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ille überall in die von iste oder hic oder vir ille geändert hätte, oder ille, qui sed. auct., qui qui fuit, so wäre die Figur geblieben.

Dass die Alten hinsichtlich dieser Aufstellungen zu schärferer Bestimmung nicht gelangten, erklärt sich daraus, dass ihnen überhaupt das Verhältniss der Bedeutung zur Lautform im Unklaren blieb, und dass sie andererseits auch in das Wesen der Satzform zu wenig eingedrungen waren. (cf. Steinthal, Gesch. d. Sprachwissensch. bei Gr. u. Röm. p. 620, 687, 693, 698.) Sie richteten ihre Aufmerksamkeit zuerst auf die dem Gehör auffälligen Figuren, welche zu verschwinden schienen, wenn man die Worte ändert, namentlich bei Gorgias aus Leontini (vid. Cic. or. 49; 52), (Aquila Rom. I. c. p. 29), also „tas paplouoels déyw xai rapoνομιασίας και αντιθέσεις, εν αις έπλεόνασε Γοργίας και Λεοντίνος (Dion. Hal. de Thuc. 24, 4)* ,ô Topgias τοίς παρίσοις και οιιοιοτελεύτοις και ομοιοκαταρκτοις καλλωπίζων διόλου προσκόφως tov nóyov (Maximus Planudes, Schol. bei Walz, rhetor. gr. V, p. 551), und als sie später ähnlich hervortretende Ausdrucksweisen bemerkten, deren kunstmässige Form sie ebenfalls den Figuren zuzuweisen schienen, die dabei aber von den bestimmten einzelnen Worten unabhängiger waren, da nannten sie diese Gedankenfiguren. Sie versteckten so hinter einer positiven Bezeichnung, dass die zweite Art der Figuren nur eben durch die Betrachtung gewonnen war, wie an ihnen ein formell Festes nicht bemerkt würde. Solche durch die Negation gewonnene Dichotomie lässt allerdings keine Lücke der Arten, aber der zweite negative Artbegriff leidet nothwendig an Unbestimmtheit seiner Theile. Was weiss man von den Gedankenfiguren, wenn gesagt wird, dass sie an bestimmte Wortformen nicht gebunden sind?

Leicht kamen darum auch manche Rhetoren zu der Ansicht, es gäbe überhaupt keine Gedankenfiguren; was man dafür balte, seien eben Gedanken: όσα δε σχήματα των εννοιών ωνόμασται, οίον προδιόρθωσις, επιδιόρθωσις, αποσιώπησις, παράλειψις, ειρωνεία, ηθοποιία, άπαντα ταύτα ού μοι δοκεί δικαίως σχήμιατα καλείσθαι, αλλ' έννοιαι και ενθυμήματα και λογισμιοι του πιθανού χάριν και πίστεων είδη. So Longin (τεχν. ρητ. Sp. Vol. I, p. 310), während freilich der Vf. περί ύψους die gewöhnliche Eintheilung

billigt (bei Speng. Vol. I, p. 252). (Man sehe auch die schiefe Erörterung bei Quint. IX, I, 15 sq.)

Die Wortfiguren der Alten sind also genaner zu bestimmen als Figuren des Wortlautes, die Gedankenfiguren als die des Wortsinnes; jene wirken durch den lautlichen Ausdruck der einzelnen Worte oder Wortkomplexe auf die Darstellung ihres Satzganzen, diese durch die Beziehungen, in welche sie einen Satzsinn zu dem Sinn der Rede setzen, wie er sich aus dem Zusammenhang ergiebt. Vossius (Comment. Rhet. P. II, lib. V, p. 265), der im Uebrigen viel durcheinander wirrt, drückt sich nicht übel aus: Schematum alia ad materiam ac corpus orationis pertinent; alia ad formam, ac quasi animam, hoc est, ad sententiam: illa dicuntur σχήματα λέξεως, haec διανοίας. Prioribus illis magis proprie schematis nomen convenit, quatenus habitum notat, qui proprie corporis est: at figuris dlaroias magis competit, qua gestum interdum significat.

