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Das demselben hier vorangestellte Schema, zugleich Inhaltsverzeichniss und Register gibt ein vollständiges Bild des Planes, der Anlage und der Ausführung dieses zweiten Theiles; es ist so zu sagen der Mikrokosmus des Makrokosmus der Ausführung selbst und zeigt hinreichend die Mannigfaltigkeit und Reichhaltigkeit des gebotenen Materials.

Einleitende Uebersicht. Bei der Darstellung der Sprichwörter-Literatur der verschiedenen Völker, namentlich auch jener der Deutschen, ziehe ich mitunter Namen, Personen und Dinge wieder an's Tageslicht, die zu ihrer Zeit einen guten Klang gehabt und in grossem Ansehen gestanden waren, eine bedeutende Rolle in der politischen, wissenschaftlichen und culturellen Bewegung gespielt hatten, dann aber in Folge des Wechsels der Zeiten, der Dinge und der Anschauungen allmälig in Vergessenheit gerathen und gleichsam verschollen waren. Sie dieser Vergessenheit wieder zu entreissen, ihren Leistungen die gebührende Gerechtigkeit widerfahren zu lassen, bin ich redlich bestrebt gewesen. Sie verdienen es, denn sie waren, was man auch immer sagen mag, mit die Erhalter und Fortpflanzer der Wissenschaft, die Bahnbrecher für weiteren Fortschritt, denen ich nur den Tribut der ihnen schuldigen Dankbarkeit darbringe. Die Nachwirkungen ihrer Arbeit reichen bis in unsere Zeit herein, in weit grösserem Masse, als es beim ersten Anblicke den Anschein hat. Gar manche Erscheinungen dieser zeigen sich in ganz anderem Lichte, wenn man sie zusammenhält mit denen der Vergangenheit, welche zu einem guten Theile in diesem meinem Buche dargestellt werden. Auch die Kunstgeschichte geht dabei nicht leer aus.

Ich habe mich aber nicht blos auf die Literatur der eigentlichen Sprichwörter beschränkt, sondern auch die Werke über die mit den Sprichwörtern sehr verwandten Axiome oder Maximen, Sentenzen, Dicta, Apophthegmata, Symbola, Emblemata, die Imprese der Italiener und Empresas der Spanier, die Wahlsprüche der Deutschen, die Devises der Franzosen u. dgl. mit in den Bereich meiner Darstellung gezogen.

Das Verhältniss der eigentlichen Sprichwörter zu diesen ist wie das zwischen Natur und Kunst. Die Sprichwörter sind das spontane Erzeugniss des Volksgeistes selbst, aus diesem unmittelbar entsprungen; die übrigen vorangeführten meist künstlich erdacht und gemacht: arte facta.

Die Sprichwörter hat der Spanier Sbarbi nicht mit Unrecht als die Axiome der Volks-Philosophie, die Axiome oder Maximen dagegen als die Sprichwörter der wissenschaftlichen Philosophie bezeichnet. Das Apophthegma (úróg geyma) = dictum sententiosum et breve, ist ein gedanken

(απόφθεγμα) reicher und kurzer, besonders ein witziger Ausspruch, eine sentenzartige Antwort, ein Gedenkspruch. Vgl. Xenoph. Hellenica 2, 3, 24, Cic. fam. 9, 16 u. öfter, dann Plutarch, welcher Sammlungen solcher gemacht hat.

Das Dictum der Lateiner = dem hóyos der Griechen, entspricht der sentence (auch mot) der Franzosen, der sentence der Engländer, der sentenza der Italiener, dem dicho der Spavier, der sentença der Portugiesen, dem Denkspruch der Deutschen, den språk, sentens, tänkspråk der Schweden, dem tankesprog, sentens der Dänen, dem spreuk der Holländer.

Das lateinische Symbolum ist = dem Sinnspruch oder Sinnbild der Deutschen, dem simbolo oder empresa der Spanier, der impresa der Italiener, dem symbol der Engländer, die es aber auch als gleichbedeutend mit emblem nehmen, dem symbole (im Sinne von Sinnbild) oder sentence (im Sinne von Sinnspruch) der Franzosen, dem tänkespråk der Schweden, tankesprog der Dänen, zinspreuk oder motto der Holländer. Die Italiener haben besonders viel über die imprese geschrieben und deren viele verfasst.

Das Emblema (aus dem Griechischen) ist = dem Wahlspruch der Deutschen, der devise der Franzosen, dem lema oder divisa der Spanier, dem motto der Engländer, dem zinspreuk der Holländer, dem valspråk der Schweden, dem valgsprog der Dänen u. 8. W.

