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ginale und künstlerische Begabung erforderlich, welche die Bilder der Welt nach ihrer Aehnlichkeit zu schauen vermöge: nolu s μέγιστον το μεταφορικών είναι. μόνον γαρ τούτο ούτε παρ' άλλου εστί λαβείν, ευφυίας τε σηλιείόν έστιν το γαρ ε μεταφέρει το ÖROLOV Jwpɛiv ļoTL. Weiter bemerkt er (Rhet. III, 3), dass die weit hergelholte Metapher frostig sei (γίγνεται τα ψυχρά) (ασαφείς dé, av nóg w ev'); die Bilder müssten indessen zwar nahe liegen, aber doch nicht offen (Rhet. III, 11): δεί μεταφέρειν από οικείων xai pini qal'eqwv.*) Auch die Uebereinstimmung der Metapher mit dem Zusammenhang der Rede wird (ib. III, 2) als nothwendig bezeichnet: Ζ. Β. δεί δε και τα επίθετα και τας διεταφοράς ακιοττούσας λέγειν. τούτο δ' έσται εκ του αναλογοον· ει δε διή, απρεπές φανείται δια το παράλληλα τα εναντία μάλιστα φαίνεσθαι. So lehrt Cicero (de or. III, 41): videndum est, ne longe simile sit ductum; verecunda debet esse translatio, ut deducta esse in alienum locum, non irrupisse, atque ut precario, non vi, venisse videatur. (cf. de opt gen. or. 2; or. 24; Quint. VIII, 6, 17) und (or. 25): illud indecorum, - quum verbum aliquod altius transfertur, idque in oratione humili ponitur, quod idem in alta deceret (cf. Quint. VIII, 6, 16.).

Die Alten warnen auch vor Herbeiholung hässlicher Bilder; die Metapher sei dró xahar zu entnehmen (Arist. Rhet. III, 2) (cf. Cic. de or. III, 41; Quint. VIII, 6, 15); und es sei zu unterscheiden bei der Wahl der Metaphern, ob sie in der Prosa oder in Dichtungen Verwendung fänden (Arist. 1. c. III, 3; Quintil. VIII, 6, 17), da die letzteren kühnere vertrügen; überhaupt aber dürften die Metaphern nicht zu häufig auf einander folgen, sonst werde die Rede zum Räthsel (Arist. poët. 22). Demetr. (de eloc. Sp. Vol. II, p. 280) sagt: χρηστέον διεταφοραίς, κι η Λιέντοι

*) Die Gränzen bezeichnen einerseits Aristides (16Xv. önt. Sp. Vol. II, p. 554), der (wenigstens für die Prosa) empfiehlt: un oùx und meyviwr sei ουδε σεμνών τας τροπάς λαμβάνεσθαι, αλλά μάλλον από των φαυλο Tépwr û XO1101É Qr; andererseits Longin (de subl. c. 32. Sp. Vol I, p. 280 sq.), der sowohl die Häufigkeit wie das Gewagte an den Metaphern preist, Belege dafür aus Plato bringt, doch aber als dichterisch und gesucht anerkennt, wenn dieser (de leg VI, p. 773), statt zu sagen: „mischt ibr aber den Wein mit Wasser“ setzt: „Züchtigt ihr ihn aber durch einen anderen nüchternen Gott 4 (κολαζόμενος δε υπό νήφοντος έιέρου θεού)

πυκναΐς, επεί τοι διθύραμιβον αντί λόγου γράψογιεν. (cf. Quint. VIII, 6, 14; VIII, 5, 34; Cicero de or. III, 25.)

Da sich im Laufe der Zeit das Sprachbewusstsein verdunkelt, werden uns Tropen bald zu „eigentlichen Wörtern“. Werden diese nun mit neuen Tropen in Verbindung gesetzt, so entstehen leicht Bildergruppen, deren Bestandtheile sich nicht mit einander vertragen. (vide Bd. I, p. 387 sq.) Wenn nun entweder die Länge der Zeit ursprüngliche Tropen als solche unkenntlich gemacht, oder der häufige Gebrauch das Gepräge auch von künstlichen Tropen verwischt hat, so ist dieser Missstand nur für die Sprachwissenschaft oder für die Reflexion vorhanden, wie wenn man hört: Arbeit macht das Leben süss, aber weiss, dass mhd. arebeit

Noth; oder wenn etwa von „trüber Erinnerung“ „unfassbarem Begriff“ gesprochen wird. Wenn aber der Redende die von ihm mit Bewusstsein eingeführten Tropen sogleich auch wieder als , eigentliche“ Ausdrücke behandelt und sie dann in Verbindung bringt mit weiteren Tropen, welche aus fernstehenden Gebieten übertragen sind, so kann dies, sofern es die Ruhe der Auffassung stört und den Eindruck verwirrt, als Missbrauch der Kunst empfunden werden.

