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die stattgehabten Verwendungen der Telegraphen im Kriege, welche sich bis zu den neuesten, in Afghanistan und im Caplande, erstrecken. Wir müssen uns deshalb darauf beschränken, dasjenige herauszunehmen, was ganz neu, oder den in der Armee verbreiteten Ansichten entgegen ist. Verfasser tritt mit seiner ganzen durch Kriegserfahrungen und umfassende technische Kenntnisse unzweifelhaft gesicherten Autorität für eine Erweiterung der Feld-Telegraphen unter gleichzeitiger Anwendung von optischen Telegraphen, Luftballons und anderen Hülfsmitteln ein. Er belegt die Möglichkeit, die Telegraphen im Gefecht anzuwenden, durch kriegsgeschichtliche Beispiele und spricht, ohne den Vorwurf eines Idealisten nur im geringsten aufkommen zu lassen, der weiteren Ausdehnung der Kriegs-Telegraphen eine entscheidende Bedeutung für die Kriege der Zukunft zu. Das Werk geht dann auf die transportablen FeldTelegraphen der IV. Zone (die sogenannten Vorposten-Telegraphen) über und zeigt, dass in neuester Zeit alle gröszeren Armeen mehr oder minder bestrebt sind, sie in ihrem Organismus aufzunehmen. Er sagt in Bezug hierauf (S. 72): „Die Bestrebungen nach derartigen Organisationen machen sich jetzt energisch in Frankreich, Deutschland, England, Italien, Russland und Spanien geltend, wobei es immerhin eine auffallende Erscheinung ist, dass weder Deutschland, noch Frankreich es verstanden, schon im Deutsch-Französischen Kriege dem Militair-Telegraphen die Ausdehnung und den Wirkungskreis zu geben, welchen Präcedenzfälle in Amerika bereits als zuverlässig und für die moderne Kriegführung als erforderlich erkannt hatten."

Von weiterem Interesse ist die ausführliche Besprechung über Verwendung und Organisation der in einzelnen Armeen vorhandenen Signal-Corps, und die von ihnen angewendeten optischen Telegraphen, einschlieszlich der Heliographen, Heliostaten u. A., welche in neuester Zeit viel von sich reden machten und unseren Feld-Telegraphen-Truppen bis jetzt noch gänzlich fehlen.

Ganz besonders möchten wir aber auf das für das Studinm über Bedeutung und Verwendung der Kriegs-Telegraphen sehr instructive Beispiel auf S. 151 u. f. hinweisen. Verfasser lässt unter Beigabe einer Situationskarte ein Corps von 5 Divisionen von Cöln aus gegen Aachen vorrücken, es ist im Begriff, die Roer zu überschreiten und hat seine Cavallerie bis gegen Aachen vorgeschoben: die verschiedenen Telegraphenlinien und die Truppen selbst sind roth eingezeichnet. Gerade eine solche Darstellung wird dem diesem Gegenstande Fernstehenden mehr, als viele Worte, ein klares Bild über Gliederung und Verwendung der Telegraphen im Kriege geben; mag man die in dem Beispiel getroffenen Dispositionen billigen, oder nicht: „Durch ein wohl ausgedehntes Feld- und Vorposten-Telegraphensystem", sagt Fischer auf S. 162, welches seinen Centraipunkt in gut gewähltem Hauptquartier, entfernt von der Schlachtlinie, hat, werden dem commandirenden General nicht nur die Mittel geboten, ohne den geringsten Zeitverlust Truppen in richtiger Waffengattung und Anzahl avanciren zu lassen und nach den Punkten zu dirigiren, wo sie im Augenblick nöthig werden, um einen etwaigen Angriff mit Erfolg zurückzuschlagen, sondern es können auch die Reserven oder solche Corps, die an den Strapazen des Tages keinen Antheil genommen hatten, im gewünschten Augenblick rascher zur Verfolgung des Feindes herbeigezogen werden und dadurch das Resultat eines Sieges besser ausgenutzt werden. Die Sicherheit der Dispositionen, namentlich vor dem Feinde, gewinnt ungemein durch den unschätzbaren Vortheil telegraphischer Befehlsübermittelung, der darin besteht, dass fast umgehend die Gewissheit gewonnen wird, ob ein erlassener Befehl seinen Bestimmungsort erreicht hat oder nicht und ob der Empfänger in der Lage ist, den erhaltenen Befehl auszuführen."

