auszuzeichnen, aufmerksam macht und Alles in das gehörige Geleis bringt. Gott welcher gepriesen und erhöhet werde, hat den Vorrang (Riaset) und die gute Erwähnung zur Bewahrung des Gesetzes eingesetzt, die Wissenschaft ist wie das Korn um's Netz zerstreut, wie die sinnliche Lust zum Behufe der Fortpflanzung; desshalb sieht man, wäre die Auszeichnung des Vorrangs nicht, so ginge die Wissenschaft zu Grunde; doch wenn die Anlage des Schülers zum Bösen und zum Ehrgeize sich vorneigt, so soll der Lehrer dieselbe nicht durch Auszeichnung verstärken, damit dieselbe nicht, zur andern Natur geworden, zuletzt den Untergang des Schülers herbeiführt. Das fünfte nothwendige Erforderniss ist: dass der Lehrer den Schüler von dem wovon er abzuhalten ist, mit verstecktem Tadel (Taaris) und nicht mit offenem (Tassrih) abhalte, denn der offene Tadel führt oft zu Verbotenem. Der Prophet (welchem Gott gnädig sein und Heil verleihen wolle!) hat gesagt: Wenn man den Menschen verböte den Kameelk oth zu zerreiben, so würden sie den selben zerreiben, und sagen: man würde es uns nicht verboten haben, wenn nicht Et was dahinter wäre. Dies beweiset auch schon die Geschichte Adam's und Eva's, und der ihnen verbotenen Frucht; desswegen sagt man: der Mensch ist gierig nach dem was ihm verboten; so sagt man auch: der versteckte Tadel richtet mehr aus als das offene Ausschelten, denn der Tadel unter vier Augen zerreisst nicht den Schleier des Ansehens, während der öffentliche Vorwurf denselben ganz und gar wegreisst, und das Verbotene wird dann aus Kühnheit im Geiste der Opposition gesucht, weil diese aufgezwungen wird. Dies haben wir von uns selbst in der Behandlung unseres seligen Vaters erfahren (Gott geistige seinen Geist), indem er uns nie offen ausschalt, sondern nur unter vier Augen tadelte, wodurch wir mehr zurückgehalten wurden als andere durch offenes Ausschelten. Der Lehrer ertheile seinen Rath den Schülern mit Würde, harre im Unterrichte geduldig den grössten Theil des Tages aus, ermuntere sie zum Erwerbe der Wissenschaften. Er sei liebreich, ertrage ihre Gebrechen und Fehler, sorge für ihr Zeitliches und Ewiges, und gewähre ihnen ihr Recht nach seinem Vermögen. Das sechste noth wendige Erforderniss. Er beginne den Unterricht mit dem was für den Schüler das Wichtigste in der Gegenwart, sei es in seinem Unterhalte, sei es für seine Zukunft, dass er ihm in den, seinen Anlagen am besten zusagenden Wissenschaften helfe, in dem Alles leicht für den Zweck, wozu Gott Etwas erschaffen, damit er die beste Anordnung in der Folge der Wissenschaften beobachte, wie es ihre natürliche Ordnung erfordert. Er darf nicht auf einmal von dem Erhabenen zum Subtilen, und von dem Verborgenen zum Offenbaren übergehen; als erster Grad genügt die Nachahmung des Propheten welcher der Lehrer aller Menschen, und ihrer aller Leiter, indem er gesagt: „Ich bin der Haufe der Propheten, Uns ward befohlen sie nach ihren Nationen zu ordnen, und mit den Menschen zu sprechen nach dem Grade ihres Wissens.“ Ali (über welchem Gottes Wohlgefallen!) hat gesagt, indem er auf seine Brust zeigte: „hier ruht eine Menge von Wissenschaften, wenn ich nur für alle Ankauf hätte!“ Der Prophet (welchem Gott gnädig sein und Heil verleihen wolle!) hat gesagt: „Sprecht mit den Menschen von dem was sie kennen, und lasst was sie verleugnen, wollt ihr, dass sie Gott und seinen Gesandten der Lüge zeihen!„ Gott der Allerhöchste hat (im Koran) gesagt: und wenn Ihnen Gott auch Gutes lehrt, so hören sie ihn nicht. Einer der tiefsinnigen Wahrheitsergründer ward um etwas angeredet, was er abschlug; der ihn darum gebeten, sagte: „Hast Du nicht das Wort des Propheten (dem Gott gnädig sein und Heil verleihen wolle!) gehört: Wer eine nützliche Wissenschaft versteckt, der wird am jüngsten Tage mit einem Zaum auf dem Feuer aufgezäumt werden.“ Er sagte: „lass den Zaum und gehe, wenn einer kommt, der sich auf das Rechsstudium verlegt, und dem ich Etwas verhehlet habe, der zäume mich damit auf.“ Gott der Höchste ermahnt in den Worten des Korans: Gebt nicht den Thor en eure Güter! Dass es besser sei die Wissenschaft zurückzuhalten, als sie an den der ihrer nicht würdig, zu vergeuden; und wieder weiset der Text des Korans: und wenn ihr von ihnen Rechtlichkeit erfahren, so gebt ihnen ihre Güter, dahin, dass dem welcher sich gerade zeigt, alle Geheimnisse derselben mitzutheilen sind. Er gehe von dem Offenbaren zu dem Verborgenen über, die Ungerechtigkeit der Verweigerung des Verdienten ist nicht so gross, als die Ungerechtigkeit der Gewährung des Unverdienten. Ebubekr Schaschi hat gesagt: Ich sah den Schafii im Traume, und er recitirte die folgenden Verse:

