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gelassenen Bibliothek des Carl Grafen v. Welsersheimb weil. Dom- u. Capitularherr u. St. Annen Probst in Olmütz. Wien, F. Lang. gr. 8°. 2 Bll. 64 S. 1960 Nrr. (Auct. 10. Jan.)

Enth., ausser Theologie u. Geschichte, auch Belletristik u. Philologie.

Abdrücke aus Bib).-Handschriften. [90.] * Lex salica mit der Mallobergischen Glosse, nach den Handschriften von Besançon - Sanct -Gallen 731 und Johs. Herold herausgegeben von Alfr. Holder. Leipzig, Teubner. 1880. gr. 8°. 95 S. Pr. n. 3,60 Mk.

[91.] Historia S. P. N. Benedicti a SS. Pontificibus Romanis Gregorio I. descripta et Zacharia Graece reddita nunc primum e codicibus saeculi VIII. Ambrosiano et Cryptensi Vaticano edita et notis illustrata cura Iosephi Cozza-Luzi Abbatis monachorum Basiliensium Cryptae Ferratae et Bibliothecae Vaticanae Scriptoris. Tusculani, typ. Abbatiae Cryptae Ferratae. 1880. gr. 8o. XXXII, 191 S. m. 1 Facsim. Taf. Pr. n. 4 Mk.

Ein recht schätzbarer Beitrag zur Benedict-Jubelfeier.

[92.] Aus Dresden ist aus dem Nachlasse des Königl. Bibliothekars Dr. Bösigk eine Sammlung von Abbildungen Dresdens um den Preis von 350 Mk. für die neue Stadtbibliothek angekauft worden.

.[93.] Aus Kopenhagen hat der Bureauvorsteher des Dänischen Reichstages Dessau die testamentar. Bestimmung getroffen, dass nach seinem Tode seine reichhaltige stenographische Büchersammlung in das Eigenthum der Universitätsbibliothek übergehen soll.

(Archiv f. Stenographie. 1880. Nr. 384. S. 413.) [94.] Aus Leipzig hat Dr. Bruno Stübel, Custos der Universitäts-Bibliothek, einen interessanten litterarischen Fund gethan, nämlich in der Bibliothek der Deutschen Gesellschaft zur Erforschung vaterländischer Sprache u. Alterthümer ein die älteste dramatische Behandlung des Sächss. Prinzenraubes enthaltendes Ms. in Deutscher Sprache aus dem J. 1385 entdeckt.

(Dresden. Journ. 1880. Nr. 287. S. 1451.) [95.) Aus Münster i. W. hat Adolph Russell einen Probebogen mit Titelblatt seines im Anz. J. 1880. Nr. 796 angekündigten „Gesammt-Verlags-Katalogs des Deutschen Buchhandels. Ein Bild deutscher Geistesarbeit und Verlegerthätigkeit. Vollständig bis Ende 1880“ ausgegeben, u. damit vorläufig den Beweis geliefert, dass er sich durch die mancherlei Anfechtungen, denen sein Unternehmen ausgesetzt gewesen ist, von der Durchführung desselben nicht hat abschrecken lassen. „Die Aufsätze im Börsenblatt“, schreibt der Herausg., „welche so manche Gesichtspunkte verschoben, haben mir

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der Dickek beabsichtigt.

so manche unverdiente Arbeit mehr aufgebürdet, als nöthig war, allein eine gute Idee musste sich doch Bahn brechen, u. verdiente wohl mit Zähigkeit festgehalten u. durchgeführt zu werden. Ich hoffe, dass der Gesammt-Katalog dem deutschen und dem mit ihm verkehrenden ausländischen Buchhandel zur Ehre gereichen wird. Denn wenn ich auch die Idee u. deren Entwickelung für mich in Anspruch nehmen darf, so bin ich doch für die That nur die vermittelnde Persönlichkeit, u. muss das Verdienst jedem Collegen zuerkennen, der seinen Baustein hergegeben.“

