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309: ήδη γαρ νοέω και οίδα έκαστα, έσθλά τε και τα χέρια; Romani umschreibt Virg. Aen. 1, 282 mit gens togata neben der eigentlichen Benennung; auf jede Weise, alles Mögliche, in jedem Falle ist Ter. Andr. 1, 3, 9: jure – injuria; Virg. Aen. IX, 595: digna et indigna; Hor. od. II, 18, 40: vocatus atque non vocatus. Göthe (Mig.) umschreibt „Italien“: Kennst du das Land, wo die Citronen blühn; Schiller (Jungfrau von Orl.) für „Gott“; „Der zu Mosen auf des Horebs Höhen Im feur’gen Busch sich flammend niederliess Und ihm befahl, vor Pharao zu stehen, Der einst cet. – Er sprach zu mir.“ – Dahin gehören denn auch Wendungen, wie sie Quintilian und die Röm. Grammatiker unter die Periphr. „orpandae rei causa“ stellen, z. B. (Virg. Aen. IV, 584): et jam prima novo spargebat lumine terras Tithoni croceum linquens Aurora cubile statt jam lucebat, (Don. III, 6, 6) oder (Virg. Aen. 2, 268): „tempus erat, quo prima quies mortalibus aegris incipit“ cet. statt prima nocte (Quint. VIII, 6, 61); so bei Schiller (Tell): „Ich will dich führen lassen und verwahren, wo weder Mond noch Sonne dich bescheint“; „So lang die Berge stehn auf ihrem Grunde “; Shakesp. (Caes. II, 1): I have seen more days than you. – Wenn Horaz (Od. III, 29, 11) an Maecenas schreibt:

Plerumque gratae divitibus vices
Mundaeque parvo sub lare pauperum
Coenae sine aulaeis et ostro

Sollicitam explicuere frontem; so giebt er in „mundae pauperum coenae sine aulaeis et ostro“ für „sine magna pompa“ (Sch. Cr.) ein synekdochisches Beispiel, ebenso in „mundae coenae sollicitam explicuere frontem für oblectarunt (doch kann hier auch Metonymie angenommen werden), aber auch der Sinn des ganzen Verses stellt sich nur in Form des tapadalypla dar, denn mundae parvo sub lare pauperum coenae sollicitam explic. fr. ist nur ein Beispiel für: „gratae divitibus vices“. So werden Tropen nicht bloss zu ästhetischen Satz-Figuren, sondern auch zu selbstständigen liedartigen Gedichten.

d. Aesthetische Figuren, in denen sich Synekdoche

und Metonymie berühren. Zusammengehörigkeit von Begriffen, wie sie für die Wahrnehmung oder Anschauung sich ergiebt, kann zugleich auch vermittelt sein durch die Reflexion, den Gedanken; im ersteren Falle würde ein Begriff als den anderen umfassend vorgestellt werden, im zweiten würden sie von einer höheren, begrifflichen Einheit zusammengehalten werden; je nachdem also der Sinn, wie er aus dem Zusammenhang der Rede gewonnen wird, das bessere Verständniss aus der einen oder der anderen Auffassung erhält, wird man Synekdoche oder Metonymie anzunehmen haben. Sage ich: „Scipio zerstörte Carthago“, so kann hierdurch „ab insigni parte“, durch den Heerführer, das totum: Römerheer bezeichnet sein. Aber Sc. ist mehr als pars des Heeres; schon vor ihm belagerte das Heer Carthago, ohne es erobern zu können. So erscheint denn das Verhältniss des Sc. zum Heere auseinandergerückt für die Anschauung, denn Sc. tritt aus dem Verbande mit dem * Heere als dessen bloss zugehöriger Befehlshaber; und nun hebt sich die stärkere Gedankenbeziehung hervor, vermöge welcher Sc. metonymisch das Heer vertreten kann, denn er ist der Ausführende, und das Heer ist nichts als sein Werkzeug. Hiesse es also etwa im Zusammenhang der Rede: Erst Scipio eroberte Carthago, so wäre Metonymie anzunehmen; hiesse es: und so eroberte zuletzt Scipio auch Carthago selbst, so könnte man sich für Synekdoche entscheiden. So dürfte gesagt werden: „Wir pflücken uns Kränze“ statt: Wir pflücken uns Blumen; was als totum pro parte gefasst wird, wenn man sich die Blumen als Theile des Kranzes vorstellt, aber Metonymie ist, wenn man bedenkt, dass ein Kranz erst in Folge einer bestimmten Verwendung der Blumen entsteht und so etwas Anderes wird, als eine blosse Blumenmenge. Es kann also z. B. Quintilian, der im Allgemeinen (VIII, 6, 23) die Meton. als „non procul discedens“ von der Synekdoche bezeichnet und auch einzelne Fälle anführt (1. c. 6, 28), um die der Metonymie eigene „quaedam cum synecdoche vicinia“ zu zeigen, mit Recht Sätze, wie „ab Hannibale caesa apud Cannas sexaginta milia“ zur Metonymie stellen; und nicht leicht wird Jemand bei den Worten Schillor's (Tell): „Was Hände

