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bestandtheile und Kohlenhydrate getroffen sei, oder mit anderen Worten, ob die jetzige Fütterung derart ist, dass sie hier speciell «lern Pferde vollkommen Ersatz an verbrauchten Kräften und Körpertheilen, sowie an verlorener Wärme auch bei gröszerer Anstrengung und längerer Zeitdauer der Bewegung bietet. Wermeir (Vierteljahrsschrift der wissenschaftlichen Veterinärkunde) behauptet, bei den Pferden das Verhältniss der Kohlenhydrate zu Proteinstoffen aus zahlreichen Versuchen am zweckmäszigsten, als 4—6:1 gefunden zu haben.

Um aber in quantitativer wie qualitativer Beziehung die richtigsten Nahrungsstoffe für einen thierischen Körper zu bestimmen, ist es vor Allem geboten, die Bestandtheile eines solchen Organismus näher ins Auge zu fassen.

Jeder Thierkörper besteht aus stickstoffhaltigen, stickstofffreien, anorganischen Substanzen und aus Wasser. Die stickstoffhaltigen Bestandtheile, auch Proteinstoffe genannt — Stoffe, die nach Dr. Kühn aus 16 Procent Stickstoff, 7 Procent Wasser, 24 Procent Sauerstoff und 53 Procent Kohlenstoff bestehen — sind vor Allem das zu den meisten Umbildungen im Körper nöthige Eiweisz (albumin), der Faserstoff (fibrin), der Käsestoff (casein) — vorzüglich in der Milch vertreten und sonst bei der Verdaunng ein wichtiger Factor —, die leimgebenden Substanzen — Bindungsmittel der Knorpel- und Knochengewebe — und schlieszlich der Hornstoff — zum Ersatz der Oberhaut, Haare und Hufe bestimmt. Der wichtigste stickstofffreie Bestandtheil ist das Fett, welches reich an Kohlenstoff etwa 75 Procent und deshalb besonders geeignet ist zur Unterhaltung der Athmung und Wärmeerzeugung, nebenbei zur Zellenbildung und Zellenentwickelung. Eine gewisse Menge vou Fett ist daher dem Pferde stets nothwendig, und die Nährmittel müssen dementsprechend in genügender Menge und Beschaffenheit gereicht werden. Die anorganischen Substanzen sind vorzüglich die phosphorsauren und schwefelsauren Alkalien, die stets in bestimmten Verhältnissen an die Protemstoffe gebunden sind, Chlorkalium und Chlornatrium, wesentlich für die normale Beschaffenheit des Blutes und den regelmäszigen Verlauf des durch das Blut unterhaltenen Ernährungs- und Athmungsprocesses, Eisenoxyd, der wesentlichste Bestandtheil des Blutrothes, phosphorsaurer Kalk und Talkerde, als Hauptbestandtheil der Knochen, von deren Gehalt es abhängt, ob der Knochen von fester oder schwammiger Beschaffenheit ist, und die im ersteren Falle (nach Dr. Kühne) mehr als 58 Procent des getrockneten Knochens ausmachen können. Das Wasser macht etwa 2/s des lebenden Gewichtes eines Thierkörpers ans und dient als allgemeines Lösungsmittel, vermittelt Nährflüssigkeit aus dem Darmcanal, ermöglicht den Stoffaustausch in den verschiedenen Organen und gestattet die Ausführung aller im Organismus verbrauchten Bestandtheile. Der Bedarf des Organismus an diesen Stoffen ist daher ein sehr bedeutender.

In den Stoffen der Pflanzen ist nun, namentlich in ihren Protelnstoffen, die gröszte Uebereinstimmung mit denen des Thierkörpers; sie haben dieselben chemischen Zusammensetzungen und sind wie diese mit einer bestimmten Menge Schwefel und Phosphor vereinigt. Das Pflanzeneiweisz, besonders in den Pflanzensäften vertreten, entspricht in seinen Eigenschaften dem thierischen Eiweisz, das Legumin, auch Pflanzencasein genannt, ähnelt dem thierischen Casein und kommt am häufigsten in den Samen der Hülsenfrüchte vor, wohl auch in den Körnern der Gerste und des Hafers und der Kleber, aus dem Pflanzenleim und Pflanzenfibrin bestehend, entspricht dem thierischen Faserstoff und den leimgebenden Substanzen. Diese in den Futtertheilen vorkommenden Protem- oder stickstoffhaltigen Stoffe auch Blutbilder, Fleischbilder nach Liebig plastische Nährmittel genannt, sind besonders zur Blutund Fleischbildung nöthig und daher als Quelle aller stickstoffhaltigeu Bestandtheile des Thierkörpers zu betrachten; sie finden sich vorzüglich in den Körnerfrüchten.