Streu Perlen unter Schafe aus,
Die frei auf Weiden sich ergehen,
Denn Gottes Huld theilt sie so aus,
Dass Weise, Herrscher draus entstehen.
So wirst erwerben ihre Liebe,
Die sonst versteckt unfruchtbar bliebe.

Es ist klar, dass die Vergeudung der Wissenschaften an Unwürdige durchaus tadelnswerth. Der Prophet (welchem Gott gnädig sein und Heil verleihen wolle!) hat gesagt: Werfet nicht die Perlen den Mäulern der Hunde vor! Jesus (über welchen Heil sei!) hat gesagt: Hänget nicht Juwelen

Denkschriften der philos.-histor. Cl. IX. Bd. Z

an den Hals der Schweine! Die Wissenschaft ist kostbarer als Juwelen und wer dieselbe verstreut. ist schlimmer als das Katzen-Korn“). Ein arabischer Vers sagt: Gott strafe die Philologie, Erworben unterm lieben Vieh ?). Eben so ist die Aufspeicherung der Wissenschaften derer welche denselben gewachsen, eine grosse Schändlichkeit, wie Gott der Höchste (im Koran) gesagt: Als Gott angenommen den Vertrag der er welchen die Schrift gegeben war d, dass sie dieselbe dem Volke erklären und nicht verstecken sollen. Einer der Wahrheitsforscher hat gesagt: „die Mittheilung der Wissenschaft an Unwürdige ist Verderben, und die Vorenthaltung derselben vor denen die dazu tüchtig, ist Ungerechtigkeit und Tyrannei, und beide sind den Gelehrten verboten“. Das siebente noth wendige Erforderniss. Der Lehrer ermuntere die Kleinen zum Lernen und hauptsächlich zum Auswendiglernen, denn dieses ist in der Jugend wie Eingraben in Stein, und im Alter wie Schrift auf dem Wasser. Er muss ihnen nur soviel vortragen als ihr Verstand fasst, und trage es ihnen nicht so vor, als ob hinter dem was er ihnen vorgetragen, noch vorenthaltene Wahrheit versteckt sei, denn dieses verwirrt ihren Verstand, und macht denselben das Vorgetragene gehörig zu fassen unfähig: er lasse sie vielmehr in der Meinung, dass das Erwähnte schon der ganze Zweck, und erst wenn sie dieses vollkommen inne haben, steige er zu Anderem weiter auf. Nach dieser Analogie muss sich der Lehrer der Gesetzwissenschaften wohl hüten vor den Kunstausdrücken der Ssofi, welche sich mit dem Gesetze nicht in Übereinstimmung bringen lassen; denn dieses verursacht sonst die Lösung der Bande des Gesetzes, indem es unmöglich dieses mit der Lehre jener in Einklang zu bringen, und ihnen dadurch vielmehr die Pforten der Freigeisterei eröffnen und sie in störrige Satane verwandeln wird, wie wir dieses in unseren Tagen von einigen gemeinen Menschen gesehen, welche sich auf die Worte der Siegelringsteine“) und andere geworfen haben, um dieselben Unfähigen verständlich zu machen. Der Lehrer muss die gemeinen Naturen zuvörderst zur Wissenschaft der äusseren Andachtsübungen anhalten, und ihre Seelen mit Sehnsucht und Schrecken erfüllen, wie es die Prediger und Ermahner thun, und wenn er sie