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dann herausgehackt und auf Haufen gesetzt. Bekanntermaszen liegt das Pferd im Sommer gern auf bloszer Erde. Man sieht dieses nicht blos bei den in den Koppelgärten frei herumlaufenden Thieren, sondern kann auch häufig beobachten, dass auf den Exerzierplätzen Pferde, welche längere Zeit ruhig dazustehen haben, sich zu legen versuchen. Viele Landwirthe benutzen die Erdstreu im Winter, weil ihnen im Sommer die Arbeitskräfte zur Instandsetzung und Erhaltung dieser Streu nicht so zur Hand sind. Jedenfalls ist bei Pferden, welche gewohnt sind, auf der Erdstreu zu liegen, der bei ßivonaks häufig eintretenden Calamität abgeholfen, dass Pferde wegen Mangel der gewohnten Strohunterlage sich mehrere Tage nicht legen. Dem Orientalen ist das Strenstroh fast fremd. Die Pferde liegen durchgehends auf dem bloszen Boden. In einer Broschüre, betitelt: „Zum „dritten Berathungsgegenstande der Wanderversammlung Bayerischer „Landwirthe", spricht sich ein anerkannt guter Landwirth über die Einführung der Erdstreu auf seinen Oekonomiegütern unter Anderem so aus: „Während ich bei Anordnung der Sache auf nicht geringen „Widerspruch des arbeitenden Personals gestoszen bin, war dieser „nach einigen Wochen überwunden. Meine Leute haben vielmehr „Freude daran gewonnen und mir theilweise selbst den Wunsch ausgedrückt, die Erdstreu auch auf die anderen Ställe ausgedehnt zu „sehen." In der That ist auch die gröszere Arbeit, die solche Erdstreu in erster Anfertigung verlangt, der vorzüglichste Grund, dass diese Streuart noch nicht allgemeiner wurde. Die Unterhaltung der Erdstreu jedoch verlangt weniger Mühe als die der permanenten Strohstreu. Weiter unten sagt dieser Landwirth: „Ich habe öfters „gehört, dass Landwirthe schon nach kurzem Versuche die Anwendung von Erde als Streumaterial wieder aufgegeben haben, weil sie „gefunden hatten, dass ihre Thiere beständig in einem nassen Koth „gestanden oder gelegen haben. Daran kann nur ein unrichtiges Verfahren Schuld gewesen sein. Wenn man die Erde in derselben Weise „wie Stroh als Einstreu benutzen, d. h. immer nur den täglichen „Bedarf an Erde auf das Stallpflaster bringen und andern Tags wieder „wegnehmen lassen, oder wenn man wohl gar die Erde über die Exkremente streuen will, so wird sich natürlich ein Gemisch von Koth „bilden, in dem das Thier stehen oder liegen muss. Dass ein solches „Verfahren von der Erdbenutzung als Streusurrogat abschrecken und „höchst nachtheilig wirken muss, versteht sich von selbst. Ein gut „gehaltener Stall mit Erdstreu sieht vollkommen sauber aus, die Luft „ist frisch und angenehm rein u. s. w." Und weiter unten heiszt es: „Ich „habe schon oft die Einwendung gehört: „Wo nimmt man die Erde

„her?" Diese Einwendung finde ich nicht begründet. Schon seit „langer Zeit fahre ich alljährlich bedeutende Quantitäten Erde in „meine Oekonomiehöfe — mehrere hundert Fuhren im Jahre — und „es hat mir noch nie an Erde gefehlt. Es wird sich überall aus „Gräben , Rändern u. s. w. passende Erde finden lassen u. s. w." Die Streu wird ungefähr so bereitet: Hinter den Ständen, an der Standsäule angelehnt, wird auf dem Boden eine Stange (vielleicht mit Stroh umwickelt) quer befestigt und der Raum zwischen dieser Stange und dem Barren mit trockener Erde 20 bis 25 cm hoch eben ausgefüllt. Da der Stand meistens nach hinten abhängig ist, so kommt die Erde nach vorne hin dünner zu liegen. Auf dieser Erdunterlage ohne alle weitere Einstreu stehen die Pferde. Die Excremente der Thiere ebenso wie die von dem Harne aufgewühlten Erdtheile werden mit eisernen und hölzernen Krücken (wenigstens drei Mal täglich) abgekratzt, indem von vorne nach hinten die Erde in die Vertiefungen gezogen wird. Indem die nassgewordene Erde sich von der darunter befindlichen trockenen abschält, steht das Pferd immer trocken und reinlich da. Hat die Erde schon länger im Stalle gelegen, -ist sie so fest zusammengetreten, dass sie beim Aufhauen brockig und daher für ein bequemes Lager nicht mehr tauglich ist, so bringt man etwas frische Erde hinzu und ergänzt hiermit die Ausfüllung. Nach 4 Wochen wird der Erdevorrath im Stalle zwar sehr abgenommen haben, aber noch keineswegs aufgezehrt sein. Nichtsdestoweniger tritt dann der Moment ein, wo die sämmtliche Erde durch frische ersetzt wird, weil dann die Erde durch Ausdünstung, Treten und Liegen der Pferde zu compact wird und die Feuchtigkeit nicht mehr gut aufsaugt, anderseits weil die Erde so durch Ammoniaktheile geschwängert ist, dass sie die Stalldünste nicht mehr wie früher aufnehmen kann. Geruch und das Aussehen der Erde sind hier maszgebend. Unerlässliches Erforderniss ist trockene Erde. Sie muss daher unter Dach sein; eine einfache Hütte, ein Schuppen u. s. w. genügt hierfür.