bauten, können Hände stürzen“ an partes pro hominibus denken; vielmehr stehen so Werkzeuge statt Derer, welche sich ihrer bedienen. Adelung (Dtsch. Sty! Th. I, p. 385) erkennt in dem Ausdruck: „der Schweiss des Landmannes“ eine doppelte Metonymie, und er führt p. 390 auch die von uns bezeichnete Art an, in der „der Trope eigentlich gedoppelt“ sei, wie in dem totum pro parte: „die ganze Stadt trauert“ und: „aller Welt bekannt“, denn beide Beispiele bestünden „erst aus einer Metonymie des Ortes für das darin Befindliche, welche dann wiederum zu einer Synekdoche erhoben worden.“ In der That muss man zufrieden sein, wenn aus den Rubriken einer Theorie sich für das Verständniss sichere Anhaltspunkte ergeben, keineswegs ist aber zu fordern, dass der einzelne Fall immer auch einer einzelnen Rubrik sich einreihen lasse. Wenn es z. B. bei Ovid (Met. 1, 114) heisst: subiit argentea proles auro deterior, fulvo pretiosior aere (ähnlich wie bei Hor. Od. IV, 2, 40: quamvis redeant in aurum tempora priscum), so steht ein totum: aurum, aes für ein Besonderes derselben Art: aurea, aenea proles, was Synekdoche ist; vielmehr aber ist hier der Stoff genannt als das Wesentliche statt eines aus diesem Stoffe Bestehenden, also Metonymie; da endlich die Bezeichnung einer glücklichen Zeit als aurum, aes Metapher ist, so berührt der Ausdruck jede Art des Tropus. Vossius (or. inst. T. II, p. 117) bespricht weitläufig, ob eine „Mętw VUmia materiae" anzunehmen sei, welche „pro materiato“ stünde, wie z. B. lignum pro cruce e ligno (1. Petr. 2, 24) pelles pro tentoriis inde factis (2. Sam. 7, 2) cornu für laterna cornea (Plaut. Amph. 1, 1) oder für arcus corneus (Virg. Ecl. 10, 59) und entscheidet sich, dass dies richtiger zur Synekd. zu rechnen sei, „quandocunque pars essentialis, cujusmodi est materia, ponitur pro toto, quod constat materia et forma“, doch möge man auch sagen: „esse simul metonymiam materiae et synecdochen partis. - Auch sonst sucht er abzugränzen, z. B. (1. c. p. 127): es sei nicht, wie Manche meinten, Synekdoche, sondern Metonymie: „cum per locum signamus substantiam, quae locum illum occupat“ z. B. Roma für Romani; dagegen liege Synekdoche, nicht Metonymie vor (1. c. p. 131) in der Stelle Ter. Andr. 3, 5: ubi iļlic scelus est, qui me perdidit, denn „scelus non pro homine ponitur, sed pro scelesto.“ –

Dass Synekdoche und Metonymie oft in einander spielen, gründet sich darauf, dass zu dem Quantitätsverhältniss der Synekdoche qualitative Beziehungen leicht hinzutreten. Tit. 1, 12: Κρήτες αεί ψεύσται, κακά θηρία, γαστέρες αφγαί; und Lucilius (sat. 2, 24): vivite, ventres! zeigen deutlich partem pro toto, und dennoch ist nur Metonymie anzunehmen, weil yaotéges, ventres nur Metaphern sind für die besondere Qualität der „faulen Bäuche.“

IV. Die Metonymie und die auf ihr beruhenden ästhetischen

Figuren. Durch die Synekdoche wird der Vorstellung eine Linie vorgezeichnet, auf welcher sie, aufwärts oder abwärts, den eigentlichen Begriff erblickt; zum Verständniss der Metonymie dagegen führt erst eine Umschau des Gedankens, welche die geistigen Beziehungen zwischen dem Tropus und dem eigentlichen Begriffe erkennt, deutet, ermittelt. Das Bild der Metonymie verliert so die sinnliche Nähe und Klarheit der Synekdoche, aber es erregt die Arbeit der Reflexion, und erzeugt durch seine Umnennung grosseren Reiz für die Phantasie.