vom Zweifel abgewendet, so heile er sie dann mit zufriedenstellenden Worten und mit allgemein fasslicher Erläuterung, ohne das Thor verborgener Wahrheiten zu öffnen; denn sonst verdirbt er die Ordnung; hindert er aber einen Scharfsinnigen der fest in den Regeln des Gesetzes, der stark genug die Vernunft wahrheiten und die metaphysischen Geheimnisse zu ertragen, so mag er ihm dies Thor der göttlichen Kenntnisse öffnen, nach wiederholten Proben und Versuchen, bis dass ihn Nichts erschüttert auf der Strasse des Gesetzes; so dass er hernach dieses mit den Wahrheiten (den philosophischen) vereine; denn was ausser dieser Übereinstimmung liegt, ist blosser Irrthum. Die Alten prüften den Schüler zuerst in seinen sittlichen Eigenschaften, und wenn sie diese geläutert fanden, so gaben sie volle Freiheit des Unterrichts, im entgegengesetzten Falle hielten sie ihn davon aufs schärfste ab, aus Furcht, dass er an Verstand verkürzt, seine Religion und die Anderer verderbe; desshalb pflegt man zu sagen: „Wir flüchten uns zu Gott vor einem halben Rechtsgelehrten und vor einem halben Arzte, denn der erste verdirbt die Religion und der zweite den Leib“. Da das Wort nun bis hieher gekommen, so ermahne ich dich mit der Ermahnung des Arztes für den (Kranken), den er liebt, dass du dieselbe benützen und dir zum Nutzen werden mögest. Es ist Pflicht für dich, o du der die Wahrheit suchest und nach Aufrichtigkeit verlangst, dass du nicht die Heiligen Gottes des Allerhöchsten verleugnest, denn dieselben sind die Mittler zwischen dir und Gott und dem Stellvertreter Gottes auf Erden, dem Propheten. Wenn du die Stufen erklimmst, wirst du an den Früchten finden was dir bestimmt, und sei kein Leugner; die Geschäfte werden vollbracht durch die grossen Männer und nicht durch die kleinen, und wenn du selbst den neuen Mond nicht siehst, so verlasse dich auf die, so denselben sehen; wenn du die geheimen Worte und seltsamen Zustände nicht begreifest, so traue denen welche dieselben verstehen, denn jeder Gang ist für den der dazu erschaffen worden. Gott der Höchste hat gesagt: Wir haben euch den geraden Weg und den Pfad gegeben. Ein Weiser hat gesagt: „Alles was an dein Ohr stösst von seltsamen Dingen, lass dasselbe im Gebiete der Möglichkeit, so lange es dir nicht durch den Beweis als wirklich erhärtet wird.“ Ein Wahrheitsergründer hat von den Geheimnissen der Einswerdung und den verschiedenen Arten der Ssofi den Vers gesagt:

1) Wortspiel zwischen Dsc he wher Juwele und Dschew he Katzen-Korn. *) Bein asch-schat el-hamir we bein eschat wel bakar; – wörtlich: zwischen dem Esel, dem Schafe und dem Rinde. *) Das berühmteste Werk des grossen Mystikers Ibnol-Arabi.

So Manches ist, das doch nicht geht aus meinem Munde,
Du glaub' Das Gute gleich, frag' nicht woher die Kunde.

