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Arbeiter-Reserve V4 Bataillone,

Zur Deckung der Arbeiten (von

der Linie) 2 „

Auf Vorposten resp. in Reserve 2 Vi „
Reserve in Schiltigheim (von

der Landwehr) 2 „

Im Ganzen . 1574 Bataillone.

Die Arbeiter sollten nach 8 Stunden, die Bedeckungstruppen nach 12 Stunden abgelöst werden, die Arbeiter - Reserve bei der zweiten Schicht Arbeiter wegfallen, und am 30. früh nur 1 Bataillon in Schiltigheim zur Reserve stehen. Die Parallele und rückwärtigen Communicationen sollten in der Hauptsache bis zum 31. August früh beendet sein. Danach waren auszer den oben unter 1 und 2 angegebenen Bataillonen zu gestehen:

3.

[table]

4. Zur Ausübung des neuen Wacht- und Ar-
beitsdienstes waren am Morgen des

31. August erforderlich bl/2 Bataillone.

Somit überhaupt . 58% Bataillone.

Zum Wacht- und Arbeitsdienst konnten nur die Bataillone herangezogen werden, welche zwischen der Breusch und der III untergebracht waren. Dort befanden sich aber nur 35 Bataillone, denn von den nach der Ordre de bataille vorhandenen 18 Bataillonen der 1. Reserve-Division war y2 Bataillon (vom Landwehr-Bataillon Bromberg) nach dem rechten Rhein-Rfer entsendet*) und IV2 Bataillone

*) Die beiden Compagnien hatten bei der Herstellung einer der Kehler Batterien mitgeholfen.

hattet) die Ruprechts-Au besetzt. (Sie gaben die Vorposten zu je '2 Compagnien am Ill-Rhein-Canal.) Von den 9 Bataillonen der Badischen 1. combinirten Brigade war ein Bataillon in das obere Breusch-Thal, nach Urmatt, vorgeschoben, 1 Compagnie stand zur Sicherung des Hauptquartieres in Mundolsheim, 2 Compagnien zur Sicherung der Magazine in Lampertsheim und 1 Compagnie in Brumath. Die Brigade verfügte also nur über 7 Bataillone. Mit Einschluss der 12 Bataillone der Garde-Landwehr-Division stauden somit 35 Bataillone zur Verfügung.

Um die Anzahl der verfügbaren Bataillone etwas zu erhöhen, wurden von den auf dem rechten Ufer der Breusch stehenden 7 Badisehen Bataillonen 2 Bataillone auf das linke Breusch-Ufer herübergezogen und ferner 1 Bataillon von der Ruprechts-Au für den Wachtund Arbeitsdienst während des angegebenen 48 stündigen Zeitabschnittes in Aussicht genommen. In Folge davon standen 38 Bataillone zur Verfügung, so dass, in Anbetracht der 58:i/4 erforderlichen Bataillone 20% in der angegebenen Zeit mehr als einmal zum Dienst herangezogen werden mussten.

Die 1. Reserve-Division vermochte den an sie gestellten hohen Anforderungen nur dadurch zu genügen, dass für die Nacht vom 29. zum 30. August eine Compagnie die Vorposten am Ill-Rhein-Canal beziehen sollte.

Bei der Badischen Division musste der Befehl gegeben werden, dass die beiden Bataillone, welche die Vorposten in dem Abschnitt Kronenburg-Königshofen zu geben hatten, 48 Stunden hindurch auf ihren Posten zu verbleiben hätten.

Die Aibeits-Compagnien sollten — der ungleichen Stärke der Bataillone wegen — in einer Stärke von 150 Mann erscheinen. Auzug derselben: Mütze, ohne Lederzeug, Brodbeutel mit 20 Patronen, das Gewehr ohne Bajonett umgehangen. Anzug der Bedeckungstrappen: Mütze, mit Lederzeug, gerolltem Mantel mit Kochgeschirre, Gewehr ohne Bajonett.

Ein Corpsbefehl und eine demselben beigegebene Instruction des Ingenieur en chef enthielten die genauesten Anordnungen für die Versammlung, den Vor- und Aufmarsch sämmtlicher bei der bevorstehenden wichtigen Kriegshandlung betheiligten Truppentheile.

