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solches den Sinn des Originals genau zu bewahren. *) So sind also z. B. Parodie die Verse des Krates gegen Stilpo, der ihn mit einem Wortspiel geärgert hatte, bei Diog. Laert. (II, 118): ο Στίλπων ίδων του Κράτητα χειλιώνος συγκεκαυμένου, Ω Κράτης, είπε, δοκείς μοι χρείαν έχειν ιιατίου καινου (και νού), όπερ ήν, νου και ειιατίου. Και τον αιδεσθέντα εις αυτόν ούτω,

Και μην και Στίλπων έσιδον χαλέπ' άλγε' έχοντα
'Εν Μεγάροις, οι φασί Τυφωέος έμμεναι ευνάς.
"Ένθά τ’ ερίζεσκεν, πολλοί δ' αμφ' αυτόν εταίροι:

Τήν δ' αρετήν παρά γράμμα διώκοντες κατέτριβον. (cf. Hom. Od. 11, 582; 593); auch ein Fragment des Krates (bei Bergk Anthol. lyr. p. 128) beginnt: και την Μίκυλον εισείδον - auch die Σίλλοι des Tim on parodirten theilweise die Nekyia des Homer, und auch Plato (Protag. p. 315) citirte Od. 11, 601: τον δε μετ' εισενόησα, έφη “Όμηρος, Ιππίαν τον Ήλείου, and parodirte Od. 11, 586: Και μεν δή και Τανταλόν γε εισείδον. επεδήμιει γάρ άρα Πρόδικος.

Man denkt hier an die von Schiller parodirten Homerischen Verse aus der Nekromantie in den Xenien, wie (auf Gleim):

Melde mir auch, ob du Kunde vom alten Peleus vernahmest,
Ob er noch weit geehrt in den Kalendern sich liest.
Ach! ihm mangelt leider die spannende Kraft und die Schnelle,

Die einst des G ... herrliche Saiten belebt. (wozu cf. Od. 11, 494 sq.) unter denen sich auch die von Krates gebrauchte Wendung findet (Auf Shakespeare's Uebersetzung von Wieland und Eschenburg):

Endlich erblickt' ich auch den gewaltigen Herkules! Seine

Uebersetzung! Er selbst leider war nicht mehr zu sehn. (Etwas verändert aufgenommen in die Parodie: Shakespeare's Schatten. Die Stelle ist aus Od. 11, 601 sq.)

*) Die Travestie, welche von Neueren gewöhnlich mit der Parodie in Verbindung gebracht wird, gehört nicht zu den Werken der Sprachkunst, sondern zu deren der Dichtkunst. Sie liefert in ganz selbstständiger Form ein Gegenstück komischer Art zu einem ernsten und bedeutenden Werke und hat mit diesem nur dies gemein, dass sie denselben Stoff behandelt. So z. B. existirt neben Virgil's Aeneis die „Enéide travestie“ von Scarrón und die „Travestirte Aeneide“ von Blumauer.

Parodie ist auch, wenn (nach Appian. bell. Pun. 82) Scipio die Verse Homers (Iliad. IV, 164 sq.) nach eigenem Eingeständniss auf Rom bezog, als er bei Karthago's Brand citirte:

έσσεται ήιας όταν ποτόλώλη "Ιλιος έρη

Και Πρίαιος και λαός εύαμελίω Πριάμοιο, , oder wenn Cato (nach Plutarch Cat. M. 27) von Scipio sagte : οίος πέπνυται, τοι δε σκιαι αίσσουσι, was (Od. 10, 495) dem Teiresias zugesprochen war; oder wenn Krates, als er aus dem Gymnasion geworfen wurde, humoristisch mit dem Verse (Bergk Anth. I. p. 129):

έλκε ποδός τεταγών δια βηλου θεσπεσίοιο Homer's Worte (Od. 18, 101) parodirt, indem er sich statt des Iros setzt. Es genügt aber auch zur Parodie, wenn z. B. nur die Scherzwörter, die technischen Termini bekannter literarischer Erscheinungen verwerthet werden, wie etwa in dem Spottliede, welches in Oxford als Chorlied „Deutscher Professoren“ (Hegelianer) (nach der National-Zeitung vom Jahre 1852, No. 297) gesungen wurde:

