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Ja, den ganzen Berg entlang

Strömt ein wüthender Zaubergesang!
Mephisto sagt:

Das drängt und stösst, Das rutscht und klappert!
Das zischt und quirlt, das zieht und plappert!
Das leuchtet, sprüht und stinkt und brennt!

Ein wahres Hexenelement!
Ariel verkündet das Herannahen der Sonne:

Horchet! Horcht dem Sturm der Horen!
Tönend wird für Geistesobren
Schon der neue Tag geboren.
Felsenthore knarrend rasselnd,
Phöbus Räder rollen prasselnd;
Welch' Getöse bringt das Licht!
Es trommetet, es posaunet,

Auge blinzt, und Ohr erstaunet
Raufebold sagt:

Wer das Gesicht mir zeigt, der kehrt's nicht ab,
Als mit zerschlagnen Unter- und Oberbacken;
Wer mir den Rücken kehrt, gleich liegt ibm schlapp

Hals, Kopf und Schopf hinschlotternd grass im Nacken. (cf. auch Band I, p. 222 sq.)

Blair (Lect. XIII, p. 338) führt an „a remarkable example of this beauty from Milton, taken from two passages in Paradise Lost, describing the sound made, in the one, by the opening of the gates of Hell; in the other, by the opening of those of Heaven. The contrast between the two, displays, to great advantage, the poet's art. The first is the opening of Hell's gates:

On a sudden, open fly,
With impetuous recoil, and jarring sound,
Th' infernal doors; and on their hinges grate
Harsh thunder,
Observe, now, the smoothness of the other:

Heaven opened wide
Her ever-during gates, harmonious sound,

On golden hinges turning.
The following beautiful passage from Tasso's Gierusalemme,

has been often admired, on account of the imitation effected by sound of the thing represented:

Chiama gli abitator' de l'ombre eterne
Il rauco suon de la tartarea tromba:
Treman le spaciose átre caverne,
E l'aer cieco a quel romor rimbomba;
Nè si stridendo mai da le superne
Regioni del cielo, il folgor piomba;
Nè si scossa già mai trema la terra,
Quando i vapori in sen gravida serra.

(Cant. IV, Stanz. 3.) Da die verschiedenen Rhythmen verschiedene Empfindungen erregen und damit verschiedene Vorstellungen herbeiziehen, so bietet auch die Tonbewegung in der Rede ein Mittel zur Symbolik. Auch hier verfeinert sich die Figur von einer Nachahmung äusserlicher Bewegung zu rhythmischen Eigenthümlichkeiten, welche dem Sinne, den Seelenbewegungen analog scheinen. Nachahmung ist z B. Virg. Ge. IV, 174: Illi inter sese magna vi brachia tollunt, (Delille: Tantôt levant, tantôt baissant leurs lourds marteaux Qui tombent en cadence et domptent les métaux), Symbolik durch die gleiche rhythmische Bewegung: (Aen. III, 658): Monstrum horrendum, informe, ingens, cui lumen ademptum. Aehnlich verbält sich Homer (Ilias II, 462): évşa xai ivga totuvral ayahTópi era atepuyềơơiv zu Virg. (Ge. III, 284): Sed fagit interea, fugit irreparabile tempus. Vortrefflich symbolisirt A. W. Schlegel (Der Hexameter, 10):

Wie oft Seefahrt kaum vorrückt, mühvolleres Rudern Fortarbeitet das Schiff, dann plötzlich der Wog' Abgründe Sturm aufwühlt und den Kiel in den Wallungen schaukelnd da

hinreisst: So kann ernst bald rubn, bald füchtiger wieder enteilen, Bald, o wie kühn in dem Schwung! der Hexameter; immer sich

selbst gleich, Ob er zum Kampf des heroischen Lied's unermüdlich sich gürtet, Oder, der Weisheit voll, Lehrsprüche den Hörenden einprägt, Oder geselliger Hirten Idyllien lieblich umflüstert.

