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Die Laffeten der Französischen Feld-Artillerie sind, wie schon bemerkt, ans Eisen erzeugt und haben auseinandergehende Stahlblechwände; in ihrer Einrichtung schlieszen sie sich den Laffeten der anderen Feld-Artillerien im Wesentlichen an und kann daher hier eine genaue Beschreibung unterbleiben. Laffetenkasten und Achssitze haben nur die Laffete der 90 und 80 mm Kanone.

Die Lagerhöhen betragen bei der 95 mm Laffete 1,076 mm,

r> n » » j ^ , , 1,165

y> n » »»80„„ 1,130 „

Protzen und Munitionswagen sind nur für die 90 und 80 mm neue eiserne construirt; die 95 mm Kanone hat noch die alten 12 pfundigen Protzen C. 27.

Die Munitionskasten der Geschützprotzen, der Wagenprotzen und der Hinterwagen stimmen vollständig mit einander überein. Die Ausrüstung derselben an Munition ist folgende:

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*) Bei den Brüchen giebt der Zähler die Granaten, der Nenner die Shrapnels an.

Danach ergiebt sich als Gesammtmunitions-Ausrüstung für eine Batterie zu 6 Geschützen, 9 Munitionswagen:

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Die hauptsächlichsten Gewichtsverhältnisse der drei Caliber stellen sich wie folgt heraus:

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Was nun schlieszlich die ballistischen Leistungen der Französischen Geschütze anbelangt, so möge hier der Hinweis auf die bei Besprechung der Munition gemachten Angaben (1, 9, 10, 13, 14, 15) genügen, aus denen schon der Schluss gezogen werden kann, dass die Französische Feld-Artillerie auf keinem niederen Standpunkt steht, als die der anderen Armeen. Eine eingehendere Betrachtung der Schusstafeln der Französischen, Oesterreichischen und Deutschen Feldgeschütze fällt besonders günstig für den 80 mm aus, dessen Endgeschwindigkeiten, bestrichene Räume und lebendige Kräfte alle anderen Feldcaliber übertreffen.

Bereits ist die Französische Feld - Artillerie numerisch der

*) Die 80 mm Batterien haben eine verschiedene Zusammensetzung und Ausrüstung, je nachdem sie der Corps-Artillerie oder der Cavallerie-Division angehören: für den ersteren Fall giebt hier das Munitionsquantum der Zähler, für den letzteren der Nenner an.

Die 90 und 95 mm Batterien haben in jeder Hinsicht ganz die gleiche Ausrüstung.

unsengen bedeutend überlegen; ihr Material ist dem unsengen zum Mindesten ebenbürtig. Es erscheint daher dringend geboten, dass auch unsere Feldartillerie eine entsprechende Vermehrung erfahre — wollen wir uns anderenfalls von unserem Nachbarstaat nicht überflügeln lassen. —

V.

Die Sommerlager der Russischen Armee im Jahre 1879.

Von

A. v. Drygalski,

PremierlieutenaDt a. D.

Bekanntlich beziehen die Truppen der Russischen Armee in Folge der besonderen klimatischen und sonstigen örtlichen Verhältnisse des Landes alljährlich sogenannte Sommerlager, denen, was die nicht casernirten Truppen betrifft, die Concentrirung der einzelnen Regimenter, selbstständigen Bataillone u. s. w., behufs Einübung der einfacheren reglementarischen Exercitien, des Scheibenschieszens u. s. w. voranzugehen pflegt.

Die Sommerlager dagegen haben den Zweck, die Truppen in gröszeren Verbänden mit gemischten Waffen manöveriren zu lassen und sie dabei an das Leben im Felde zu gewöhnen.*)

Die diesjährigen Sommerübungen gewährten deshalb ein besonderes Interesse, weil die Russische Armee, aus einem, wenn auch siegreichen, so doch von schweren Opfern und trüben Erfahrungen begleiteten Kriege heimgekehrt, viele unlängst eingeführte Neuerungen, so z. B. das neue Schützenreglement und die damit in Zusammenhang stehende Instruction für das Scheibenschieszen, praktisch zu erproben hatte. Auszerdem nahmen an den diesjährigen Sommerübungen zum ersten Male die nach dem Kriege aufgestellten Reservebataillone (vorläufig auszer der Garde 97) Theil, deren Aufgabe bekanntlich darin besteht, im Kriege zu Regimentern mit je 4 Bataillonen erweitert, nicht nur den Dienst im Rücken der

*) Vergl. den gleichbetitelten Aufsatz in Heft Nr. 55 und 56 der Jahrb.

