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uns namentlich lehrreiche Einblicke in den furchtbar grausamen spanischen Guerilla-Krieg thun. Die gröfste Teilnahme wird gewifs joder Leser den braven deutschen Landeskinderu entgegentragen, die treu ihrer Fahnenehre die gröfsten Entbehrungen und schmachvollste Behandlung unter den erbittertsten Kämpfen mit einem um seine Existenz kämpfenden Volke ertrugen und von denen mehr als 1300 auf spanischem Boden ihr Grab fanden. An der Hand dieser Regimeutsgeschichte lernt man einerseits die traurigen Zustände unseres Vaterlandes, anderseits aber auch den Wert und die Bedeutung des neu geeinten Deutschlands voll empfinden. Merklich athmet auch der Verfasser in seiner Schilderung auf, sobald er sich dem deutschfranzösischen Kriege zuwendet. Es ist ihm gewifs zu verzeihen, wenn er im Vollgefühle für die grofse Sache, den Thaten des Regiments, in dessen Reihen er mitkämpfte, vielleicht dann und wann eine Bedeutung beilegt, welche die unparteiische Kriegsgeschichte vielleicht nicht in demselben Umfange anerkennt. Die Wegnahme des Schlosses von Chambord war ein glücklicher Handstreich, wie er eben nur gänzlich demoralisirteu Truppen gegenüber möglich ist; auch das au demselben Tage stattfindende Gefecht von Montlivault machte den beteiligten hessischen Truppen alle Ehre; aber an diese glücklichen Kämpfe grofse strategische Wirkungen zu knüpfen, wie dies z. B. auf Seite 364 geschehen ist, erscheint etwas zu weitgehend. Nach diesseitiger Ansicht wäre ßlois auch ohne das Gefecht von Montlivault und die Wegnahme von Chambord durch den auf dem rechten Loire-Ufer vorrückenden Teil des IX. Corps besetzt, nötigenfalls genommen worden. Aufserdem hatte General Chanzy, ganz abgesehen von allen taktischen Verhältnissen, rein aus strategischen Rücksichten den Abmarsch nach der Loire beschlossen.

Acht Beilagen, zum Teil Biographieen, Ranglisten und dergl., zum Teil die Fahnen, die Ausrüstung u. s. w. des Regiments betreffend, geben dem umfangreichen und höchst interessanten Geschichtswerk noch für alle Diejenigen einen besonderen Wert, welche in irgend einer näheren Beziehung zum Regiment stehen.

Unter den Regimentsgeschichten des deutschen Heeres darf sich das vorliegende Werk neben die besten stellen; für das Studium des kleinen Krieges oder der napaleonjschen Feldzüge in Spanien ist dasselbe als eine besonders wertvolle Quelle anzusehen.

Geschichte der Konigl. sächsischen Feld-Artillerie-Regimenter von 1821—1878. Nach den Original-Akteu, bearbeitet von v. Kretschmar, Hauptmann a la suite des Königlich sächsischen 1. Feld-Artillerie-Regiments Nr. 12, Lehrer an der vereinigten Artillerie- und Ingenieur-Schule. Mit 1 Titelbild und 9 Plänen in Steindruck. — Das vorliegende Werk bildet die Fortsetzung der von dem Verfasser im Jahre 1876 herausgegebenen „Geschichte der Kurfürstlich und Königlich sächsischen Feld-Artillerie von 1620—1820." Im letztgenannten Jahr wurden die bezüglichen Befehle zur Neuformation der sächsischen Artillerie nach den „Grundzügen der Kriegs Verfassung des deutschen Bundes" erlassen. Die gröfstmögliche Ersparnis war bei dieser Organisation das leitende Prinzip, es konnte somit, vom militärischen Standpunkte betrachtet, nicht den bescheidensten Anforderungen entsprochen werden. Als Truppen des deutschen Bundes rückten Teile der Sachsen, hierunter auch drei Batterieen, im Jahre 1849 gegen die Dänen ins Feld und gelangten namentlich am 13. April an der Düppelstellung in Tätigkeit; auch zur Bekämpfung des Mai-Aufstandes in Dresden wurden in demselben Jahre mehrere Batterieen verwendet. Im Jahre 1863 sah sich sächsische Artillerie als Bundesexekutionstruppe in Holstein verwendet, kam aber nicht in Berührung mit dem Feinde. Drei Jahre später fand die sächsische Artillerie hingegen an der Seite der Österreicher Gelegenheit, bei Gitschin und Königgrätz zu zeigen, dafs sie die langen Friedensjahre nicht unbenutzt hatte verstreichen lassen. Noch hervorragender war die Rolle, welche die sächsische Artillerie in dem deutsch-französischen Kriege spielte, und bedarf es gewifs nur der Nennung der Namen „St. Privat, Beaumont, Sedan, Bry", um den einigermafsen über die Geschichte dieses Krieges Unterrichteten die bedeutenden Leistungen der sächsischen Artillerie ins Gedächtnis zurückzurufen.