Namentlich die Symbola, Imprese und Emblemata bieten, abgesehen von ihrer inneren nahen Verwandtschaft mit den Sprichwörtern, das grösste geschichtliche, literaturund culturgeschichtliche Interesse, und darum glaube ich, dass meine Leser 'mir dafür Dank wissen werden, dass ich dieselben gleichfalls in den Kreis meiner Besprechung gezogen habe.

Noch ein wichtiges Moment bestimmte mich, diess zu thun. Abgesehen von den in die ältesten Zeiten, weit über die Griechen und Römer hinaus reichenden Sentenzen, hat das Studium und die Abfassung der Symbola, Imprese und, Emblemata drei Jahrhunderte lang

vom 16. bis in's 18. eine höchst bedeutende Rolle bei den ersten europäischen Culturvölkern in ihrer literarischen Bewegung gespielt. Die geistig hervorragendsten Männer so vieler Nationen, besonders aber auch die zablreichen Academien, welche damals in den Städten der verschiedenen Theile von Italien bestanden und in Sachen der Wissenschaft und Literatur tonangebend waren, haben sich in dieser langen Zeit mit wahrem Wetteifer an dieser Bewegung betheiligt. Diese Thatsache allein schon

. macht es unmöglich, dieselbe zu ignoriren, oder mit einer gewissen Geringschätzung darüber hinwegzugehen. Es muss ihr vielmehr von Jedem, der mit dem Studium der Culturgeschichte im Allgemeinen und jener der einzelnen Nationen sich befassen will, Rechnung getragen, die gebührende Beachtung zugewendet werden. Ich meines Theils wollte mich einer Nichtbeachtung dieser Art nicht schuldig machen.

In der Symbolik nimmt die katholische Kirche mit ihren Würdenträgern einen hervorragenden Platz ein. Bei den Emblemen stehen ihr die weltliche Macht und ihre Vertreter, dann der hohe Adel ebenbürtig zur Seite.

Aber auch in anderer Beziehung habe ich mich nicht blos auf die Literatur der Sprichwörter u. dgl. beschränkt, sondern ich habe auch jene über die verschiedenen Sprachen überhaupt, deren Sprachlehren (mit Sprachproben), Wörterbücher, Dichtungen, Volkssagen, Volkslieder, den Volksglauben und Aberglauben mit in den Bereich meiner Darstellung gezogen, um so dem Leser ein möglichst vollständiges Bild der literarischen Bewegung in allen diesen Beziehungen zu geben.

Bei den Deutschen ist namentlich als bemerkenswerth hervorzuheben die lebhafte Betheiligung der Städte Nürnberg, Frankfurt a. M. und Strassburg an der literarischen Bewegung des 16., 17. und 18. Jahrhunderts.

Bei Werken, welche besonders interessante und charakteristische Sprichwörter u. dgl., namentlich auch aus den älteren Zeiten mittheilen, führe ich, um dem Leser einen genaueren Einblick in dieselben zu ermöglichen, eine grössere Anzahl von Beispielen aus denselben an, auf welche ich ganz besonders die Aufmerksamkeit meiner Leser hinzulenken mir erlaube.

So: S. 16 und 17 aus dem Werke „Denkmäler deutscher Poesie und Prosa aus dem VIII.—XII. Jahrhundert“ von K. Müllenhoff und W. Scherer (Berlin 1864);

S. 35—37 unter „Basken“ aus dem Werke „Proverbes basques“ von d'Oihenart (Paris 1657);

S. 61–63 unter „Holtzwart (Math.) Emblematum Tyrocinia“ etc., eine höchst interessante und flir die damaligen Zeitverhältnisse unter Kaiser Rudolph II. charakteristische Ernstliche Ermanpung (des Verfassers) an die lieben Teutschen“ vollständig;

S. 80 und 81 unter den „Lateinern der späteren Zeiten“ aus Karl Bartsch Sprichwörter des XI. Jahrhunderts in Germania. Vierteljahrsschrift für deutsche Alterthumskunde ... Wien, Verlag von Carl Gerold's Sohn. 1873". Nach einer Handscbrift in der Kölner Dombibliothek;

S. 84–86, gleichfalls unter den „Lateinern der späteren Zeiten“ die „Proverbia Wiponis“ aus dem XI. Jahrhundert in G. H. Pertz „Monumenta Germaniae Historica“, 100 an der Zahl, die ich vollständig mittheile;