In dem Ingenieurpark bei Suffelweiersheim musste das zum Bau nöthige Schanzzeug empfangen werden. Zum Arbeitsdienst waren 8% Bataillone commandirt. Diese grosze Truppenmasse fand weder Raum noch Deckung in der Suffel-Niedcrung. Ihre gleichzeitige Versammlung würde den Vertheidiger nur auf das Vorhaben des Angieifers für die nächste Nacht aufmerksam gemacht haben. Bei Suffelweiersheim war deshalb um 5 Uhr Nachmittags nur das Rendez-vous für die zur Arbeit an der 1. Parallele bestimmten Bataillone, während der Sammelplatz für die zur Arbeit an den Communicationen bezeichneten Bataillone bei Reichstett lag.

Die Bataillone bei Suffelweiersheim trafen rechtzeitig ein. Bei Reichstett kamen dagegen Verspätungen vor, so weit gehend, dass beim Abmarsch um 772 Uhr noch ein Landwehr - Bataillon fehlte, und Ingenieur-Offiziere zur Führung desselben zurückgelassen werden mussten.

Die Bedeckungstruppen hatten ihren Sammelplatz in Hönheim. Sie bestanden aus dem 1. und 2. Bataillon 30. Regiments, unter Führung des Regiments-Oommandeurs. Das Füsilier-Bataillon des Regiments befand sich bereits in dem Vorposten-Abschnitt des linken Flügels auf Vorposten. In dem mittleren Abschnitt bezog gegen 8 Uhr Abends das Garde-Landwehr-Bataillon Görlitz die Vorposten. Beide Vorposten-Bataillone schoben mit Dunkelwerden, ganz wie es in den vorhergehenden Nächten geschehen war, ihre äuszei"ten Posten bis auf etwa 320 m Entfernung an den gedeckten Weg heran. Hinter den Vorposten, sowohl als Special-Reserve für dieselben, wie als Bedeckung für die Arbeiter an der Parallele, legten sich die beiden ersten Bataillone des Regiments Nr. 30 etwa 20 Schritt vor der Trace nieder. Die Formation derselben war östlich des St. HelenenKirchhofes bis zur Aar in zwei diesen Raum beherrschenden Halbbataillonen (2. Bataillon), westlich des Kirchhofes bis zur Strasze nach Mittel-Hausbergen in 4 CompagnierColonuen mit 400—450 in Abstand von einander.

Als Haupt-Reserven waren gegen 9 Uhr hinter dem rechten Flügel das Garde-Landwehr-Bataillon Poln. Lissa in die ParquetFabrik eingerückt, hinter der Mitte hatte die Garde-Batterie mit einer Compagnie Bedeckung Aufstellung genommen, und hinter dem linken Flügel waren 2 Landwehr-Bataillone bis an die Südlisiere von Schiltigheim vorgegangen.

Die 1. Parallele sollte am Rhein-Marne-Canal nach der Nordostecke des St. Helenen-Kirchhofes, längs der Nordseite des Kirchhofes fort, vorläufig bis au die Weiszenburger Eisenbahnlinie hergestellt worden. Da ein Schützengraben an der Nordseite des Kirchhofes ungefähr dasselbe Profil hatte, wie es die 1. Parallele nach einer Nachtarbeit erhalten musste, so konnten die beiden ArbeiterColonnen zu je 6 Compagnien vom Füsilier-Regiment Nr. 34 und je 1 Landwehr-Compagnie Arbeiter-Reserve von der Nordwest- und

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Nordostecke des Kirchhofes aus in westlicher bezw. östlicher Richtling an der Trace anfmarschiren und zu ihrem Vormarsch die Weiszenburger und die Lauterburger Chaussee benutzen.

Gegen 91/2 Uhr begann schon die Arbeit. Die beiden Umstände, dass auf dem Plan, welcher der Ertheilung aller Anordnungen zu Grunde gelegen hatte, der Kirchhof um 200 Schritt zu weit westlich eingezeichnet war, und dass ein etwa 150 Schritt langer Schützengraben westlich in der Verlängerung der Nordseite des Kirchhofes*) die Arbeit auf dieser Strecke überflüssig machte, bewirkten zugleich mit der Verschiebung des Mittelpunktes der Parallele nach Westen, dass gegen 500 Arbeiter westlich der Weiszenburger Chaussee übrig blieben, nachdem die Aufstellung der Arbeiter bis an den Weiszenburger Eisenbahndamm erfolgt war. Diese überschieszenden Arbeiter wurden dazu benutzt, jenseit der Eisenbahn den Bau der Parallele bis Kronenburg in Angriff zu nehmen. Unter Mitbenutzung eines langen Schützengrabens, welcher von Kronenburg durch Pioniere in östlicher Richtung geführt worden war, reichten hierzu die Arbeiter vollständig aus.