[96.] Aus Neapel bittet Francesco Florimo, Direktor der Biblioteca musicale del R. Collegio di San Pietro a Majella, „avendo deliberato di pubblicare l’Epistolari di Vincenzo Bellini, tutti quelli che posseggono lettere del grande maestrò catanese, a volerglione spedire o l'autografo, che verrà gelosamente custodito nella suddetta Biblioteca, o almeno una copia.“

(Bibliogr. Ital. 1880, Cron. Nr. 20. S. 83.) [97.] Aus New York beabsichtigt R. H. Shepherd, ähnlich der Ruskin- u. der Dickens-Bibliographie (s. Anz. J. 1879. Nr. 153 u. 345), eine „Bibliography of Thackerays in kurzem erscheinen zu lassen. Für die Subscribenten der Luxusausgabe von Thackeray's Werken sollen Exemplare der Bibliographie in zu jener Ausgabe passender Ausstattung auf gr. Pap. hergestellt werden, . [98.] Aus Rom ist der Bibliothekar des Deutschen archäologischen Institutes Dr. Ad. Klügmann am 27. November 1880 gestorben.

153 u. 345),

199.7 Aus Strassburg hat Aug. Stöber von seinem verstorb. Freunde, dem Elsässischen Schriftsteller u. Bibliothekar Johann Georg Stoffel in Colmar, dessen kurze von Dr. A. Göb verfasste Lebensskizze im Anz. J. 1880. Nr. 1060 abgedruckt ist, ein grösseres Lebensbild entworfen, u. in der „Beilage zur Gemeinde-Zeitung für Elsass-Lothringen. Beiträge zur Landeskunde u. S. W.“ 1880. Nr. 20. S. 77–80 & Nr. 21. S. 81-83 veröffentlicht*). Als Unterschrift zu diesem Bilde finden sich die dem Verstorbenen von einem anderen Freunde gewidmeten Worte hinzugefügt: „Dans tout ce qu'il a écrit, Georges Stoffel a laissé la marque d'un savoir très-sur et très-étendu et de la critique la plus judicieuse; dans les branches qui lui étaient particulièrement familières, il était en droit de se mettre de niveau avec les plus compétents. L'étude a été son refuge et sa consolation; elle a été le

*) Hiervon ist ein Separatabdruck erschienen unter dem Titel: Johann Georg Stoffel (1819–1880) Lebensbild eines obererfäffischen Gelehrten entworfen von August Stöber Mit Portrait Von der Familie des Heimgegans genen zum Drucke befördert. Strasburg, Druck von Schult u. Co. 1881. gr. 8o. 27 S. m. 1 Taf.

secret de sa force, au cours d'une existence qui a eu sa part d'épreuves et de chagrins. Chez lui, l'homme valait le savant, et aujourd'hui qu'il n'est plus, la modestie ne nous défend plus de le dire.“

[100.] Aus Warschau erscheint von gegenwärtigem Jahre an unter der Redaction von Cezary Wilanowski „Przeglad Biblijograficzno-Archeologiczny. Dwutygodnik illustrowany, poświęcony bibliografii, archeologii, numizmatyce, heraldyce, sztukom pięknym i literaturze“ (Bibliographisch-Archäologische Umschau — Zweiwöchentliche illustrirte, der gesammten Bibliographie, Archäologie, Numismatik, Heraldik, der Schönen Künste u. Litteratur) in 4°. Pr. 9 Rs. f. Warschau, 12 Rs. f. auswärts.

(101.1 Aus Weimar hat der Ende September 1880 versammelt gewesene Schriftstellertag beschlossen, bei dem Reichskanzler zu petitioniren, dass eine National-Bibliothek der Deutschen Litteratur in vollständigster Weise geschaffen werde, um ein Spiegelbild des litterarischen Zeitgeistes in Betreff des Guten u. Schlechten zu geben.