Jean Paul (Vorsch. d. Aesth. Bd. 3, p. 85) bespricht von dieser Seite her „die Ideale“ von Schiller: „In der ersten Strophe geht die goldne Zeit des Lebens in's Meer der Ewigkeit, d. h. die Zeit der Ideale - dann hiessen sie „heitere Sonnen, die erhellten“. Sogleich heissen die Ideale wieder Ideale, die zerronnen und sonst das trunkene Herz geschwellt. Sogleich heissen sie eine schöne, aber erstarrte Frucht.*) Sogleich Träume, aus denen der rauhe Arm der Gegenwart weckt. Sogleich wird die Gegenwart zu umlagernden Schranken. - Sogleich heisst das Ideale eine Schöpfung der Gedanken und ein schöner Flor der Dichtkunst. Am fehlerhaftesten ist die dritte und vierte Strophe, worin die vorigen Ideale darin bestanden, dass er, wie Pygmalion seine Bildsäule, so die todte Säule der Natur durch sein Umarmen zum Leben brachte, welches sie aber jetzt entweder wieder verloren oder nur vorgespiegelt“ cet.

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*) Jean Paul hatte das Gedicht in der Gestalt vor sich, wie es im Musenalmanach vom Jahre 1796 erschien.

Ueber solche Fehler gegen die Einheit einer Bilderreihe sagt Quintilian (VIII, 6, 50): Id quoque in primis est custodiendum, ut, quo ex genere coeperis translationis, hoc desinas. Multi autem, cum initium a tempestate sumpserunt, incendio aut ruina finiant, quae est inconsequentia rerum foedissima. Adelung (Deutscher Styl, Bd. I, p. 413 sq.) nennt diese Fehler ,Katachrese“ und sagt, sie entstünden 1) dadurch, dass man fremdartige Hauptzüge zusammen paaret, welche kein Ganzes ausmachen können“, wie: „eine Sache in das schwärzeste Licht stellen“, (Klopstock): „da die lauten Thränen im sehenden Auge verstummten“. 2) , wenn ein Nebenzug mit vorkommt, welcher zu dem Ganzen nicht passet“, z. B. ,,Er verminderte die Ketten der Unterthanen, und machte ihr Joch leichter.“ 3) „wenn die Metapher aus tropischen und eigentlichen Ausdrücken zusammengesetzet wird.“ z. B. Jemandes Fussstapfen nachahmen. Es ist dies, sagt Adelung, „wie wenn ein Künstler, der ein Gemählde anfängt, es aber aus Ungeschicklichkeit oder Ungeduld unvollendet lässt, das Fehlende mit Buchstaben dazu schreibt.“ Dass indessen, weil eben unser Sprechen seinem Wesen nach nur in Bildern und zu Bildern sich bestimmt, diese Fehler nicht zu vermeiden sind, davon giebt Jean Paul (Vorsch. d. Aesth. Th. II, p. 177) unter der Ueberschrift „Ueber Katachresen“ Beispiele, indem er aus Adelung selbst (Dtsch. Styl Th. II, p. 153) citirt: „Daher erscheint in einem heftigen Affekte so vieles abgebrochen; daher fehlen hier die gewöhnlichen Verbindungswörter und dort werden sie wieder gebäuft, wo nämlich ein Schimmer des Verstandes den raschen Gang der Ideen aufhalten und ein besonderes Gewicht auf diesen oder jenen legen will“, oder (p. 181): „das Kriechende findet nur dann Statt, wenn der Ton unter den Horizont der jedesmaligen Absicht binabsinkt.“

Dass solche Ausdrucksweise als Fehler empfunden werden kann, wie, wenn wir etwa bei Rückert (Verjüngung) lesen:

„Der Becher voll Rubin, (Metonymie)
„Das Herz voll Rosenfunken, (Katachrese)

,,So glüh' ich" -- cet., wo „glühen“ dann noch mit Witz doppelsinnig angewandt wird, ist sicher; ebenso aber, dass Aehnliches ertragen wird, wie wohl

z. B. Ov. (Met. 9, 172): sorbent avidae praecordia flammae; woher die Regel zu entnehmen, es sei dergleichen ein Fehler, wenn es als solcher empfunden werde. Natürlich können besonders auffallende Katachresen der Komik dienen, wie wenn es bei Tieck heisst: „dem alten Antlitz mit ’nem halben Apfel unter'n Arm zu greifen“; bei Hamann: „mein Kopf geht mit Grundeis“; bei Musäus: „der volle Tisch spitzte das Ohr, wenn Kurt, sobald der Magen befriedigt war, anfing, sein Abenteuer auszuleeren.“

Es ist übrigens die Benennung dieses sogenannten Fehlers als Katachrese nicht übereinstimmend mit dem Sinne, in welchem die Alten den Terminus nahmen. Es scheint, als ob Adelung (l. c. p. 414) ihm diese nene Bedeutung gegeben habe, welche er irrthümlich für die „eigentlich“ von den Alten gemeinte hält.*) Die Alten verstanden unter Catachresis, abusio fälsch lich eine Art des Tropus (vide oben p. 30 sq.). Cornif. (Rhet. ad Her. 4, 33) sagt: A busio est, quae verbo simili et propinquo pro certo et proprio abutitur, hoc modo: vires hominis breves sunt; aut: parva statura; aut: longum in homine consilium; aut: oratio magna; aut: uti pauco sermone nam hic facile est intellectu, finituma verba rerum dissimilium ratione abusionis esse traducta.

