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Ein Eichkranz, ewig jung belaubt,
Den setzt die Nachwelt ihm aufs Haupt;
In Froschpful all das Volk verbannt,
Das seinen Meister je verkannt.

Goethe (1776).

Den Deutschen geschah gar viel zu Lieb,
Als man eintausendfünfhundert schrieb;
Ergab sich manches zu Nutz und Ehren,
Dass wir davon noch immer zehren.
Und wer es einzeln sagen wollte,
Gar wenig Dank verdienen sollte,
Da sich's dem Vaterland zu Lieb'
Schon tief in Geist und Herzen schrieb.
Doch weil auf unsern deutschen Bühnen
Man preist ein löbliches Erkühnen,
Und man bis auf den neusten Tag
Noch gern was altes schauen mag,
So führen wir vor Aug und Ohr
Euch heut einen alten Dichter vor.
Derselbe war nach seiner Art
Mit so viel Tugenden gepart,
Dass er bis auf den heut'gen Tag
Noch für einen Poeten gelten mag,
Wo deren doch unzälig viel'
Verderben einer des andern Spiel.

Wirksame Tugend nie veraltet,
Wenn das Talent verständig waltet.
Wer Menschen gründlich konnt' erfreun,
Der darf sich vor der Zeit nicht scheun.
Und möchtet Ihr ihm Beifall geben,

So gebt ihn uns, die wir ihn frisch beleben.

Goethe,

Prolog zu Deinhardsteins: Hans Sachs (1828).

Ulrich von Hutten.

Grabschrift.

Der, zum Jammer erzeugt, ein unglückseliges Leben
Lebte, von Übeln zu Land, Übeln zu Wasser verfolgt,
Hier liegt Huttens Gebein. Ihm, der nichts arges verschuldet,
Wurde von gallischem Schwert grausam das Leben geraubt.
War vom Geschick ihm bestimmt, nur Unglücksjahre zu schauen,
Ach, dann war es erwünscht, dass er so zeitig erlag.

Er, von Gefahren umringt, wich nicht vom Dienste der Musen,
Und so gut er's vermocht, sprach er im Liede sich aus.

U. v. Hutten,

Brief an Fachus, Bologna 21. Aug. 1512.
(Deutsch von D. F. Straufs.)

Ain new Lied.

Im ton wie man singt: Franz Sickinger das edel blut der hat gar vil der landsknecht gut.

Ulrich von Hutten das edel blut

macht so kostliche bůcher gut,
die lafsen sich wol sehen,

die gfallen gaistlichen gleifsnern nit wol,
die warhait můfs ich jehen, ja jchen.

Als vil ich von sein bůchern hör,
sie geben nur gut christenlich ler,
sagen auch von geiz der pfaffen,
das gfalt den phariseiern nit wol,
die wolten in gern strafen, ja strafen.

Herr Ulrich ist ein redlich man,
Wolt got dafs ich solt bei ihm stan
gegen allen seinen feinden,

ich hoff zů got die warhait werd
die falschen überwinden, ja winden.

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Ulrich von Hutten, bis wolgemůt,
ich bitt dafs got dich halt in hůt
ietzt und zů allen zeiten.

Got behůt all christlich lerer gut,
wo sie gend oder reiten, ja reiten!

Der bösen dück

der frummen glück.

Conz Leffel (1521).

Ain schön new lied von dem von Hutten.

Im ton: Von erst so wellen wir loben Maria die reine maid.

Ach edler Hut aus Franken,

nun sich dich weislich für,
got soltu loben und danken,
der wirt noch helfen dir
die gerechtigkait vorfechten,
du solt beistan dem rechten,
mit andern rittern und knechten,
mit frummen kriegsleuten gût,
beschirmen das christen blůt.

Du solt beistan dem rechten
Aufs christenlicher pflicht,
solt ritterlichen fechten,
dann du bist wol bericht,

dafs dus solt thůn aufs schulden

wilt haben gottes hulden,

du solt kain falsch nit dulden,

was christen glauben antrift,
so du verstast die geschrift.

Lafs dich nur nit bethören,
du christlicher ritter gůt,
vom wort gots thů nit keren,
du hast ains helden mut,
gots wort solt frei erheben,

[blocks in formation]

Und wer gestrebt das höchste Gut
In Höhn und Tiefen zu erjagen,
Mag sich vertrauen auch der Flut,
Wo hoch der Freude Wellen schlagen.
Die Winde frisch, die Nachen flott,
Das Steuer flugs zur Hand genommen!
Es zieht voran der Freude Gott,
Er kommt frohlockend nachgeschwommen.
Und ob sich Nacht am Himmel breitet,
Ob Sterne untergehn; was tut's?
Glück auf, du Sohn des frohen Muts!
Ein Sternbild ist's, das dich geleitet.
Du hast am Sturme dich gefreut,
Hast dich ins Brausende gebettet,
Und ehe die Charybdis dräut,

Hat dich ein Gott ans Land gerettet:
Es hielt ein urgewaltger Pol,
Das Vaterland, dich angezogen,
Es hat kein gleifsnerisch Idol
Sein hehres Bild dir weggetrogen.

Das ewge Rom hast du gesehn,
Der Weltstadt mächtge Kathedrale,
Den Pabst und seine Cardinale;
Dir rauschte das gepriesne Wehn
Der Myrten- und Cypressenwälder,
Wo glühnder durch des Lebens Felder
Hinwallt der Wonnen Überfluss,
Drin selbst der Tod behagen muss,
Da ihn mit Lust aus diesen Wogen
So mancher deines Volks gesogen.
Du sahst den Kampf mit dir beginnen.
Das dunkle Aug' der Römerinnen
Die welsche gegen deutsche Macht
Zum Gott der Lust warst du geladen
Von schmeichelnder gewogner Nacht,

In seinen Fluten dich zu baden;
Und bist mit Hassen und mit Lieben
Doch ganz ein deutscher Mann geblieben,

Und hast zur heimatlichen Minne

Dein schnend Herz zurückgewandt,

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