Obrazy na stronie
PDF
ePub

(So auch: „Die hausbackene Poesie“, „Nachtigall und Nachteule“ u. A.) Wortwitze sind z. B. bei Demselben:

„An den Gevatter Kupferstecher Barth“:

Wenn Du Dich gestochen müd’ am Stechtisch,
Wie ich mich gesprochen matt am Sprechtisch,
Lass uns sitzen, sprechen und ausstechen
Reinen Rheinweins eine Flasch am Zechtisch.
Freien Künsten stehen wir zu Diensten;

Lass uns ihnen dienen nicht zu knechtisch.“ Ferner Chiasmus mit dem Wortspiel verbunden: „Eindruck und Ausdruck":

Lass auf dich etwas rechten Eindruck machen,
So wirst du schnell den rechten Ausdruck finden;
Und kannst du nur den rechten Ausdruck finden,

So wirst du schnell den rechten Eindruck machen.“ Der Chiasmus als eine Antimetabole der Zeilen findet sich z. B. in ,,Die drei Frühlingstage" :

„Jugend, Rausch und Liebe sind
Gleich drei schönen Frühlingstagen;
Statt um ihre Flucht zu klagen,
Herz, geniesse sie geschwind!
Herz, geniesse sie geschwind,
Statt um ihre Flucht zu klagen!
Gleich drei scbönen Frühlingstagen

Jugend, Rausch und Liebe sind.“ (Aehnlich ist: „Das Gelalle“.)

Antithetischen Parallelismus stellt dar ,,Lachens und Weinens Grund" :

„Lachen und Weinen zu jeglicher Stunde
Ruht bei der Lieb' auf so mancherlei Grunde.

Und kneifen und schaben und kratzen,

Bis ein fremdes quinkelirendes Gescbrei herausschnarrt“ ? u. s. w. Mit scherzender Lautsymbolik, durch den Rhythmus hervorgebracht, behandelt so Platen (Falsche Wanderjahre (Werke Bd. 1. p. 300)) den Namen „Pustkuchen“, und Göthe („Göthe und Pustkuchen“) hechelt denselben Namen durch in der Figur des Pareg menon:

„Pusten, groles deutsches Wort!
„Pusterich, ein Götzenbild, u. s. w.

Morgens lacht ich vor Lust;
Und warum ich nun weine.
Bei des Abends Scheine,
Ist mir selb nicht bewusst.

Weinen und Lachen zu jeglicher Stunde
Ruht bei der Lieb' auf so mancherlei Grunde.
Abends weint' ich vor Schmerz;
Und warum du erwachen
Kannst am Morgen mit Lachen,
Muss ich dich fragen, o Herz.“

Oft geben die Figuren der Wiederholung die Form, wie in
Des Dichters Freude am Gedicht“:

,,Erst hattest du deine Freude daran;
Nun haben sie andre Leute dran:

Das ist nun deine Freude dran“. (So hat man xvxlos in „Das Spiel“ u. a.)*) Ebenso kleiden sich Lieder in die Formen von Sinnfiguren. Rückert's „Hendekasillaben“ sind z. B. nur Periphrasis für das Wort „Cigarre“. Leicht nehmen Lieder dieser Art auch weiteren Umfang an. So wiederholt das neunstrophige „Schneiderfest“ bei Simrock (Dtsch. Volksbüch. Bd. VIII, p. 446) neun mal die Figur der Hyperbel, wie:

„Es waren einmal die Schneider
Die hielten einen Rath,
Da sassen ihrer neunzig,
Neunmal neun und neunzig
Auf einem Kartenblatt" u. S. W.