Dienen nun diese Protei'nstoffe vorzüglich zur plastischen Bildung, so werden die stickstofffreien Futterbestandtheile vorzugsweise zur Athmung erfordert. Durch die Respiration bezweckt der thierische Organismus eine Reinigung des durch den Körper geströmten Blutes, das reich an Kohlensäure ist. Es ist in dieser Form unfähig, den Lebensfunctionen weiter zu dienen, muss von diesem Uebermasze an Kohlensäure befreit werden und dafür Sauerstoff eintauschen. Die durch die Einathmung in die Lunge getretene atmosphärische Luft enthält neben Stickstoff dem Raume nach 21—23 Procent Sauerstoff. Dieser Sauerstoff wirkt überall wie schon bei dem Verbrennungsprocess zerstörend; bei einem ungenügenden Gehalte des Blutes an verbrennungsfähigem Material, bei einer unzureichenden Zufuhr an Respirationsmitteln durch das Futter greift er die Bestandtheile des Organismus selbst an, das Thier magert ab und stirbt endlich. Die stickstofffreien Bestandtheile, die Athmungs- oder Respirationsmittel, sind reich an Kohlenstoff. Werden dem thierischen Organismus mehr stickstofffreie Nährstoffe zugeführt, als der Respirationsbedarf beträgt, zugleich mit einer vermehrten "Verabreichung von Protein, so haben erstere'die Fähigkeit, in thierisches Fett umgebildet werden Die wichtigsten stickstofffreien Bestandtheile der Futterstoffe sind vor Allem Zellstoff oder Holzfaser, das Stärkemehl, Jaulin und Dextrin, dann Zucker, Gummi und Pflanzenschleim, die Pflanzenfaserstoffe und die fetten Oele.

An unorganischen Substanzen besitzen die Pflanzen alle diejenigen, welche früher als Bestandtheile des Thierkörpers angegeben wurden. Schon die Pflanzensäuren sind grösztentheils an anorganische Basen gebunden, und es erhält das Thier schon einen Theil semer anorganischen Bestandtheile als pflanzensaure Salze. Auch phosphorsaurer Kalk ist in überwiegender Menge in den meisten Pflanzentheilen zu finden, und da es wichtig ist, dass auch in den Pflanzen der Phosphor neben dem Schwefel in gewissen Mengen an Proteinstoffe gebunden ist, so finden wir, dass schon im Boggen, im Hafer und in der Gerste ein gewisser Antheil von Phosphor enthalten ist. Die kalkreichsten Futtermittel sind nach den Heuarten das Stroh und besonders das der Hülsenfrüchte. Das Kochsalz findet sich mehr im Grünfutter, in geringen Mengen in den Samen, und es erscheint als nicht zu übersehende Nothwendigkeit bei einer Samenfütterung, zur richtigen Ernährung der Thiere diesen Mangel an Kochsalz in solchen Pflanzen durch besondere Salzgaben auszugleichen; denn das Salz ist nicht allein den Thieren zur Ernährung und Wiederersetzung der verbrauchten Stoffe dringend nöthig, sondern es werden auch die Nachtheile sauren oder schlechten Futters durch das Salz wegen höherer Erregung der Verdaunngsthätigkeit einigermaszen beschränkt. Das Kochsalz verursacht ferner gröszere Fresslust, bewirkt durch eine Vermehrung der Absonderungen einen lebhafteren Stoffwechsel und erregt die Hautthätigkeit. Eine zu starke Salzfütterung veranlasst jedoch Durchfall. Der Wassergehalt der Futtermittel ist ein sehr verschiedener. Zu wasserreiches Futter hat wenig Nährgehalt. Nach Boussingault dient das Wasser namentlich zur Bildung der Knochen, weil es einen groszen Theil des erforderlichen Kalkes liefert, welcher nicht in allen Nahrungsmitteln in genügender Menge enthalten ist.

Einige Tabellen werden die Bestandtheile des Thierkörpers und der Futterarten noch genauer kennzeichnen. Ich habe hier die chemischen Benennungen der Analytiker in ihrem Wortlaute wiedergegeben, wenn auch einige gleichbedeutend sind:

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Jahrbücher f. d. Deutsche Armee u. Marino. Band XXXIV. 14

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