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Die Darstellung des Feldzuges gegen die Franzosen bildet leicht erklärlicher Weise den Glanzpunkt des vorliegenden Buches, doch weifs der Verfasser auch die übrigen kriegerischen Begebenheiten in ein solches Gewand zu kleiden, dafs der Leser mit Spannung der Schilderung folgt. Technische Details sind in dem Buche fast ganz fern gehalten worden, da es eben nur die Geschichte der Truppe galt; von diesem Standpunkte aus hat Verfasser mit grofser Sorgfalt der nennenswerten Thaten der Einzelnen gedacht, so dafs seine Kameraden gewifs mit voller Befriedigung auf das Geschichtswerk blicken werden. Im Allgemeinen wird die technische Bedeutung der Artillerie stets in den richtigen Grenzen aufgefafst; nur scheint uns der Verfasser in dieser Richtung auf S. 160 zu weit zu gehen, wo er sagt, dafs das deutsche Heer den Sieg bei Sedan erkämpft hätte „Dank der mustergültigen vortrefflichen Verwendung der deutschen, Artillerie!" Der Sieg bei Sedau war wohl ein Erfolg, der lediglich der Strategie zuzuschreiben ist Die Truppen hatten hier so zu sagen nur noch das Tippelchen auf dem sonst fertigen i zu machen. In einer Anmerkung auf S. 60 giebt der Verfasser die Gesamtstärke der in Böhmen eingerückten preufsischen Armee an, wobei er das Eeservecorps nicht mitrechnet; nach seinen eigenen Angaben ist hingegen dieses Corps in den gebrachten Zahlen doch enthalten, so dafs die Ueberlegenheit auf preufsischer Seite nicht so grofs war, wie es an der betreffenden Stelle für den ersten Augenblick erscheint.

37 Beilagen des Buches geben dem nach Einzelheiten Suchenden noch eine reiche Menge von Angaben. Eine besondere Zierde des Werkes ist schliefslich das vortreffliche Titelbild; dasselbe stellt den jetzigen König von Sachsen, welcher den Feldzug 1849 im Stabe des Generals v. Prittwitz als Artillerie-Hauptmann mitmachte, im Gefechte bei Düppel in dem Momente dar, als derselbe aus der vorderen Linie zurückkehrt und mit seinem Pferde einen kühnen Sprung über einen Knick macht.

Dislokation»-Karte der russischen Armee. Entworfen nach den neuesten und besten Quellen von E. v. Tröltsch, Hauptmann.

Hauptmann v. Tröltsch hat sich durch seine bekannten Dislokations-Karten der deutschen und französischen Armee auf diesem Gebiete bereits einen Namen gemacht. Die vorliegende Karte zeugt auf den ersten Blick von dem sehr praktischen Sinne des Verfassers, der das Wesentliche von dem Nebensächlichen sehr geschickt zu trennen weifs. Der ungeheure Umfang des Czarenreiches, machte, wenn die Karte deutlich und übersichtlich bleiben sollte, es unmöglich, ganz Rufsland auf einem Blatte zu bringen; Verfasser mufste sich daher auf andere Weise zu helfen suchen. Er entschied sich, nur den Teil von Rufsland vor Augen zu führen, der für die europäischen Militärverhältnisse von Interesse ist; so brachte er nur den westlichen Theil des Landes und dehnt sich im Osten etwa bis in die Höhe von Nowo Tscherkask und Nisnii Nowgorod aus; von den übrigen Gebieten verzeichnet er in einer besonderen Nachweisung die Verteilung der Truppen auf die einzelnen Orte. Auf diese Weise ist genau zu ersehen, wo die verschiedenen Truppen der russischen Armee sich befinden; deutlich vor die Sinne aber ist gebracht, wie dieselben auf dem der preufsischen und österreichischen Grenze zunächstliegenden Landstriche verteilt sind. Ein flüchtiger Blick auf die Karte zeigt selbst dem Laien die Anhäufung der Truppen in dem Wilna'schen und Warschau'schen Militärbezirk, in welchen allein mehr als 30 Kavallerie-Regimenter untergebracht sind. Neben der Truppen-Dislokation weist die Karte bei den verschiedenen Eisenbahnen nach, ob dieselben ein- oder zweigleisig sind. Unter den als Festung bezeichneten Oertlichkeiten vermissen wir Kiew. Eine reiche Menge von Angaben belehrt in beigefügten Tabellen über die Organisation, Stärke u. s. w. der russischen Armee, so dafs mit der Karte ein reichhaltiges Mittel der Belehrung über die russische Armee vor uns liegt.