Die Definitionen der Metonymie bei den Alten drücken mit mehr oder weniger Bestimmtheit das Gesagte aus. Cornificius (IV, 32) sagt: denominatio est, quae ab rebus propinquis et finitumis trahit orationem, qua possit intellegi res, quae non suo vocabulo sit appellata. Cicero (or. 27): Immutata (ea dico), in quibus pro verbo proprio subjicitur aliud, quod idem significet, sumptum ex re aliqua consequenti. Quod quamquam transferendo fit, tamen alio modo transtulit, quum dixit Ennius: arce et urbe orba sum, et alio modo, si pro patria, arcem dixisset; et: horridam Africam terribili tremere tumultu quum dicit, pro Afris immutat Africam. Hanc Úradnaynv rhetores, quia quasi summutantur verba pro verbis, MIETWVUMixv grammatici vocant, quod nomina transferuntur. Er bemerkt weiter (de orat. III, 42): ne illa quidem traductio atque immutatio in verbo quandam fabricationem habet sed in oratione: Africa terribili tremit horrida terra tumultu. Pro Afris est sumpta Africa; neque factum verbum

est, ut: Mare saxifragis undis; neque translatum, ut: mollitur mare, sed ornandi causa proprium proprio commutatum.*) Als Beispiele führt Cicero noch an: Roma für Romani, Mars für Kriegsglück, Ceres für Feldfrüchte, Curia für Senat, toga für Frieden, arma ac tela für Krieg, luxuries, avaritia für schwelgerische, habsüchtige Personen u. a. – Quintilian (VIII, 6, 23) sagt: Διετωνυμία est nominis pro nomine positio; cujus vis est, pro eo, quod dicitur, ponere. Donatus (III, 6, 2) begnügt sich mit der Angabe, die plet. sei „veluti transnominatio“, so auch Beda (bei Halm rhet. lat. min. p. 612), Albinus (de arte rhet. dial. p. 545 ib.); genauer Charisius (IV, 4, 5): MLETWVuuia est dictio ab aliis significationibus ad aliam proximitatem translata, ebenso Isidorus (orig. I, 36, 8); Diomedes (p. 454): transnominatio est dictio ab alia propria significatione ad aliam propriam translata. Ps. Plut. (de vit. Hom. II, 23) definirt: μετωνυμιία: λέξις επ' άλλου μέν κυρίως κειμιένη, άλλο δε κατά αναφοράν (nach einer Beziehung) σημαίνουσα und führt in seinen Beispielen an: Demeter für Feldfrucht, Hephaestos für Feuer, xoivig für das in ihm Enthaltene; ähnlich Kokondrius (rhet. Gr. Sp. Vol. III, p. 233): Met: légis avri érépas nécewç tapaλαριβανομένη, κατά τινα κοινωνίας των πραγμάτων, und Greg. Cor. ib. p. 220).

Die Definition der Metonymie bei Tryphon (ibid. p. 195), sowie bei dem Anonymus tepi toor. (p. 209) und auch bei Georg. Choerob. (p. 250) ist zu verbinden mit der Definition, welche die Rhetoren von der sogenannten Metalepsis geben: μετωνυμία εστί λέξις από του οριωνύμιου το συνώνυμον δηλούσα, μετάληψίς έστι λέξις έκ συνωνυμίας το ομώνυμιον δηNoữoa. Bei Aristot. (Cat. 1) sind Homonyma gleichlautend mit verschiedener Bedeutung, z. B. der wirkliche und der gemalte Mensch, Synonyma, bei welchen Benennung und Begriff dieselben sind, wie z. B. Thier sowohl den Menschen wie den Ochsen bezeichnet. Durch die Stoiker wurde indess die Bedeutung der Synonyma ge

*) Schütz, Ellendt, Piderit streichen die in den Handschriften befindlichen Worte: sed in oratione, da ja die Metonymie ein Wort für das andere setze, aber Cicero will offenbar sagen, dass hier nicht ein neugebildetes Wort noch eine Metapher vorliege, sondern dass erst aus dem Zusammenhang der Rede die Metonymie als solche sich zeige.

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