II. Von den ästhetischen Figuren; ihrem Begriff; ihrer Bedeutung für die literarische Sprache; ihrer Eintheilung.

Wir erörterten im ersten Bande dieser Schrift (p. 361 sq.), wie die Wörter in Bezug auf ihre Bedeutung an sich selbst Tropen sind. Im Leben der Sprache giebt der usus den Bedeutungen einen gewissen Halt, und diese erhalten dadurch ein Anrecht, als die eigentlichen (rugla xai xorvá óvómata) zu gelten, wogegen, wenn die dem Lautbilde eigene Natur des poros in einer Umwandlung der Bedeutung wieder hervortritt, dieses Neue als das Uneigentliche (axupov) erscheint. Verstanden wird die neue Bedeutung von den mit der Sprache Vertrauten an den Beziehungen, in welche sie zu anderen Wörtern gesetzt wird, wie die ersten Wurzeln den Menschen verständlich wurden an den Beziehungen, in welche sie unter derselben Umgebung, bei gleichen Umständen zu den sinnlichen Wahrnehmungen traten. Leicht kann es dabei kommen, dass die früher eigentliche“ Bedentung von einem späteren usus als die uneigentliche empfunden wird, wie z. B. Cicero (de or. III, 38) und Quintilian (VIII, 6, 6) sich wundern, dass auch die Bauern gemma, gemmare von Weinstöcken sagen,

obwohl gemma [leite man es mit Curtius (Gr. Etym. p. 107) von véuw, voll sein, oder mit Pott (Etym. Forsch. 1. Ausgabe II, 29) von V ges tragen (wie germen), oder von geno = gigno, wie Georges (lex.)] jedenfalls in diesem Zusammenhang die ältere Bedeutung zeigt.

Eine Neuheit dauernder Art kommt dagegen denjenigen Tropen zu, welche wir im Folgenden unter dem Namen der ästhetischen (oder Bild-) Figuren behandeln, denn immer bleibt diesen die Eigenschaft des Schmückens in dem bestimmten Zusammenhange eines Sprachganzen, immer halten sie als individuelle Kunstbildungen sich im Gegensatz zu der sonst befestigten, eigentlichen Redeweise. M. Müller (Vorles. über d. Wissensch. der Sprache Th. II, Cp. VIII) nennt die Tropen der Sprache: „radikale Metapher“, die der Sprachkunst: „poetische“ (vide oben p. 3 f.: nepi ROLNTeXW v tporwr, bei Tryphon u. A.); Curtius (Gr. Et. p. 106) unterscheidet „zwischen dem unbewusst sich aufdrängenden Bilde, das für das naive Sprachgefühl die natürlichste Bezeichnung der Sache ist, und dem mit Absicht gewählten, das der Dichter herbeiruft, damit sich das zu bezeichnende in ihm spiegle.“ Es gehören also die naiven Tropen der Sprache an, sofern diese sich fortbildet, und dieses Wachsthum der Sprache tritt in ihrem Jugendalter am deutlichsten hervor; wogegen die Tropen des reflektirenden Bewusstseins die im usus gealterten und matt gewordenen Lantbilder aufs neue beleben. Da aber einerseits jene Fortbildung der Sprache niemals auf hört, andererseits auch manche glücklichere Bildfigur der literarischen Sprache allmählich dem usus zugeführt wird, so ist im einzelnen Falle eine Entscheidung, welcher Art ein Tropus sei, nicht immer zu geben. Im Allgemeinen sind die ästhetischen Figuren daran kenntlich, dass sie „sua vitatis causa“ stehn, dass sie, eben weil sie aus einer Absicht hervorgehn, „paulo audaciores“ erscheinen. Als Grund für ihre Anwendung giebt Cicero an, dass die Menschen das Fernere dem Näheren vorziehn, weil dies von Scharfsinn zu zeugen scheint; weil in dem scheinbaren Abführen der Vorstellung, die dann doch zum Richtigen sich lenke, grosser Reiz liege; weil schon in einem einzigen Tropus ein Gleichniss liege; weil eine ständige Uebertragung die Sache den Sinnen, besonders dem Gesichts, nahe bringe. (Cic. de or. III, 38, 40.) Aristoteles

(Rhet. III, 2) sagt ähnlich: tò capès xai tò mi Sv xai tò E8VIXÓV έχει μάλιστα η μεταφορά. .