Unsere augenblicklich bestehenden Kriegs-Telegraphen-Formationen werden vom Verfasser mehrfach, wenn auch in maszvollster Weise, getadelt, so heisst es u. A. airf S. 250: „Durch Formirung einer stehenden Truppe würde dem Deutschen Kriegs-Telegraphen ein festerer bleibender Zusammenhang mit seiner höheren Behörde, dem Generalstabe, verliehen werden u. s. w." An einer anderen Stelle sagt der Verfasser nach Besprechung der Leistungen unserer Militair-Telegraphen im Kriege 1870—71, dass nach seiner Meinung der Wirkungskreis der Deutschen Kriegs - Telegraphie und somit deren Gesammtleistungen viel weitgreifender ausgefallen wären, wenn das Telegraphennetz der Deutschen Armeen schon im genannten Kriege eine vierte Zone: den Vorposten-Telegraphen und das SignalCorps in sich eingeschlossen hätte. — Dann heisst es auf S. 199: „Die Zeit wird zeigen, inwieweit ein gründlich geschultes VorpostenBeobachtungs-Corps, mit den geeigneten Mitteln und Kenntnissen der Telegraphie und des Signalwesens ausgerüstet, vortheilhaft auf die Operationen der Armee einwirken kann."

Diese Angaben werden genügen, um die Bedeutung des Buches zu charakterisiren; überall tritt das warme Interesse, welches der Verfasser seinem Deutschen Vaterlaude bewahrt hat, und der lebhafte Wunsch, diesem neuen Mittel der Kriegführung in der Deutschen Armee Sympathien zu erwecken hervor.

Jahruticher f. d. Deutsche Armee u. Marine. Band XXXIV. 8

Bei dem groszen Mangel ähnlicher Schriften wird die „KriegsTelegraphie" von v. Fischer-Treuenfeld wohl in keiner militairwissenschaftlichen Bibliothek fehlen dürfen und wird die freundliehe Aufnahme, welche sie bei Sr. Excellenz dem General Feldmarschall Grafen v. Moltke gefunden hat, welcher die Widmung des Buches angenommen hat, ihr eine gleiche bei allen Offizier-Corps der Deutschen Armee sichern. B. N.

X.

Verzeichniss der bedeutenderen Aufsätze aus anderen militairischen Zeitschriften.

(15. November bis 15. December.)

Militair-Wochenblatt (Nr. 94—101): Zur Geschichte der Fahueu der Preuszischen Armee. — Der neue Afghanische Feldzug. — Die Französischen Casernen und das System des Ingenieur Tollet für den Casernenbau. — Die Montirungsdepots, insbesondere das Hauptmontirungsdepot zu Berlin. — Der Käse als Nahrungsmittel für den Soldaten. — Die Englische Armee durch die Deutsche Brille gesehen. — Die Russische Expedition gegen die Achal-Teke-Stämme und das Treffen von Dengil-Tepe am 9. September 1879.

Neue militairische Blätter (November-Heft): Der Krieg und die Kunst. — Die Schieszversuche in Meppen am 8. August 1879 in ihrer Bedeutung für die Fortificationsfrage. — Wodurch hat die verschanzte Stellung von Plewna ihre Bedeutung für den Russischen Feldzug in Bulgarien 1877? — Beiträge zur Ausbildung der Infanterie im Felddienst. — Oesterreich - Ungarns Militairstatistik. — Grundsätze der Reitkunst für den theoretischen Reitunterricht auf Cavallerieschulen. December-Heft: Der Krieg gegen die Zulus I. — Militairische Grübeleien. — Die Flucht des General Ducrot aus der Deutschen Kriegsgefangenschaft. — Anleitung zur Ausbildung des Cavalleristen im Fusz- und Schieszdienste.

Allgemeine Militair-Zeitung (Nr. 45—49): Die Kämpfe vor Beifort im Januar 1871. — Technische Betrachtungen über Feldausrüstung. — Betrachtungen über die Avancements-Verhältnisse des Preuszischen Offizier-Corps, speciell das der Infanterie in Friedenszeiten. — Die Verbesserungen des Preuszischen Artilleriewesens und die Verdienste des Generals von Podbielski um dieselben. — Die Französische und die Deutsche Initiative im Krieg 1870/71.

Deutsche Heeres-Zeitung (Nr. 93—100): Der Groszfürst-Thronfolger von Russland in Berlin. — Die Eisenbahn vorlage derPreuszRegierung vom 29. October 1879. — Die Nordostgrenze von Deutschland. — Das Schnellfeuer der Infanterie. — Betrachtungen über General Brialmont „Manuel de Foftification de campagne". — Die 80 Tons Kanone. — Chinas Wehrkraft, — Der Krieg an der Westküste von Süd-Amerika. — Ueber die specielle Recoguoscirung gröszerer Länder-Gebiete im Interesse ihrer Vertheidigung. — Die Geschichte des Zieten-Husaren-Regiments.