Wenn du fragst: ob Alles was dem Gesetz zuwider, Unglauben und das Verweilen dabei für den Moslim nicht sicher, so sage ich: Ja das Verweilen bei Worten welche offenbarer Unglaube; wenn es vielleicht auch gewiss wäre, so ist dasselbe doch nicht erlaubt dem Moslim mehr, als dem Gelehrten; denn dadurch entsteht Zweifel in der Religion, deren Ordnung Allem zuvor. Gott sei davor, dass wir bei solchen Dingen verweilen sollen, wir halten uns rein davon vor Gott! Hütet euch wohl in der Religion und im Islam die Geschickten spielen zu wollen. Wir verweilen nur bei ihrer Absicht hierin: der kategorische Beweis fällt aufs Äussere mit Beiseitelassung der Absicht. Sobald man sich vom Äusseren wegwendet, liegen zwei Wege der Auslegung offen; der eine erklärt die Absicht selbst für Freigeisterei (Ilhad) und die Lehre der Einwanderung Gottes in menschlicher Form (Holul); doch ist dieses nicht so, sondern rührt nur von der Enge des Ausdrucks und der Schwierigkeit der Bezeichnung her, und der Ausleger kann sich nicht daraus retten, weil das Wort selbst offenbaren Heuchler in sich fasst, der unvermeidlich. Beispiele davon erwähnt der Imam Ghasali in seinem Werke: über die Irrthümer“). Der zweite Weg der Auslegung ist der von einigen vollkommenen Meistern der Wissenschaft eingeschlagene, welche sagen, dass die metaphysischen Kenntnisse nicht im Gegensatze der Worte aufgestellt werden, sondern dass die Aufstellung im Gegensatze der Möglichkeiten zurückbleibt; ebenso wenig können diese Kenntnisse auf dem Wege der Metonymie und Allegorie bezeichnet werden, weil Nichts vorhanden, womit dieselben verglichen werden könnten. Der letzte Zustand derer welche göttliche (metaphysische) Geheimnisse erläutern wollen und sich dazu zu schwach fühlen, ist, dass sie dieselben auf irgend eine Weise zu vergleichen suchen, was aber aus anderen Gesichtspuncten der Wahrheit entgegen. Wenn die Erläuterung metaphysischer Geheimnisse auch von einer Seite sich der Fassungskraft des Verstandes nähert, so entfernt sie sich doch davon auf vielen anderen Seiten. Der Zweck der Composition ist, dieselben dem der diese Geheimnisse schon kennt, in Erinnerung zu bringen, denn er kennt die Verbindung derselben mit dem Worte im Allgemeinen; dasselbe thut die Ermahnung für den welcher dieselben noch nicht kennt, denn es gibt eine Wissenschaft die höher, als die Fassungskraft des Verstands, wiewohl derselbe sich solche zu erwerben wünscht, wie der Prophet (welchem Gott gnädig sein und Heil verleihen wolle!) gesagt: „Die Wissenschaft ist eine verborgene Figur welche nur die in Gott Wissenden kennen, und wenn sie sprechen, so leugnen dieselbe nur die Unerfahrenen.“ Man erzählt von Ebu Hureire (welchem Gott gnädig sein wolle!): ich habe vom Propheten (welchem Gott gnädig sein und Heil verleihen wolle!) zwei Gebete auswendig gelernt; das eine habe ich verbreitet, hätte ich aber das andere verbreitet, so wären die Canäle der Nahrungsmittel abgeschnitten worden. Die arabischen Verse lauten:

Ich berge insgeheim der Wissenschaft Juwelen,
Damit Unwissende dadurch den Weg nicht fehlen,
Mit Beispiel ging hierin mir vor Ebu Hasan
Der vor Hus ein so belehrte den Hasan.

*) Kitabol monfis anedh-dhalal.

Wenn ich nicht wüsst' Juwel' der Wissenschaft zu schätzen!),
So hiesse es von mir, ich diente noch den Götzen,
Moslimen will ich gern aufopferen mein Blut.
Was schändlich gegen den, der ihnen Gutes thut.