S. 149 und 150 unter den „Oberdeutschen Mundarten“ unter „Pasqualigo (Christoforo)“ zahlreiche deutsche Sprichwörter der „Sette communi“ im Gebirge nördlich von Vicenza in Oberitalien;

S. 181 und 182 unter den Sprichwörtern der „Engländer“ aus den „Eastern Proverbs and Emblems“ von Reverend J. Long;

S. 207 und 208 unter den „Franzosen“ aus den „Proverbes del Vilain“ pach einer Handschrift der Bibliothek" von Oxford, und aus der Handschrift , Arundel“ im British Museum, Nr. 220;

S. 212 und 213 unter den Sprichwörtern der „Franzosen“ aus Gringore (Pierre) „Notables Enseignemens, Adages et Proverbes“; und desselben Autors „Menus Propos“, beide aus dem 16. Jahrhundert;

s. 224 unter den Sprichwörtern der ,,Südfranzösischen Mundarten“ aus Lespy (V.) Proverbes du Pays de Béarn“, Paris 1876 ;

S. 226, 227 und 228 unter der nämlichen Rubrik aus den „Proverbes et dictons populaires recueillis à Aspiran, Paris 1873“, und aus C. H. Ardouin's Sprichwörtern;

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S. 252 und 253 unter den „Italienern, Sprichwörter in Venezianischer Mundart“ aus „Pasqualigo, Raccolta di Proverbi veneti", wo auch Vergleiche mit ähnlichen Sprichwörtern anderer Nationen gezogen sind.

Ausserdem erlaube ich mir noch die Aufmerksamkeit der Leser insbesondere auch auf das hinzulenken, was S. 83 und 84 dieses Buches über „Othloni liber Proverbiorum“ aus dem XI. Jahrhundert mitgetheilt ist.

Die Titel der Bücher habe ich vielfach vollständig gegeben, weil sie -- besonders bei den Deutschen – in mehrfacher, besonders in sprachlicher Beziehung -- von besonderem Interesse sind.

Bei einer grösseren Anzahl von Völkern habe ich der Aufzählung der in ihren Sprachen geschriebenen Werke mitunter sehr eingehende Uebersichten als Einleitung vorangestellt, um dem Leser sogleich einen allgemeinen Ueberblick über die einschlägige Literatur und den historischen Entwicklungsgang dieser zu geben. Es ist in denselben ganz besondere Aufmerksamkeit demjenigen gewidmet, was für das Studium der einzelnen Mundarten bei den verschiedenen Völkern geschehen ist und noch geschieht. So bei den Schweden, Engländern, Nord- und Südfranzosen, Italienern, bei welch letztgenannten die einzelnen Mundarten überall in erster Linie stehen und von allen Volksklassen gesprochen werden, während das, was wir als das Italienische kennen, fast nur Schriftsprache ist. Bei keinem anderen Volke ist daher die Literatur der einzelnen Mundarten eine so reiche wie bei den Italienern, denn jede Mundart bat ihre eigenen Grammatiken, Wörterbücher und Schriftwerke.

Die Einleitung zu den Spaniern gibt eine gedrängte übersichtliche Darstellung der geschichtlichen Entwicklung, welche die Literatur des Sprichworts in Spanien genommen

Es ist dabei naturgemäss die chronologische Ordnung befolgt, in welcher dann auch bei der Literatur selbst die einzelnen Autoren und ihre Werke, fast durchweg mit näheren Notizen über ihre Lebensumstände, aufgeführt sind. Ich habe in Beziehung auf die chronologische Reihenfolge nur für die Spanier eine Ausnahme gemacht; für die Darstellung der Literatur der anderen Völker habe ich, der grösseren Leichtigkeit des Nachschlagens wegen, überall die alphabetarische Ordnung beibehalten. Die Einleitung zu den Spaniern ist übrigens als besondere Abhandlung bereits in Dr. E. Engels vortrefflichem Magazin für die Literatur des In- und Auslandes (Nr. 49 des Jahrgangs 1882 vom 2. Dezember) gedruckt erschienen.*)

Aus der Einleitung zu den Schweden wird man den grossen Aufschwung ersehen, den die Erforschung der verschiedenen Mundarten des Landes – Dank den zahlreichen Vereinen, welche der patriotische Eifer der Studentenschaft von Uppsala zu diesem Zwecke im ganzen Lande in's Leben gerufen hat und die sich auf einige Hunderte belaufen – in der neuesten Zeit genommen hat.

