Obrazy na stronie
PDF
ePub

Thut ihn der Teufel zum Nachbar führen
Ueber mein Essen zu räsonniren:
„Die Supp’ hätt können gewürzter sein,
Der Braten brauner, firner der Wein.“
Der Tausendsakerment!

Schlagt ihn todt den Hund! Es ist ein Recensent. Fröhlich (Magenfrömmigkeit):

Der Otter kniet in der dunkeln Zelle;
doch giebt ibm des Pelzes Heil’genschein
zur Buss und Beschauung die nöthige Helle.
Wie wird ihm die grosse Welt so klein
mit ihren Gelüsten und Sorgenbürden,
blickt er in ihr Bild, die vergänglichen Wellen.
Drum fasten auch strenge die Hochehrwürden

und essen zur Andacht nur Forellen.
Dagegen stellen wir zwei Fabeln derselben Art.
Math. Claudius (Fuchs und Bär):

Kam einst ein Fuchs vom Dorfe her
Früh in der Morgenstunde
Und trug ein Huhn im Munde;
Und es begegnet ihm ein Bär.
,,Ach, guten Morgen, gnäd'ger Herr!
Ich bringe hier ein Huhn für Sie;
Ihr' Gnaden promeniren ziemlich früh.
Wo geht die Reise hin?“

Was heissest du mich gnädig, Vieh !
Wer sagt dir's, dass ich's bin ? “
„Sah Dero Zabn, wenn ich es sagen darf,

Und Dero Zahn ist lang und scharf.“
Phaedrus (II, 2):

A feminis utcumque spoliari viros,
Ament, amentur, nempe exemplis discimus.
Aetatis mediae quendam mulier non rudis
Tenebat annos celans elegantia,
Animosque ejusdem pulchra juvenis ceperat.

.
Ambae, videri dum volunt illi pares,
Capillos homini legere coepere invicem.
Qui se putaret fingi cura mulierum,

Calvus repente factus est; nam funditus

Canos puella, nigros anus evellerat. Viele solcher ästhetischen Sprachbilder, welche Menschen in ihren Bildern vorführen und Fabeln genannt werden, mag man richtiger zu den Parabeln rechnen (also aus dem „loyixóv« des Aphth.). Bedenkt man ferner, dass diejenige Parabel, welche sich der Thierfiguren bedient, diesen auch menschliche Einsicht und menschliche Freiheit der Entschliessung gewähren muss, so wird man durch eine veränderte Rubrizirung an Stelle vieler mangelhaften Fabeln bei den Alten, wie namentlich bei den Neueren, denen besonders willkürliche Erhöhung und Verfeinerung der Thiernatur zur Last gelegt wird, ebensoviele leidliche Parabeln gewinnen können. Wir bezeichnen schliesslich einige solcher Parabeln, die zumeist diese Benennung bisher nicht hatten aus der alten Sammlung der äsopischen Fabeln (Fab. Aes. coll. ed. Halm): 'Alesia (33): Fischer erwarten wegen der Schwere des Netzes reichen Fang, finden einen Stein, sind betrübt. Ein Alter belehrt: Xagas ūdɛroń ļotiv riduan; man solle nicht trauern. 'Avnig xaxo npc ymwv (55): Der Delphische Gott durchschaut den Frevler, der ihn täuschen will: TÔ Srior απαρεγχείρητόν έστι. – Γέρων και θάνατος (90): Der schwerbelastete Greis ruft den Tod und bittet ihn dann, ihm beim Aufladen behalflich zu sein: πας άνθρωπος φιλόζωος εν τω βίω, κάν δυστυχή. Εοιιης και Αγαλμιατοποιός (137): Hermes findet sich sehr getäuscht, als er — επειδή και άγγελός έστι και επικερδής – seine Bildsäule zu hohem Preise angesetzt meint. So geht es dem Ruhmsüchtigen. Káo two (189): Der Biber, verfolgt, reisst die aidoia ab, où xágiv deu'xetai. So muss man, wenn es sich um Rettung handele, sein Eigenthum anfzugeben wissen. - Inxov raides. (366): An dem Ersticken des von der Aeffin besonders geliebten Kindes zeigt sich: ört acons 190νοίας η τύχη δυνατωτέρα καλέστηκε. . (Die beiden letzten Fabeln bezeichnet Lessing (Wesen der Fabel p. 425) als Parabeln.) Paramythien sind z. B. Họ ax + s A5 | 13 (159) und 'H9axl.s rai IILOÙTOS (160). — Aus Babrius (Fab. 49. cf. Fab. Aes. 316, 316 b): Ein Arbeiter (ir ayroiac) schläft neben einem Brunnen; Turn weckt ihn, damit nicht sein Versebn, wie es zu geschehn pflegt, auf das Schicksal geschoben aus eines Besseren nicht belehrt werden. Somit bedarf sie einer besonderen Erklärung, einer Ergänzung von aussen her durch jenes Wissen, welches dem Künstler beiwohnte, und erst, wenn diese erfolgt ist, kann man überhaupt von einer Versinnlichung und Veranschaulichung des Gedankens sprechen. Auch bei der Fabel und Parabel finden sich häufig, wie wir geschn haben, dergleichen Erklärungen des Bildes als Pro - oder Epimythien, aber dort bestätigen sie lediglich den inneren Zusammenhang, welchen für das Bild der Fabel die Anschauung, für das der Parabel der Gedanke mit dem zu Grunde liegenden Satze vermittelt, wie ihn dann auch die Darstellung namentlich in den Reden der BildFiguren hervortreten lässt; sie sind dort also überflüssig, während die Allegorie eine Erklärung von aussen her nothwendig fordert, weil ihr Bild durch kein in ihm liegendes Moment