Zeigte sich nun (vid. Bd. I, I. c.), wie auf der bildlichen Natur der Wörter, auf ihrer Eigenschaft als Tropen die Fähigkeit der Sprache beruht, mit verhältnissmässig wenigen Lauten die unzählbaren Erscheinungen und Vorgänge unserer inneren und äusseren Welt mit einiger Bestimmtheit anzudeuten, so ergiebt sich von selbst, dass ebenso die Bild - Figuren für die literarische Sprache eine unerschöpfliche Quelle der Bereicherung sind. Von den verschiedensten Seiten her richtet sich des Künstlers Auge auf die Dinge, leicht findet er so irgend welche Analoga seiner Vorstellungen, Beziehungen zu seinen Gedanken, und so vermannichfaltigt er die Anschauung durch Umwandlung der Bedeutungen, durch Einführung einer Fülle von Synonymen. In welchem Umfang diese Umschaffungen und Wendungen in der Sprache sich vollziehen, das erscheint ganz gränzenlos, zumal wenn man bedenkt, dass die Bilder für dieselben Begriffe in den verschiedenen Sprachen einander keineswegs entsprechen, dass auch innerhalb derselben Sprache vielfach die Bilder nur für einzelne, bestimmte Beziehungen verwandt, in anderen durch andere vertreten werden. Solvuntur membra frigore (Virg. Aen. XII, 951); aetas non subito frangitur, sed diuturnitate exstinguitur (Cic. Cat. m. 11, 38); pecunia lacerata est (Cic. Verr. III, 70); valde me momorderunt epistolae tuae de Attica nostra (Cic. Att. 13, 12); für diese Bilder haben wir z. B. keine entsprechenden im Deutschen; man sagt: „Du theures Haupt“, aber nicht: „Du geliebtes Haupt“, aber etwa: „Du geliebtes Wesen"; man sagt: „die Welt lacht über dich“, aber nicht: „die Welt weint um ihn“, dagegen: „die Menschheit weint um ihn“; „auf den Flügeln der Liebe eilen“ wird gesagt, nicht etwa: „auf den Flügeln des Zorns“, aber: »gesta chelt vom Zorne“; es heisst wohl: „sein Geld ist ihm an's Herz gewachsen“, nicht: „seine Ebre ist ihm an's Herz gewachsen“, dafür: „seine Ehre liegt ibm am Herzen.“

Wir geben ein nicht weit gesuchtes Beispiel von dem Reichthum an Synonymen, welcher der Sprache durch die Tropen zufliesst, wobei wir die naiven von den bewusst verwandten nicht sondern. Bei Ovid (Met. 1, 5) heisst es: , ante mare et tellus“, and mare (vielleicht tropus aus ähnlicher Bedeutung wie skt.

mar-1 Wüste vid. Curtius gr. Et. p. 298) gilt hier als das Wort der eigentlichen“ Bedeutung; vs. 14 steht dafür: nec brachia longo margine terrarum porrexerat Amphitrite, was nach derselben Art der Wendung sich z. B auch vertauschen liesse mit Neptunus (wie Virg. Ge. 4, 29), oder Oceanus (Virg. Aen. II, 250), Thetis (Virg. Ecl. 4, 32), Nereus (Ov. Met. 1, 187); v. 15 heisst es: quaque fuit tellus, illic et pontus et aër, wofür wieder in gleichartiger Wendung pelagus stehen könnte (wie z. B. Virg. Aen. V, 8), wenn tóvros als „Pfad“ (zu tatos Curt. I. c. p. 243) néhayoc als „Geschlage, Gewoge (Curt. p. 250) zu fassen ist. Vs. 16 und vs. 22 wird derselbe Begriff bezeichnet: innabilis unda“ und ,et terris abscidit undas"; vs. 30 ist er: ,circumfluus humor“; vs. 36 heisst es: , freta diffundi jussit"; vs. 41 „flumina in mare perveniunt campo recepta liberioris aquae“, wie „campi caerulei“ (bei Plaut. Trin. 4, 1, 15). So bei Ovid kurz nacheinander; man denke etwa noch an aequor (Ov. Met. 2, 263), altum (Virg. Aen. 1, 3), profundum (Ov. Met. 2, 267), caerula (Ennius), gurges (Ov. Met. 2, 528), salum (Virg. Aen. 2, 209), marmor (Virg. Ge. 1, 25+), sal (Virg. Aen. 6, 697), vadum (Virg. Aen. 7, 198).

Die verschiedenen Arten der ästhetischen Figuren haben wir als Arten der naiven Tropen bereits aufgezählt und behandelt. Die Begründung der Eintheilung sind wir indess noch schuldig (vid. Bd. I, p. 382); sie hat immer als schwer gegolten, wie denn Quintilian (VIII, 6, 1) berichtet: „tropus circa quem inexplicabilis et grammaticis inter ipsos et philosophis pagna est, quae sint genera, quae species, qui numerus, quis cuique subjiciatur.“

Die Tropen und Bildfiguren setzen für ein Wort, welches im Zusammenhang der Rede einen bestimmten Sinn vertritt, ein anderes von anderer Bedeutung. Nun ist klar, dass diese anderen Wörter nicht nach Belieben gewählt werden können, denn das Verständniss muss ja gewahrt bleiben, und so wird man eine Eintheilung haben, wenn man sich beantwortet, in welcher Art auch bei Vertauschung von Wörtern uns das Verständniss einer Rede gesichert werden kann. Man trifft zweifelsohne so auf den eigentlichen Trieb des Sprachschaffens, denn der Sprachkünstler, wenn er den Tropus zur Bezeichnung des Sinnes wählt, will nicht ein

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