Häufig malt der Spondens im fünften Fuss des Hexameters: Virg. (Aen. II, 68): Constitit atque oculis Phrygia agmina circumspexit; (Ecl. IV, 49): cara Deum soboles, magnum Jovis incrementum; Hom. (Ilias XXIII, 221): Yuxnv xcxinoxwy IlaTyoxłños delicio; ebenso deutete oft der Ruck, welchen der Rhythmus lieses Verses durch die Cäsur nach der sechsten Arsis (Thesis) erbält – so dass ihn ein einsylbiges Wort abschliesst — auf ein Gegenstemmen, wie Hor. (sat. II, 3, 183): Latus ut in Circo spatiere aut aeneus ut stes, oder ein Unerwartetes, wie Hor. (ep. II, 3, 139): parturiunt montes, nascetur ridiculus mus (so Virg. Ge. 1, 181); oder Bedeutendes, wie Hom. (od. IX, 69): γαλαν διού και πόντον ορώφει δ' ουρανόθεν νύξ (so Virg. Aen. II, 250). -- Ueberhaupt bieten sich Gegensätze der Rede gegen den Rhythmus leicht zu malerischer Wirkung, wie wenn ein Wort aus einer rhythmischen Reihe in die andere gezogen wird; so bei Voss (Der Dorfpfaff):

,,Gesättigt neigt dem Herrn Pastori
Sein Glas der dicke Consistori-

Alrath." Hor. (Ep. II, 2, 93): Quanto cum fasta, quanto molimine circum-spectemus (so Hor. sat. II, 3, 117; 180); der Komiker Eupolis schildert so ein ungeheures Dekret: αλλ' ουχί δυνατόν έστιν ου γαρ άλλο προ- βούλευμα βαστάζουσι της πόλεως Λιέγα. .

Der Choliamb ist seiner Natur nach zu ähnlicher Wirkung geeignet, wie sie A. W. Schlegel zeigt:

Der Choliambe scheint ein Vers für Kunstrichter,
Die immerfort voll Naseweisheit mitsprechen,
Und Eins nur wissen sollten: dass sie nichts wissen;
Wo die Kritik hinkt, muss ja auch der Vers lahm sein.
Wer sein Gemüth labt am Gesang der Nachteulen,
Und, wenn die Nachtigall beginnt, das Ohr zustopft,

Dem sollte man's mit scharfer Dissonanz abhau'n.
Komisch klagt Martial (II, 65):

Cur tristiorem cernimus Saletanum?
An causa levis est? extuli, inquis, uxorem.
O grande fati crimen! O gravem casum!
Illa, illa dices mortua est Secundilla,
Centena decies quae tibi dedit dotis?
Nollem accidisset hoc tibi, Saletane.

Aber auch mit Bedeutung (im fünffüssigen Choliamb) Platen (Gaselen, 53):

Der Himmel wählt, in Grau gehüllt lange,
Sich eine goldgestickte Tracht endlich.
Wir waren lange schnöder Welt Beute,

Bis des Erlösers wir gedacht endlich. Wenn in den Darstellungen der Prosa, welche der Verstand zur Angemessenheit regelt, die phonetischen Figuren dieser Art minder hervortreten, so ist doch auch in ihnen durch den Laut, wie durch den Rhythmus die Symbolik von grösster Wirkung. Der Gedanke bestimmt, gliedert, dehnt, kürzt, zerreisst, verschlingt, durchfluthet, durchzittert den Satzbau. Das Gebeimniss des Stils, die Macht des individuellen Ausdrucks ist auch hier zu suchen.