Operationsarmee zu versehen, sondern erforderlichen Falles auch mit den Feldtruppen Seite an Seite zu fechten. Selbstverständlich wird daher auf die Ausbildung dieser noch zu vermehrenden CadresTruppen ein sehr groszes Gewicht gelegt. Ferner ist in neuester Zeit die gesammte Russische Infanterie, ebenfalls auf Grund der Erfahrungen des letzten Krieges, mit sehr viel reichhaltigerem Material an Schanzzeug (auf die Compagnie 80 kurze Spaten und 28 Aexte) ausgerüstet worden, während die Artillerie neue weittragende Geschütze (Modell 77) erhalten hat. Auf Grund dieser wesentlichen Neuerungen auf fast allen Gebieten des Heerwesens und der im letzten Kriege empfangenen Eindrücke war es daher noch mehr wie in früheren Jahren das Bestreben aller höheren und niederen Commando-Behörden die diesjährigen Lager-Uebungen zur Prüfung und Entscheidung noch nicht vollständig gelöster praktischer Fragen zu benutzen. Zu diesem Behuf wurden von den Commandeuren zum Theil sehr ausführliche Instructionen erlassen, welche im Verein mit den erlangten Ergebnissen als Grundlage für die bisher in der Russischen Armee noch fehlende allgemeine gültige Instruction für die Feld-Ausbildung der Truppen dienen sollen. Es werden in der Folge einige der bemerkenswerthesten dieser Instructionen, von denen die der Generale Gurko, Semeca und Albedinski vorzugsweise die Aufmerksamkeit in Anspruch nehmen und ebenso die hervortretendsten Resultate Erwähnung finden, denen jedoch einige Einzelnheiten über die bei den partiellen und allgemeinen Versammlungen zur Stelle gewesenen Truppen, sowie einige ZeitAngaben vorangehen mögen.

Die partiellen Zusammenziehungen bei den nicht casernirten Truppentheilen der Infanterie (Bataillons- und RegimentsVerband in engen Quartieren in der Nähe der Regimentsstäbe) dauerten 1—3 Monate, und zwar wechselte je nach den klimatischen Verhältnissen, deren Beginn vom 1./13. April (Truppen des Odessaer Bezirks bis zum 10./22. Juti, zu welcher Zeit die Regimenter in Finnland vereinigt wurden. Einzelne Regimenter übten nur in diesem Verbande und nahmen an den allgemeinen Lagerübungen gar nicht Theil.

Bei der Cavallerie begann die Versammlung bei den Schwadrons- und Regimentsstäben in der Zeit von Ende April bis Mitte Mai; Dauer derselben 2 — 3 Monate, d. h. bis zum Ausrücken in die gröszeren Sommerlager oder aum Beginn der Grasfütterung.

Bei der Artillerie fanden die Batterie- und Brigade-Exercitien, sowie die Schieszübungen in Abhängigkeit von den örtlichen Bedingungen zu sehr verschiedener Zeit, nämlich von Mitte April bis Ende September statt. —

Die gröszeren Sommerlager hatten ebenfalls eine sehr verschiedene Dauer. So wurde das Lager von Krasnoe Selo (1. Tour) von der Garde-Artillerie, der 24., 37. und 1. Reserve-Artillerie-Brigade, bereits Anfang Mai alten Styls bezogen. Die Garde-Infanterie, wie die 24. Infanterie-Division, 4 Reserve-Infanterie-Bataillone und 2 Garde-Cavallerie-Regimenter folgten Ende.Mai, die übrigen GardeCavallerie-Regimenter Mitte Juni.

Bei Krasnoe Selo übten im ersten Zeitabschnitt, einschlieszlich der Kriegsschulen u. s. w. im Ganzen: 58 Bataillone, 4072 Schwadronen und 158 Geschütze, im zweiten Zeitabschnitt (bis Ende September) 18 Bataillone; bei Warschau um dieselbe Zeit 55 Bataillone, darunter 8 Reserve-Bataillone, 8 Schwadronen, 26 Sotnien und 84 Geschütze; bei Moskau in der Zeit vom 1. Juni bis Ende August im Ganzen 27 Bataillone, 12 Schwadronen und 60 Geschütze. Im Ganzen übten in allen Lagern, von denen nächst den genannten das bei Kijew das gröszte ist,*) 439 Bataillone, 21672 Schwadronen, bezw. Sotnien und 886 Geschütze, davon im

Bataillone Schwadronen Geschütze

Petersburger Militairbezirk . . 86 4072 182

Finnländschen Militairbezirk . . 7 2 24

Wilnaschen Militairbezirk ... 67 36 168

Warschauschen Militairbezirk . 67 34 108

Kijewschen Militairbezirk ... 57 36 104

Odessaschen Militairbezirk . . 59 38 120

Charkowschen Militairbezirk . . 18 18 60

Moskauschen Militair-Bezirk . . 55 12 72

Kasanschen Militairbezirk . . ■ 23 — 48_

439 216V2 886

Hieraus ist gleichzeitig in allgemeinen Umrissen die Verth eilung der Russischen Truppen auf die verschiedenen Gebiete (Kaukasien hat bekanntlich ebenso wie Turkestan und die Sibirischen Lande seine eigene Armee) ersichtlich, wobei zu erwähnen ist, dass ein nicht unerheblicher Procentsatz zur Verrichtung des Wachtdienstes in den Garnisonen zurückblieb. Ein groszer Theil der Truppen wurde an die Orte der Lagerübungen und zurück mittelst Eisenbahn befördert, wodurch dieselben im Gegensatz zu der Zeit

*) Die anderen waren meistens von einzelnen Infanterie-Divisionen mit ihrer Artillerie bezogen.

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