Die Pferdestände haben in der Regel bei 21/-2 m Länge — vom Barren bis vor die Standsäule — und l8/4 m Breite eine Fläche von circa 4 qm, ein Regiment von 5 Escadrons hat daher in seinen Ständen rund 2800 qm Fläche, bedarf somit zur Ausfüllung der Stände mit Erde ungefähr 5—600 cbm Erde mit Einschluss der Reserveerde. Würde die Erdstreu 6 Monate angewendet und monatlich erneuert, so wären diese 3500 cbm*) nach dem Regulativ für Eisen

*) Beim Neubau eines niittelgroszen Wohnhauses wird zum Fundamente resp. zu den Kellerriiumen eine Vertiefung ausgegraben, welche ungefahr an Cubikmetcrn

bahnbauten auf ungefähr 2000, Fuhren mit 2500 Mark zu bezahlen, da durchschnittlich der Transport nicht über 2 Stunden Wegs zu rechnen ist. Der jetzt täglich abfallende Dünger und die versteigerte Matratzenstreu erfordern zum Transport eine weit gröszere Anzahl Fuhren. Dr. Arndt rechnet in seiner preisgekrönten Schrift „Die „zweckmäszigste Ernährung der Thiere" nur 1f2 Kubikfusz Erde per Tag und Haupt, was nach unserer Berechnung nur die Hälfte des angegebenen Erdquantums für ein Regiment ausmachen würde. Wäre nun in den Dungversteigerungsaccorden die Bedingung eingesetzt, dass für jede abgeholte Fuhre Dung eine Fuhre Erde zu bringen sei, so würde hiermit der Erdbedarf reichlichst gedeckt; allerdings könnten hierdurch die Steigerungspreise etwas herabgedrückt werden, ich glaube jedoch, dass durch die oben angedeutete Verwerthung der Jauche — während der Wintermonate, da die Erdstreu die Jauche fast gänzlich aufsaugt — deren Abfallsquantum für ein Regiment während 6 Monaten gewiss über 400 hl beträgt, immerhin einige tausend Mark zu erzielen wären, abgesehen von dem gröszeren Werthe der mit Ammoniak und anderen Mineralsubstanzen geschwängerten Erde. Diese 4 Wochen unter den Pferden liegende Erde, der beste Composthaufen, ist als Düngungsmittel dem künstlichen Dünger gleichzustellen, welcher jetzt so vielfach in der Landwirthschaft angewendet aus den Fabriken um hohe Preise bezogen wird, während der bisherige blos mit Stroh gemengte Pferdedünger fast nirgends ohne Beimischung anderer Ingredienzien benutzt werden kann, weil derselbe, um mit den Bauern und Gärtnern zu sprechen, zu scharf ist, die Erde verbrennt. Es könnte somit durch Erdstreu und Verwerthung der Jauche eine wesentliche Einnahmequelle geschaffen werden, und auszerdem bliebe noch die tägliche Strohration zur Fütterung oder theilweisen Verwerthung gegen Heu disponibel. Der 6monatliche Strohrationssatz eines Regimeuts repräsentirt einen Durchschnittswerth von über 16000 Mark. Würde hiervon % als Häcksel verfüttert, so blieben immerhin noch Mittel genug disponibel, um dem Pferde täglich eine Zulage von einigen Pfund Heu zu geben. Von den weiteren Ueberschüssen in der Dungverwerthung könnten an diejenigen ständigen Erdarbeiter — vielleicht 20 - 30 Mann per Schwadron — Remunerationen gezahlt werden, welche die Einfüllung und das Aushacken der Erde in den Stallungen besorgen.

Erde obigen Bedarf deckt. Die Aussandung (periodische Reinigung) eines mittelgroszen Gewässers auf t Fusz Tiefe liefert schon bei einigen Hundert Schritten Länge diesen Erdbedarf.

Ich glaube es giebt genug Leute bei den Schwadronen, welche für kaum 1 stündige Arbeitsleistung per Tag in ihrer dienstfreien Zeit monatlich einige Mark verdienen möchten.