Durch die Herstellung dieser Karte, welche ohne Zweifel allgemeinen Beifall finden wird, hat der Verfasser eine ebenso zeitgemäfse wie dankenswerthe und interessante Arbeit geliefert. Die Karte ist durch ihre Gröfse etwas unhandlich, aber wir wollen gerne zugeben, dafs bei den weiten Strecken und den Truppenmassen, um die es sich hier handelt, ein kleineres Format, wie bereits angedeutet, nicht praktisch gewesen wäre.

Verzeichnis der bedeutenderen Aufsätze aus anderen militärischen Zeitschriften.

(15. Januar bis 15. Februar.)

Militär-Wochenblatt (Nr. 7-/3): Zum 24. Januar, dem 168. Gedächnistage der Geburt Friedrich des Grofsen. — Der neue afghanische Feldzug. — Politische Korrespondenz Friedrichs des Grofsen.

Neue militärische Blätter (Januar-Heft): Friedrich der Grofse und Hertzberg. — Die Kapitulation von Sedan. — Die Schlacht bei Chancellorsville und der Tod des General Stonewall Jackson. — Aeufsere Krankheiten und Abnormitäten, wie sie gemeinhin bei Soldaten während des Friedensdienstes vorzukommen pflegen. — Mitteilungen aus dem Gebiete der Handfeuerwaffen. — (Februar-Heft): Über den Adjutantendienst. — Kriegsgedanken des Fürsten Christian von Anhalt und des Fürsten Bethlen-Gabor. — Neue Beiträge über das Telephon im Armee-Gebrauche. — Militärisches von der internationalen Kunstausstellung zu München 1879.

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XXVII.

Allgemeine Militär-Zeitung (Nr. 5—12): Rückblicke auf den Loire-Feldzug 1870. — Ueber den Zeitpunkt des Eintritts in die Armee. — Die Vermehrung der Fufs - Artillerie. — Zum Andenken Friedrichs des Grofsen (die Friedrichsbiographie in ihren Beziehungen zu den alten, neuen und neuesten Oeuvres de Frederic le Grand). — Die Pulverfabrikation der Neuzeit. — Der neue Entwurf des französischen Gesetzes. — Ein Wort über das Bajonett-Fechten.

Deutsche Heeres-Zeitung (Nr. 7—14): Zur Charakteristik des Geistes in der spanischen Armee. — Ergänzungen und Aenderungen des Reichs-Militär-Gesetzes vom 2. Mai 1874. — Der Untergang S. M. Schiffes „Grofser Kurfürst" auf Grund der gerichtlichen Untersuchungsakten dargestellt. — Schiefsversuche mit einer leichten 7,5 cm. Feldkanone im Oktober und November 1879.

Militär-Zeitung für die »Reserve- und Landwehr-Offiziere des deutschen Heeres (Nr. 3—7): Einige Winke für die zur Dienstleistung eingezogenen Reserve - Offiziere der Infanterie. — Die Ausbildung der Richtkanoniere der Feld-Artillerie. — Die Pflege des Pferdes auf dem Marsch, im Kautonnement und Biwak. — Die Organisations-Geschichte der preufsischen Landwehr von 1814 bis in die Gegenwart. — Die Rang- und Quartier-Liste der Königlich preufsischen Armee für 1880. — Französische Urteile über die deutschen Manöver.

— Ueber den Nutzen des Kriegsspiels im Kreise des Reserve- und Landwehr-Offizier-Corps. — Militärische Totenschau des Jahres 1879.

— Der neue französische Gesetz-Entwurf betreffend den Generalstab.

Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie (Heft I.): Ueber die Gezeiten-Strömungen in dem englischen Kanal und dem südwestlichen Teile der Nordsee. — Aus den Reiseberichten S. M. S. „Medusa". — Aus den Reiseberichten S. M. Kbt. „Wolf". — Der Hafen von Calais.

Streffleur's österreichische militärische Zeitschrift (I. u. II. Heft für 1880): Der Aufrechthaltung des taktischen Verbandes mufs der Befehlshaber unablässige Sorgfalt zuwenden. — Ueber Nachrichten.

— Henry Thomas Buckles Anschaunng vom Kriege und die Grundlinien der Wehrfrage. — Separat-Beilage: Mitteilungen des K. K. Kriegs-Archivs: Die Okkupation Bosniens und der Herzegowina durch K. K. Truppen im Jahre 1878.

Organ der militärwissenschaftlichen Vereine (XX. Band I. Heft): Rückschau auf das militärische Leben in Oesterreich-Ungarn 1879.

— Die Veränderungen der Karte von Europa seit 1815. — Ueber die Entwaffnung insnrgirter Landstriche. — Ueber die Verwertung des Kriegsspieles an den Militär-Akademieen und Kadetten-Schulen.

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