*) Auch das Triolett stützt sich nur auf die Wirkung dieser Figuren der Wiederholung, wie z. B. (E. Schulze (Poet. Werke Bd. IV, p. 169)):

„Wie sie dort auf dem Altane steht,
Leis' um webt vom zarten Mondesschimmer,
Ach! so schön erblickt ich sie noch nimmer,
Wie sie dort auf dem Altane steht.
Weh' mir, sie bemerkt mich! ach, sie geht!
Und doch sieht mein Auge sie noch immer,
Wie sie dort auf dem Altane steht,
Leis' umwebt vom zarten Mondesschimmer.*

Paradoxa und Oxymora bilden bei Demselben z. B. (p. 565 fg.): „Verkehrte Welt“, wie:

„Des Abends wenn ich früh aufsteh',

Des Morgens spät ich zu Bette geh' U. S. W. oder: „Schneeweiss sind ihre schwarze Händ,

Und wie ein Schneck ihr Gang behend" u. s. w.
Bei Hoffmann v. Fallersleben (Ged. Bd. I, p. 132): „Der
Spittelleute Klagelied“ stellt jeder Vers die Figur der Ironie
dar, welche mit derselben Klage eingeleitet wird, wie:

„Wir armen Spittelleute,
Was haben wir zu thun!
Kaum ist das Mahl genommen ein
Kaum kann man sich des Schlafs erwehren,
Gleich muss man wieder munter sein,
Das Vesperbrötchen zu verzehren.“ u. s. w.

[graphic]

Nachträge und Berichtigungen.

Zu Band I. S. IV, 19 l. Kunst statt Kind. S. 86, 4 l. son statt sont. S. 100, 25 l. im Dienste der Rede, statt: im Dienste der Sprache. Ebenso

ist zu ändern S. 112, 12. S. 116, 22 l. des geeignetsten Mittels, statt: des bequemsten. S. 143 in dem Citat aus Arist. Eth. Nic. ist viermal § statt & zu lesen, und

καιρούμεθα. S. 144, 19 ist zwischen dem ersten und zweiten Satze des Abschnitts einzu

schalten: Die Sprachen zeigen darum den Geist dieser Völker. Zu S. 307 ist die Kritik der Hegel'schen Philosophie von Gruppe, Antäus“.

anzuführen. Zu S. 378, unton: Porphyrion nennt (zu Hor. Ep. 1, 17, 3) „amiculus“

Y10xó quoua; 'ebenso Ps. Donat (zu Ter. Ad. V, 2, 11) „villi“ (vini). Zu S. 434; ,ů oxuïou ós figura" nennen auch Porphyrion (zu Hor. ep.

1, 16, 31); Ps. Donat (zu Andr. II, 2, 28; Eun. III, 5, 39.) Zu S. 452. Die Ausstossung eines Buchstabens inmitten eines Wortes nannte

man auch υφαίρεσις. Schol. Αr. (Αν. 149): Λέπρειον καθ' υφαίρεσιν τούι το Λέπρεον είπεν. Εt. M. (82, 18): τα εις δος λήγοντα

ονόματα ευρίσκομεν παρ' 'Ιωσι καθ' υφαίρεσιν τοϋ δ λεγόμενα. Zu S. 455. Bei Acron ed. Pauly. (zu Hor. Sat. I, 3, 66): „inquimus“.

, Svoro quia media syllaba longa deberet esse“; bei Porphyrion (zu Hor. Sat. II, 3, 68): „figura di 2010 hń sive productio, quia re

(,rejecta“), cum sit brevis natura, hic pro loco producitur“. S. 510, 4 1. Synonyma des Sprachschatzes, statt: Synonyma des Sprach

gesetzes. $. 522, 6 1. (lat. stare, frz. étais, étant, été) statt (lat. stare, frz. être). Zu S. 538. ivrintworç auch bei Anon. 1. Oxnu. Sp. Vol. III, p. 173.

und bei Ps. Donat zu Ter. Eun. II, 2, 43. Zu S. 569. Porphyrion zu Hor. od. II, 15, 18: „oppida publico sumptu

jubentes et deorum templa novo decorare saxo“. hoc est opera templorum in oppidis publico sumptu jubentes aedificari. est ergo hic schema, quod Tv did dvelv dicimus, unum in duobus, quia unum in duo sensus divisit, oppida enim et deorum templa pro eo, quod est ,oppidorum

templa“. Zu S. 571. Bei Porphyr. zu Hor. od. I, 2, 48: ocior aura tollat. Pro

„ocius tollat“; oxñua únullayn. Ebenso Acron zu Hor. Od. I, 27, 3; Od. II, 14. 27.