[102.] Aus Zürich hat Däniker der Stadt- u. Bürgerbibliothek seine sämmtlichen stenographischen Bücher u. interessanten handschriftlichen Sammlungen zur Verwahrung übergeben, unter der Bedingung, dass ihm noch eine Zeit lang das ausschliessliche Eigenthumsrecht daran vorbehalten bleibt, u. die Sammlung erst nach weiter zu erfolgender Bestimmung in den Besitz der Bibliothek übergehen soll. (Archiv f. Stenographie 1880. No. 384. S. 413.)

[103.] Meine offene Erklärung an J. Scheible's Verlagsbuchhandlung u. Antiquariat in Stuttgart (s. Anz. J. 1880. Nr. 1291) hat in folg. von Prag aus an mich gerichteten Zuschrift Zustimmung gefunden: „Es war durchaus unklug von J. Scheible's Antiquariat über Ihre übrigens nicht im mindesten hämische noch vielweniger unwahre Notiz im „Anzeiger“ so aufgebracht zu sein. Denn nicht allein, dass sich diese Firma hauptsächlich mit dem Verkaufe sotadischer Bücher u. Bilder befasst. was auch ihre neueren Kataloge seit 1868, deren Inhalt beinahe ausschliesslich aus solchen besteht, beweisen, es sind auch eine Menge Deutscher u. Französischer Erotica schlimmster Sorte seit Mitte der 50er Jahre bis in die jüngsten Tage hinein freilich mit falschen Druckorten durch sie verlegt worden. Scheible's Antiquariat hatte allen Grund, Ihre harmlose Bemerkung eher mit Stillschweigen zu übergehen, da ihr nicht blos der Verkauf sondern auch der Verlag von Schmutzbüchern nachgewiesen werden kann.

Wer Butter auf dem Kopfe hat,
Der nehm' vor's Maul ein Feigenblatt.“

[104.] Gegen - Erklärung. Am 6. September d. J. hat der Bibliothekar der Königl. Landesbibliothek hierselbst Hr. Dr. v. d. Linde mir zum Zwecke einer Bewerbung ein Zeugniss ausgestellt, worin die früher bei anderen Gelegenheiten ausgestellten Zeugnisse zusammengefasst werden. In demselben sind zunächst die für den bibliothekarischen Beruf zu stellenden Anforderungen eingehend erörtert u. zum Schluss wird gesagt: „Die Vereinigung so vielseitiger Vorzüge wird man der Natur der Sache nach in der Regel nur bei älteren Gelehrten finden. Es ist daher umsomehr anzuerkennen, wenn dieselbe sich auch einmal bei einer jüngeren Kraft in so reichem Maasse vertreten findet, wie dies in Folge seines eigenartigen Bildungsganges u. seiner vielseitigen Kenntnisse bei dem seit 31/Jahren als Sekretär an der hiesigen Königl. Landesbibliothek angestellten Hrn. A. Graser der Fall ist, welchen ich wegen seiner ausgezeichneten Leistungen für die Bekleidung eines höheren bibliothekarischen Postens sowohl in theoretischer als auch in praktischer Beziehung als ganz eminent befähigt erachten muss. Ich kann denselben demgemäss für eine Stellung, welche ihn in eine seinen hervorragenden Kenntnissen ù. Fähigkeiten mehr entsprechende würdigere äussere Lage brächte, in Anbetracht seiner vorzüglichen Qualification aus bester Ueberzeugung nur auf das Wärmste empfehlen.“