nur durch das Spiel eines abstrakt ästhetischen Beliebens mit seinem Gedankengehalte zusammenhängt. Die Allegorie im Zusammenhang der Rede ist also wohl zuzulassen, denn dort kann eben der Zusammenhang das Verständniss sichern*) (vid. oben Bd. II, 1,

*) In den beiden Reihen der Künste, wie wir sie (Bd. I p. 34) aufstellten:
Architektur Plastik

Malerei
Musik

Sprachkunst Poesie sind nur die beiden mittleren Künste allegorischen Darstellungen günstig. Architektur und Musik sind in ihren Wirkungen zu wenig bestimmt, um ein Bild als solches entschieden herausstellen zu können. Nur ganz von ferne deu tet der Charakter der Baustile, wie z. B. der hellenische und der des christlichen Mittelalters auf ein Allegorisches; es kommt nur bis zur Andeutung und Abnung eines Gleichniss-Bildes; bis zu einer Symbolik, aber nicht zur Allegorie. Ebenso gelingen der Musik anziehende Wirkungen durch die ihr mögliche Ton- und Klangsymbolik, aber die Ausarbeitung eines in festen Strichen entworfenen Bildes ist ihr versagt, da die ihr zu Grunde liegenden Empfindungen und Stimmungen der Schärfe und Deutlichkeit des Gedankens ermangeln. Die allegorischen Ton-Bilder würden sich erkennbar, als nur dieses Bestimmte bedeutend, von sonstiger programmloser Musik nicht abheben. Auf der anderen Seite ist, was Malerei und Poesie hervorbringen, im Denken, Wollen, Handeln zu bestimmt, als dass es durch ein Bild erschöpfend und angemessen könnte zum Ausdruck gebracht werden. Beide Künste, wenn sie ibren Vorwurf allegorisch darstellen, setzen blasse, schwächliche, traumbafte Gebilde an Stelle farbiger, kräftiger, lebensvoller Gestaltung.. Dagegen bedienen sich Plastik und Sprachkunst der Allegorieen nicht ohne Reiz, weil beide den einzelnen Lebensmoment darstellen, der, als Bild ausgedrückt, sofort aus dem

p. 106), wie aber soll sie als selbstständiges Kunstwerk sich behaupten können? Dadurch, dass sie nichts weiter sein will, als was sie ihrem Wesen nach ist, ein ästhetisches Spiel mit der Form bildlicher Darstellung, bei welchem der Gedanke, der Gehalt des Bildes, nur so weit in Betracht kommt, als er diesem Spiele zur stofflichen Grundlage dient, damit an ihm der Reiz der Verbildlichung hervortrete. Wie also in dem ersten Abschnitt der selbstständigen Sprachkunstwerke solches Formenspiel sich darstellte in den zusammenhängenden Sprachbildern der Lautund Worträthsel und der Laut- und Wortwitze, im zweiten Abschnitt in denen des Sinnräthsels und des Sinnwitzes, so haben wir in diesem dritten zu betrachten: das allegorische Räthsel und den bildlichen Witz.