The voice of yore

Which the breezes bore
Wailing aloud from Paxo's shore,
Is changed to a gladder and livelier strain,
For the great God Pan is alive again;
He lives and he reigns once more
With deep intuition and mystic rite.
We worship the Absolute-Infinite,
The Universe-Ego, the Plenary-Void,
The Subject-Object identified,
The Great Nothing-Something, the Being-Thought,
That mouldeth the mass of Chaoting Nought,
Whose beginning unended and end unbegun
Is the one that is All, and the All, that is One,

Hail Light with Darkness joined!
Thon Potent Impotence!
Thou Quantitative Point

Of all indifference!
Great Non-Existence, passing into being
Thou twofold Pole of the Electric one,

Thou lawless Law, thou Seer all Unseeing
Thou process, ever doing, never done!

Thou Positive Negation,

Negative Affirmation!
Thou great totality of every thing
That never is, but ever doth become,

Thee do we sing

The Pantheists King

With ceaseless bug, bug, bug, and endless hum, hum, hum! So erzählt Göthe (Wahrh. u. Dicht. Th. II), wie Clodius sich eine Leiter auf den Parnass aus griechischen und römischen Wortsprossen zusammenzimmerte,“ und giebt dann ein Gedicht „an den Kuchenbäcker Hendel, in welchem er „jene Kraft und Machtworte versammelte".

Die Entlehnung von Ausdrücken aus anderen Werken, durch welche die Parodie als solche wirkt, ist ein von selbst zur Komik und zum Spott einladendes Darstellungsmittel, und so sind Parodieen allerdings gewöbnlich komischer Art. Durchaus nöthig ist dies nicht. So ist Krates schönes ,,Paignion“ voll weltverachtenden Ernstes: Μνηριοσύνης και Ζηνός Ολυμπίου αγλαά τέκνα, Μούσαι Πιερίδες, κλυτέ μοι εύχομένο (Bergk, Anth. Lyr. p. 126.) Parodie zu der ebenso beginnenden Solonischen VitoSnacn eis d'autóv (ib. p. 15). Cl. Harms gab so eine Parodie zu Göthe’s: „Kennst du das Land, wo die Citronen blühn“, unter dem Titel: „Das Vaterland“, in welchem er die Sehnsucht nach dem Himmel schildert. Es fängt an:

„Kennt ihr das Land auf Erden liegt es nicht
Von dem das Herz in bangen Stunden spricht,
Wo keine Klagertönt und keine Thräne fliesst,
Der Gute glücklich, stark der Schwache ist.
Kennt ihr es wohl? Dahin, dahin

Lasst, Freunde, fest uns richten Herz und Sinn.“
Auch eine blosse Form kann parodirt werden, wie z. B. J. H.
Voss die Sonettenform in der deutschen Literatur parodirte.
(Grave): Mit (Scherzando): Aus Moor
Prall

Gewimmel
Hall

Und Schimmel
Sprüht

Hervor

(Grave): Süd

(Scherzando): Dringt, Chor,
Trall

Dein Bimmel -
Lall

Getümmel
Lied

In's Ohr.
Kling

0 höre
Klang

Mein kleines
Singt;

Sonett!
Sing —

Auf Ebre!
Sang

Klingt deines
Klingt.

So nett?
Maestoso: Was singelt ihr und klingelt im Sonetto,

Als hätt' im Flug euch grade von Toscana
Geführt zur heimatlichen Tramontana
Ein kindisch Englein, zart wie Amoretto?
Auf, Klingler, hört von mir ein andres Detto!
Klangvoll entsteigt mir ächtem Sohn von Mana
Gelänt der pomphaft ballenden Kampana,
Das summend wallt zum Elfenminuetto!
Mein Haupt, des Siegers, krönt mit Ros' und Lilie
Des Rhythmus und des Wohlklangs holde Charis,
Achtlos, o Kindlein, eures Larifari's!
Euch kühl ein Kranz hellgrüner Petersilie!
Von schwülem Anhauch ward euch das Gemüth heiss,
Und fiebert, ach! in unheilbarem Südschweiss!