Nachdem es inzwischen zu persönlichen Differenzen zwischen uns gekommen war, deren Ursachen nicht vor die Oeffentlichkeit gehören, habe ich mich veranlasst gesehen, von Sr. Excellenz dem Hrn Minister der geistlichen etc. Angelegenheiten von Puttkamer meine Entlassung zu erbitten. Der blosse Umstand, dass ich bei dieser Gelegenheit auch jenes inzwischen wieder in meine Hände gelangte Zeugniss zur Kenntniss des Hrn Ministers gebracht habe, hat Hrn Dr. V. d. Linde zur Zurücknahme desselben in seiner im 12. Heft des laufenden Jahrganges veröffentlichten Erklärung bewogen, obwohl seit der Ausstellung des Zeugnisses am 6. September sich amtlich keinerlei thatsächliche Anhaltspunkte ergeben haben, woraus er die Unrichtigkeit des in Bezug auf meine wissenschaftliche Befähigung u. meine Tüchtigkeit in bibliothekarischer Hinsicht damals Bezeugten erweisen könpte. Ich muss demnach in beiden Beziehungen jene Erklärung als einen sachlich nicht begründeten Akt persönlicher Feindseligkeit u. Verfolgungssucht bezeichnen, gegen welchen ich behufs einer Rüge bei dem Hrn. Minister vorstellig zu werden mich veranlasst sehe.

Der Herr Herausgeber hat sich auf meinen Wunsch bereit erklärt bis zum Eintreffen des ministeriellen Bescheides keinerlei etwaige Entgegnung über die vorliegende Angelegenheit aufzunehmen. Wiesbaden, den 27. Dezember 1880. A. Graser.

Druck von Joh. Pässler in Dresden.

(• BODL:LIBR)

PERIODICALS
NEUER ANZEIGER

für

Bibliographie und Bibliothekwissenschaft.

Herausgegeben von Dr. J. Petzholdt.

Februar.

1881.

Inhalt: Die Bibelsammlung der Königl. öffentlichen Bibliothek in Stuttgart. Von Bibliothekar Prof. Dr. Schott. - Nutrimentum spiritus. Von Dr. P. Mitzschke. (Schluss.) – Zur Goethe-, Lessing- und Schiller-Litteratur. (Fortsetzung.)

- Litteratur und Miscellen. — Allgemeine Bibliographie.

[105.] Die Bibelsammlung der Königl. öffentlichen

Bibliothek in Stuttgart.

Von Bibliothekar Prof. Dr. Th. Schott*). Eine der grössten Kostbarkeiten unserer an litterarischen Schätzen mancher Art so reichen öffentlichen Bibliothek ist ihre Bibelsammlung. Andächtiges Staunen, stummes oder lautes Bewundern kommt über den Beschauer, wenn er den gewaltigen oberen Parterresaal bis auf wenige Bretter angefüllt sieht mit Bibeln aller Zeiten seit Erfindung der Buchdruckerkunst in den verschiedensten Sprachen u. Dialekten, u. in der That imponirend ist die Samm· lung durch die grossartige Fülle ihrer Ausgaben, kostbar durch die reiche Menge ihrer Seltenheiten, unter welchen viele ersten Ranges sind. Die Sammlung galt lange Zeit für die grösste auf dem Festlande, ich zweifle, ob sie es noch heute ist; die grösste der Welt ist meines Wissens die des British Museum in London mit über 18,000 Ausgaben. Aber mag die Stuttgarter Sammlung auch in Hinsicht der Menge von ihren Kolleginnen in Paris, Berlin, Wien oder sonst übertroffen werden – an innerem Werthe, an seltenen Ausgaben, an Gleichmässigkeit steht sie keiner nach. Gegenwärtig zählt sie 5777 Ausgaben mit 7209 Bänden in über 100 Sprachen u. Mundarten, u. da sie stets einen Hauptanziehungspunkt bildet für den Fremden, welcher die Sehenswürdigkeiten unserer Residenz durchmustert, u. wir allen Grund haben, stolz zu sein auf diese litterarische Seltenheit, so lohnt es wohl der Mühe. ihrer Geschichte etwas nachzugehen u. die mannigfachen Merkwürdigkeiten, die sie darbietet, kurz zu beschreiben. In der 1765 von Herzog Karl gegründeten Bibliothek hatte sich durch Kauf, durch Schenkung von Privaten u. Korporationen bald auch

*) Abgedruckt aus: „Schwäbische Kronit, des Schwäbischen Merkurs zweite Abtheilung. Nr. 307. Sonntagsbeilage, den 26. Dezember 1880. S. 2347–48.“

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