Zusammenhange Licht erhält. Ein anschauender Blick umfasst die Werke dieser beiden Künste, und wenn diesen das allegorische Dunkel momentan auf sich zieht, lenkt es ihn doch nicht ab; dagegen wird Reflexion nöthig, ein erkältendes Vergleichen, wenn die Bedeutung einer Composition in der Malerei und Poesie unter ihrer allegorischen Verhüllung aufzusuchen ist. Wir haben allerdings allegorische Dichtungen. Auch kann viel Sinniges und Feines in diese Schattenwelt verwebt werden, wie es Göthe in den zweiten Theil des Faust geheimnisst hat, und viel Energie der Leidenschaft, der Liebe, des Grimmes, des Spottes kann so in vornehmer und erbabener Form sich geltend machen, wie in Dante's Hölle; aber alles Dies giebt doch mehr für Commentatoren eine Beschäftigung, als für Menschen einen Genuss. Muss ein Dichter, um einen Stoff zur Darstellung zu bringen, sich der Allegorie durchgängig bedienen, so ist solcher Stoff eben für dichterische Bebandlung nicht geeignet. Was übrigens für die Allegorie der Sprachkunst der Zusammenhang der Rede ist, das leistet für die Plastik jener Zusammenbang, in welchen ihre Werke durch ihre Aufstellung gelangen, da sie für bestimmte Orte, Tempel, Hallen, Sāle entworfen werden. Den sogenannten „gemischten Allegorieen“ der Sprachkunst (vid. Bd. II, 1 p. 106) lassen sich etwa diejenigen Gestalten der Plastik vergleichen, welche ihre Erklärung durch hinzugefügte Attribute erhalten. – Die allegorischen Gedichte grösseren Umfangs betrifft eine Bemerkung Lessing's („Zum Laokoon“. Ausg. Lacbm. Maltz. Bd. 11 p. 160), an welche wir erinnern. Er sagt: „Eine von den schönsten kurzgefassten allegorischen Fiktionen ist beim Milton (Parad. 1. III, 685), wo Satan den Uriel hintergeht. oft though Wisdom wake, Suspicion sleeps At Wisdoms gate, and to Simplicity Resigns ber charge, while Goodness thinks no ill Where no ill seems Und so gefallen mir die allegorischen Fiktionen, aber sie weitläufig ausbilden, die erdichteten Wesen nach allen ihren Attributen der Mablerei beschreiben, und auf diese eine ganze Folge von mancherlei Vorfällen gründen, dūnkt mich ein kindischer, gothischer, mönchischer Witz.“

1. Das allegorische Räthsel. Die auf der Metapher beruhende Allegorie und das Räthsel (Aenigma) dachten die Alten eng verbunden. Aristoteles (Poet. 22) sagt, wenn die Rede sich durchgehends der Metapher bediene, so entstehe das Räthsel (aiviynia), denn darin bestehe das Wesen des Räthsels, dass man, indem man sage, was sei, Unvereinbares verknipfe (αινίγματος ιδέα αύτη εστί, το, λέγοντα τα υπάρχοντα, αδύνατα συνάψαι), durch blosse Verbindung von Worten, die im eigentlichen Sinne gebraucht würden, lasse sich dies nicht machen, aber es werde möglich durch Verwendung der Metapher, wie wenn man z. B. sage: Einen Mann sah' ich, der mit Feuer Erz anklebte einem Andern (κατά μέν ούν την των ονομάτων σύνθεσιν ουχ οίόν τε τούτο ποιήσαι κατά δε την μεταφοράς ενδέχεται: οιον, "Ανδρ' είδον πυρί χαλκών επ' ανέρι xolanoarta). [cf. über dieses Räthsel auch oben Bd. II, 2, p. 151 und Arist. Rhet. III, 2. Gemeint ist „das Schröpfen.“] Von demselben Standpunkt aus sagt Quintilian (VIII, 6, 52; wozu cf. Jul. Victor, ars rhet. bei Halm p. 432): „Haec allegoria, quae est obscurior, aenigma dicitur, vitium meo quidem judicio, si quidem dicere dilucide virtus, quo tamen et poetae atuntur (Virg. Ecl. III, 104):

„Dic, quibus in terris, et eris mihi magnus Apollo,

tris pateat caeli spatium non amplius ulnas“ ? et oratores nonnunquam, ut Caelius „quadrantariam Clytaemnestram“ cet. Namque ut nunc quidem solvuntur et tum erant notiora, cum dicerentur, aenigmata sunt tamen: nec ea, nisi quis interpretetur, intelligas.“ Quintilian hält indessen hierbei nur dies fest, dass die Allegorie eine dunkele Rede sei, nicht, dass diese Dunkelheit durch den bildlichen Ausdruck bewirkt wird, denn, wenn auch die Bezeichnung der Clodia, welche ihren Gemahl Q. Metellus Celer vergiftet haben soll und um ein Viertel-Ass käuflich genannt wird, als „Clytaemnestra quadrantaria“ auf einer Vergleichung beruht, so ist doch Virgil's Räthsel auf keine Weise Allegorie. Es ist Sinnräthsel, wenn man mit Servius an einen Brunnen denkt, von dessen Inneren aus der Himmel nur 3 Ellen breit scheint, und Worträthsel, wenn Virgil den Verschwender Caelius“ aus Mantua im Sinne hatte, der beim Verkauf seines

[ocr errors]
« PoprzedniaDalej »