Hiermit stimmt Cicero (or. 27) überein: Aristoteles tralationi subjungit et abusionem, quam xatoxo noiv vocant, ut cum minutum dicimus animum pro parvo et abutimur verbis propinquis, si opus est, vel quod delectat vel quod decet Man hielt also diese Katachrese für einen Tropus, weil sie sinnverwandte Wörter vertauschte (über welchen Irrthum in Bezug auf die Definitionen von Metalepsis und Metonymie wir oben p. 54 sq. gesprochen haben), obwohl man fand (Cic. de or. 43), dass es dabei „non tam eleganter quam in transferendo“ zuginge. Quintilian (VIII, 6, 36) billigt es nicht, wenn man dies Katachrese nenne, denn, stände z. B. statt temeritas: virtus, oder statt luxuria:

*) Die Neueren gebrauchen den Terminus allgemein, wie ihn Adelung nimmt Man sehe z. B. ausser Jean Paul (l. c.), Gottschall, Poetik Th. I, p 234 sq. Richter, Lehrb. d. Rhet. p, 99 u. A. Vossius (inst. rhet. P. II, p. 107) handelt zwar: de metaphoris non in eodem genere persistentibus, hält aber den Terminus der Katachrese im Sinne der Alten fest (1. c. p. 219 sq).

liberalitas, so sei dies keine Vertauschung der Wörter, sondern der Dinge, die Jeder als verschieden anerkenne, obwohl in bestimmten Fällen Einer z. B. virtus heisse, was ein Anderer temeritas. Er selbst fasst (1. c. 34) dies als necessaria catachresis, quam recte dicimus abusionem, quae non habentibus nomen suum accommodat, quod in proximo est“, wie das equum aedificare (Virg. Aen. II, 15), oder parricida in der Bedeutung von Mutter- oder Brudermörder (cf. auch VIII, 2, 5). Dies ist die Bedeutung, welche der Terminus nachher bei den Alten behauptete. Tryphon (Sp. Vol. III. p. 193) unterscheidet S0 Zwischen Metapher and Catachresis: ότι η διέν μεταφορα από κατονοιαζομένου επί κατονομαζόμενον λέγεται, η δε κατάχρησης από κατονοκιαζομένου επί ακατονόμαστον. So sage man katachrestisch: γόνυ καλάμου, οφθαλμός αχιπέλου, χείλος κεραμίου, τράχηλος όρους, πυξίς διέν λέγεται η έξ πύξου κατεσκευασμένη, καταχρηστικώς δε και η εξ οίας Onnot& tenoinuévn ürns cet. Apollon. Dyse. (de constr. 1, 2 p. 4) wendet so den term. an: xQT AXI NO TeXwTepov oi poroγράμιλιατοι εκφωνήσεις συλλαβαί ειρηνται. . Aehnlich so Ps. Plut. (de vit. Hom. 18), Anon. nepi toor. (Sp. Vol. III, p. 208), Greg. Cor. (1. c. p. 217), Kokondr. (p. 232), Georg. Choer. (p. 247); und die Lateiner, wie Festus (p. 45 Lind.), Donatus (III, 6, 2), Charisius (IV, 4, 3), Diomedes (p. 453 P.), Isidorus (I, 36, 6), Beda (bei Halm, p. 612).

Es ist nicht die Absicht, Art und Gebrauch der Metapher bei den verschiedenen Völkern hier zu besprechen; mit Bezug jedoch auf das Bd. I, p. 118 sq. von uns über den Charakter der Sprachkunst Gesagte, als deren Hauptstätte wir den Orient bezeichneten, erinnern wir daran, was Göthe in den „Noten und Abhandlungen zum West- östlichen Divan“ über die Tropen und Gleichnisse der orientalischen Poesie bemerkt. Es sei da besonders zu sehen, dass die Sprache schon an und für sich produktiv ist; und zwar, insofern sie dem Gedanken entgegenkommt, rednerisch, insofern sie der Einbildungskraft zusagt, poetisch“. „Wer nun also, von den ersten nothwendigen Ur-Tropen ausgehend, die freieren und kühneren bezeichnete, bis er endlich zu den gewagtesten, willkürlichsten, ja zuletzt ungeschickten, conventionellen und abgeschmackten gelangte, der hätte sich von den Haupt

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