VIII. Figuren des Gleichklangs und der Euphonie.

Bei den bierher gehörigen Figuren erscheint das Lautmaterial der Wörter nicht mehr als durch tiefere Analogie von Vorstellung und Wortsinn zu einer natürlichen Einheit verschmolzen, sondern als bloss faktisch mit diesem verbunden, lediglich als Mittel, ihn zu bezeichnen. Der Laut trennt sich nach dieser Auffassung als das musikalische Element der Sprache von dem begrifflichen, und es handelt sich nun für die Figuration darum, auf ihn durch Anschlagen von Consonanzen, d. h. durch Zuführung gleicher, ähnlicher, verwandter Laute, also durch seine mehr oder minder vollständige Wiederholung, eindringlich als auf den lautenden aufmerksam zu machen. Das natürliche Gefallen an der Wiederkehr der Klänge in der Sprache haben wir oben (Band I, p. 413 sq.) besprochen; ebenso auch, dass Gleichklänge, um ihrer selbst willen herbeigeführt, vom Verstande als störend empfanden werden, weil sie so vom Sinn, dem Zwecke der Rede, ablenken.

Sehen wir also zunächst davon ab, dass eben um dieser Zweckwidrigkeit willen die Komik mit Gleichklängen ihr Spiel zu treiben liebt, so wird die Benutzung derselben in der Rede nur entweder so sich rechtfertigen, dass das Vordringen des Lautes durch den mit ihm verbundenen Sinn motivirt erscheint, oder dadurch, dass ihm das Auffällige genommen wird. Motivirung ist es z. B, wenn durch den Gleichklang einzelne Begriffe besonders eng auf einander bezogen werden, wie wenn Trendelenburg (Gesch. der Kategor.) sagt: „Um den leichten Schein philosophischer Betrachtung zu verdienen, betrat man den Weg der Kategorien, bis man ihn austrat.“ Nep. (Cim. 1): habebat in matrimonio sororem germanam suam, nomine Elpinicen, non magis amore quam more ductus. Thuc. (II, 62): iévau τους εχθρούς ομόσε ιη φρονήματι μόνον, αλλά και καταφροvnu atl. So ist es auch, wenn eine Entgegensetzung heraustritt, wie wenn es z. B. bei Fichte (Best. des Menschen) heisst: „Ich denke diese meine Thatkraft, aber ich erdenke sie nicht“; bei Vell. Pat. (II, 108): Maroboduus, genere nobilis, corpore praevalens, animo ferox natione magis quam ratione barbaras; Cic. (Lael. 13): Studium semper adsit, cunctatio absit. Andererseits ist den Gleich klängen das Auffallende benommen, wenn ihre Wiederkehr regelmässig wird, wie dies bei der rhythmisch oder metrisch oder durch Sylbenzäblung gebundenen Rede geschehen kann. Alliteration, Assonanz, Reim dienen so den Werken der Poesie, indem sie die rhythmische Gliederung oder Abmessung der Rede bestimmt und gefällig hervortreten lassen, ja als Ersatz für den zurücktretenden Rhythmus z. B. im Italienischen zur Verwendung kommen. Endlich erscheinen vielerlei Gleichklänge der Sprache schon einverleibt, bei denen also die Gewöhnung den Reiz der Consonanz abgestumpft hat, formelhafte Ausdrücke, welche die naive Freude am Klang zuerst vereinigte und der usus zusammenhält. Auch bei ihrer Bildung war es übrigens der Sprache nicht um blosse Musik zu thun, sondern um enge Beziehung oder Gegenüberstellung von Begriffen, wie in: felix faustumque, dulce et decorum, maria montesque polliceri; sain et sauf, dru et menu; Leib und Leben, lieb und leid; nach Wissen und Gewissen.

Aebnlich, wie hier angedeutet ist, urtheilten die Rhetoren der Alten über die nothwendige Beschränkung des Gebrauchs von Gleichklängen in der literarischen Sprache. Des Hermogenes Ansicht darüber gaben wir schon oben (Bd. I, p. 422 sq.); Demetrius (segi égal. Vol III, p. 267 Sp.) hält ihre Benutzung für recht bedenklich (xoñois -- incomanns), sie störe den Ernst und bebe das Gewicht der Rede auf, wie z. B. an der Ankla:

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