Barthold Georg Niebuhr: eine Gedächtnisschrift zu seinem hundertjährigen Geburtstage den 27. August 1876

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Friedrich Andreas Perthes, 1876 - 181

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Strona 173 - Der erste Theil war in der heitersten Gegenwart und ihrem dankbaren innigsten Genuß, in der vollkommensten Sorglosigkeit über die Zukunft, geschrieben: jezt blicken wir vor uns in eine, wenn Gott nicht wunderbar hilft, bevorstehende Zerstörung, wie die römische Welt sie um die Mitte des dritten Jahrhunderts unsrer Zeitrechnung erfuhr: auf Vernichtung des Wohlstands, der Freyheit, der Bildung, der Wissenschaft.
Strona 142 - Demosthenes, Plutarch, Cicero, Livius, Cäsar, Sallust, Tacitus, zu diesen bitte ich Dich dringend, Dich zu wenden, Dich ausschliesslich an sie zu halten. Lies sie nicht, um ästhetische Reflexionen über sie zu machen, sondern um Dich in sie hineinzulesen, und Deine Seele mit ihren Gedanken zu erfüllen, um durch die Leetüre zu gewinnen, wie Du durch das ehrerbietige Zuhören bei der Rede grosser Männer gewinnen würdest.
Strona 152 - Herzen fromm werde. Ich kann ihm diese Frömmigkeit nicht geben: aber den Geistlichen unterstützen kann und will ich.
Strona 153 - Welterscheinungen zu studieren , las. Dies war keine Stimmung , worin der eigentliche Glaube erwachsen konnte, denn es war die des heutigen Protestantismus. Ich bedurfte keiner Wolfenbüttler Fragmente um die Abweichung der Evangelien wahrzunehmen , und die Unmöglichkeit kritisch auch nur eine haltbare Geschichte des Lebens Jesu sich zu entwerfen.
Strona 12 - die Gemeinschaft der Nationalität ist höher als die Staatsverhältnisse, welche die verschiedenen Völker eines Stammes vereinigen oder trennen." Alsdann sagt er mit der Sicherheit des Sehers voraus, daß die Tage der deutschen Kleinstaaterei gezählt sind: schwache Gemeinwesen, die sich nicht durch eigene Kraft behaupten können, „hören auf Staaten zu sein.
Strona 142 - Vor allen Dingen aber müssen wir in den Wissenschaften unsere Wahrhaftigkeit so rein erhalten, daß wir absolut allen falschen Schein fliehen, daß wir auch nicht das allergeringste als gewiß schreiben, wovon wir nicht völlig überzeugt sind, daß wir nicht, wo wir Vermuthung aussprechen müssen, alles anstrengen, um den Grad unseres Wahrhaltens anschaulich zu machen...
Strona 178 - Auge ein vollendetes Gebäude bildeten, in welchem er keine Lücke zugab. Darum erschütterte ihn auch jede neue Entdeckung plötzlich und anhaltend, bis er, aufnehmend oder verschmähend, sich zurecht gefunden hatte. Widerspruch ertrug er schwer, weil, was er wußte, ein Theil von ihm selber geworden...
Strona 150 - Secten, die von Fruchtbarkeit des Bodens zeugen. Ich bin aber dabei ganz ruhig. Man wird wahrer und lauterer werden, wenn sich alles ausscheidet, was nicht von Herzen zur irgend einer von den vielen Gemeinden gehört, die sich dann bilden werden. „Argerniß muß seyn, wehe dem, durch den es kommt!
Strona 98 - Schwelgerei, auch die geistigste, zuwider; er konnte den epikureischen Zug bei Humboldt so wenig wie bei Goethe billigen; er hatte die Kunst nicht, sich selbst zu vergessen, ohne welche Rom nicht Rom ist. Immer wachsam und gespannten Geistes, sah er in Rom nur Stoff zur Arbeit, unbenutzte Schätze der Erkenntniss, ungelöste Aufgaben. Er war sittlich zu zartfühlend, um sich über das entartete Rom beruhigen zu können, er war zu deutsch, um sein Vaterland leicht zu entbehren, zu ernst und wahr,...
Strona 32 - Was den Menschen, seine Gütigkeit und Freundlichkeit, seine einzige Urbanität, seine Beredsamkeit, die Grazie seines Wesens, die Fülle und den Strom seiner Rede betrifft, darüber, fand ich, haben zwar Viele, die ihn kannten, sein Lob geredet, aber Keiner zu viel; im Gegentheil, das Alles, einzeln und im Ganzen, übertraf weit und weit jede Erwartung, die ich je gebildet hatte.

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