Die Parodieen, noch mehr die Centonen und Erzeugnisse der sogenannten makaronischen Poesie sind oft in beträchtlicher Ausdehnung geschrieben worden, so dass es scheinen kann, als seien sie schon desshalb dem Gebiet der Dichtkunst zuzurechnen. Klar ist, dass sie an Gehalt fast werthlos befunden würden, wenn man sie als solche beartheilen wollte, und es ist andrerseits schon gesagt worden, dass sie als Sprachkunstwerke nur bei geringem Umfange gefallen könnten. In der That sind ja die Einfälle, aus denen sie hervorgingen, nicht unwitzig, aber eben desshalb dürfen sie nicht in die Länge gedehnt werden. Es ist diese Länge, wenn hervorgebracht, auch nur Schein, denn es ist derselbe Einfall, dieselbe Technik, die sich dann nur in II 2.

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alberner Monotonie erneuert, ohne in innerlicher Verbindung mit dem Inhalt zu stehn und ohne von einer Einheit beherrscht zu sein, welche an sich eine weitere Entfaltung forderte

Form und Gehalt decken sich dagegen recht eigentlich bei den Erzeugnissen des Wortwitzes, die man besonders als Wortspiele zu bezeichnen pflegt. Jean Paul (Vorsch. d. Aesth.) erblickt den Reiz des Wortspiels einmal darin, dass es, obwohl Spiel, nicht ganz ohne Wahrheit sei. „Von der Wahrheit, welche allen witzigen Aehnlichkeiten unterzulegen ist, kommt etwas, obwohl wenig, den wortspielenden zu; denn wenn in der Ursprache stets der Klang des Zeichens der Nachball der Sachen war: so steht einige Aehnlichkeit der Sachen bei der Gleichheit ihres Wiederhalles zu erwarten.“ Ein zweiter Reiz des Wortspiels sei „das Erstaunen über den Zufall, der durch die Welt zieht, spielend mit Klängen und Welttheilen. Jeder Zufall, als eine wilde Paarung ohne Priester, gefällt uns vielleicht, weil darin der Satz der Kausalität selber, wie der Witz, Unähnliches zu gatten scheinend, sich halb versteckt und halb bekennt.“ „Ein dritter Grund des Gefallens am Wortspiele ist die daraus vorleuchtende Geistesfreiheit, welche im Stande ist, den Blick von der Sache zu wenden gegen ihr Zeichen hin.“ Aristoteles zeigt sich (Rhet. III, 11) den Wortspielen des Witzes nicht abgeneigt, die er to dotčia nennt, wie z. B. Isocrates gesagt habe: trv a 9 x niv ti πόλει αρχήν είναι των κακών; der Doppelsinn werde da durch Homonymie oder Metapher hervorgebracht. Auch die blossen Lautspiele (tà rapa rodna, wie sie z. B. von dem Schol. zu Arist. Eqq. 59 (Buspoirn, Lederkranz, statt avgoivn, Myrtenkranz) angemerkt werden, sind ihm recht. Spröder verhält sich ihnen gegenüber Quintilian (VI, 3, 46 sq.), doch führt auch er eine Antwort an (nämlich auf die Frage: quo tempore Clodius occisus esset: sero), welche für sich allein hinreiche, diese dicta ridicula“ nicht durchaus zurückzuweisen. Bestimmter behandelt er die auf der Lautähnlichkeit beruhenden Witze lib. IX, 3, 66 sq., die er dem Redner doch kaum verzeihen mag, obwohl sie im Privatleben (1. c. 73) erfreuen.

Es sind nun diese Spiele des Witzes wesentlich zweifacher Art, denn einmal kann der Witz darin bestehen, dass aus blosser Aebnlichkeit der Laute eine Beziehung der Wortbedeutungen

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