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Max von Schenkendorf, Ernst Moritz Arndt, Ludwig Jahn.

Wol dir des Hüters dein!

Jauchze nun, Rhein!

Brause in Wonne fort,

Heilige Landespfort!

Klinge in Freuden,

Klinge des Sängers Wort
Künftigen Zeiten!

Und in dem grünen Glanz
Liege sein Grab als Schanz!
Liege als Ehrenwall

Vor deiner Wogen Schwall!

Die vier Namen.

Vier Namen flecht' ich in den Sang,
Wie ich's vermag, aufs beste,
Dass man darauf mit Becherklang
Anstofsen kann beim Feste.

Ihr lieben Namen alle vier,

Ich hoffe doch, ihr werdet hier
Euch miteinander vertragen.

Der erste Nam' und das ist Arndt,
Der hat zu allen Zeiten

Vorm fremden Wesen streng gewarnt
Und liefs nie ab vom Streiten;
Er stellt als unverdrossner Scherg
Sich vor den welschen Venusberg,
Der wahre treue Eckart.

Der zweite Nam' und das ist Jahn,

Der unser Volkstum geschrieben,
Von dem, da es frafs Feuerszahn,
Die Überschriften uns blieben;
D'rauf hat er noch mit gutem Stift
Geschrieben eine Runenschrift,
Der nordische Runenmeister.

E. M. Arndt.

415

416 Joseph v. Görres, Max von Schenkendorf, Ludwig Uhland.

Der dritte Nam' an dieser Statt

Das ist der begeisterte Görres,

Der auch ein Blatt beschrieben hat,
Ein grünendes, kein dörres;

Darauf mit dem Merkuriusstab

Er hoch und tiefe Deutung gab,
Der Himmelszeichendeuter.

Den vierten Namen nenn' ich stracks
Und werde gern sein Preiser,

Das ist von Schenkendorf der Max,
Der sang von Reich und Kaiser:

Der liefs die Sehnsucht rufen so laut,

Dass Deutschland ihn, die verlass'ne Braut,
Nennt ihren Kaiserherold.

Das sind die Namen, deren Klang

Ich war bemüht aufs beste

Zu flechten hier in meinen Sang,

Sie herzubringen zum Feste;

Und sind euch lieb, wie mir, die vier,

So stofst die Becher an mit mir
Auf mein vierblätt'riges Kleeblatt.

Vorwort.

Lieder sind wir. Unser Vater
Schickt uns in die offne Welt;
Auf dem kritischen Theater
Hat er uns zur Schau gestellt:
Nennt es denn kein frech Erkühnen,
Leiht uns ein geneigtes Ohr,

Wenn wir gern vor euch Versammelten
Ein empfehlend Vorwort stammelten;
Sprach doch auf den griechschen Bühnen
Einst sogar der Frösche Chor.

Anfangs sind wir fast zu kläglich,

Strömen endlos Tränen aus.

Leben dünkt uns zu alltäglich,

Sterben muss uns Mann und Maus:

Rackert.

Doch man will von Jugend sagen,
Die von Leben überschwillt;

Auch die Rebe weint, die blühende,
Draus der Wein, der purpurglühende,
In des reifen Herbstes Tagen,
Kraft und Freude gebend, quillt.

Und bei Seite mit dem Pralen!
Andre stehn genug zur Schau,
Denen heifse Mittagsstralen
Abgeleckt den Wehmutstau.
Wie bei alten Ritterfesten
Mit dem Tode zog Hanswurst,
Also folgen scherzhaft spitzige,
Und, wills Gott, erträglich witzige:
Echtes Leid spafst oft zum besten,
Kennt nicht eiteln Tränendurst.

Lieder sind wir nur, Romanzen,
Alles nur von leichtem Schlag,
Wie mans singen oder tanzen,
Pfeifen oder klimpern mag:

Doch vielleicht, wer stillem Deuten
Nachzugehen sich bemüht,

Ahnt in einzelnen Gestaltungen
Gröfseren Gedichts Entfaltungen

Und als Einheit im Zerstreuten
Unsres Dichters ganz Gemüt.

Bleibt euch dennoch manches kleinlich,
Nehmts für Zeichen jener Zeit,

Die so drückend und so peinlich

Alles Leben eingeschneit!

Fehlt das äufsre freie Wesen,

Leicht erkrankt auch das Gedicht:

Aber nun die hingemoderte

Freiheit Deutschlands frisch aufloderte,

Wird zugleich das Lied genesen,

Kräftig steigen an das Licht.

Seien denn auch wir Verkünder
Einer jüngern Brüderschar,
Deren Bau und Wuchs gesünder,
Höher sei, als unsrer war!

Deutsche Dichtung im Liede.

27

Dies ist, was wir nicht geloben,
Nein, vom Himmel nur erflehn.
Und ihr selbst ja seid Vernünftige,
Die im Jetzt erschaun das Künftige,
Die an junger Sat erproben,

Wie die Frucht einst wird bestehn.

Uhland (1814).

Einst sangest du, wie Nachtigallen schlagen,
Manch ernstes Wort, manch holde Liebeskunde;
Nun du verstummtest, fragt man nach dem Grunde,
Warum du uns nicht singen willst und sagen.

Doch Toren sind's, die dich darum verklagen,
Das Schweigen rügend deinem Liedermunde:
Du wirkest mehr in einer Mussestunde,
Als sie an ihren tatenreichsten Tagen.

Die Sänger alter Zeit belebst du wieder;
Schon stieg aus Nacht, von dir heraufbeschworen,
Dein Meister Walther von der Vogelweide.

Der sprach ein Wort, das sag ich jenen Toren :
Man singet nicht der Welt im Winterkleide,
Kommt Sangestag, so kannst auch du noch Lieder.

K. Simrock.

Uhlands frische Lieder.

Wie wenn ein Strom, den lange

Ein Winter eingezwängt,
Im Lenzhauch mit Gesange
Verjüngt die Fesseln sprengt;

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