Untersuchungen über die Stellung des Erzählers in der epischen Dichtung

Przednia ok³adka
Union Deutsche Verlagsgesellschaft, 1908 - 51
 

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Strona 13 - In M. . ., einer bedeutenden Stadt im oberen Italien, ließ die verwitwete Marquise von O. . . ., eine Dame von vortrefflichem Ruf, und Mutter von mehreren wohlerzogenen Kindern, durch die Zeitungen bekannt machen: daß sie, ohne ihr Wissen, in andre Umstände gekommen sei, daß der Vater zu dem Kinde, das sie gebären würde, sich melden solle; und daß sie, aus Familien-Rücksichten, entschlossen wäre, ihn zu heiraten.
Strona 48 - Wenn wir einen allgemeinen moralischen Satz auf einen besonderen Fall zurückführen, diesem besondern Falle die Wirklichkeit erteilen, und eine Geschichte daraus dichten, in welcher man den allgemeinen Satz anschauend erkennt: so heißt diese Erdichtung eine Fabel.
Strona 45 - Nicht im Wirklichen und Greifbaren spielt sich das entscheidende Leben des Menschen ab. Das Tiefste, woran der Sterbliche seine Seele bindet, ist Rauch, ist Traum. So werden Glück und Unglück zu bloßen Namen.
Strona 46 - Ich weiß gewiß, die Zeit wird einmal kommen, Wo alles denkt wie ich; was steckt denn auch In Schleiern, Kronen oder rostgen Schwertern, Das ewig wäre?
Strona 2 - Dies: daß er zuerst — und ich möchte sagen: und zuletzt — wie das homerische Epos, nur handelnde Personen kennt, hinter denen der Dichter völlig und ausnahmslos verschwindet, so, daß er auch nicht die geringste Meinung für sich selbst äußern darf: weder über den Weltlauf, noch darüber, wie er sein Werk im ganzen, oder eine...
Strona 39 - Element verloren hat, denn, um eben nur eines zu berühren, wie kahl ist der Schluß unserer Stücke, wenn die Helden weggemäht und höchstens die LeichenBestatter und die Klageweiber übrig geblieben sind, und welch eine schwere Arbeit wird dem Geist, der endlich ausruhen mögte, noch ganz zuletzt in dem Reproduzieren der nicht plastisch hervortretenden Idee zugemutet, während bei den Alten der Chor, als der breite Stamm des Geschlechts, an dem das Schicksal einzelne zu geile Auswüchse...
Strona 43 - Ich möchte, statt zu erzählen, hier mit einem gewaltigen Trauermarsche die Unglückliche zu erwecken suchen: aber es ist doch zu spät O du angebetete Schönheit, wie bist du gefallen von deiner Höhe, wie bist du gemein worden, und ich trage keine heilige Scheu mehr vor dir« '). Oder wenn Raabe im »Hungerpastor« ein wiederholtes »wehe ihm« über Moses Freudenstein ausruft2).
Strona 5 - Aber dabei machte er den Fehler, der so oft gemacht wird. Überall da, wo eine verachtete Gattung sich gleiche Rechte zu erwerben sucht, tut sie es zunächst dadurch, daß sie sich assimiliert. Erst allmählich wächst das Bewußtsein von der selbständigen Berechtigung der eigenen Art, und dann werden auch die Gesetze aufgestellt, die dieser Art innerlich entsprechen. Auf wissenschaftlichem Gebiet gibt uns dafür die deutsche Metrik ein Beispiel, die zuerst die Regeln der antiken Verslehre übernahm,...
Strona 22 - Es gab nichts Schöneres zu sehen, als die sitzende Fides in ihrer Bedrängnis, festgehalten von den zwei blühenden jungen Paaren, aber auch nichts Erschütternderes, wenn einer die Zukunft hätte sehen und wissen können, wie in einer kurzen Spanne Zeit der jetzt so frohe Wart wegen König Albrechts Ermordung auf das Rad geflochten sein und eben dieses fröhliche Bräutlein, alsdann seine Gattin, drei Tage und Nächte hindurch betend auf der Erde unter dem Rade liegen würde, bis er den Geist aufgegeben...
Strona 42 - greife jeder in seine Erinnerung hinein, wieviel Tage er auf gleiche Art versäumt habe, ob nicht das Lesen dieses Buches selbst, so gut es gemeint ist, für viele, welche ernste Tat ruft, ein müßiges, unvergnügliches Spiel sei; darum seid gewarnt, ihr Leser, die Tage vergehen schneller als die Nächte, endlich kommt eine Nacht, die keinen anderen Tag kennt, als die Erinnerungen, vergesset auch nicht über das abenteuerliche Spielzeug dieses Lebens das ernste Werk des Zukünftigen".

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