Hüte dich! hüte dich zu glauben, dass diese (Ali Hasan und Husein) Worte verborgen hielten, welche dem Gesetze widerstritten; es ist dem nicht so; Gott bewahre! Gott bewahre! sondern hiedurch ist nur die Unmöglichkeit die Wissenschaft gehörig zu erläutern angedeutet, und die Furcht, dass die Zuhörer göttliche Zustände mit möglichen vermengen, und so selbst in Irrthum gerathen oder andere dazu verführen, oder dass sie den Wahn auf den der ihnen von diesen Geheimnissen spricht, übertragen, und demselben mit Leugnen begegnen. Gott der Allerhöchste ist erhaben darüber, dass das Gesetz jedem Ankömmling offen liege, oder dass die Geheimnisse seiner Heiligkeit anders als eins nach dem andern erfasset werden können(Verse):

Durchgewandert habe ich der Schulen Hallen,
Und ging herum bei den Gelehrten Allen,
Ich sah die einen sich erstaunt auflehnen,
Die andern klopften reuig an den Zähnen ?).

Tadscheddin Sobki hat gesagt: Es gibt unter den Rechtsgelehrten eine Schaar, welche der Armen spotten und der Ssofi, und in dieselben nicht den geringsten Glauben setzen, und ihnen den Reigen (Simaa) und viele andere Dinge vorwerfen. Was den Reigen betrifft, so ist die Verschiedenheit der Meinungen hierüber bekannt; die Wenigsten welche diese Dinge tadeln, verstehen dieselben. Was hierin erfordert wird, ist, sich in den Zustand dieses Volkes (der Ssos) zu versetzen, denn wir sind nur gewohnt die Leute nach ihrem äussern Ansehen zu beurtheilen; wenn wir uns nicht hemühen ihre Worte auszulegen und denselben den besten Sinn unterzulegen, so sind wir nicht gerecht gegen sie, besonders gegen die welche uns das Gute und die Verfolgung des beschaulichen Lebens kennen gelernt; ein irriges Wort kann nicht in uns das Gute, so wir von ihnen empfangen, zerstören, und wir haben dieses erfahren. Wir haben noch keinen Rechtsgelehrten kennen gelernt, welcher die Ssofi angefeindet, den Gott nicht verderbet hätte, und dessen Ende nicht übel gewesen, so wie auch noch keinen Weltmann oder Krieger“) gesehen, welcher der Rechtsgelehrten gespottet, welchen nicht Gott gestürzet hätte, und dessen Ende nicht gewaltsam gewesen wäre. Die Ssofi sind die Männer der Herzen, die Familie Gottes und seine innigsten Vertrauten. Gott wolle uns den Nutzen derselben gewähren! den Meisten derer welche dieselben angefallen, hat es nicht gut bekommen. Dies ist der Inbegriff dessen was Sobki, dessen sich Gott erbarmen wolle! hierüber gesagt.

Das achte noth wendige Erforderniss. Die Handlungen des Lehrers sollen seinen Worten nicht widersprechen, sondern er sei vielmehr der erste das zu thun, was er befiehlt, denn wenn er durch seine Handlungen seine Worte zu Lügen straft, werden die Menschen ihn fliehen, und seinem Zeugnisse keinen Glauben beimessen. Die meisten der Menschen sind Nachahmer, sie sehen auf den der Etwas sagt, und die Wahrheitsforscher welche nicht auf den der Etwas sagt, sondern nur auf das was er sagt, sehen, sind selten; er wird weit mehr Gutes wirken durch die Läuterung seiner Handlungen, als durch den blossen Preis guter Werke. Wenn ein Arzt das verbietet von dem er isst, so schreibt man dieses entweder seiner Dummheit zu oder verdächtiget seine Wissenschaft und Aufrichtigkeit, oder schreibt es der Absicht zu damit die Wirkung hervorzubringen, dass sich sein Verbot in ein Reizmittel als Anlockung zum Verbotenen für die Unwissenden verwandele. Eben so halten die gemeinen Leute, wenn sie einen Gelehrten sehen, der nicht nach seinem Wissen handelt, seine Worte für Lügen, und dass er List seinen Handlungen unterlege, oder sie halten es für reine Gleisnerei. Wir flüchten uns zu Gott vor dem Unglücke des Widerspruchs in

*) Wenn ich es leicht weggäbe.

*) Wörtlich: ich sah nur solche, welche die Hand erstaunt an das Kinn legten oder reuig den Zahn klopften. *) Dschindien.

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