Die Verhältnisse, welche den Bau der rechten Hälfte der Parallele begünstigten, erzeugten Arbeitermangel an der linken Hälfte derselben, so dass, nachdem auch die Compaguie Arbeiter-Reserven zur Arbeit angestellt worden war, noch immer ein etwa 200 Schritt lauges Stück der Trace in der Nähe des Marne-Canals unbesetzt blieb. Die Arbeit wurde auch dort in der fraglichen Nacht nicht ausgeführt; ein Hopfengarten und die Anpflanzungen auf Wacken sicherten diese Strecke gegen Einsicht von den Festungswerken.

Ebenso wie an der Parallele wurde auch die Arbeit an der linken rückwärtigen Communication zeitig in Angriff genommen, nicht so an der rechten Communication. Zunächst bereitete die Anstellung der Arbeiter dem leitenden Ingenieur-Offizier manche Schwierigkeiten, besonders an den Wendepunkten der Trace. Als endlich 14 Compagnieu angestellt waren, zeigte sich gerade auf der Anschlussecke an der Parallele eine gewaltige Lücke. Sie sollte durck die beiden Compagnien Arbeiter-Reserve ausgefüllt werden. Diese waren durch einen Befehl vom Vormarsch zurückgehalten worden, und erst nach langem Suchen in der Dunkelheit wurde eine Compagnie aufgefunden; es blieb somit noch immer eine grosze Lücke auf der Anschlussecke mit Arbeitern auszufüllen. Gedrängt von der Besorguiss, gerade den

*) Dieser Graben war eben so wie der Graben an der Nordseite des Kirchhofes in den vorhergehenden Nächten durch Pioniere ausgehoben worden.

wichtigsten Theil der Communication nicht ausführen zu können — es war gegen 2 Uhr Morgens geworden — wandte sich der leitende Ingenieur-Offizier an die nächste der Bedeckungs-Compagnien (3. des 30. Regiments) und bat um Ausführung der Arbeit. Diesem Wunsch wurde sogleich Folge gegeben, und es gelang, auch auf der letzten Strecke eine Deckung so weit herzustellen, dass man gebückt in die Parallele gelangen konnte.

Zwischen 2 und 3 Uhr Morgens waren über eine Deutsche Meile Laufgräben aufgehoben, welche dem Angreifer Deckung gewährten, und wenn auch an manchen Stellen, besonders an den Uebergängen über die festen Wege und Straszen, die Arbeiten noch lange nicht beendet waren und oft nur schwache Sandsack- oder TonnenMasken die Deckungen bildeten, so war doch die Leistung der Nacht eine sehr bedeutende. Die Arbeit wurde allerdings durch die nicht zu dunkle Nacht und durch den — in Folge geringen Regens an den vorhergehenden Tagen — angefeuchteten Boden erleichtert.

Der rastlosen Thätigkeit und Energie der leitenden und beaufsichtigenden Ingenieur-Offiziere war es vorzugsweise zu danken, dass dem vorzeitigen Abmarsch der Compagnien vorgebeugt wurde, wenn es auch nicht an allen Punkten gelang, flüchtiges, theils aus Unkenntniss, theils aus tadelnswerthen Eigenschaften hervorgegangenes Verfahren zu verhindern.

Auszer der Arbeit an der Parallele und den Communieationen fanden noch andere bedeutende Arbeiten in dieser Nacht statt. 11 Batterien wurden hinter der Parallele erbaut und schussfertig gemacht. Drei neue Emplacements für Wallbüchsen wurden dicht vor der Parallele hergestellt.

Mit dem schon in Thätigkeit getretenen Emplacement bei Kronenburg waren somit 4 Emplacements, ausgerüstet im Ganzen mit 25 Wallbüchsen, erbaut. Die drei neuen Emplacements, in Gestalt tiefer Schützengräben mit Sandsackscharten, lagen an der Weiszenburger Strasze dicht am Kirchhof, an dem Wege von Schiltigheim nach dem Steinthor und in der Nähe der Aar.

Um 3 Uhr früh wurden die Vorposten zurückgezogen. Das Füsilier-Bataillon 30. Regiments ging ins Quartier, das Garde-Landwehr-Bataillon (Görlitz) besetzte den Theil der Parallele zwischen der Weiszenburger Bahn und Kronenburg. Die Bedeckungstruppen besetzten als Trancheewache die ausgehobene Parallele. Auf den Wegen und den neu geschaffenen Communicationen bewegten sich die Arbeitermassen der Infanterie, der Artillerie und der Pioniere, ferner die Gespanne der Artillerie theils zurück, theils vorwärts, so

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