Bei den Holländern bedurfte es einer eigenen Einleitung nicht, da Alles, was dieselbe bieten könnte, in Dr. Suringar's trefflicher Schrift tiber die Proverbia communia mitgetheilt ist.

Die Einleitung zu den Engländern und Schotten zeigt, was auch dort in neuerer Zeit für das nur zu lange ziemlich vernachlässigte Studium der eigenen Muttersprache und ihrer verschiedenen Mundarten von einzelnen Gelehrten, wie ganzer Gesellschaften, die sich eigens zu diesem Zwecke gebildet haben, geschehen ist.

In der Einleitung zu den Franzosen gebe ich auf Grund der Einleitung von Le Roux de Lincy's Einleitung zu seinem „Livre des Proverbes français“ den Abriss einer Geschichte der Entwickelung der Sprichwörter in Frankreich von den ältesten Zeiten bis

*) Da hier von der geschichtlichen Entwickelung der spanischen Sprichwörter die Rede ist, so glaube ich einer Anregung gedenken zu sollen, die mein geehrter Freund, der Orientalist Dr. Fr. Hommel mir gemacht hat. Er macht nämlich darauf aufmerksam, dass es nun, nachdem eine so grosse Zahl gerade altspanischer Sprichwörter von mir den weitesten Kreisen zugänglich gemacht worden, eine überaus lohnende und interessante Aufgabe wäre, auf etwaige Berührungen oder geradezu Entlehnungen hin die arabischen Sprichwörter vgl. die dreibändige Ausgabe G. W. Freytag's, mit durchgängiger wörtlicher lateinischer Uebersetzung, Bonn 1838 – 43) herbeizuziehen und mit diesen altspanischen zu vergleichen. Da ja doch sonst die Spanier so Vieles im Mittelalter den Arabern zu verdanken haben, so wäre es doch sehr denkbar, dass wenigstens in einzelnen Fällen auch ihre sprichwörtlichen Redensarten arabische Beeinflussung zeigen. Es würde sich diess am klarsten da ergeben, wo Analogien bei anderen romanischen Völkern fehlen, dagegen in Meidâ ni's Sammlung (das ist eben die von Freytag seinen Proverbia arabica zu Grunde gelegte) sich finden. Ich muss es jüngeren Kräften überlassen und muntere dieselben hiemit ausdrücklich dazu auf, sich an dieser dankbaren Aufgabe zu versuchen und dieselbe in Angriff zu nehmen.

auf die Gegenwart herab. Die Abhandlung über „Die langue d’oc und die langue d'oeuil“ zeigt, was im Süden und Norden Frankreichs für die Erhaltung der eigenthünilichen Sprachen und Mundarten beider Landestheile geschehen ist und noch geschieht.

Den Romanschen habe ich eine kurze Darstellung der drei Sprachgruppen, in welche dieselben zerfallen, vorangeschickt, den Catalanen eine kurze Darstellung der Schicksale, welche ihre Sprache im Laufe der Zeiten durchzumachen hatte, bis sie jetzt

Dank dem Patriotismus einer Anzahl hervorragender Landeskinder im Anschlusse an die gleiche Bewegung im sprachverwandten Süden Frankreichs und im Zusammenwirken mit dieser – allmälig ihre selbstständige Stellung gegenüber der castilianischen wieder zu erringen bemüht ist.

In der Einleitung zu den Portugiesen gebe ich vor Allem eine kurze Besprechung der Frage, ob die portugiesische Sprache nur eine Tochter der spanischen, oder eine eigene, von dieser unabhängige Sprache sei.

Was die Einleitung zu den Walachen oder Rumänen bietet, dürfte für Gelehrte und Laien von mannigfachem Interesse sein.

Den bedeutendsten Umfang hat meine Einleitung zu den Basken und auf diese möchte ich ganz besonders die Aufmerksamkeit meiner Leser binlenken. Sie verbreitet sich zuerst über die baskische, im Ganzen sehr wenig gekannte Sprache, unzweifelhaft die älteste und eigenthümlichste, und von allen anderen grundverschiedene – ihre Natur und Herkunft, dann über das Land und das Volk der Basken und seinen Namen, in sehr eingehender Weise, und betont namentlich die Thatsache, dass wir in den Basken die eigentlichen ältesten Bewohner von ganz Spanien zu erblicken haben. Die Einzelheiten, welche ich über die baskischen Sprachformen und Wortbildungen mittheile, dürften geeignet sein, auch dem Laien Einblicke zu eröffnen in den Geist und Charakter dieser merkwürdigen Sprache. Die geschichtlichen, ethnologischen und geographischen Momente, die meine Einleitung bringt, dürften auch dem Manne der Wissenschaft manches Neue von Interesse bieten. Bei der Darstellung der noch keine anderthalb Jahrhunderte alten Literatur der Basken war ich bestrebt, so vollständig als nur immer möglich Alles dahin Einschlägige meinen Lesern vorzuführen.