Militair-Zeitung für die Reserve- und Landwehr-Offiziere des Deutschen Heeres (Nr. 47—50): Einige Winke für die zur Dienstleistung eingezogenen Reserve-Offiziere der Infanterie. — Aus der Schieszkunst der Feldartillerie. — Die Organisationsgeschichte der Preuszischen Landwehr von 1814 bis in die Gegenwart. — Der Widerstand der Französischen Festungen im Kriege 1870/71. — Die Ursache der Katastrophe von Sedan. — Prismatisches Pulver. — Die Genfer Convention.

Archiv für die Artillerie und 1ngenieur-Offiziere des Deutschen Reichsheeres (86. Band 3. Heft): Die Belagerungs-Artillerie der Nord- und Ostfront von Paris. — Geschichtliche Skizze über die gezogenen Geschütze Frankreichs. — Neue Französische BelagerungsGeschütze. — Ein neuer Entfernungsmesser.

Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie (Heft X1.): Ueber einige Ergebnisse der neueren Tiefsee-Forschungen. — Neue Abtheilung der Fluth-Constanten für Wilhelmshaven. — Aus den Reiseberichten Sr. Maj. Schiffe „Hansa", „Leipzig", „Bismarck".

Organ der militairwissenschaftlichen Vereine (XIX. Band 4. Heft): Rückblick auf die kriegerischen Ereignisse in Tirol im Jahre 1809. — Ueber Gefechtsleitung, Befehlsgebung und Selbstständigkeit der Untercommandanten. — Die Landmacht Russlands. — Beobachtungen beim Kriegsspiele der Truppen. — Geschichte der Cavallerie. — Einige Worte über Turn- und Plänkler-Abtheilungeu. — Hotchkiss' Revolver-Kanone, als Defensivmittel gegen Torpedo-Boote. — Einiges über die Art und Weise der Verpflegung der Russischen Soldaten im Frieden.

Oesterreichisch - Ungarische Wehr - Zeitung „Der Kamerad" (Nr. 93—100): Die Wehrkraft Italiens. — Die Avancements-Verhältnisse der Cavallerie. — Die Wehrgesetzfrage. — Die Wehrvorlagen. — Die Eisenbahnen in Elsass-Lothringen. — John Erieson's neueste Torpedo-Schieszversnche.

Oesterreichische Militair-Zeitung (Nr. 93—100): Die Vortheile des „Chargeur rapide" von Krnka. — Die Kriegsmarine des Deutschen Reiches. — Die Repetirgewehre und ihre Mängel. — Zur Geschichte unserer Uhlanen. — Die Marine der Vereinigten Staaten. — Ein ernstes Wort zur modernen Erziehung unserer militairischen Jugend.

— Von der Technik. — Zur Ge'schichte der Artillerie. — Die Savoyen-Dragoner.

Oesterreichisch-Ungarische Militair-Zeitung „Vedette" (Hr. 91 bis 100): Eine Englische Stimme üder die allgemeine Heeresabrüstung.

— Unsere Regiments-Musikcapellen. — Die Volksschule als Mittel zur Wehrausbildung. — Ueber die Berittenmachung der Hauptleute.

— Die Versuche mit der Russischen Feldlaffete des General Engelhardt. — Russlands Bestrebungen in Polen. — Die Bayerische Landwehr. — Die Kämpfe der Russen gegen die Teke-Turkmanen. — Unser Exerzir-Reglement. — Die Französische Wehrkraft unter veränderter Beleuchtung. — Die Truppenverpflegung im Sandschak Novi-Bazar.

Der Veteran (Nr. 43—47): Ueber Hufbeschlag. — Der Pensionszwang. — Die Verluste der Occupations-Armee. — Oesterreichs Wehrkraft. — Die Französische und Deutsche Heeres-Organisation.

— Der Landsturm.

Le Spectateur militaire (15. November 1879): Das neue Reglement über die Infanterie-Regimentsschulen. — Die groszen Cavallerie-Manöver im Jahre 1879. — Einige Betrachtungen über die Schriften Friedrich des Groszen.

L'avenir militaire (Nr. 608—612): Das neue Generalstabsgesetz.

— Die Militairadministration in Spanien. — Das Gesetz über die Administration der Armee. — Von der Reorganisation des Remontedienstes. — Vergleichung der Pensionen von 1831, 1861 und 1878. Ueber die Effectivbestände der Armee. — Ueber die Bekleidung der Cavallerie. — Die Offizierburschen. — Die technischen Abtheilungen der Feldeisenbahnen. — Das neue Feldartillerie-Material. — Die Marinetruppen und die Küstenvertheidigung.

L'armee francaise (Nr. 284—293): Das Wiederengagement der Unteroffiziere. — Liste der während des Krieges 1870/71 gestorbenen Generale und Offiziere. — Die Schule von Saint - Maixent. — Die Infanterie-Adjutanten. — Die Infanterie- und Cavallerie-Comites. — Die Grade der Territorial-Armee. — Die Ernennung der Generale.

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