Zu S. 579. Porphyr. zu Hor. od. IV, 14, 20: „indomitas prope qualis

undas exercet Auster Pleiadum choro scindente nubes inpiger hostium vexare turmas“. mirum aliquod sequitur à vaxónov tov; cum enim prae

dixisset ,qualis“, non intulit quod erat consequens „talis“, sed „inpiger“. Zu S. 594. Acron zu Hor. ep. I, 1, 48: OTEQOV nodtepov. Zu S. 595. Den Begriff der Parenthesis bezeichnen auch {n E je po an

(Hermogenes n. id. Sp. V. II, p. 328), M & T U Šv hoylu (Theon prog. Sp. V. II, p. 82), did uérov (Porphyr. zu Hor. od. III, 5, 6).

Zu Band II, 1. Zu S. 56. Die Stelle bei Quint. VIII, 6, 37: „Centaurum, qui Xčiowv est,

"Accova dicunt", findet ihre Vervollständigung bei Tryphon (11. TQ0n. Sp. Vol. III, p. 193), wo als uivuyu u aufgeführt wird: "Hoowv úhynσας παίδα τον εκ Θέτιδος ανέθρεψε ήσσων γαρ ο χείρων, άλγήσας

πονήσας έστι δε ότι Χείρων και Κένταυρος εξέτρεψε τον Αχιλλέα. Zu S. 186. Als Beispiel zum Pareg menon verdient besonders angeführt zu werden bei Uhland („Den Landständen“):

„Den wird man für erlaucht erkennen,
Der von dem Recht erleuchtet ist,
Den wird man einen Ritter nennen,
Der nie sein Ritterwort vergisst.
Den Geistlichen wird man verehren,
In dem sich regt der freie Geist,
Der wird als Bürger sich bewähren,

Der seine Burg zu schirmen weiss.
Zu S. 239. Porphyrion zu Hor. sat. I, 10, 36 bezeichnet mit dilogos,

dass Horaz einem Dichter selbst ein Thun zuschreibt, welches dieser in dem Gedichte als getban schildert: „turgidus Alpinus jugulat dum Memnona*: hexametris versibus nimirum describit. et belle „jugulat Memnona“ dilogos ait. nam sub ea specie quasi dicat „dum describit, quem ad modum Memnon juguletur“ intellegi vult ab ipso potius jugulari dum male scripsit. „dumque diffingit Rheni luteum caput“. et hoc dilogos cet.

Zu Band II, 2. Zu S. 7. Zu der in der Anmerkung angeführten tepuntorns ist auch das

κατ' ευτέλειαν σχήμα bei dem Anon. π. σχημ. (Sp. III, 148) Ζα

rechnen. Zu S. 93. Von ähnlicher Bedeutung wie die ovex wionous ist die Parae

tesis bei Isidor (H. p. 522.). Zu S. 95. Bei Cornif. (IV, 54) wird der Begriff des ĚTITp0aouós be

zeichnet mit brevitas. Zu S. 100, Anm. Der promissio entspricht bei dem Schol. ad Hermog.

1. Eugéo. lib. III, p. 361 Ald., ebenso bei Ulpian ad Demostb. Mid. p. 341 (cf. Ernesti lex. techn. gr. s. v. &Tayyedía und TooxOTOGxEvo) auch die įnayyeliu, welche Isidor (or. II, 20, 44) aufführt.

« PoprzedniaDalej »