Es ist zur stehenden Redensart geworden, die Leistungsfähigkeit der Cavallerie entspräche nicht den jetzigen Anforderungen. Eine Steigerung derselben erfordere eine bessere Ernährung, eine "Verminderung des Gewichtes und Aenderungen in der Erziehung. Heute betone ich nur, um der ersten Frage gerecht zu werden, meine Ansichten und Erfahrungen über Ernährung, welche in folgenden Sätzen gipfeln: J

1. Die Pferde sind entsprechend den Leistungsanforderungen und mit Rücksicht auf die äuszere Temperatur zu füttern.

2. Namentlich zu Zeiten des Haarwechsels, bei gröszerer Kälte, oder wenn die Pferde viel im Freien sind, ist mehr Heu und Stroh zu geben.

3. Salzgaben namentlich beim Haarwechsel sind dringend geboten.

4. Der Hafer ist täglich mit 2 bis 3 Pfund Häcksel gemischt zu verfüttern.

5. Der Stallpflege ist gröszere Sorgfalt zu widmen.

6. Zur Häckselgewinnung resp. zur Arbeitsersparung im Strohschneiden sind gröszere Häckselmaschinen mit Göpelwerk anzuschaffen.

7. Um die Heu- und Strohfütterung erhöhen zu können, ist die Jauche zu verwerthen und die Erdstreu in den Sommermonaten einzuführen.

XVI.

Vorschläge für eine Mobilmachung im östlichen Frankreich.

Das feAvenir militaire" vom 2. Januar d. J. enthält einen „Die Mobilmachung im östlichen Frankreich" betitelten Aufsatz, welcher Vorschläge zur Abkürzung und Sicherstellung der Mobilmachung, auch unter Annahme einer feindlichen (Deutschen) Invasion, macht. Derselbe lautet:

„Zwei in dem Journal des Sciences militaires (Mai, Juli 1879) veröffentlichte Aufsätze über die Deutschen und Französischen Eisenbahnen haben die Wichtigkeit der ersten vierundzwanzig Stunden hervorgehoben, welche im Falle neuer Feindseligkeiten einer Kriegserklärung zwischen zwei Nachbarstaaten folgen.

Der Verfasser dieser bemerkenswerthen Aufsätze hatte es sich vorgesetzt, die Bedeutung der strategischen Eisenbahnlinien aus dem Gesichtspunkte der Concentration der Armee an der Grenze klar zu legen; er sagt; „„Alles muss eben in einem systematischen Zusammenhange zu einander stehen: Armee, Festungen, ConcentrationsEisenbahnen u. s. w. Sind die beiden Ersten vollkommen, und ist in dem dritten Moment etwas verabsäumt, so wird Frankreich immerhin seinen Boden vom Feinde betreten sehen und der Krieg wird mit all' seinen unglückseligen Consequenzen in unserem Lande wüthen und es mit dem ersten Beginn der Feindseligkeiten von Grund ans verheeren.""

Unter den oben gedachten Momenten ist eines das bedeutungsvollste: „Die Soldaten unserer, der angegriffenen Grenze am nächsten liegenden Prounzen", — und dieses Moment übergeht jener Aufsatz mit Stillschweigen. Prüfen wir dessen Wichtigkeit und lenken wir auf diesen Punkt die Aufmerksamkeit des Kriegsministers, da die augenblicklich vorhandenen Reglements darüber ebensowenig sich äuszern. a

Sollte Frankreich eines Tages — der zweifellos in weiter Ferne liegt — zur Kriegserklärung gezwungen sein, so wird es möglicherweise noch Zeit genug haben, vor dem feindlichen Einbruch seine Kriegs-Ersatzmannschaften einzuberufen; gesetzt aber den Fall, dass beispielsweise Deutschland uns angriffe, und dies nach dem Beispiele der Russen im Jahre 1877, die Kriegserklärung erst in dem Moment der völligen Concentration seiner Armee, womöglich auf unserem eigenen Gebiete, ergehen liesze, so ist es doch sehr die Frage, ob die Reservisten von einem Dutzend Departements überhaupt noch im Staude sein werden, ihre Truppentheile zu erreichen. An dem Tage der Kriegserklärung noch wird die Cavallerie der Preuszischen Rheinprovinzen, von Lothringen und Elsass es versuchen, sich wie ein reiszender Strom in die Departements der Ardennen, Meuse, Vosges, HauteSaone n. s. w. zu ergieszen, nur mit dem einzigen Bestreben, unsere Mobilmachung zu verhindern, unsere Reservisten in ihrer Heimat festzuhalten.

Was geschah damals 1870 nach dem Erlass vom 10. August? Eine unverhältnissmäszig grosze Zahl von Mannschaften sind dem Aufruf zur Gestellung gar nicht gefolgt: von den Refractairs blieben diejenigen der bereits vom Feinde betretenen Departements ruhig zu Hause sitzen; die Anwohner der Nord- und Südgrenzen gingen nach

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