Obrazy na stronie
PDF
ePub

Wie studirt man Philologie?

Eine Hodegetik

für

Jünger dieser Wissenschaft

von

Wilhelm Freund.

Τῆς δ' ἀρετῆς ἱδρῶτα.

Zweite, unveränderte Auflage.

Leipzig,

Verlag von Wilhelm Violet.

1872.

8822

800.7 F889wi

Das Recht der Uebersetzung in fremde Sprachen ist vorbehalten.

Mein junger Freund!

Wie die vor einigen Jahren von mir herausgegebene 'Prima' ihre erste Anregung und kräftigste Ermunterung in meinem mündlichen und schriftlichen Verkehr mit strebsamen Jünglingen gefunden hat, die für den geeigneten Abschluss ihrer Gymnasialstudien des wissenschaftlichen Rathes und einer eingehenden pädagogischen Anleitung bedurften, so ist auch die gegenwärtige Schrift zunächst und allermeist durch eine Reihe mündlicher und schriftlicher Fragen veranlasst worden, welche befreundete junge Männer theils unmittelbar vor ihrem Eintritt in das akademische Studium, theils während der ersten Semester desselben an mich gerichtet haben, und die ich nach Kräften zu beantworten bemüht gewesen bin. Da diese Fragen nicht persönlicher und individueller Art waren, sondern meist das innere Wesen, den Charakter, den Umfang oder die Methode des philologischen Studiums selbst betrafen, so schien es mir der Mühe werth zu sein, meine Gedanken über die Art, wie die nur allzukurz bemessene dreijährige Studienzeit für die Bewältigung des überreichen philologischen Lehrstoffes am Erfolgreichsten verwerthet werden könne, zu einer übersichtlichen Hodegetik zu verarbeiten, durch deren Hilfe der angehende Philolog, noch ehe sich ihm die Pforten zum Tempel seiner Wissenschaft erschliessen, wie in der Vorhalle sich über die einzelnen weiten Tempelräume und die reichen Tempelschätze im Voraus zu unterrichten im Stande wäre.

Freund, Philologie.

1

« PoprzedniaDalej »