Was nun noch die Mundarten anlangt, so ist es bei den französischen von hohem Interesse, zu sehen, welchen Antheil die einzelnen französischen Volksstämme an dem neuerwachten Streben genommen haben und fortwährend in zunehmendem Masse nehmen, ihre eigenthümliche Heimathsprache gegenüber der Staatssprache wieder zur Geltung zu bringen, die aus der Sintfluth der seit der ersten Revolution begonnenen und unablässig von Seite des Staates betriebenen Sprach-Unification noch geretteten und bewahrten Elemente derselben zu erhalten und so viel als möglich weiter zu entwickeln. In fast allen Theilen Frankreichs herrscht in dieser Beziehung jetzt eine sehr lebbafte nnd da mit grösserem, dort mit geringerem Eifer und Erfolg betriebene Bewegung, an welcher sich Einzelne in grosser Zabl, mitunter auch ganze, eigens zu solchem Zwecke gebildete literarische Vereine, in beachtenswerthester Weise zusammenwirkend, eifrig betheiligen. Um nun den Antheil, den die einzelnen Stänime in Nordund Süd-Frankreich an dieser Bewegung nehmen, recht klar und anschaulich zu machen, habe ich als Scheidung zwischen beiden eine Linie von Nantes im Westen bis Basel im Osten mir gedacht, Alles was nördlich derselben liegt, dem Norden, das südlich von dieser Linie gelegene Land dem Süden zugewiesen, die Darstellung der einschlägigen Literatur nach Landschaften geordnet und was in jeder einzelnen für den vorgesetzten Zweck geleistet worden, durch möglichst vollständige Aufführung der Autoren, welche in diesen Mundarten geschrieben haben, dem Leser vorzuführen gesucht. Eine systematische Zusammenstellung dieser Art und die dafür nothwendige Ausscheidung der Werke in den einzelnen Mundarten, wie meines Wissens auch in Frankreich selbst noch keine vorhanden ist, schien mir ein grosses, hervorragendes Interesse für die Sprachforscher zu bieten, und ich babe daher die Mühe nicht gescheut, meinen Lesern eine solche zu liefern. Bei den Mundarten der einzelnen Landschaften habe ich auch statistische Angaben über den früheren Bestand dieser und ihre jetzige Zutheilung zu den an ihre Stelle getretenen gegenwärtigen Departements beigefügt.

Auch die nichtfranzösischen Autoren, welche über französische Mundarten geschrieben haben - Deutsche, Dänen, Schweden, Engländer u. s. w. - sind von mir einbezogen.

Wie bei den Franzosen, so bin ich auch bei den Italienern verfahren, welche meines Wissens gleichfalls noch keine systematisch geordnete Zusammenstellung der in den zablreichen verschiedenen einzelnen Mundarten geschriebenen Werke und ihrer Autoren haben. Auch hier habe ich zuerst die Autoren aufgeführt, welche über die Mundarten im Allgemeinen geschrieben haben, dann in drei Abtheilungen jene der Nord-, Mittel- und Süd-Italiener folgen lassen.

Häufig babe ich auch, so namentlich bei den Süd-Franzosen und Romanschen, Sprachproben ihrer einzelnen Mundarten beigefügt, um dem Leser einen genaueren Einblick in die Formen derselben zu ermöglichen.

Vielseitig ausgesprochenen Wünschen entsprechend und das Bedürfniss anerkennend, habe ich diesem zweiten Theile meines Buches auch ein Sach- und Wortregister zu dessen erstem Theile beigegeben.

Ferner habe ich diesen zweiten Theil, um demselben eine etwas geringere räumliche Ausdehnung zu geben als dem ersten, in etwas kleinerer, immerhin aber noch sebr leicht und deutlich lesbarer Schrift drucken lassen.

Sohlusswort.

Indem ich nun auch diesen zweiten Theil meines Buches der Oeffentlichkeit übergebe, kann ich nur den Wunsch und die Bitte aussprechen, dass demselben eine eben so freundliche und günstige Aufnahme und Würdigung zu Theil werden möge, wie seinem Vorgänger, dem ersten.

München, im Sommer 1883.

Hofrath Dr. Joseph Haller.

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